Archiv der Kategorie: Fahrrad

Berlin am Sonntag

Spielmannszug oder Tambourkorps

Kleiner Tambourmajor (auch: Stabführer): Man erwartet, dass im nächsten Moment die Kapelle (Spielmannszug oder Tambourkorps), die hinter diesem Berliner Jungen mit seinem Stab ( Küs) steht, mit ihren Marsch startet, mit Trommeln (Trommler = Tambouren), Tompeten, Pfeifen und dem Schellenbaum (Foto: Atelier Wertheim, Oranienstraße, Berlin).

Musikkapelle in den 1920er Jahren. Posaunist, Tubist, Tompeter im Gleichschritt (Unbekannter Fotograf).

Tubist einer Musikkapelle in den 1920er Jahren. Man beachte, dass er, wie auch die Musiker auf dem obigen Foto, die Noten in der Hand hält. Die Musiker maschieren, spielen ihre Instrumente und halten ihre Notenblätter (Unbekannter Fotograf).

Musikkapelle (Spielmannszug oder Tambourkorps) in den 1920er Jahren (Unbekannter Fotograf).

Berliner Konzerthaus „Clou“

Im März 1914 (Foto: Kunstverlag Paul Kaufmann, Berlin-Wilmersdorf).

Im November 1912 (Foto: Kunstverlag Paul Kaufmann, Berlin-Wilmersdorf).

„Kino-Ausstellung >Der Film< in Berlin – Die vom 12. Juni bis 4. Juli ds. Js. in Berlin in den Gesamträumen des Berliner Konzerthauses (Clou) stattgefundene Ausstellung für moderne Lichtspielkunst >Der Film< verdient besonderes Interesse. Über den Wert von Spezialausstellungen ist man sich seit langem einig.“ (Velhagen & Klasings Monatshefte, 1920)

„Berliner Konzerthaus (Clou, Mauerstraße 82 und Zimmerstraße 90/91). Anfahrt in der Mauerstraße von der Leipziger Straße oder Krausenstraße nach Schützenstraße oder von der Friedrichstraße in die Zimmerstraße.“ (Automobil-Rundschau, 1929) 

„Immer an der Wand lang“ (1907)

dan76z

Postkarte um 1910 mit Text von Hermann Frey.

Das Couplet von Hermann Frey (1876 – 1950) „Immer an der Wand lang“ (1907) war ein Welthit. Ein Betrunkener torkelt mit seiner Begleitung immer an der Wand lang heimwärts. Die Männer alle im Frack und mit Zylinder. Die Frauen in Kleidern, wie man sie auch von den Fotos aus den Fotoateliers kennt: bodenlang, dazu Hüte mit Seidenblumen und hohe Stegkrägen.
Im Bildhintergrund sieht man vier Soldaten, die zum Alltagsbild gehörten.

Einer der Herren (oder alle drei) sieht sich als „dolle Bolle“, wo dann für mich auch die Zeile „aber dennoch hat sich Bolle janz köstlich amüsiert“ aus dem bekannten Berliner Volkslied mitschwingt. Wobei dieser Bolle für einen „amüsierfreudigen Mann“ steht, dem es egal ist, wenn seine Olle wegen seiner nächtlichen Eskapaden und Zechereien schimpft. Egal, immer an der Wand lang, findet er trotz der wackeligen Beine schon den Weg nach Hause, egal was ihn dort erwartet. Man hört ihn schon seine Olle mit „Reg dich nich uff, Olleken. Ick wa nur mit der Kleenen ausm Büro eenen picheln“ beschwichtigen.

Ein Bolle kam bereits im 19. Jahrhundert in den politischen Bierstubengesprächen „Unter den Tulpen“ im Satiremagazin „Kladderadatsch“ vor. Auch schon vor Carl Bolle (ab 1879), der einer Meierei in Berlin hatte und oft mit dem Bolle-Lied in Verbindung gebracht wird.

Film: Menschen am Sonntag (1929)

peop987

„Fast ein Dokumentarfilm, dessen einzelne Teile aber durch eine angedeutete Spielhandlung zusammengehalten werden. Eigentlicher Mittelpunkt des Films ist die Stadt, sind die Menschen, die dem Zwang des Alltags zu entfliehen suchen und dabei doch keine neue Freiheit gewinnen. In vielen kleinen Episoden beobachtet der Film typische Verhaltensweisen der Bürger … Von manchen ähnlichen Versuchen unterscheidet sich dieser Film u.a. dadurch, daß er die glaubhafte Wirklichkeit nicht für publikumswirksame Pointen verfälscht. Seine Beobachtungen bleiben stets im Bereich des Wahrscheinlichen; so sind sie auch sozialkritisch relevant.“ („Reclams Filmführer“, 8. Auflage, 1991, S. 356/357)

Vermischtes aus Groß-Berlin:

ber56zin

Berliner Radrennfahrer in den 1920er Jahren

bikeraf