Archiv der Kategorie: Zeichnung

Skizzen Sünger Berge

Hammen und Kapellensüng (gezeichnet von der anderen Sülztalseite, 13. Juli 2021)
Sünger Berg, Bonnersüng und Hartegasse (gezeichnet von der anderen Sülztalseite, 13. Juli 2021)
Löhberg, Sünger Berg und Bonnersüng (gezeichnet von der anderen Sülztalseite, 13. Juli 2021)
Wiesen rund um Stelberg (gezeichnet von der anderen Sülztalseite, 13. Juli 2021)
Wiesen oberhalb von Hartegasse Richtung Stelberg (gezeichnet von der anderen Sülztalseite, 13. Juli 2021)
Wiesen rund um Stelberg (gezeichnet von der anderen Sülztalseite, 13. Juli 2021)

Blattskizzen: Kirschlorbeer

Zunächst habe ich das Blatt ausgemessen (Vorlage siehe unten) und aufs Papier übertragen. Dann die Blattadern frei eingezeichnet.
Meine Hilfslinien wegradiert und die Blattadern noch mal nachgezogen. Anschließend mit Bunstiften das Blatt ausgemalt.
Wegen der Papierstruktur ist es mir nicht gelungen eine dichte Fläche zu zeichnen.
Hier zum Vergleich mein verwendetes Papier (li) und ein glatteres Papier (re). Auf dem glatten Papier wird der Farbauftrag dichter.

Anregungen durch das Buch „Wissenschaftliches Zeichnen“

Honomichl/Risler/Rupprecht: Wissenschaftles Zeichnen in der Biologie und verwandten Disziplinen, 1. Auflage 1982.

Bücher über wissenschaftliches Zeichnen aus jüngerer Zeit gibt es nicht. Das vorliegende Buch erschien 1982. Ein unveränderter Nachdruck erschien 2013 (Springer Wissenschaftsverlag). Im Vorwort werden die Zeichenanleitungen von [Willi] Kuhl von 1949 [„Das wissenschftliche Zeichnen in der Biologie und Medizin“] und [Karl] Belar von 1928 [„Zeichentechnik“. In: „Methodik der wissenschaftlichen Biologie“] erwähnt. Ergänzend will ich hier noch nennen „Das wissenschaftliche Tierbild“ (1949) von Wilhelm Schäfer.

Das Thema ist wohl für ein wissenschaftliches Lehrbuch nicht mehr relevant. Das vorliegende Buch wurde deshalb sicher auch nicht überarbeitet, denn an der ein oder anderen Stelle könnte man den Text um die heutigen Materialien ergänzen und moderne, digitale Technik als Hilfsmittel und auf dem Weg zum Druck sind auch erwähnenswert.

Nach einem Einführungskapitel über Zeichengeräte und Materialien geht es zunächst um Strichzeichnungen mit Bleistift und Tusche. Es folgt ein Kapitel über die Darstellung von Flächen, wo Zeichnungen in der Halbtontechnik (Bleistiftschaffuren) und mit der Punktierung mit Tusche besprochen werden. Die Punktierungstechnik und der damit gezeichnete Schmitterlingsflügel hat mich zu einer eigenen Übung angeregt. Als Tipp geben die Autoren mit: „Beim Setzen der Punkte fährt man am besten mit der Hand kurze, ineinander verschlungene Bögen nach und vermeidet gerade Punktreihen. Sie würden als Linien auffallen, die dann Objektstrukturen vortäuschen.“ (S. 16).

Ich probierte mich an der Übung zum „Punktieren mit Tusche“ (ich verwendete Fineliner und Buntstifte).

Dazu ist viel Geduld notwendig. In der Anwendung bei Tier- und Pflanzenzeichnungen kam ich aber schnell zu ersten positiven Ergebnissen (Bild: mittlere Reihe in der Mitte und Rechts, untere Reihe: Mitte).

Im Buch gibt es die farbig angelegt Zeichnung eines Schwalbenschwanz Schmetterlings, der ebenfalls mit der Punktiertechnik gezeichnet wurde und dessen Details mich begeistern. Dies animierte mich zu der Zeichnung einer Raupe mit Punktiertechnik und Kolorierung mit Buntstiften (vgl. auch hier).

Zwei Versuche: Raupe auf Brennnesselblatt

In den folgenden Kapiteln geht es um Methoden der Perspektive und um die Darstellung von makroskopischen und mikroskopischen Objekten. Das letzte Kapitel zeigt kurz den Weg der Zeichnung zum Druck.

Skizzen: Was das Auge sieht zeichnen!

Im Onlinekurs „Zeichnen was das Auge sieht“ mit der Urban Sketcherin Barbara Gruenenfelder lernte ich bzw. ich übe mich noch daran, wie man so zeichnet, dass man so zeichnen kann, dass man das aufs Papier bringt was man sieht. Ich fand es schon immer für mich ein Problem genau die Konturen von dem Objekt zu erfassen das ich zeichnen will und aufs Papier zu übertragen. Wie war der Winkel? Wie diese Kurve? In dem Moment wo man den Blick vom Objekt aufs Papier wendet ist bei mir schon vieles vom Gesehenen „vergessen“. Also ein erneuter Blick zum Objekt. Hin- und her zwischen Objekt und Bild.

Blindes Konturenzeichnen

Man schaut zum Objekt und nicht aufs Papier. Setzt dann den Stift aufs Papier und beginnt mit dem Skizzieren. Immer dem Blick aufs Objekt. So bekommt man jeden Zacken der Pflanze mit. Die Proportionen stimmen nicht und insgesamt sieht das alles recht merkwürdig aus. Wenn man dies Übung abändert und nicht mehr zu 100% aufs Objekt schaut, sondern 80% und die restlichen 20 % aufs Papier, um zu sehen, wie die Zeichnung gelingt, dann wird das Result langsam besser.

Diese Methode beschreibt ausführlich die Kunstlehrerin Betty Edwards in ihrem Buch „Garantiert zeichnen lernen“. Sie schreibt: „Passen Sie die Bewegungen Ihres Stiftes genau Ihren Augenbewegungen an. Die Augen oder der Zeichenstift können versuchen, Ihnen „davonzulaufen“, doch lassen Sie das nicht zu. Zeichnen Sie jedes Detail einer Kontur genau in dem Moment, in dem Sie es wahrnehmen.“ (Edwards, B. „Das neue garantiert Zeichnen lernen“, 23. Aufl, 2005, S. 122)

Wie die Zeichnung später „soll nicht unsere Sorge sein. Uns geht es um die Aufzeichnung Ihrer Wahrnehmung.“ (Edwards, B. „Das neue garantiert Zeichnen lernen“, 23. Aufl, 2005, S. 122)

Die blind gezeichnete Kontur habe ich später mit Buntstiften aufgehübscht.

Dem Schatten folgen

Hier projiziert man ein Objekt aufs Papier und zeichnet vom Schatten die Konturen ab. Laut Gruenfelder soll man mit dieser Übung besser in den See-Modus kommen.

Skizze: Apfelbaum und Blätter

Das Blatt eines Apfelbaums. Die Blattadern ähneln einem Straßennetz.
Vorder- und Rückseite eines Apfelbaumblattes.
Details der Apfelbaumblattstruktur (im Gegenlicht fotografiert).
Details der Apfelbaumblattstruktur: Loch und Färbung.
Ein Astende des Apfelbaums.
Der Apfelbaum im Garten.

Hier noch ein kleines Zeichenvideo von mir:

Amselgesang wurde unterbrochen

28.05.2021, 21.21 Uhr: Eigentlich wollte ich das Abendkonzert der Amseln mit meinen mobilen Aufnahmegerät aufnehmen (früher habe ich damit Musiker interviewt). In dem Moment als ich die Aufnahme startete kam laut eine Ente oder eine Wildgans (ich muss noch etwas recherchieren was es nun war) durchs Tal geflogen. Bei mir landete eine Amsel und begann mit ihrem Gesang. Glück für mich. Doch als die Ente/Gans sich näherte schaute die Amsel verwirrt und flog weg.

Dazu habe ich diese Skizze gezeichnet:

Die Audioaufnahme habe ich in der Musik-/Audiosoftware Audacity verkürzt und in der Lautstärke etwas verstärkt:

Der Ablauf passend zum Bild:

(1) Amsel I sitzt singend auf einem Kamin. Im Hintergrund hört man weitere Amseln.

(2) Durchs Tal fliegt eine Ente bzw. Wildgans (?). Man hört sie näher kommen.

(3) Ab Sekunde 11: Dicht bei mir landet Amsel II und singt ihre Melodie (1. bei Sekunde 11/12, 2. bei Sekunde 19 – 22, 3. bei Sekunde 26 – 28). Sie ist verwirrt wegen der Ente/Wildgans und

(4) fliegt davon.

(5) Die Ente/Wildgans fliegt weiter durchs Tal.

Die Audiodatei in der Musik-/Audiosoftware Audacity. Deutlich sieht man die drei Zeitpunkte an denen Amsel II gesungen hat.
Das mobile Aufnahmegerät TASCAM DR-05 erzeugt eine Aufnahme im MP3-Format.

Erinnerung an NaturZeit Lindlar (2007 – 2010)

Bereits 2005 beschäftigte ich mich zu Beginn meines Masterstudiums Erwachsenenbildung mit Naturerfahrung sowie Zeichnen in der Natur. Dabei fand ich das Flow Learning nach Joseph Cornell:

  1. Begeisterung wecken
  2. Konzentriert wahrnehmen
  3. Unmittelbare Erfahrung
  4. Andere an den Erfahrungen teilhaben lassen.

Ich formulierte dies 2005 so:

  1. Ankommen in der Natur
  2. Aktivitäten in der Natur
  3. Entspannen in der Natur
  4. Erinnern an die Natur.

Damals hatte ich die Webseite Coverwork.de auf der ich meine Ideen festhielt.

Screenshot der Webseite www.coverwork.de von 2005 „Naturerlebnis und Medienbildung im Bergischen Land“.

Zum Zeichnen in der Natur schrieb ich 2005:

„Zeichnungen haben den Vorteiul, dass man sich während der Erstellung intensiv mit dem Objekt beschäftigen muss. Beim Zeichnen stellt man fest wie komplex z.B. eine Pflanze aufgebaut ist. Als Zeichenanfänger hat man allerdings das Problem, dass man nicht die Techniken beherrscht, wie beispielsweise eine Pflanze perspektivisch korrekt gezeichnet wird. Da diese Techniken in der Regel viel Übung erfordern, ist hier die intensive Beschäftigung mit dem Objekt wichtiger. […] Die unzureichende Zeichenerfahrung soll die Teilnehmer nicht davon abhalten. Würde der Zeichenanfänger seinen Fokus auf die Zeichentechnik, also auf Perspektive und Schraffur legen, dann würde dies ihn möglicherweise zu sehr vom eigentlichen Thema ablenken und die ganze Veranstaltung würde mehr in die Richtung eines herkömmlichen Zeichenkurs gehen. Der Unterschied zu einem Zeichenkurs ist in der Gewichtung zu sehen. Während dort das Erlernen der Zeichentechnik im Mittelpunkt steht, sollen hier die Formen der Natur im Mittelpunkt stehen.“

Zum Fotografieren in der Natur schrieb ich 2005:

„Beim Fotografieren von Landschaften, Pflanzen oder Tieren steht das bewußte Auseinandersetzen mit Objekten in der Natur im Vordergrund. Mit Hilfe der Fotografien kann eine spätere Dokumentation genauer werden. Wahrnehmen und bewußtes Sehen sind hier wichtig.“

Projekt Lernort Gemeinde in Lindlar

Als Student der Erwachsenenbildung an der Technischen Universität Kaiserslautern war ich begeistert als im Januar 2007 in Lindlar das Projekt „Lebenswertes Lindlar“ startete. In diesem Rahmen wollte ich ein Naturprojekt anstoßen. Um weitere Interessierte zu gewinnen schrieb ich auf mein Flipchart-Plakat u.a.: „Wanderungen mit offenen Augen“, „Zeichnen in der Natur“, „Bewußtes Wahrnehmen von Schönheit und Problemen in der Natur“, „Themenwanderungen/Erkundungen“.

Später formulierte ich dies: „Unter einer bestimmten Fragestellung machen wir eine Erkundung in die Natur. Da es für uns eine Fragestellung ist, begeben wir uns auf Neuland. Die bei der Erkundung aufgetretenen Fragen können evtl. direkt gemeinsam geklärt werden oder man verabredet sich zu einer Nachbesprechung. Fotos, Zeichnungen können uns unterstützen.“

Daraus wurde über den Zwischenschritt „Zeit für Natur“ schließlich „NaturZeit“.

„Lebenswertes Lindlar wurde 2007 vom Katholischen Bildungswerk im Oberbergischen Kreis und vom Pfarrverband Lindlar zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements ins Leben gerufen. Ein Projekt innerhalb von „Lebenswertes Lindlar“, aus dem nun die Initiative NaturZeit hervorging, beschäftigt sich mit Naturentfremdung und Naturerfahrung. Entwickelt wurde die Idee, gemeinsam die Natur in Lindlar und Umgebung zu entdecken. Dabei will NaturZeit den Dingen auf den Grund gehen, aber auch mal schlicht die Natur genießen.

NaturZeit beschränkt sich bei den Naturerkundungen auf einen eng begrenzten Raum, denn die intensive Erfahrung steht im Vordergrund. In die Natur, nicht durch die Natur zu gehen und sich dabei Zeit zum Austausch zu nehmen, lautet das Motto der Initiatoren, die sich weniger als Lehrer, sondern als Mitlerner sehen, die diese neue Form der gemeinschaftlichen Naturerfahrung ermöglichen wollen.“ (offizieller Text)

NaturZeit-Flyer 2008 (1)
NaturZeit-Flyer 2008 (2)

Ab 2008 begannen wir mit unseren Naturerkundungen in Lindlar, die bis 2010 fortgesetzt wurden.

Unterwegs mit der NaturZeit (2008)