Archiv der Kategorie: Zeichnung

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Vogel-Strauß mit Buntstift auf Kraft A4 ripped von clairefontaine.com.
Vogel-Strauß mit Buntstift auf Skizzenpapier von Leniar.pl.
Zeichnung und Model.
Rinderschädel mit Buntstift auf Skizzenpapier von Leniar.pl
Zeichnung und Model.
Schaf mit Buntstift auf Skizzenpapier von Leniar.pl
Zeichnung und Model.

Onlinekurs: „Paleontology: Theropod Dinosaurs and the Origin of Birds“ („Theropoda und der Ursprung der Vögel“)

Dieser Onlinekurs wird auf der Plattform von Coursera.org durch die kanadische Universität in Alberta angeboten. Durch die Videos führt der Paläontologe Dr Scott Persons (scottpersons.org). Es gibt Beiträge von Dr Philip J Currie, Inhaber des kanadischen Forschungslehrstuhles für Dinosaurier-Paläobiologie an der Universtity of Alberta.

Logos der University of Alberta und der Lernplattform Coursera.

Ven den verschiedenen Dinosaurier war keine Gruppe mannigfaltiger und erfolgreicher als die der Theropoda. Die Nachkommen dieser Dinosaurier leben immer noch auf der Erde. Sie waren nie ausgestorben. Es sind die Vögel.

Die Diskussion, dass Vögel die Nachfahren der Dinosaurier sind begann schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Veröffentlichung von Charles Darwins Buch ‚On the Origin of Species“ (1859, dt. „Über die Entstehung der Arten“). Seine Naturforscherkollegen konnten damals keine Entwicklung der Arten erkennen. Für sie war klar: Fische waren Fische, Amphibien waren Amphibien,  Säugetiere waren Säugetiere und Vögel waren Vögel. Wo sollte da eine Entwicklung zu erkennen sein? Es gab keine Tier die halb Fisch und halb Säugetier waren.

Um Darwins Therorie zu beweisen war ein Fossil einer Übergangsform zwischen einem ausgestorbenen Tier und einem modernen Tier notwendig. Darwins Freund und Kollege, der Naturwissenschaftler Thomas Henry Huxley, bemühte sich um ein solches Übergangsfossil. Er fand es mit dem 1861 in Süddeutschland gefundenen Fossil eines Arcaeopteryx („Londoner Exemplar“, gefunden in der Langenaltheimer Haardt in der Nähe von Solnhofen/Bayern. Kauf durch das Londoner Natural History Museum noch im selben Jahr). Dieses Fossil zeigte eindeutig ein ein kleines, fleischfressendes Reptil, mit Flügeln und Federn. Also eine Übergangsform zwischen Reptil und Vogel.

Skizze es Archaeopteryx (Buntstift, Sahler 12/2021)

Man hätte Arcaeopteryx aufgrund der im Fossil klar zu erkennenden Federn auch einfach als Vogel einordnen können, wenn da nicht ein paar typische Merkmale der Dinosaurier am Schnabel mit kleinen Zähnen und die Klauen an den Flügeln sowie am Knochenbau wären. Arcaeopteryx hat ein Gemisch aus Reptilien- und Vogelanatomie.

Huxley erkannte Gemeinsamkeiten des Arcaeopteryx mit dem 1859 ebenfalls in Süddeutschland (Solnhofener Plattenkalken, Bayern) gefundenen kleinen Dinosaurier Compsognathus. Ohne Federn sah Arcaeopteryx wie ein Compsognathus aus.

Bird Anatomy

Um den Weg vom Dinosaurier zum Vogel verstehen zu können, muss man sich mit der Anatomie von Vögeln auskennen. In einer Lektion des Kurses wird eingehend auf die Vogelanatomie eingegangen. Interessant fand ich hier, dass die Vogelknochen innen hohl und damit leicht sind und damit sie trotzdem stabil sind mit Verstrebungen versehen sind.

Skizze des Vogelskeletts mit Federn (Buntstift, Sahler 12/2021)

Die Flügel der Vögel sind aus den gleichen Knochen gebaut, die auch bei anderer Wirbeltiere vorkommen. Der Oberarmknochen ist der Humerus, der über ein Gelenk mit dem Schultergürtel verbunden ist. Der Unterarm besteht aus zwei Knochen,  Speiche (Radius) und Elle (Ulna). Vögel nur drei Finger, das erste Fingerglied (Daumen, (Digitus alulae) ist stark reduziert. Der zweite und dritte Finger sind länger.

Skizze des Vogelskelettss mit Federn (Buntstift, Sahler 12/2021)

 

Skizze des Vogelskeletts mit Federn (Buntstift, Sahler 12/2021)

Wenn man einen Vogel sieht, meint man, das Knie des Vogel würde nach hinten zeigen. Da das Knie aber durch die Federn verdeckt ist, ist dies ein Irrtum. Man sieht das darunter liegende Knie, oberhalb des Fußes. Das nach hinten zeigende Gelenk ist vielmehr das Knöchelgelenk.

Skizze des Vogelskeletts mit Federn (Buntstift, Sahler 12/2021)
Skizze eines Beingelenke beim Vogel. Unten: In Rot markiert ist das Vogelbein.

Der obere Hüftknochen heißt Ilium oder Darmbein. Dieser ist mit dem Kreuzbeinwirbel verbunden, wodurch Stabilität gewährleistet wird.  Unter dem Darmbein befindet sich das Ischium oder Sitzbein und schließlich ist da noch das Schambein (Pubis), welches bei den Vögeln ebenfalls nach hinten ausgerichtet ist.

Skizze des Vogelskeletts mit Federn (Buntstift, Sahler 12/2021)

Die Dino sind unter uns – eine Renaissance

Sir Richard Owen erkannt 1842, dass fossile Arten der riesigen Wirbeltieren des Erdmittelalters eine natürlichen Gruppe bilden. Er gab dieser Gruppen den Namen „Dinosauria“. Dies bedeutet: „schreckliche oder wundersam große Echsen“. Hieraus entwickelte sich die Vorstellung der Dinosaurier, die sich sehr lange hielt. Es waren übergroße, schreckliche Echsen.

Bei einer Expedition des Yale Peabody Museums unter der Leitung von John Ostrom wurden 1964 Skelette einer neuen Gattung von Theropoden gefunden. Ostrom nannte die neue Art Deinonychus. Robert Bakker, gehörte zum Team von John Ostrom die den Deinonychus entdeckten.Ostrom und Bakker nahmen die alten Ideen von Huxley wieder auf, dass die heutigen Vögel von Dinosauriern abstammen. Dazu reichte allerdings das gefundene Fossilienmaterial noch nicht. Erst mit der Entdeckung von Microraptor (2003 in China), Dromaeosauride und Anchiornis (2009), ein Troodontide kam wieder Schwung in diese Forschung. 

▥ Paradies-Feigen

Ein altes Artenportrait zu Paradies-Feigen (heute sprechen wir von Bananen) fand ich in der „Wochezeitschrift zur Beförderung des Gartenbaues“.

Text aus: „Wochenschrift des Vereines zur Beförderung des Gartenbaues …“, 1863
(Zeichnung Dezember 2021)
„Paradies-Feigen“ (Zeichnung Dezember 2021)
Paradies-Feigen oder Bananen (Zeichnung Dezember 2021)

Es gibt auch die Bezeichnung Adamsfeigen für Dessertbananen (Musa paradisiaca). Auch Pisang oder die Paradiesz (siehe Johann Heinrich Meynier „Naturgeschichte“, 1834), Pisangbaum, Adamsfeige (Johann Samuel Halle, „Magie oder die Zauberkräfte der Natur“, 1784).

▥ ArtenSkript – Eine Einführung

Ein ▥ ArtenSkript ist eine selbst erstellte Sammlung von Artenportraits.

Zeichnung für das Artenportrait „Rotbeinige Baumwanze“.

Der Prozess:

  • Artensichtung
  • Artenbestimmung
  • Artendatenblatt
  • Artenportraits
  • Eine Sammlung von Artenportraits bildet ein ▥ ArtenSkript
Skizze: Ein Haussperling am Futterplatz

Methoden:

  • Naturerkundung
  • Naturbeobachtung
  • Naturfotografie
  • Natur zeichnen – drinnen und draußen
  • Nature Journaling
  • Sketchnotes
  • Sketch Journaling
  • Recherche
  • Schreiben
  • Zeichnen und Illustrieren
  • Mediengestaltung

Das „Skript“ in ▥ ArtenSkript wird von Manuskript hergeleitet. Ein Manuskript ist ein Dokument, das von einem Autoren zur Buchherstellung bei einem Verlag eingereicht wird. Wie ein Manuskript wird ein ▥ ArtenSkript von einer Person (oder Personengruppe) erstellt und ist im Ergebnis schon weit fortgeschritten, manchmal auch schon fertig, und jeder kann es erstellen.

Ein ArtenSkript kann vollständig per Hand erstellt werden: z.B. mit Zeichnungen, handschriftlich verfasst und mit eingeklebten Fotos.

Skizze eines Kleibers mit Notizen für eine spätere Zeichnung.

Ein ▥ ArtenSkript kann aber auch am Computer erstellt werden: z.B. mit eingescannten Zeichnungen, Digitalfotos und typografischer Textgestaltung sowie Ausdruck auf einem Drucker (evtl. sogar Druck und Bindung bei einer Onlinedruckerei). Seiten- und Mediengestaltung sind beim Erstellen eines ▥ ArtenSkripts fester Bestandteil.

Skizzen und Notizen zum Kleiber als Teil eines Artenportraits (hier: Kleiber) in einem ▥ ArtenSkript.
Gestaltung eines ▥ ArtenSkripts am Computer (hier: Artenportrait einer Wanze)

Bird Flight – Bewegungsabläufe beim Fliegen

In dem Buch „Stop Motion“, wo es um die Produktion von Trickfilmen mit der Stop Motion-Methode geht, fand ich eine Zeichnung, auf der in mehreren Bildern der typische Bewegungsablauf von „smaller birds such as sparrows [Spatzen], robins [Rotkelchen] and blackbirds [Amseln]“ (Susannah Shaw: Stop Motion, 2014, S. 128) gezeigt wird. Diese Zeichnung nahm ich mir als Vorbild und übertrag dies auf verschiedene Vögel, die bei uns regelmäßig auftauchen.

Haussperling
Haussperling
Blaumeise
Rotkelchen
Kohlmeisen

Onlinekurs Nature Journaling and Field Sketching

Der Onlinekurs „Nature Journaling and Field Sketching“ wird von der Bird Academy (vom Cornell Lab of Ornithology, Sitz: Ithaca/USA) durchgeführt und von Liz Clayton Fuller, einer Natural Science Illustratorin als Dozentin geleitet.

Logos von „The CornellLab of Ornithology“ und der „Bird Academy“ in Ithaca/USA.

Nach einer Einführung, was Nature Journaling überhaupt ist und nachdem verschiedene Teilnehmer ihre Journale präsentiert haben, wird auch sogleich mit einer ersten Zeichenübung gestartet. Ein Foto eines Yellow Warbler diente als Vorlage.

Meine Skizze Yellow Warbler sowie eine Kurzrecherche bei Wikipedia.
Weitere Skizzen des Yellow Warbler von mir.

Als nächstes wurden nun einfache Zeichentechniken vorgestellt: Zeichen der Kontur, Schraffuren (Hatching, Cross Hatching, Stippling, Blending …), Zeichnen von Licht und Schatten und dreidimensionalen Objekten, Chiaroscuro (hell-dunkel-Zeichnung).

Danach ging es um Beobachtungen in der Natur. Hier regte Liz dazu an Fragen zu stellen (Was ist das? Welche Funktion könnte es haben? …), die man sich im Journal notiert. Nature Journaling wird hier als „creative form of data gathering“ vorgestellt. Zudem sei Nature Journaling ein Denkprozess, bei dem ein tieferes Verständis vom Beobachtetem erzeugt wird. Hilfreich kann dieser Dreischritt sein:

  • Observation/Beobachtung
  • Possible Explanations/mögliche Erklärungen
  • Questions/Fragen

Bei einer folgenden Übung verglich Liz zwei Pflanzen, zeichnete sie in ihr Journal, machte sich Notizen und stellte sich selber Fragen, die sie später mit Literatur etc. beantworten wollte.

Weitere Zeichenübungen waren: Blindes Konturenzeichnen, Gesture Drawing, d.h. Skizzen von Tieren von Fotos bzw. Videos in begrenzter Zeit (gestartet wurde mit 60 Sekunden, dann 30 Sekunden, bei den Videos konnte man immer nur Teilskizzen erstellen, weil die Tiere nie stillhielten, ja so ist es 🙂 ) und zeichnen der negative Kontur („negative space“). Dann ging es um messen von Proportionen und der Übertragung auf die Zeichnung. Ein großen Raum nahm zum Ende das Malen mit Wasserfarben ein, hierbei wurden verschiedene Mischtechniken gezeigt.

Skizzen von mir nach einem Video mit einer Ente („Gesture Drawing„).

Zu den Übungen gibt es die Möglichkeit Scans der fertige Zeichnungen auf den Server der Bird Academy hochzuladen und mit Notizen zu versehen. So kann man Erkenntnisse (zeitversetzt) mit den anderen Teilnehmern des Kurses „Nature Journaling and Field Sketching“ teilen.

Der Kurs besteht aus über 4 Stunden Videos. Für die Bearbeitung benötigt man locker 10 bis 12 Stunden, dies hängt davon ab, ob man die Übungen nur am Zeichentisch macht oder das Gelernte auch in der Natur ausprobiert. Nach Beendigung des Kurses erhält man ein Zertifikat und einen extra Button der innerhalb der Webpräsenz der Bird Academy die Teilnehmer als Absolventen des Kurses „Nature Journaling and Field Sketching“ ausweist.

Button
Zertifikat

Käfer im Kurpark von Möhnesee

Dieser kleine Käfer (max. 3 mm lang) fiel von einer dicken Eiche im Kurpark von Möhnesee (Sauerland). Zunächst fiel er auf meinen Arm und von dort auf den Boden. Dort konnte ich ihn kaum sehen, denn farblich unterschied er sich kaum vom Sand. Ist er vielleicht durch den Sturz in den Sand mit diesem bedeckt? Ich halte ihn für einen Eichelbohrer. (Anfang September 2021)
Hier kann man am Ende der Flügeldecken ein wenig von der Struktur erkennen (Anfang September 2021). Der
Der Rüssel ist gut erkennbar. Von den Fühlern am Rüssel sehe ich nichts. (Anfang September 2021)
Skizze Eichelbohrer auf Eichel (Sahler, Dezember 2021)