Archiv für den Monat: August 2021

Fintlandsmoor

  • Fintlandsmoor im Ammerland in der Nähe von Bad Zwischenahn.
  • FFH-Gebiet 236 Fintlandsmoor und Dänikhorster Moor.
  • Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie 236.
  • FFH-Gebiete wurden für das Schutzgebietssystem „Natura 2000“ ausgewählt.
  • Fauna = Tierwelt, Flora = Pflanzenwelt, Habitat = Lebensraum von Tier- und Pflanzenarten.

Moore

Wo unter Sauerstoffmangel abgestorbene Pflanzen nur unvollständig von Bakterien zersetzt wurden entstanden Moore. Man unterscheidet bei diesen Torflagern zwischen Nieder- und Hochmooren.

Hochmoore „stellen auch Archive der Vegetationsentwicklung seit der letzten Eiszeit dar und sind als Wasserspeicher in doppelter Hinsicht dedeutungsvoll, einerseits als Reserven in Trockenzeiten und andererseits als Zusatzspeicher zur Milderung von Überschwemmungen bei Starkniederschlaägen. Ferner wirken die riesigen Torfmassen der Erde als dauerhafte Kohlensoffspeicher“. (Baur „Naturschutzbiologie, S. 291/292)

Hochmoore wurden früher als Ödland angesehen. Sie wurden entwässert und der durch die Entwässerung freigelegte Torf wurde abgebaut und beispielsweise als Brennmaterial verkauft (heute: Gartenerde). So wurden auch in Norddeutschland große Flächen abgetorft. „Durch die Trockenlegung der Hochmoore und den Torfabbau werden immense Mengen an CO2 und Methangas freigesetzt. Diese tragen zur Klimaerwärmung bei.“ (Baur „Naturschutzbiologie, S. 293)

„Moor muss nass“ — Wiedervernässung

Durch Wiedervernässung und Renaturierung der Hochmoore sollen sich diese Flächen zu Kohlenstoffsenken entwickeln.

Wanderung am Fintlandsmoor

Startpunkt war die wunderschöne Schutzhütte am Karlshof. Von dort ging es die sandige Moorstrasse am Naturschutzgebiet entlang. Wir nahmen einen kleinen Pfad der uns durch Heide- und Moorlandschaft führte.

Hinweistafel des Landkreis Ammerland auf das Natursschutzgebiet „Fintlandsmoor und Dänikhorster Moor“.
Die sandige Moorstraße.
Heidelandschaft
Heidelandschaft
Heidelandschaft
Heidelandschaft
Birke
Heidelandschaft und Pilze
Pilz
Der Pilz und sein Fotograf

Links:

  • moorfutures.de (Zitat: „Moore sind die größten und effektivsten Kohlenstoffspeicher auf der Erde:  Moore speichern doppelt so viel Kohlenstoff in ihren Torfen wie in den Wäldern weltweit enthalten ist.“)
  • nlwkn.niedersachsen.de/naturschutz/schutzgebiete/die_einzelnen_naturschutzgebiete/naturschutzgebiet-fintlandsmoor-und-daenikhorster-moor-40753.html
  • umwelt.niedersachsen.de/startseite/themen/natur_amp_landschaft/natura_2000/natura-2000-8198.html

Himmelblauer Blattkäfer

Ein Himmelblauer Blattkäfer in Hartegasse (Mitte August 2021).

Bilder und ein Video.

Der Fühler besteht aus elf Gliedern und dient als Geruchsorgan (Zahradnik: Käfer, 1990, S. 16).
Ein Bein, von Rechts nach Links: Schenkel, Schiene, Fuß, Fußkralle.
In „Gefahr“ zog der Käfer seinen Kopf ein und blieb für eine Weile so unbeweglich liegen.
Hier sieht man auch den durch die Flügeldecken verdeckten Hinterleib (Abdomen) des Käfers. Er enthält die wichtigsten Organe.

Hier noch ein Video

Das geheime Leben von (fast) allem

Über die Jahre erschienen einige Sachbücher die die Leserinnen über das geheime bzw. das geheimnisvolle Leben von Pflanzen, Insekten, Bäumen und Pilzen aufklärten. Es sind Sachbücher, die sich an ein breiteres Publikum richten, an der Natur interessierte Leserinnen. Robert Hofrichter hatte den Vorsatz gehabt „in einem hoffentlich unterhaltsamen Sachbuch über Pilze eine möglichst allgemeinverständliche Sprache“ zu verwenden, wenn es auch nicht immer leicht sei („Das geheimnisvolle Leben der Pilze“, S. 69)

Eine Voraussetzung für die Lektüre dieser Bücher ist demnach nicht ein Studium in Biologie, sonstigen Natur- oder Geo- oder Forstwissenschaften. Offenbar gibt es einen Bedarf dem Laien dieses „geheime“ Leben näher zu bringen. So schaffen es diese Bücher auch in die Buchhandlungen und nicht nur in wissenschaftliche Bibliotheken. Eine feine Sache finde ich.

Peter Tompkins / Christopher Bird: Das geheime Leben der Pflanzen. Erschien ursprünglich 1973 (The Secret Life of Plants) . Die Abbildung zeigt das Titelbild der 26. Auflage von 2009.
Stefano Mancuso/Alessandra Viola: Die Intelligenz der Pflanzen. Die Originalausgabe (Verde brillante. Sensibilità e intelligenza del mondo vegetale) erschien 2013 in Italien. Die deutsche Ausgabe im Jahr 2015.

Der Biologe Stefano Mancuso ist Professor für Pflanzenkunde an der Universität in Florenz. Sein Fachgebiet ist die umstrittene Pflanzenneurobiologie. Alessandra Viola ist Wissenschaftsjournalistin.

Mancuso versucht in dem Buch die Pflanzenwelt in das ihr gebührende Licht zu rücken. Es kann ja auch nicht sein, dass wir weiterhin die Pflanzen als dumme, vor sich hin vegetierende, Dinge betrachten. Pflanzen sind ja keine Steine, nur weil sie „sesshafte Organismen sind, die sich nicht von der Stelle rühren“ (S. 8), sondern wie wir Lebewesen. Es ist nicht nur der Wind der sie hin und her bewegt, sondern „sie wachsen zum Licht, weichen Gefahren aus oder neigen sich in Richtung Kletterhilfe.“ (S. 40) Die Autoren stellen dar, wie wir zu unserer Denkweise über Pflanzen gekommen sind, sie blicken zurück bis in die Antike.

An einigen Stellen des Buches dachte ich mir, dass wir mit unserem Wissen und Denken über die Pflanzen noch nicht viel weiter gekommen sind. Noch immer hängen wir in alten Denkweisen fest: „Die Biologie, so kann man sagen, ist dem vorkopernikanischen Denken weiter verhaftet. Sie glaubt, der Mensch sei das wichtigste Lebewesen, um das sich alles dreht.“ (S. 42/43) Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass „99,5 Prozent der gesamten Biomasse auf der Erde“ (S. 43) die Pflanzen zur Verfügung stellen. Und sie ermöglichen uns erst das Leben auf der Erde, denn „ohne Fotosynthese [der Pflanzen] hätte sich der Sauerstoff, den wir zum Atmen brauchen, nie gebildet. Pflanzen stehen auch am Anfang unserer Nahrungskette und ihnen verdanken wir … unsere Energieressourcen, die fossilen Brennstoffe …“ (S. 9) Trotzdem werden die Pflanzen weiterhin „völlig unterschätzt, obwohl unser Überleben und unsere Zukunft auf der Erde genau davon abhängen.“ (S.30) Verwundert bin ich daher, dass wir als Menschen immer noch so wenig über die Pflanzen wissen, sie wie mechanische Dinge oder einen leblosen Stein betrachten. Die Kommunikation mit Pflanzen ist nun wirklich nicht so einfach, aber als intelligente Wesen, sollten wir doch versuchen sie zu verstehen, wo sie als Nutzpflanzen doch unsere Grundnahrungsmittel (Mais, Reis, Weizen, Kartoffeln, Soja etc.) und zahlreiche Rohstoffe für die industielle Produktion liefern.

Bücher wie „Die Intelligenz der Pflanzen“ sind erst der Anfang das Wissen über die Pflanzenwelt zu dokumentieren. Die Wahrheit über das wirkliche Wesen Pflanze, so scheint es mir, scheint noch im dichten Nebel versteckt zu sein. Jetzt schon von „intelligenza“ bei Pflanzen zu reden, geht einigen Kritikern des Buches deutlich zu weit. Sehen, hören, fühlen, kommunizieren, denken und Entscheidungen treffen – das können wir Menschen (und die Tiere), aber den Pflanzen wird dies abgesprochen. Und gerade dies, also sehen, hören, fühlen, kommunizieren, denken wollen die Autoren den Pflanzen zusprechen.

Kritiker werfen diesen Art von Büchern teilweise die Verwendung von Wörtern wie „Familie“ und „Verwandtschaft“ bei Pflanzen vor. Ein Satz wie „Pflanzen können nicht nur zweifellos Verwandte erkennen, sie sind ihnen auch überaus freundlich gesonnen“ klingt provokativ. Wie sollen Pflanzen ihre Kinder, Eltern oder Enkel erkennen? Logischerweise sind dies Metaphern, um mit unserer Sprache, sich ein wenig den Pflanzen als Lebewesen annähern zu können. Wenn man sich aber klar macht, „dass das eigentliche Ziel des Lebens die Verteidigung des eigenen Erbguts ist [, ist] … jede Konkurrenz mit engen Blutsverwandten nichts als Energieverschwendung.“ (S. 92/93) Ich denke so lässt sich doch verstehen, was mit der Metapher Verwandtschaft hier gemeint ist.

Wir sehen die Pflanzen zumeist nur als Lebewesen über der Erdoberfläche. Die Wurzeln betrachten wir als Beiwerk, dass die Pflanze in der Erde verankert, würde sie doch sonst vom Wind weggetragen. Klar wissen wir, dass die Pflanzen über die Wurzeln Wasser und Nährstoffe aufnehmen. Aber sonst? Überhaupt ist die Wurzelökologie noch eine Welt für sich, mit denen sich auch nicht all zu viele Forscher zu beschäftigen scheinen (vgl. aber Bücher wie „Wurzelatlas“ und „Pflanzenwurzeln“ oder Forscherinnen wie Lore Kutschera, Erwin Lichtenegger oder Monika Sobotik, Webseite: wurzelforschung.at). Spannend finde ich auch das, die „Kommunikation zwischen Pflanzen“ über „unzählige chemische Moleküle in Luft oder Wasser abläuft“ (S. 90) und sie sogar mit Insekten in Kontakt treten.

Dave Goulson: Das Summen in der Wiese — Das geheime Leben der Insekten. Die Orginalausgabe (A Buzz in the Meadow) erschien 2014 in Großbritannien. In Deutschland 2016. Die Abbildung zeigt die Taschenbuchausgabe von 2018.
Peter Wohlleben: Das geheime Leben der Bäume. Das Buch erschien erstmals 2015.
Torben Halbe: Das wahre Leben der Bäume. Das Buch erschien erstmals 2017. Titelbild: Vierte Auflage 2020.
Robert Hofrichter: Das geheimnisvolle Leben der Pilze. Das Buch erschien erstmals 2017. Titelbild der Taschenbuchausgabe von 2018.

Der Autor Robert Hofrichter ist Zoologe und Biologe. Sein Pilzbuch ist kein Bestimmungsbuch, sondern es geht um das Lebewesen Pilz an sich. So erläutert Hofrichter schon früh im Buch die Partnerschaft zwischen Pflanzen und Pilzen, die man Mykorrhiza nennt (vgl. Mancuso, S. 95, Wohlleben, S. 50f.). Bei dieser Symbiose „kommen die Fäden des Pilzes bis in die Zellen der Wurzelrinde des Pflanzenpartners“ (Endomykorrhiza) (S. 15). Mit Strigolactonen, Pflanzenhormonen, werden die Plize zur den Pflanzenwurzel gelockt. Die Pflanzen erhalten über die Pilze eine bessere „Versorgung mit Phosphaten, weiteren Nährstoffen und Wasser aus dem Boden“ und der Pilz „bekommt seinen Anteil am Zucker, den die Pflanze durch Photosynthese erzeugt“. (S. 26) 90 Prozent der Pflanzen sollen diese Partnerschaft mit den Pilzen eingehen.

Hofrichter erläutert, dass Pilze früher zu den Pflanzen gezählt wurden. Es sei vielen Menschen bis „heute nicht klar, dass unsere Welt mit mehr als nur zwei Grundtypen von Lebewesen bevölkert ist. Sie meinen, dass Pilze so etwas wie urtümliche Vorfahren der Pflanzen sind. Und so stand es ja lange Zeit auch in den Lehrbüchern der Botanik.“ (S. 17)  Aber Pilze seien den Tieren näher als den Pflanzen. Die Pflanzen ernähren sich über die Photosynthese selber, aber die Pilze müssen wie die Tiere fressen. Pilze betreiben keine Photosynthese. Die Pilze waren vor den Pflanzen auf der Erde und haben den Pflanzen den Landgang überhaupt erst ermöglicht (S. 18, S. 36).

Des Weiteren spannend finde ich das Kapitel „Die Evolution der Pilze und ihre Erforschung“ (ab S. 69). Robert Hofrichter schildert hier den langen Weg bis die Pilze als eigene Lebensform anerkannt wurden und sie nicht mehr als „künstliche Wohnungen von Insekten“ (Friedrich Wilhelm Weis im 18. Jahrhundert) oder „Produkte verwitternder oder gährender Pflanzenteile und bloße Spiele der Natur seyen“ (Georg Friedrich Märklin), sondern seit 1969, nach Einteilung (vgl. „Fünf Reiche“/“five kingdom taxonomic“) durch den amerikanischen Botaniker und Klimatologe Harding Whittaker als Pilze (Fungi) neben den Tieren (Animalia), den Pflanzen (Plantae), den Einzellern (Protista) sowie den Mikroorganismen (Monera) stehen (S. 79).

Wie Eingangs erwähnt ist „Das geheimnisvolle Leben der Pilze“ kein Bestimmungsbuch. Dennoch geht Hofrichter auf die Bestimmung von Pilzen ein. Wobei er dies kritisch betrachtet. Es geht ihm um das Nichtwissen der Laien und die Gefahren, die sich durch eine Verwechslung ergeben können und die „brachiale Weise“ mit der heute wie wild Kofferraumladungen von Pilzen gesammelt werden, die dann per Schwarmwissen von anderen Laien („die vielleicht nur geringfügig mehr wissen als man selbst“, S. 122) identifiziert werden sollen. Hofrichter erwähnt den Mykologen und Buchautor („Illustriertes Lexikon der Pilze“) Ladislav Hagara, der schrieb, dass „mutige Nichtwisser in der Lage sind, jeden beliebigen Pilz mit jedem anderen beliebigen Pilz zu verwechseln“ (Zitat auf S. 121)

Onlinekurs „Communicating the Value of Biodiversity“

Der Kurs wurde erstellt vom United Nations Development Programme (UNDP) zusammen mit dem NBSAP Forum und Convention on Biological Diversity (CBD). Die Kernfrage dieses Kurses lautete: Wie lassen sich die Themen Nachhaltigkeit und Biodiversität kommunizieren? Wie und mit melchen Medien erreicht man die Bevölkerung oder Politiker?

Dieser Onlinekurs ist aufgeteilt in folgende Themenbereiche:

  • How to inform and build awareness
  • How to engage and advocate around biodiversity issues
  • How to collaborate on biodiversity conservation
  • Creating an effective biodiversity communication plan
  • Power dynamics to consider in biodiversity communications

Zunächst soll den Leuten zuhört werden. Man erfragt, wie sie die Dinge sehen und erfährt was ihnen wichtig ist. Erst wenn man dieses Wissen hat kann man mit ihnen kommunizieren.

Man selber sollte nicht davon ausgehen, dass andere so über Biodiversität denken oder die gleichen Kenntnisse oder Ansichten haben wie man selber. Wenn jemand andere Ansichten als man selber hat, heißt das nicht das die Ansichten des anderen automatisch falsch sind.

Es geht auch um Aufklärung. Als ein Beispiel wurde eine Umfrage von Studenten des University College London (UCL) genannt: 2018 machten die Studenten eine Umfrage in 46 Ländern mit Fragen zu Bienen und Wespen. Es gab mehr Wissen über Bienen. Über den Beitrag der Wespen für die Umwelt als Bestäuber war weniger bekannt. So etwas läßt sich durch Kommunikation ändern. Aber: Wissenschaftliches Wissen alleine ist nicht genug um die Leute zu motivieren. Es geht auch um Teilnehmerorientierung. Man schaut was beim Gegenüber ankommt und welche Medien man dafür verwenden kann.

Interessant fand ich die Formel: „Love. Not Loss.“ Oft bemängeln Leute was sie verloren haben: Fabriken vernichteten Bäume. Die sind nun weg. Man kann aber auch Love Stories erzählen. Geschichten in denen erzählt wird, wie Leute die Natur lieben. Dazu gibt es auch ein Video von der IUCN Commission on Education and Communication.

Der Onlinekurs ist textbasiert, mit ein paar externen Links und ein paar Verständnisfragen.

Hinweisen möchte ich hier noch auf das Biodiversity Communications Handbook.

Pilze in den Sünger Bergen

Pilze (Fungi) der Sünger Berge

[1] … bei Bonnersüng (Mitte August 2021)
[2] Pilze im Wald bei Oberbüschem (Mitte August 2021)
[3] Pilz im Wald bei Oberbüschem (Mitte August 2021)
[4] Pilze im Wald bei Oberbüschem (Mitte August 2021)
[5] Pilze oberhalb von Unterbüschem (Anfang September 2021)
[6] Pilze oberhalb von Unterbüschem (Anfang September 2021)
Pilz „In der Hütte“ (Mitte September 2021)

Pinselkäfer

Dieser Pinselkäfer war ins Wasser gefallen. Auf ein paar Bildern sieht man auch das er richtig naß geworden ist und erstmal wieder trocknen wollte.

Pinselkäfer nach unfreiwilligem Bad in Lindlar-Hartegasse (Mitte August 2021)
Die Haare sind richtig naß, Pinselkäfer (Mitte August 2021)
Die Haare sind richtig naß, Pinselkäfer (Mitte August 2021)

Ich drehte noch ein paar kurze Clips vom Käfer. Bei einem sprang der Käfer plötzlich von der Treppe, auf den ich ihn mit dem Holzstückchen zum Trocknen gesetzt hatte.

Onlinekurs „Biodiversität im Wald“

Onlinekurs: „Biodiversität im Wald“
bfw-waldbiodiversitaet-onlinekurs.at
Onlinekurs des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW), bfw.gv.at, Wien/Österreich

Der vom Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW), Wien/Österreich konzipierte Onlinekurs besteht es sechs Kapiteln, die mit Vorlesungen und Skripten durchgeführt wird.

Dies sind die Kapitel:

  • Was ist Biodiversität?
  • Bedeutung und Gefährdung der Biodiversität im Wald
  • Wälder, Holz und Biodiversität
  • Management und Schutz von Biodiversität
  • Biodiversität im Klimawandel
  • Die Zukunft der Biodiversität

Expeten des BFW präsentieren diese Themen und zeigen an zahlreichen Stellen Einblicke in ihre Arbeit. Besonders interessant fand ich die Gerätekunde für die Vermessung der Wald-Biodiversität und die Vorlesungen zum Themenkomplex Ökosystem Wald. Eingehend wird hier auch auf die Bedeutung von Waldverjüngung, Totholz, Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und Habitatbäume eingegangen, dies passte gut zum Buch „Lebensraum Baum“ von Volker Binner, welches ich gerade lese. Intensiv wurde auch auf die größten Probleme der Artenvielfalt hingewiesen: Übermäßige Meeres- und Landnutzung durch uns Menschen, den Klimawandel und inversive Planzen und Tiere.

Abgerundet wird dieser Kurs mit einer Onlineprüfung. Es werden rund 25 Fragen gestellt, die man per Multiple Choice und per Freitext beantworten muss.

Bücher

Bücher zu BIODIVERSITY, EDUCATION AND PUBLISHING (BEP)

Kategorie: „Natur zeichnen — drinnen und draußen“

  • Buch: Ueli Bieri „Nature Sketching“ (2019)
  • Buch: Andrew Tyzack „Drawing and Painting Insects“ (2020)
  • Buch: Sarah Simblet „Botanik für Künstler“ (2010, 2020)
  • Buch: Clare Walker Leslie „Keeping a Nature Journal“ (2000, 2021)
  • Buch: Sarah Morrish „Natural History Illustration in Pen and Ink“ (2021)
  • Buch: Martin Stankewitz „Bäume malen und zeichnen“ (2017)
  • Buch: John Muir Laws, Emilie Lygren „How to teach Nature Journaling“ (2020)
  • Buch: K. Honomichl, H. Risler, R. Rupprecht „Wissenschaftliches Zeichnen“ (1982)
  • Buch: Albrecht Rissler: „Zeichnen was da so rumliegt“ (2021)

Kategorie: „Natur“, „Biodiversität“

Kategorie „Erwachsenenbildung“

  • Buch: Rolf Arnold, Markus Lermen (Hrsg.) „Independent Learning“ (2013).
  • Buch: Hermann J. Forneck, Ulla Klingovsky, Peter Kossack (Hrsg.) „Selbstlernumgebungen“ (2005).
  • Heike Seehagen-Marx „E-Learning-gestützte Erwachsenenbildung“ (2009).
  • Michael Brodowski u.a. (Hrsg.): Informelles Lernen und Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ (2009)

Kategorie „Schreiben und Veröffentlichen als Denkwerkzeug und Partizipationsmöglichkeit“

  • Brugger, P. „Wissen schaffendes Schreiben“ (2004)
  • Hofer, C. „Blicke auf das Schreiben. Schreibprozessorientiertes Lernen. Theorie und Praxis“ (2006)
  • Koch, H.H. / Pielow, W. „Schreiben und Alltagskultur“ (1984)

Kategorie „Medienproduktion“ und „Fotografie“

  • Buch: Katharina Sckommodau „Magazindesign“ (2018)
  • Buch: Wibke Weber, Michael Burmester, Ralph Tille (Hrsg.) „Interaktive Infografiken“ (2013)
  • Buch: Caspar Williamson „Low Tech Print“ (2013)
  • Buch: Jochem Ottersbach „Bedruckstoff und Farbe“ (1982)
  • Buch: Franz Hermann Wills: „Vom Layout hängt die Wirkung ab“ (2. Auflage 1960)

Buch „Naturschutzbiologie“ von Bruno Baur

Bei der Naturschutzbiologie geht es in erster Linie um den Erhalt der biologischen Vielfalt, also der Biodiversität. Untersucht wird die eigentliche Vielfalt der Arten, deren Rückgang bzw. die Gefährdung und schließlich wie man diesen Rückgang stoppen und die Arten schützen kann. Das Lehrbbuch „Naturschutzbiologie“ von Bruno Baur, er ist Professor für Naturschutzbiologie an der Universität Basel, richtet sich an Studenten der Biologie, der Forst- und (Bio-) Geowissenschaften.

Titelseite von „Naturschutzbiologie“. Haupt Verlag, 440 Seiten.

Zunächst geht es um Individuen, Populationen und Lebensgemeinschaften. Hier werden Begriffe wie unitare und modulare Organismen, Genotyp und Phänotyp, Populationsgröße und -dichte oder Quell- und Zuwanderungspopulationen erklärt. Weiter geht es mit der Definition was Arten sind. Erläutert wird die Nomenklatur der Arten, die auf Carl von Linne zurück geht, wie neue Arten entstehen und wie diese eingeordnet werden. Interessant fand ich hier, dass in sich manche Arten, in das von uns Menschen geschaffene Ordnungssystem nicht immer eindeutig einordnen lassen oder gleich in mehrere Gruppen eingeordnet werden müssen. Genannt werden endemische Arten, die nur in einem bestimmten Gebiet vorkommen sowie Generalisten und Spezialisten.

Ein weiteres Kapitel behandelt die genetische Vielfalt und Artenvielfalt und erklärt die Entstehung des Begriff Biodiversität, den der amerikanische Ökologe Thomas Lovejoy 1980 als biological diversity einführte. Als Begriff möchte ich aus diesem Kapitel die Phylogenetische Diversität hervorheben, der die Anzahl der unterschiedlichen Arten in einem Gebiet vorstellt. Die Phylogenetische Diversität ist ein wichtiges Maß für Naturschutzprioritäten.

Intensiv beschäftigt habe ich mich mit den Kapiteln über die Ursachen der Bedrohung der Diversität (Zunahme/Entwicklung der Weltbevölkerung bei hohen Geburtenraten und Abnahme der Sterberaten durch medizinischen Fortschritt, der Ressourcenverbrauch, die Veränderung und Zerstückelung der natürlichen Lebensräume, Umweltverschmutzung, Übernutzung von natürlichen Ressourcen, Freizeit und Tourismus, inversive Arten, Klimawandel, Insektensterben), die inversiven Arten (also die frei- bzw. unfreiwillige Einfuhr und Etablierung von nicht-einheimischen Arten und die daraus entstehenden Probleme), den Klimawandel (Klimaerwärmung, Zunahme von extremen Wetterereignissen wie Stürme, Dürren oder Starkregen und Hochwasser, Anpassung der Arten an die Klimaerwärmung), die Renaturierungsökologie (Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme, z.B. von Hochmooren wie dem Fintlandsmoor im norddeutschen Ammerland [dieses Moor wird im Buch nicht erwähnt]).

Das Buch gibt aus meiner Sicht eine gute Einführung in den Einsatz für die biologischen Vielfalt und wird mir noch öfters als Nachschlagewerk dienen. Sehr gut fand ich, dass die Sprache von Bruno Baur immer verständlich bleibt und nicht unnötig verklausuliert ist.