{"id":12108,"date":"2018-06-16T16:58:27","date_gmt":"2018-06-16T16:58:27","guid":{"rendered":"http:\/\/guentersahler.de\/?p=12108"},"modified":"2024-03-26T15:38:13","modified_gmt":"2024-03-26T15:38:13","slug":"buecher-mit-spannung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guentersahler.de\/?p=12108","title":{"rendered":"B\u00fccher mit Spannung"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"330\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/hell9.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9457\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/hell9.jpg 500w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/hell9-300x198.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption>Bild aus \u201eDie Gartenlaube\u201c, 19. Jahrhundert.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"353\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/hell7.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9458\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/hell7.jpg 500w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/hell7-300x212.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption>Bild aus \u201eDie Gartenlaube\u201c, 19. Jahrhundert.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Spannungs- und Kriminalliteratur<\/h1>\n\n\n\n<p><strong>Thomas Willmann: Das finstere Tal (erschien 2010 im Liebeskind Verlag)<br> <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Greider kommt im Herbst als Maler in das Hochtal am Ende der Welt. \nDie Talbewohner stehen ihm misstrauig, ja feindseelig gegen\u00fcber. Er wird\n bei einer Witwe und deren Tochter Luzi untergebracht. Zusammen mit \nseinem Maulesel durchstreift Greider das Tal, zeichnet die H\u00e4user, H\u00f6fe \nund auch aus sicherer Entfernung die Leute. Langsam gew\u00f6hnen sich die \nLeute an ihn.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Winter passiert beim Baumf\u00e4llen ein Unfall. Der j\u00fcngste Sohn der \nBrenner-Familie kommt um. Die Brenners sind die \u201eHerrscher\u201c \u00fcber das \nTal, ihr Wort z\u00e4hlt. Damit beginnt sich das Buch von einem gem\u00fctlichen \nBergroman in einen harten Western-Thriller zu wandeln. Zwischen diesen \nbeiden Teilen steht ein aufschlussreicher Einschub, der mich an den in \n\u201eEine Studie in Scharlachrot\u201c von Arthur Conan Doyle erinnerte. Danach \nwird gnadenlos zum Finale geblasen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Buch wurde 2014 mit Sam Riley als Greider verfilmt. Greider ist hier ein Fotograf.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jess Kidd: Der Freund der Toten (erschien 2017 im Dumont Verlag)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>So ganz real geht es in dem Buch nicht zu. So kann Mahony, aufgrund \nseiner Haarl\u00e4nge als Hippie bezeichnet, nicht nur die Lebenden, sondern \nauch die Toten sehen. Gut, dass dies nicht als gro\u00dfartige F\u00e4higkeit \ndargestellt wird. Der junge Mann, also Mahony, kommt aus Dublin nach \nMulderrig, um dort seine Mutter zu suchen. Er wurde 1950 in einem \nWaisenhaus abgegeben und will nun im Jahr 1976 herausfinden wer seine \nMutter war. In der gleichen Pension wo er unterkommt, wohnt auch Mrs \nCauley, eine \u00e4ltere Frau, die Theaterst\u00fccke schreibt und diese zusammen \nmit den Dorfbewohner auff\u00fchrt. Zusammen mit ihr begibt sich Mahony auf \ndie Suche. Was ist 1950 passiert? Mahonys Mutter war damals ein \nrebellisches M\u00e4dchen, das das ganze Dorf gegen sich aufgebracht hat. Und\n wo ist sie hin? Sie sei freiwillig gegangen, ist die Antwort der \nDorfbewohner. Erst nach und nach kommen sie dahinter, dass Mahonys \nMutter das Dorf nicht auf nat\u00fcrliche Weise verlassen haben kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Webseite von Jess Kidd steht zum Buch (Originaltitel \n\u201eHimself\u201c): \u2018A lovably cranky detective story\u2026like a lock-in with David \nLynch, Flann O\u2019Brien and Agatha Christie.\u2019 (<a href=\"http:\/\/jesskidd.com\/books\/\">http:\/\/jesskidd.com\/books\/<\/a>).\n Ja, es schimmert etwas \u201eTwin Peaks\u201c (Lynch) und \u201eMiss Marple\u201c \n(Christie) durch. Ja, die Geschichte ist schrullig und mysteri\u00f6s. Und \nhat etwas m\u00e4rchenhaftes, so dass es auch mit der Fernsehserie <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jordskott_%E2%80%93_Die_Rache_des_Waldes\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eJordskott\u201c<\/a> verwandt ist.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"383\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/uerald.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5929\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/uerald.jpg 250w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/uerald-196x300.jpg 196w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption>Umschlag von Wolfram Fleischhauer: Schweigend steht der Wald<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Wolfram Fleischhauer: Schweigend steht der Wald (erschien 2013 beim Droemer Verlag)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Forststudentin Anja Grimm macht in Waldm\u00fcnchen (Oberpfalz) ein  Praktikum. Mit einem Kollegen nimmt sie Bodenproben und kartiert diese.  1978 und 1979 hat sie in der Gegend mit ihren Eltern Urlaub auf einem  Bauernhof gemacht. Der Vater, ein Biologielehrer, verschwand 1979  spurlos, er gilt als vermisst. Direkt bei dem Bauernhof hat Anja im  Wald eine unangenehme Begegnung mit Xaver Leybach, einem leicht  verr\u00fcckten \u00e4lteren Mann, den sie noch von den damaligen Ferien kennt.  Nach der zweiten Begegnung zwischen Anja und Xaver, bringt der zuerst  seine todkranke Mutter und dann sich selber um. Ein mysteri\u00f6se Sache.<\/p>\n\n\n\n<p>Damals hat die Familie Grimm auf dem Hof der Familie Gollas gewohnt. \nSohn Lukas sucht nun wieder Kontakt zu Anja. Sie hat bei den Bodenproben\n eine Unregelm\u00e4\u00dfigkeit auf einer Lichtung beim Leybachhof festgestellt. \nWurde ihr Vater hier vielleicht ermordet? Zun\u00e4chst hat Anja viele \nFragen, aber keine Antworten. Aber allm\u00e4hlich lichtet sich der Vorhang. \nEs geht um mehr als den Mord an ihrem Vater. Das ganze Dorf versucht \netwas zu vertuschen.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die erste H\u00e4lfte des Buches einfach nur interessant und gut \ngeschrieben ist, wird es zum Schluss richtig spannend. Ungew\u00f6hnlich ist \ndie Methode von Anja Grimm. Aufgrund ihres Studiums kann sie quasi den \nBoden lesen: Gab es Erdbewegungen (Aushub etc.)? Ist hier mal ein \nschweres Fahrzeug gefahren? Mit diesem Wissen kommt sie der Sache auf \ndie Spur.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie verr\u00e4terische Geometrie dieses Bewuchses konnte kein Zufall \nsein. Hier war irgendwann einmal ein schwerer Wagen mit einer Achsbreite\n von vielleicht zwei Metern durch den Wald gerollt.\u201c (S. 335).<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"404\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/didochen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5795\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/didochen.jpg 250w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/didochen-186x300.jpg 186w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption>Umschlag von Agust\u00edn Mart\u00ednez: Monteperdido \u2013 Das Dorf der verschwundenen M\u00e4dchen<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Agust\u00edn Mart\u00ednez: Monteperdido \u2013 Das Dorf der verschwundenen M\u00e4dchen (erschien 2017 beim Fischer Taschenbuchverlag)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aus dem kleinen Bergort Monteperdido wurde vor f\u00fcnf Jahren zwei \n11-j\u00e4hrige M\u00e4dchen entf\u00fchrt. Nun taucht ein M\u00e4dchen, Ana, wieder auf. \nZusammen mit dem offensichtlichen Entf\u00fchrer ist sie in einem Auto in \neine Schlucht gest\u00fcrzt. Sie \u00fcberlebt, der Mann stirbt. Aus Madrid kommen\n nun die Polizisten Santijago und Sara, die den Fall wieder aufnehmen \nund zusammen mit der \u00f6rtlichen Polizei das andere M\u00e4dchen, Lucia, \nsuchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schnell ger\u00e4t man in Verdacht, es sind nur Kleinigkeiten, die einen \nbelasten oder entlasten k\u00f6nnen. Im Laufe des Buches gibt es einige \nPersonen, die die Entf\u00fchrer sein k\u00f6nnten, aber lange h\u00e4lt Agust\u00edn \nMart\u00ednez sie geschickt zur\u00fcck. Das Buch hat wenige Kapitel, aber viele \nPassagen, in denen mal die Aktivit\u00e4ten der Polizisten, mal die der \nFamilie betrachtet werden. Dabei wird der Lesefluss, finde ich, nie \nunterbrochen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"428\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/wildpark.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5333\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/wildpark.jpg 250w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/wildpark-175x300.jpg 175w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption>Umschlag von Robert B. Parker: Wildnis<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Robert B. Parker: Wildnis (erschien 2012 beim Pendragon Verlag)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Schriftsteller Aaron Newman ist Zeuge eines Mordes. Den M\u00f6rder \nAdolph Karl kann er auf der Polizeiwache identifizieren. Newman nimmt \nallerdings seine Zeugenaussage zur\u00fcck nachdem Karls Bande Newmans Frau \nJanet massiv bedroht hat. Zusammen mit dem Nachbar und Freund Chris Hood\n planen die Newmans Adolph Karl zu ermorden.<\/p>\n\n\n\n<p>Aaron Newman und Chris Hood beobachten nun Adolph Karl. Nachdem ein \nvon Karl beauftragter Killer in letzter Sekunde von Hood gestoppt werden\n kann, fl\u00fcchten die Newmans und Hood schwer bewaffnet aus der Stadt und \nlauern Adolph Karl und seinen Begleitern an dessen Jagdh\u00fctte in Main \nauf. Sie sind in der Wildnis. Einen nach dem anderen bringen sie dort \num.<\/p>\n\n\n\n<p>Hood kommt um, aber die Morde st\u00e4rkt die Beziehung der Newmans. Der \nRoman ist schnell gelesen. Allerdings verspricht das Buchcover mehr \nWildnis, als tats\u00e4chlich im Text vorkommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Buch erschien urspr\u00fcnglich 1979 mit dem Titel \u201e<em>Wilderness<\/em>\u201e.\n Die deutsche \u00dcbersetzung erschien 1984. Parkers B\u00fccher mit dem \nErmittler Spencer erschienen ab 1973. Er schrieb auch zwei Romane mit \nRaymond Chandlers Philip Marlowe.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"417\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/zwillcoop.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5330\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/zwillcoop.jpg 250w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/zwillcoop-180x300.jpg 180w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption>Umschlag von Scott Frost: FBI-Agent Dale B. Cooper \u2014 Mein Leben, meine Aufzeichnungen<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Scott Frost: FBI-Agent Dale B. Cooper \u2014 Mein Leben, meine Aufzeichnungen (erschien 1991 bei der vgs Verlagsgesellschaft)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Buch wurde gleichzeitig zur Fernsehserie \u201eTwin Peaks\u201c \nver\u00f6ffentlicht. In der Serie spricht FBI-Specialagent Dale B. Cooper \nh\u00e4ufig in sein kleines Diktierger\u00e4t. Die Aufnahmen sind f\u00fcr die \nBundesbedienstete Diane bestimmt (von der weder Cooper noch die Leser je\n den Nachnamen erfahren), daher fangen diese Aufnahmen oft mit \u201eDiane\u201c \nan, z.B. <em>\u201eDiane, ich schaue gerade auf eine kleine gelbe Decke mit \neinem Elefantenmuster. Sie liegt auf dem Boden vor dem Fenster, durch \ndas die achtj\u00e4hrige Chris Roe aus ihrem Elternhaus entf\u00fchrt worden ist \n\u2026\u201c<\/em> (Cooper, 10. Januar 1978, 13 Uhr; S. 145) Das neue Diktierger\u00e4t \nbekam Cooper von seinem Vater am 11. Dezember 1977 zur Abschlussfeier \nseiner FBI-Ausbildung, so dass man davon ausgehen kann, das Cooper Diane\n erstmals am 10.01.1978 ansprach. \u00dcber 10 Jahre sp\u00e4ter, im Februar 1989,\n f\u00e4hrt Cooper nach Twin Peaks. Auf der Fahrt dorthin spricht er auf \nBand: <em>\u201eIm Staat Washington ist eine Leiche gefunden worden. Eine \njunge Frau, in Plastikfolie verpackt. Ich bin auf dem Weg in eine \nKleinstadt namens Twin Peaks.\u201c<\/em> (Cooper, 24. Februar 1989, 6Uhr; S. \n221) Mit einem \u00e4hnlichen Fall, so erf\u00e4hrt man aus dem Buch, war Cooper \nbereits im Januar 1988 besch\u00e4ftigt (Mordfall Banks, Leiche in \nPlastiksack, Papierst\u00fcck mit dem Buchstaben T drauf unter einem \nFingernagel), er glaubt an einen Serienverbrecher.<\/p>\n\n\n\n<p>Cooper bekam sein erstes Tonbandger\u00e4t am 25. Dezember 1967 als \nWeihnachtsgeschenk. Er war 13 Jahre alt, wohnte mit seinen Eltern in \nPhiladelphia, war 1,60 Meter gro\u00df und hatte dunkles Haar. Der Leser \ndurchlebt Coopers Collegezeit in Haverford und die Zeit auf der \nFBI-Akademie in Quantico, Virginia. Man erf\u00e4hrt, dass ein gewisser \nWindom Earle ab April 1978 die FBI-Aussenstelle Pittsburgh leitete, wo \nauch Dale Cooper angestellt war. Jener Windom Earle wird im Sommer unter\n seltsamen Umst\u00e4nden entf\u00fchrt, nach seiner Freilassung kann nicht \nfestgestellt werden, wer die Entf\u00fchrer waren. Im Januar 1979 wird \nWindoms Frau Caroline entf\u00fchrt, taucht erst im April wieder auf, wird \nvon Cooper bewacht, der sich in Caroline verliebt. Caroline wird \numgebracht, Cooper schwer verletzt und Windom wird verr\u00fcckt. In der \nTV-Serie spielt Windom Earl in der zweiten H\u00e4lfte der zweiten Staffel \neine wichtige Rolle, daher ist die Vorgeschichte im Buch ganz \ninteressant. Aufschlussreich ist auch Coopers Kurzurlaub auf einer \nkleinen Insel. Dort haben Windom und Caroline ihre Flitterwochen \nverbracht. Ein alter Mann hat Windom dort alles \u00fcber Schach beigebracht.\n Nachdem Cooper den Alten besucht hat, bringt dieser sich um, er \nhinterl\u00e4sst einen Zettel mit den Worten: <em>\u201eVerzeihung. Ich war nur ein dummer alter Mann. M\u00f6ge Gott ihn aufhalten.\u201c<\/em>\n (S. 161) Mit \u201eihn\u201c, so denke ich, ist Windom gemeint. Wo Cooper war \nbleibt vage, er erw\u00e4hnt eine \u201ekleine Insel s\u00fcdlich der Grenze\u201c, wohnt \ndort in einem Haus mit dem Namen \u201eLa Casa del Corazon\u201c, welches so \ngeheimnisvoll ist, dass selbst Google zusammen mit den Suchw\u00f6rtern \u201eTwin\n Peaks\u201c nur einen Treffer bringt (vgl. \u201eFull of Secrets: Critical \nApproaches to Twin Peaks\u201c von David Lavery, 1995).<\/p>\n\n\n\n<p>Neben diesem Buch erschien damals \u201eDas geheime Tagebuch der Laura Palmer\u201c, der Toten in Twin Peaks im Februar 1989.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"386\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/kenwild.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5331\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/kenwild.jpg 250w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/kenwild-194x300.jpg 194w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption>Umschlag von Meja Mwangi: Die Wilderer<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Meja Mwangi: Die Wilderer (erschien 2001 beim Unionsverlag)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ort der Handlung: Kenia (Lali Hills, Tsavo, Nairobi)<\/p>\n\n\n\n<p>Al Haji ist ein Gangsterboss und Farmbesitzer bei Nairobi. Er macht \nGesch\u00e4fte mit der Deloris-Familie in New York. Als Al Haji f\u00fcr eine \nLieferung nach Hong Kong das versprochene Elfenbein nicht schnell genug \nliefern kann, bekommt er \u00c4rger mit Arturo Spinelli, rechte Hand von \nGiuseppe \u201eHappy Joe\u201c Deloris, Kopf der Deloris-Familie. Arturo, von Al \nHaji stets Arthur genannt, was den Italiener furchtbar \u00e4rgert, Arturo \nSpinelli kommt sogar pers\u00f6nlich nach Kenia, um zu kl\u00e4ren, wie man \ngesch\u00e4ftlich weiter machen kann und um Al Haji zu drohen. Au\u00dferdem hat \ner Ricardo mitgebracht, der auf der Farm bleibt, Al Haji nervt und sich \nin die Gesch\u00e4fte einmischt und sie \u00fcbernehmen will.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der anderen Seite sind Frank Burkell und Johnny Kimathi, ein \nWei\u00dfer und ein Schwarzer. Sie waren fr\u00fcher J\u00e4ger in Kenia, nun sind sie \nals Ranger t\u00e4tig. Zu ihren Aufgaben geh\u00f6rt das Aufsp\u00fcren und das \nGefangennehmen von Wilderern. Eine solche Jagd wird eindrucksvoll in \nKapitel zwei geschildert. Die Ranger sind unterwegs im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tsavo-East-Nationalpark\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Tsavo-Nationalpark <\/a>und\n haben ihr Hauptquatier in Lali Hills, 300 Kilometer s\u00fcd\u00f6stlich von \nNairobi, Kenias Hauptstadt. Man ahnt nun, dass Frank Burkell und Johnny \nKimathi die Bande zu Fall bringen werden. Dann kommt es aber anders, da \nKimathi seine Freundin Sofia heiraten m\u00f6chte und ihr Vater Kimathi nicht\n mag, da er Ranger ist (Sofias Schwester war ebenfalls mit einem Ranger \nverheiratet und wurde von Wilderern erschossen), quittiert Kimathi \ndaraufhin den Dienst, heiratet Sofia und zieht mit ihr nach Nairobi zu \nseinem Onkel. Der hat in der Grogan Road einen kleinen \nGemischtwarenladen, den nun Johnny und Sofia auf Vordermann bringen. Das\n l\u00e4uft solange gut, bis der Schutzgeldeintreiber Kuria kommt und einen \nTeil der Einnahmen fordert. So kommt es doch noch zu einer Konfrontation\n mit der Bande, denn Kuria ist f\u00fcr Al Haji t\u00e4tig. Bis zum Schluss ist \nFrank Burkell und Johnny Kimathi allerdings nicht ganz klar, mit welchem\n m\u00e4chtigen Gegner sie es zu tun haben. Sie agieren eher aus dem Bauch \nheraus.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Buch erschien erstmals 1979 bei Longman Kenya (Nairobi) unter dem\n Titel \u201eThe Bushtrackers\u201c. Die \u00dcbersetzung von Peter Friedrich erschien \n2001 im Unionsverlag (Z\u00fcrich).<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"249\" height=\"400\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/FalscheHaut.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4928\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/FalscheHaut.jpg 249w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/FalscheHaut-187x300.jpg 187w\" sizes=\"(max-width: 249px) 100vw, 249px\" \/><figcaption>Umschlag von Leon Sachs: Falsche Haut<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Leon Sachs: Falsche Haut (Lesung: Crime Cologne, 27.09.2016)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Bestattungsinstitut ist ein ungew\u00f6hnlicher Ort f\u00fcr eine \nKrimilesung. Ist es doch ein Ort wo man seine Angeh\u00f6rigen, Verwandte \noder Freunde betrauert. Krimiliteratur hingegen sorgt daf\u00fcr, dass es \nweitere Tote gibt. Wenn auch nur fiktionale Tote. Es wird daf\u00fcr gesorgt,\n dass noch mehr getrauert wird. Aber vielleicht haben genau diese Toten \nund die Trauer Anteil am Erfolg des Krimigenres. Man ist entsetzt \u00fcber \nden Mord, trauert und will das der T\u00e4ter gefunden wird. Das \nBestattungsinstitut P\u00fctz-Roth in Bergisch Gladbach bei K\u00f6ln hebt sich \nzudem ein ganzes St\u00fcck vom normalen Bestattungsinstitut ab. Im Wald \ngelegen, mit einem eigenen Friedwald, mit einem <a href=\"http:\/\/www.puetz-roth.de\/der-pfad-der-sehnsucht.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Pfad der Sehnsucht <\/a>zur Trauerbew\u00e4ltigung oder Seminaren zum Thema Trauer.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier las der Autor Leon Sachs im Rahmen der f\u00fcnften CRIME COLOGNE aus\n seinem Deb\u00fctroman \u201eFalsche Haut\u201c. Im Vorgespr\u00e4ch mit David Roth sagte \nLeon Sachs, er sei unter seinem richtigen Namen Marc Merten als \nSportjournalist t\u00e4tig, Leon Sachs sei sein Pseudonym als Krimi- bzw. \nThriller-Autor. Er will die T\u00e4tigkeiten als Journalist und Buchautor \nklar trennen. So gibt es auch bei Google keine Vermischung. Er hat in \nFribourg (Schweiz) Medien- und Kommunikationswissenschaft studiert und \npostgradual im nordenglischen Durham Theologie und Religion (Middle \nEastern Cultures and Judaism). Sp\u00e4ter erw\u00e4hnt er, das sein zweiter \nVorname Leon sei und sein Gro\u00dfvater Leo Sachs war. Seinen Gro\u00dfeltern \nVella und Leo Sachs hat er dann auch dieses Buch gewidmet.<\/p>\n\n\n\n<p>Mitte der 90er Jahre sprach der Autor mit seiner Gro\u00dfmutter \u00fcber ihr \nSchicksal als polnische J\u00fcdin w\u00e4hrend der Nazidiktatur. Noch in \nOsteuropa traf sie zu Kriegsende eine Gruppe j\u00fcdischer M\u00e4nner, die nach \nWestdeutschland wollten, sie schloss sich ihnen an. Einer der M\u00e4nner war\n Leo Sachs. Gemeinsam gingen sie nach K\u00f6ln, wo Leo Sachs ab 1946 ein \nVertreter der Synagogen-Gemeinde\n wurde. Diese Berichte besch\u00e4ftigen Leon Sachs so sehr, dass er \nbeschloss einen Roman \u00fcber diese Thematik zu schreiben. Ein Thriller, da\n er sehr viele Thriller lesen w\u00fcrde \u2014 keinen Liebesroman, denn davon \nh\u00e4tte er keine Ahnung. Die Idee zum Buch hat er Jahre lang mit sich \nherum getragen, aber erst 2012 mit dem Schreiben angefangen und das \nManuskript im Herbst 2013 fertig gestellt. Dann begann der H\u00fcrdenlauf, \nwie er es nannte: Literaturagentur, Verlag, Lektorat. Schlie\u00dflich \nerschien das Buch im Fr\u00fchjahr 2016 beim Regionalkrimipionier <a href=\"http:\/\/www.emons-verlag.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Emons<\/a> in K\u00f6ln.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein wenig las Leon Sachs dann auch aus seinem Buch. Nicht soviel, so \ndass den Zuh\u00f6rern nur wenig verraten wurde. Allerdings kam so allerdings\n von der Spannung des Buches kaum etwas r\u00fcber (ich muss dazu sagen, ich \nbin gerade dabei das Buch zu lesen). Im Buch geht es Schlag auf Schlag. \nDa sitzt niemand herum und \u00fcberlegt lange \u00fcber die vorhandenen Indizien \u2013\n es geht immer flott weiter, von Fribourg nach Paris, von dort nach \nStrasbourg, bis man schlie\u00dflich in Bordeaux landet. Dies in einer Lesung\n r\u00fcber zu bringen, ist schon eine Kunst.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt zwar auch einen ermittelnden Kriminalbeamten \u2013 den Richter \nPascal Bernard, der taucht aber erst ab dem zweiten Teil, der auf Seite \n110 anf\u00e4ngt, auf \u2013, die eigentlichen \u201eErmittler\u201c sind aber der \nGeschichtsprofessor Alex Kauffmann, der in Fribourg wohnt, und die \nPariser Architektin Natalie Villeneuve. Die beiden sind gemeinsam in \neinem Waisenhaus aufgewachsen. Mit neun Jahren wird Natalie vom Ehepaar \nR\u00e9gis und Suzanne Villeneuve adoptiert und lebt fortan in Paris. Alex \nzieht zu seinen Adoptiveltern in die Schweiz. Natalie und Alex bleiben \nin Kontakt und beide f\u00fchlen sich beim anderen als der Familie zugeh\u00f6rig.\n Die Handlung setzt ein, als R\u00e9gis Villeneuve neunzigj\u00e4hrig stirbt. \nSeine Frau hat in seinem Schreibtisch einen Brief gefunden, R\u00e9gis wurde \nerpresst. Es wird angenommen, das R\u00e9gis etwas gewusst hatte, von dem \nseine Gegner wollten, dass es geheim bleibt. Diese drohen, dass R\u00e9gis \nnichts verraten solle, ansonsten \u201esei Natalie ihres Lebens nicht mehr \nsicher.\u201c Nun machen sich Natalie und Alex auf die Suche nach der \nBegebenheit und den Erpressern, die, soviel kann ich verraten, ziemlich \nm\u00e4chtige Schurken sind. Bei der Recherche m\u00fcssen sie zur\u00fcck ins Jahr \n1944, als R\u00e9gis und sein Freund Jacob Hinault in der R\u00e9sistance waren. \nLangsam reimen sich Natalie und Alex mit der Hilfe von Pastor Thomas und\n Alex Kollegen Professor Hugo von Arx, zusammen, was passiert sein \nk\u00f6nnte. Sie k\u00e4men der L\u00f6sung schnell nahe, w\u00e4re da nicht der omin\u00f6se \nKanzler und sein Sohn Raoul, der sie beschattet.<\/p>\n\n\n\n<p>In der abschlie\u00dfenden Fragerunde, sagte Leon Sachs, dass er an einem \nzweiten Manuskript arbeiten w\u00fcrde. Diese Geschichte wird in London \nspielen. Geplant ist, dass es f\u00fcr diese Geschichte auch Fortsetzungen \ngeben soll, was f\u00fcr \u201eFalsche Haut\u201c nicht geplant sei. Ob dann erneut bei\n Emons, wird sich zeigen, der Augenkontakt zwischen Leon Sachs und der \nEmons Gesch\u00e4ftsleitung in der letzten Stuhlreihe wirkte jedenfalls \nvielversprechend.<\/p>\n\n\n\n<p>Link: <a href=\"http:\/\/www.crime-cologne.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.crime-cologne.com<\/a><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"419\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/chimeshar.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5127\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/chimeshar.jpg 250w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/chimeshar-179x300.jpg 179w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption>Umschlag von Chester Himes: Die Geldmacher von Harlem<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Chester Himes: Die Geldmacher von Harlem (diese Ausgabe erschien 1976 bei Rowohlt; im Original als \u201eFor Love of Imabelle\u201c 1957)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ort der Handlung: New York City-Harlem (USA)<\/p>\n\n\n\n<p>Zeit: 1950er Jahre<\/p>\n\n\n\n<p>Jackson, der mit Imabelle zusammen ist, ger\u00e4t an die Verbrecher Hank,\n Jodie und Slim, die ihn mit dem \u201eKnall\u201c-Trick ausnehmen. Mit zwei \nTricks sind die drei Herren in Harlem unterwegs. Mit seinem Bruder \nGoldy, der eigentlich verkleidet als christliche Schwester Gabriel durch\n die Stra\u00dfen von Harlem l\u00e4uft, macht sich Jackson auf die Suche nach den\n Verbrechern. Jackson, der als Fahrer beim Bestatter Mr. Clay arbeitet, \nklaut Clay 500 Dollar und auch seinen Leichenwagen. Mit diesem wollen \nsie einen Koffer mit Golderz transportieren. Dieses Golderz geh\u00f6rt zum \nzweiten Trick von Hank, Jodie und Slim. Sie finden zwar den Koffer und \nschaffen ihn in den Leichenwagen, aber nicht Hank, Jodie und Slim. \nStattdessen wird Goldy von den Verbrechern ermordet und in den \nLeichenwagen neben den Koffer gelegt. In einer rasanten Verfolgungsjagd \nvon Harlem nach Manhattan, verliert Jackson sowohl den Koffer als auch \ndie Leiche seines Zwillingsbruders Goldy.<\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden Polizisten \u201eGrave Digger\u201c Jones und \u201eCoffin Ed\u201c Johnson \nsind zwei hartgesottene farbige Cops im zumeist von Afroamerikanern \nbewohnten New Yorker Stadtteil Harlem. Bei einem Zusammentreffen mit \nHank, Jodie und Slim, wird Coffin Ed durch S\u00e4ure schwer verletzt. Grave \nDigger begibt sich nun auf die Jagd.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz in Thriller-Manier rauscht man als Leser zusammen mit Jackson \n&amp; Goldy sowie Grave Digger &amp; Coffin Ed durch die Stra\u00dfen von \nHarlem. Chester Himes kam damals mit 155 Seiten aus. Ich denke heute \nw\u00fcrde man die Geschichte locker auf die dreifache Seitenanzahl \nhochjagen. Dadurch w\u00fcrde auch die M\u00f6glichkeit bestehen alle Figuren \nn\u00e4her kennen zu lernen. Die Leute kommen quasi aus dem Nichts, fast so, \nals h\u00e4tte man bereits ein paar Geschichten zuvor verpasst. Interessante \nFiguren gibt es reichlich: Goldy alias Schwester Gabriel, die beiden \nDetectives Grave Digger und Coffin Ed, die Trickbetr\u00fcger Hank, Jodie und\n Slim sowie der Bestatter Mr. Clay. Ich h\u00e4tte gerne mehr \u00fcber sie \nerfahren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Raymond Chandler \u201eDie Tote im See\u201c (erschien im Original 1943\n unter dem Titel \u201eThe Lady in the Lake\u201c; diese Ausgabe 1976 bei Diogenes\n Verlag, Z\u00fcrich)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ort der Handlung: Los Angeles und Umgebung (Kalifornien\/USA)<\/p>\n\n\n\n<p>Coverzeichnung: Tomi Ungerer<\/p>\n\n\n\n<p>Chandlers Ermittler Philip Marlowe ist ein \u201ePrivater\u201c, also ein \nPrivatdetektiv. Er hat ein B\u00fcro in Los Angeles. Als Privater hat Marlowe\n oft Kontakt zu einheimischen Polizisten, Typen die ihn nicht f\u00fcr voll \nnehmen und die von Marlowe stets auf die Schippe genommen werden. Ein \nkleine Kostprobe? Marlowe hat f\u00fcr seinen Auftraggeber einen Mr. Lavery \nim Badeort Bay City befragt. Er bleibt nach der Befragung mit sein Wagen\n noch etwas in der Einfahrt stehen, was dem Nachbarn gegen\u00fcber \nverd\u00e4chtigt vor kommt und die Polizei ruft. Lieutenant Demargos erster \nAuftritt:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eDemargo, Lieutenant der Kripo\u201c, sagte er mit seiner schweren brutalen Stimme.<br>\n<\/em><em> \u201eSehr erfreut Lieutenant.\u201c<br>\n<\/em><em> \u201eSparen Sie sich das. Erz\u00e4hlen Sie mir jetzt lieber, warum Sie Dr. Almores Grundst\u00fcck belauern.\u201c<br>\n<\/em><em> \u201eIch belauere Almores Grundst\u00fcck nicht, wie Sie das nennen, \nLieutenant. Ich habe noch nie von Dr. Almore geh\u00f6rt, und ich kann mir \nkeinen Grund denken, warum ich sein Haus belauern sollte.\u201c<br>\n<\/em><em> Er drehte seinen Kopf weg, um auszuspucken. Heute war der Tag, wo ich die Knaben traf, die es mit dem Spucken hatten.<br>\n<\/em><em> \u201eWomit machen Sie denn dann Ihren Schnitt? Wir k\u00f6nnen keine \nSchl\u00fcssellochspanner hier gebrauchen. Wir haben keinen einzigen in der \nStadt.\u201c<br>\n<\/em><em> \u201eIst das wahr?\u201c (Seite 33)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der erste Eindruck von Lieutenant Demargo ist nicht sonderlich gut. \nMarlowe ist den Polizisten immer \u00fcberlegen, auch weil diese kaum \u00fcber \nden Tellerrand ihres Bezirks hinausschauen. Als Privater ist Marlowe \nnicht an eine Abteilung oder einen Bezirk gebunden, er hat seinen \nAuftrag.<\/p>\n\n\n\n<p>Marlowe hat einen trockenen Humor. Nachdem er beispielsweise die \nzweite Leiche entdeckt hat und die Polizei zun\u00e4chst nicht informieren \nwill:<\/p>\n\n\n\n<p><em>Niemand schrie und st\u00fcrzte aus der T\u00fcr. Keiner pfiff auf einer \nPolizeipfeife. Alles war still, sonnig und friedlich. Offenbar gab es \nkeinen Grund zur Aufregung. Da war ja nur der Marlowe, der eine weitere \nLeiche gefunden hatte. Allm\u00e4hlich kann er das schon ganz gut. \nPro-Tag-ein-Mord-Marlowe, so k\u00f6nnte man ihn nennen. Und am besten w\u00e4r\u2019s,\n man schickte ihm den Leichenwagen hinterher, wenn er seinem Beruf \nnachgeht.<br>\n<\/em><em> Ein netter Kerl, fast genial auf seine Art.<br>\n<\/em><em> Ich ging zur\u00fcck bis zu Kreuzung, stieg in meinen Wagen, startete, setzte kurz zur\u00fcck und fuhr weg. (Seite 122)<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"412\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/ylerot.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5557\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/ylerot.jpg 250w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/ylerot-182x300.jpg 182w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption>Umschlag von Arthur Conan Doyle: Eine Studie in Scharlachrot<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Arthur Conan Doyle: Eine Studie in Scharlachrot (diese Ausgabe 2007 bei Insel  Taschenbuch; erschien urspr\u00fcnglich 1887 als \u201eA Study in Scarlet\u201c)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Buch lernen sich Sherlock Holmes und Dr. Watson kennen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>&gt;&gt;\u201cDoktor Watson, Mister Sherlock Holmes\u201c, stellte Stamford uns vor.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eSehr erfreut\u201c, sagte er herzlich und sch\u00fcttelte meine Hand mit aller Kraft, die ich kaum in ihm vermutet h\u00e4tte.<br>\n<\/em><em>\u201eSie sind in Afghanistan gewesen, wie ich sehe.\u201c<br>\n<\/em><em>\u201eWoher um alles in der Welt wissen Sie das denn?\u201c fragte ich verbl\u00fcfft.<br>\n<\/em><em>\u201eUnwichtig\u201c, sagte er, wobei er in sich hineinkicherte.&lt;&lt; (Seite 17)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Da sieht man fast schon Benedict Cumberbatch als Sherlock und Martin \nFreeman als Dr. John Watson vor sich. Die beiden arbeiten hier an ihrem \nersten Fall: Der Ermordung der beiden Amerikaner Drebber und Stangerson.\n Die im ersten Teil des Buchs begonnenen Ermittlungen werden im zweiten \nTeil nicht direkt fortgesetzt. Arthur Conan Doyle hat hier zun\u00e4chst die \nVorgeschichte des Mordes eingebaut. Dieser Teil der Geschichte ist nicht\n in der Ich-Form aus der Sicht von Dr. Watson geschrieben. F\u00fcr den \nLesefluss und den Spannungsbogen, ist die 60seitige Unterbrechung nicht \nf\u00f6rderlich, aber ich finde die Idee f\u00fcr diesen Einschub interessant.<\/p>\n\n\n\n<p><em>London:<\/em> Seit der TV-Serie \u201eSherlock\u201c scheint auch das \nSherlock Holmes-Museum in der Baker Street 221B (in Marylebone, London, \nCity of Westminster. U-Bahn Baker Street mit der Circle Line) wieder \nsehr beliebt zu sein. Man muss sich nun schon in eine lange Schlange \neinreihen und hat im Haus leider kaum die M\u00f6glichkeit alles in Ruhe zu \nbetrachten. Das Haus ist die reinste Fundgrube f\u00fcr Fans des \nPrivatdetektives Sherlock Holmes und des Schriftstellers Arthur Conan \nDoyle. Zahlreiche original Dokumente, Waffen, Materialien aus den F\u00e4llen\n oder der Kopf des Hunds von Baskerville sind zu sehen. Es ist eine \nsch\u00f6ne Idee das Haus einer Romanfigur der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich zu \nmachen. Wenn nicht die vielen Besucher die knarrenden Treppen rauf und \nrunter laufen w\u00fcrden, w\u00fcrde man in jedem Moment Holmes in der T\u00fcr oder \nhinter einem der Vorh\u00e4nge erwarten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Angelika Felenda: Der eiserne Sommer (erschien 2014 bei Suhrkamp; 2016 als Taschenbuch ebd.)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Geschildert wird die Aufkl\u00e4rung von zwei Morden durch den Kommiss\u00e4r Sebastian Reitmeier (<em>Kommiss\u00e4r,<\/em> weil in M\u00fcnchen die vom franz\u00f6sischen <em>commissaire<\/em>\n abgeleitete Bezeichnung \u00fcblich ist) im Jahr 1914. Neben der Ermittlung \nist auch das Privatleben von Reitmeier Teil der Handlung. So lernen wird\n die Freunde Sepp, Lukas und Caroline kennen. Da der Bruder der beiden \nletztgenannten, Franz, mit im Fall verstrickt ist, vermischt sich die \nErmittlung und das Private. Zudem Caroline als \u00c4rztin auch aushilfsweise\n in der Gerichtsmedizin arbeitet. Lange zieht sich die Ermittlung etwas \ntr\u00e4ge dahin, da Reitmeier nicht so ermitteln darf wie er eigentlich \nwill, er wird von seinen Vorgesetzten ausgebremst. Das klingt jetzt nach\n Schema F, wo es der Polizeipr\u00e4sident einfach haben will, hier kommt es \nmeiner Meinung nach aber \u00fcberzeugend r\u00fcber. Spannend wird es, als der \nPolizeisch\u00fcler Korbinian Rattler nach Sherlock Holmes-Manier auf eigene \nFaust ermittelt. Das endet zwar letztendlich in einem Fiasko, Rattler \nlandet im Krankenhaus, zeigt aber, dass in zuk\u00fcnftigen F\u00e4llen mit der \nAnwendung von damals innovativen Ermittlungsmethoden zu rechnen ist.Wie \nman es von \u00e4hnlichen historischen Krimis&nbsp;kennt, spielen die politischen \nUmst\u00e4nde eine wichtige Rolle. Der \u00f6sterreichische Thronfolger\n wurde ermordert, nun droht Krieg. Die damalige Macht des Milit\u00e4rs wirkt\n weit in den Fall hinein. Ohne das Angelika Felenda hier eine kleine \nGeschichtsstunde einbaut, wirkt die Beschreibung authentisch.Die Autorin\n wendet zur Erzeugung von Spannung als Stilmittel der \u201eGespr\u00e4chspartner \nist nicht da\u201c an, d.h. Reitmeier versucht jemanden, von dem er sich \nwichtige Informationen erhofft, telefonisch zu erreichen, doch dieser \nist unterwegs oder erst nach dem Wochenende wieder zu erreichen. So \nbleibt die Spannung bez\u00fcglich dieser Information noch erhalten. Wobei \nReitmeier eigentlich niemanden erreicht.Die Fortsetzung ist unter dem \nTitel <a href=\"http:\/\/www.suhrkamp.de\/buecher\/wintergewitter-angelika_felenda_46719.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eWintergewitter\u201c<\/a> erschienen und spielt im Jahr 1920.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"417\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/thille.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5072\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/thille.jpg 250w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/thille-180x300.jpg 180w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption>Umschlag von Tony Hillermann: Wolf ohne F\u00e4hrte<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Tony\n Hillermann: Wolf ohne F\u00e4hrte (erschien 1972 bei Rowohlt; diese Ausgabe \n1991 bei rororo; Originalausgabe \u201eThe Blessing Way\u201c, 1970)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ort der Handlung: Arizona (USA)<\/p>\n\n\n\n<p>Zeit: sp\u00e4te 60er Jahre<\/p>\n\n\n\n<p>Der Roman spielt in den Navajo-Reservaten in Arizona. Polizist Joe \nLeaphorn sucht Luis Horseman, beide sind Navajo-Indianer. Bergen McKee, \nForscher an der Uni New Mexico, besch\u00e4ftigt sich mit Ant\u00eds, b\u00f6sartige \nM\u00e4nner, die sich ein Wolfsfell umh\u00e4ngen und sich, im Glauben der \nNavajos, in W\u00f6lfe verwandeln k\u00f6nnen. Horseman wird von so einem Ant\u00ed \nget\u00f6tet. Diesem \u201efalschen\u201c Ant\u00ed l\u00e4uft McKee \u00fcber den Weg. Wie sich \nherausstellt, ist dieser Ant\u00ed ein Verbrecher aus Los Angeles, der zwar \nein Navajo ist, aber in den 30er Jahren w\u00e4hrend einer D\u00fcrre nach LA \nausgesiedelt wurde. Zusammen mit dem Ingenieur Jimmie W. Hall will er \nnun das gro\u00dfe Geld machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr interessant ist hier einiges \u00fcber die Religion der \nNavajo-Indianer zu erfahren. So geht es auch um Feindzauber, um den Ant\u00ed\n abzuwehren.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"377\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/vichnora.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5421\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/vichnora.jpg 250w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/vichnora-199x300.jpg 199w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption>Umschlag von Marco Vichi: Das Geheimnis der Signora<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Marco Vichi: Das Geheimnis der Signora (erschien 2004 bei Bastei-L\u00fcbbe)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hochsommer 1963 in Florenz. Eine \u00e4ltere Signora stirbt auf \nmerkw\u00fcrdige Weise in ihrem Haus. Unter Verdacht ihre Neffen, die einen \nTeil des Verm\u00f6gens der Signora erben. Die Neffen werden zum Verh\u00f6r \neingeladen, sie schwitzen, es gibt Bier. Weite Strecken des Buchs geht \nes gar nicht um den Fall, sondern der Commissario streift durch die \nhochsommerliche Stadt (er ist mit seinem VW K\u00e4fer unterwegs), erinnert \nsich an seine Kindheit oder den Krieg, trifft sich mit Freunden oder \nVerwandten, f\u00e4hrt mit einem Kollegen zum Meer. Und \u00fcberpr\u00fcft ein paar \nAlibis, ja so etwas passiert auch. Den eigentlichen Fall, die Ermordung \nder Signora, verliert man als Leser leicht aus den Augen, aber was \nsoll\u2019s, bei dieser Hitze?<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"411\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/takeov.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5124\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/takeov.jpg 250w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/takeov-182x300.jpg 182w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption>Umschlag von Fritjof Karnani: Takeover<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Fritjof Karnani: Takeover (erschien 2006 im Gmeiner Verlag)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ort der Handlung: Berlin, Cambridge, USA<\/p>\n\n\n\n<p>Technik: Es fallen einige technische Begriffe, wie beispielsweise \n\u201eIP-Adresse\u201c, \u201eRouter\u201c oder \u201eHintert\u00fcr\u201c (Backdoor). Diese werden ohne \nden Lesefluss zu st\u00f6ren schnell erkl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Da das Buch 2006 erschienen ist und der Autor in den Jahren zuvor \nrecherchiert und geschrieben hat, sind ein paar Dinge bereits \u00fcberholt. \nSo w\u00e4hlen sich Ferry Ranco und Judith Knowles noch ins Internet ein, um \nihre E-Mails abzurufen \u2013 da h\u00f6rt man fast noch die T\u00f6ne eines Modems. \nHeute ist man <em>always online<\/em>, ein Blick aufs SmartPhone w\u00fcrde \ngen\u00fcgen, um mal schnell aktuelle Nachrichten oder E-Mails zu lesen. Grob\n gesagt, wird eine Computertechnik verwendet wie sich im Zeitraum \n1999\/2005 \u00fcblich war, da konnte man von SmartPhones oder Tablets nur \nahnen. Obwohl das Buch jetzt gerade mal 10 Jahre alt ist, wirkt es durch\n die zahlreichen Ver\u00e4nderungen in der digitalen Welt bereits altmodisch.\n So ruft Judith als Suchmaschine Yahoo auf (gab es damals noch die \nSuchmaschine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/AltaVista\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">AltaVista<\/a> mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Babel_Fish\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BabelFish<\/a>\n als \u00dcbersetzungstool?). Dies finde ich interessant: Schreibt man eine \nGeschichte die z.B. 2006 spielen soll, dann darf da nat\u00fcrlich kein \nSmartPhone vorkommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Buch gibt es auch ein wenig IT-Forensik. Da schickt ein \nSytemadministrator, dessen System gehackt wurde, an Ferry Ranco eine \nLogdatei, in der der Angriff auf das System protokolliert ist.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"392\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/fgoldi.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5064\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/fgoldi.jpg 250w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/fgoldi-191x300.jpg 191w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption>Umschlag von Frank Goldammer: \u201eDer Angstmann\u201c<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Frank Goldammer: \u201eDer Angstmann\u201c (erschien 2016 beim dtv)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ort der Handlung: Dresden<\/p>\n\n\n\n<p>Zeit: 1944\/45<\/p>\n\n\n\n<p>In Dresden mordet jemand, von dem die Leute behaupten es sei der \n\u201eAngstmann\u201c. Kriminalinspektor Max Heller ist da eher skeptisch. Er \ntappt lange im Dunkeln ohne das in der Geschichte die Spannung abrei\u00dft. \nNeben den Morden sind n\u00e4mlich auch andere Begebenheiten spannend. \nZun\u00e4chst die Beziehung zwischen Heller und seinem Chef, Rudolf Klepp, \neinem SS-Mann, der die Ermittlungen eher blockiert und nach einfachen \nL\u00f6sungen sucht. Dann sind da die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Luftangriffe_auf_Dresden\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bombenn\u00e4chte<\/a>,\n in denen Briten und Amerikaner Dresden schwer besch\u00e4digten. Frank \nGoldammer schildert eindrucksvoll, wie Max Heller sich w\u00e4hrend eines \nAngriffs durch die Stadt bewegt. Erst nach Kriegsende kann Heller am \nFall weiterermitteln. Da es keine deutsche Polizei mehr gibt, arbeitet \nder Inspektor nun mit Soldaten der russischen Besatzer zusammen, was \nnicht unbedingt einfach ist. Der russische <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Politoffizier\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Politkommissar<\/a>\n Alexej Saizav ist zwar weniger an Hellers Fall interessiert \u2013 vielmehr \nwill der Kriegsverbrecher wie Klepp stellen \u2013, doch letztendlich k\u00f6nnen \nsie gemeinsam die Morde aufkl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Webseite des Autors: <a href=\"http:\/\/www.frank-goldammer.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.frank-goldammer.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"384\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/fran001.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5009\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/fran001.jpg 250w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/fran001-195x300.jpg 195w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption>Umschlag von Helmut Frangenberg: \u201eTr\u00fcmmer\u201c<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Helmut Frangenberg: \u201eTr\u00fcmmer\u201c (erschien bei 2001 beim Emons Verlag, K\u00f6ln)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ort der Handlung: K\u00f6ln<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Zeit: 1947<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Richard Munckler ist kein erfahrener Ermittler, im Gegenteil er ist \nein Gr\u00fcnschnabel. Er hat erst nach dem Krieg bei der Schutzpolizei \nangefangen, nun 1947 ist er bei der Mordkommission der K\u00f6lner \nKriminalpolizei. Beim ersten Fall bei dem er mit ermittelt, wurde eine \nFrau umgebracht, wohl von Einbrechern. Richard scheint zun\u00e4chst nicht \nf\u00fcr den Polizeidienst geeignet. Er zweifelt an sich selber. Man erlebt \nden Fall aus seiner und aus der Innenansicht des ehemaligen polnischen \nZwangsarbeiters Miro, von Helmut Frangenberg jeweils in der dritten \nPerson geschrieben. Beide durchlaufen in der Geschichte eine gewaltige \nEntwicklung: Miro gezwungen durch den Verlauf des Falls, Richard aus \neigenem Antrieb heraus. Ab einem gewissen Punkt, will sich Richard nicht\n mehr seinem Schicksal hingeben und beschlie\u00dft ein guter Ermittler zu \nwerden. Am Ende l\u00e4uft er zur H\u00f6chstform auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Autor Helmut Frangenberg, war ab 2000 als Lokalredakteur bei der \u201eK\u00f6lnischen Rundschau\u201c t\u00e4tig.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"427\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/jun001.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5011\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/jun001.jpg 250w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/jun001-176x300.jpg 176w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption>Umschlag von Reinhard Junge \u201eKlassenfahrt\u201c<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Reinhard Junge \u201eKlassenfahrt\u201c (erschien 1985 beim Weltkreis Verlag, Dortmund)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ort der Handlung: Aachen, Ruhrgebiet<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Zeit: 1984<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Am Grenz\u00fcbergang Aachen-Lichtenbusch wird ein BMW von Grenzern \n\u00fcberpr\u00fcft. Die Wageninsassen er\u00f6ffnen mit einer MPi das Feuer und t\u00f6ten \ndie Grenzbeamten. Polizei und BKA fahnden nach den Leuten. Die Gesuchten\n fl\u00fcchten ins Ruhrgebiet, wo auch eine Schulklasse sich auf \nAbschlussfahrt befindet und mit ins Geschehen hineingezogen wird und, \nsoviel sei verraten, auch bei der Aufl\u00f6sung des Falls eine wichtige \nRolle spielt.<\/p>\n\n\n\n<p>An einigen Stellen wird die Geschichte einseitig linkspolitisch, \ndaraus macht der Autor auch keinen Hehl, er bezieht deutlich Stellung: \nDie Polizei ist auf dem \u201erechten\u201c Auge blind und sucht die M\u00f6rder erst \nmal im \u201elinken\u201c Spektrum, da damals Terrorismus in Westdeutschland von \nlinks kam.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Buch erschien 1985 als Weltkreis Krimi beim Weltkreis Verlag in Dortmund. Der Gr\u00fcnder des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Grafit_Verlag\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Grafit Verlags <\/a>Rutger\n Boo\u00df war von 1974 \u2013 80 Lektor beim Weltkreis Verlag, bei dem u.a. die \nWeltkreis Krimis erschienen. Sp\u00e4ter war Boo\u00df beim K\u00f6lner <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pahl-Rugenstein_Verlag\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Pahl-Rugenstein Verlag<\/a>,\n der nun die Weltkreis Krimis ver\u00f6ffentlichte. Dort erschien \nbeispielsweise der erste Krimi von Jacques Berndorf \u201eEifel-Blues\u201c im \nJahr 1989. Nach der Insolvenz des Pahl-Rugenstein Verlags gr\u00fcndete noch \nim selben Jahr Rutger Boo\u00df in Dortmund den Grafit Verlag, bei dem nun \neinige Weltkreis Krimi-Autoren erschienen (z.B. Reinhard Junge, Jacques \nBerndorf).<\/p>\n\n\n\n<p>Webseite: <a href=\"http:\/\/www.toedliche-texte.de\/home\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.toedliche-texte.de<\/a> (Christiane Bogenstahl \/ Reinhard Junge)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B\u00fccher von Volker Kutscher<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"413\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/schermoa.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11541\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/schermoa.jpg 250w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/schermoa-182x300.jpg 182w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption>Umschlag von Volker Kutscher &#8222;Moabit&#8220;<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Im  Jahr 2009 sammelte ich B\u00fccher von Autoren aus dem Bergischen Land. Mit  dabei waren drei Bergische Krimis vom Emons Verlag. 1995 war bei Emons  der erste Bergische Krimi erschienen, \u201e\u00dcber die Wupper\u201c von Edgar Noske  und Klaus Mombrei. Die Reihe wurde fortgesetzt mit \u201eBullenmord\u201c und  \u201eVater unser\u201c von Volker Kutscher und Christian Schnalke. Ein paar Jahre  sp\u00e4ter folgte Kutschers erster Roman \u201eDer schwarzer Jakobiner\u201c, ein  historischer Krimi, der in Wipperf\u00fcrth spielt. Diese Krimis hatte ich  also in meiner Sammlung.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"389\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/vkjh54w.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-31440\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/vkjh54w.jpg 250w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/vkjh54w-193x300.jpg 193w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption>Umschlag von Volker Kutscher &#8222;Der schwarze Jakobiner&#8220;<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"389\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/vk009987.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-31437\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/vk009987.jpg 250w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/vk009987-193x300.jpg 193w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption>Umschlag von Volker Kutscher &#8222;Der nasse Fisch&#8220;<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Nachdem ich den Jakobiner so toll fand, wollte ich schauen was  Kutscher den nun schreibt. Ich war \u00fcberrascht als ich das Taschenbuch  \u201eDer nasse Fisch\u201c fand: Ein Berlin Krimi beim KIWI-Verlag. Das war nun  etwas ganz anderes. Den Start der Serie hatte ich um zwei Jahre  verpasst. Dies hatte aber den Vorteil, dass ich mir nach dem Lesen des  ersten Rath-Buches, direkt das zweite \u201eDer stumme Tod\u201c kaufen konnte.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"391\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/vk98534.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-31434\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/vk98534.jpg 250w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/vk98534-192x300.jpg 192w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption>Umschlag von Volker Kutscher &#8222;Der stumme Tod&#8220;<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Lesung \u201eLunapark\u201c mit Volker Kutscher am 20. M\u00e4rz 2018<br>\nJubilate-Forum, Lindlar<\/p>\n\n\n\n<p>In der kurzen Einf\u00fchrung erw\u00e4hnte Marlene Esser, sie ist seit langem \ndie erste Vorsitzende des F\u00f6rdervereins der Gemeindeb\u00fccherei, dass \nVolker Kutscher zuletzt 2003 in Lindlar gelesen hat. Damals la\u00df er aus \nseinem historischen Krimi \u201eDer schwarze Jakobiner\u201c. Kutscher erinnerte \nsich, damals h\u00e4tte er noch bei der \u201eBergischen Landeszeitung\u201c in \nWipperf\u00fcrth gearbeitet, wo man die Lokalseiten f\u00fcr Wipperf\u00fcrth und \nLindlar schreibt. Der Wipperf\u00fcrther Kutscher hatte quasi Heimspiel. \nFragt sich, ob der Autor dies ebenso sah. Er verriet auch, dass er gar \nin Lindlar geboren wurde, weil man hier damals noch im Krankenhaus eine \nGeburtstation hatte, gewohnt hat er in Lindlar nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Kutscher las nun den Prolog und ein halben Kapitel aus \u201eLunapark\u201c.  Hier im sechsten Fall wird ein SA-Mann ermordet. Auf dem Buch steht  \u201eGereon Raths sechsten Fall\u201c, aber, so sagte Kutscher, seit 1929 h\u00e4tte  Rath nat\u00fcrlich mehr als sechs F\u00e4lle bearbeitet, die hat der Autor aber nicht aufgeschrieben. Man k\u00f6nnte also sagen, die niedergeschriebenen  F\u00e4lle, sind die Best-off-F\u00e4lle. In der Pause \u00fcberlegten sich einige im  Publikum ihre Fragen an den Autor, denn Kutscher wollte noch ein weinig  aus einem Kapitel lesen und dann eine Fragerunde einl\u00e4uten.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Kapitel erlebte man die kleine Familie Rath, Geroen, Charly\n und das Pflegekind Fritze im Privaten. Die drei diskutieren, ob Fritze \nweiterhin bei der HJ mitmachen soll. Fritze selber ist begeistert und \nhat bereits an einer Schnupperstunde teilgenommen. Charly ist strikt \ndagegen. Gereon ist es mehr oder weniger egal, soll er doch ruhig \nmitmachen, ist ja nichts anderes als bei den Pfadfindern.<\/p>\n\n\n\n<p>Frage: zum Namen \u201eGereon Rath\u201c. Kutscher meinte, er h\u00e4tte sich damals\n \u00fcberlegt, dass sein Protagonist ein Rheinl\u00e4nder sein sollte. Er sollte \nein Aussenseiter in Berlin sein. Rheinl\u00e4nder und katholisch gepr\u00e4gt. Der\n Nachname Rath h\u00e4tte nicht gereicht, um dies deutlich zu machen, Rath \nsei ja nicht unbedingt rheinisch. Dann h\u00e4tte er Heiligennamen gedacht. \nEr erw\u00e4hnte Severin, den er aber auch verwarf, weil man dann zu sehr an \nden gleichnamigen Hersteller von K\u00fcchenmaschinen denkt (Lacher). So \nwurde es dann Gereon. Ein Name der in Buchrezensionen oft falsch \ngeschrieben w\u00fcrde (\u201eGerion\u201c). Gereon Rath ist neben oder sogar vor dem \nHeiligen Gereon von K\u00f6ln, der bekannteste Namentr\u00e4ger.<\/p>\n\n\n\n<p>Frage: Zur \u201eRath Recherche\u201c. Kutscher sagte, f\u00fcr ihn seinen Bilder \nund Filme von damals wichtig. Die Sprache damals sei schon modern \ngewesen, so w\u00fcrde man denken bestimmte Schimpfw\u00f6rter seinen erst in den \n60er oder 70er Jahren entstanden, aber die h\u00e4tte es auch schon damals \ngegeben. Er erw\u00e4hnte in diesem Zusammenhang auch die B\u00fccher von Hans \nFallada. Wichtig seinen f\u00fcr ihn Zeitungen vor 1933, da w\u00fcrde er \nmitbekommen, wie die Leute damals getickt h\u00e4tten. Er w\u00fcrde mehr \nrecherchieren, als er f\u00fcr seine Geschichten brauchen w\u00fcrde, auch schon \naus dem Grund, weil ihn die Sache, also die Geschichte der 20er-, \n30er-Jahre, auch auch so interessieren w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Frage: Einfluss der TV-Serie zu seinem Buch. Dies sieht Kutscher sehr\n locker. Die machen ihr Ding, er seins. Er berichtete kurz wie es zur \nSerie gekommen war. Es gab bereits mehere Produktionsfirmen die sich die\n Rechte gesichert h\u00e4tten, aber dann nie etwas produziert h\u00e4tten, so ein \nhistorischer Stoff sei ja auch aufwendig zu drehen. Der Macher der \nTV-Serie Tom Tykwer w\u00e4re zu ihm gekommen, weil er eine Serie in den 20er\n Jahren drehen wollte, er h\u00e4tte Interesse am \u201eDer nasse Fisch\u201c-Stoff \ngehabt, aber auch eigene Ideen mitgebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>Frage: Stand bei der Entwicklung von \u201eDer nasse Fisch\u201c schon fest, wo\n es hin gehen sollte? Damals, sagte Kutscher, h\u00e4tte er zun\u00e4chst ein \nExpose geschrieben, in dem die Story gestanden h\u00e4tte. Mit diesem hat er \ndann einen Verlag gesucht. Bis zum vierten Band h\u00e4tte er zun\u00e4chst immer \neinen Plot geschrieben und mit diesem die Geschichte geschrieben. Danach\n h\u00e4tte er es ohne Plot versucht. Da es klappte, schrieb er auf diese Art\n weiter, auch wenn er sich dann manchmal verlaufen w\u00fcrde und Teile \nneuschreiben m\u00fcsse.<\/p>\n\n\n\n<p>Frage: In \u201eM\u00e4rzgefallene\u201c w\u00fcrde Rath von Elberfeld nach Bonn fahren. \nH\u00e4tte es ihn als (\u201eWipperf\u00fcrther\u201c-) Autor nicht gereizt, Rath in \nWipperf\u00fcrth halten zu lassen. Kutschers Antwort: Nein. Das m\u00fcsste schon \nin die Handlung passen.<\/p>\n\n\n\n<p>Oft glitt Volker Kutscher von der Frage ab und plauderte aus seiner  Werkstatt. So erfuhren wir, dass er noch am siebten Gereon Rath-Fall  schreibt, der den Titel \u201eMarlow\u201c, nach der Figur Johann Marlow, haben  wird (dazu auch dieses Interview <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.buerstaedter-zeitung.de\/freizeit\/kunst-und-kultur\/kulturnachrichten\/wiesbadener-krimi-stipendiat-volker-kutscher-ueber-seine-plaene-babylon-berlin-und-die-zusammenarbeit-mit-tom-tykwer_18552999.htm\" target=\"_blank\">[1]<\/a>).  Eigentlich h\u00e4tte er die Serie auf acht B\u00fccher angelegt, vier vor der  Nazidiktatur, vier w\u00e4hrend. Nicht ganz neu ist, dass der Autor seine  Reihe nun nicht 1936 enden lassen will, da das Jahr f\u00fcr ihn zu \u201epositiv\u201c  sei (mit der Olympiade in Berlin wollte sich  das NS-Regime in ein gutes Licht stellen), sondern 1938. Es kommt also  noch ein Buch hinzu (siehe auch hier <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.ksta.de\/kultur\/interview-mit-krimiautor-volker-kutscher--wir-leben-auf-einer-insel-der-seligen--28462528\" target=\"_blank\">[2]<\/a>).  Dieses Buch wird dann w\u00e4hrend der Reichsprogromnacht (9. November 1938)  spielen. Als Verliererin der ganzen Reihe sieht er Charly Rath, durch  die Verbote des Regimes, kann sie ihre beruflichen W\u00fcnsche nicht er  f\u00fcllen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Olympia&#8220; erschien 2020.<br>&#8222;Transatlantik&#8220; erscheint am 27.10.2022<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Phantastik-Literatur<\/h1>\n\n\n\n<p><strong>Stephen King: Schwarz (erschien 1982; diese Ausgabe 1997, Heyne Verlag)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Verfilmung des ersten Buch der Reihe \u201eDer Dunkle Turm\u201c war im \nSommer 2017 im Kino zusehen. Da gab es zahlreihe Buhrufe. Ach herrje, \nwas wurde da gemotzt: Der Film w\u00fcrde ja der Buchreihe gar nicht gerecht.\n Die Fans der Buchreihe haben den Film niedergem\u00e4ht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hatte hinter dem Mond von der Buchreihe noch nie geh\u00f6rt und \ndankte deshalb dem Film f\u00fcr diesen netten Hinweis. Der Film selber ist \nein sch\u00f6ner Trailer f\u00fcr diese Reihe. Nicht zu lang, wenn man bedenkt, \nwie viele Seiten die \u201eDer Dunkle Turm\u201c-B\u00fccher haben. Verfilmt worden ist\n das erste Buch \u201eSchwarz\u201c, mehr nicht. Buch und Film sind sehr \nunterschiedlich \u2014 zwei Alternativen?<\/p>\n\n\n\n<p>Der Revolvermann Roland verfolgt seit l\u00e4ngerer Zeit den Mann in \nSchwarz. Den bezeichne ich hier mal als einen Art Zauberer. Im letzten \nTeil des Buches erz\u00e4hlt er dem Revolvermann genau was er ist. Dies fehlt\n im Film, sicherlich eine der Schw\u00e4chen. Roland und der Mann in Schwarz \nsitzen in einer ewig langen Nacht zusammen am Feuer und reden, w\u00e4hrend \nim Film mal wieder in Hollywood-Manier die Fetzten fliegen. So geht das \nhalt. Dies ist transmediales Erz\u00e4hlen. Im Buch ist es passend, wenn die \nbeiden reden. Im Film will man Action sehen. Dies ist meiner Meinung \nauch ein Grund, weshalb lange Beschreibungen von Actionszenen in B\u00fcchern\n langweilig sind. Jedem Medium das, was es am besten kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Nachwort erf\u00e4hrt man von Stephen King, dass er im M\u00e4rz 1970 die ersten S\u00e4tze von \u201eDer Dunkle Turm\u201c geschrieben h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschland erschien das erste Kapitel von \u201eSchwarz\u201c in \u201eDie \nbesten Stories aus The Magazine of Fantasy and Sciene Fiction \u2014 \nSterbliche G\u00f6tter\u201c, gedruckt 1980 (im Original 1976 erschienen). Titel \ndieser Geschichte: \u201eDer Revolvermann\u201c (The Gunslinger).<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"391\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ungmeer.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5837\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ungmeer.jpg 250w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ungmeer-192x300.jpg 192w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption>Umschlag von Jeff Vandermeer: Ausl\u00f6schung<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Jeff Vandermeer: Ausl\u00f6schung (erschien 2014 beim Kunstmann Verlag)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gestaltung: Marion Blomeyer, <a href=\"http:\/\/lowlypaper.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">B\u00fcro Lowlypaper<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Vier namenlose Wissenschaftlerinnen werden von der Regierung in die Area X gesendet. Es ist bereits die 12. Expedition in das Gebiet. Vor langer Zeit ist dort etwas Gravierendes passiert.\n Die Region ist nun unbewohnbar. Direkt nach ihrer Ankunft entdecken sie\n den in die Erde gebauten Turm. Bei der Erkundung entdecken sie, dass \nder Turm lebendig ist, es ist ein Organismus. An den W\u00e4nden befindet \nsich Schrift aus Pflanzen. Zwei Wissenschaftlerinnen verschwinden. Sie \nfinden die erste unten tod im Turm. Die zweite findet die Biologin neben\n dem Leuchtturm, sie ist vom Leuchtturm gesprungen. Jeder der Expeditionsteilnehmer soll ein Tagebuch schreiben. So war es auch schon bei allen vorherigen Expeditionen.\n Im Turm findet die Biologin unter einer Fallt\u00fcr einen Stapel mit diesen\n Tageb\u00fcchern, die untersten beginnen bereits zu faulen. Sie findet dort \nauch das Tagebuch ihres Mannes, der an der vorherigen Expedition\n teilgenommen hatte und sehr ver\u00e4ndert nach Hause zur\u00fcck gekehrt war. \nAus dem Buch erf\u00e4hrt sie Genaueres \u00fcber sein Schicksal. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"388\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/taetmeer.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5866\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/taetmeer.jpg 250w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/taetmeer-193x300.jpg 193w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption>Umschlag von Jeff Vandermeer: Autorit\u00e4t<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Jeff Vandermeer: Autorit\u00e4t (erschien 2015 beim Kunstmann Verlag)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Control (eigentlich John Rodriguez) ist der neue Direktor von Southern Reach.\n Er ist Nachfolger der langj\u00e4hrigen Direktorin, die seit der 12. \nExpedition nach Area X, an der sie teil nahm, verschwunden ist. Im \nersten Teil \u201eAusl\u00f6schung\u201c dieser Triologie wurde \u00fcber diese Expedition \nberichtet. Nun erfahren wir, dass man von Southern Reach\n aus, bereits seit 30 Jahre forscht, aber immer noch nicht versteht, was\n in Area X passiert. Control verh\u00f6rt eine Biologin, die als einzige aus \nvon der 12. Expedition zur\u00fcck gekehrt ist. Viel kann er nicht von ihr \nerfahren, zu mal sie mehrmals sagt, sie sei gar nicht die Biologin. Sie \nist ein Replikant.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"390\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/anzmeer.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5840\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/anzmeer.jpg 250w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/anzmeer-192x300.jpg 192w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption>Umschlag von Jeff Vandermeer: Akzeptanz<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Jeff Vandermeer: Akzeptanz (erschien 2015 beim Kunstmann Verlag)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In diesem dritten Teil sind Control, der Replikant der Biologin und \nGrace, die stellvertretende Direktorin von Southern Reach, in Area X \nunterwegs. Des Weiteren gibt es R\u00fcckblicke aus Sicht der ehemaligen \nDikrektorin (und damit Vorg\u00e4ngerin von Control) und dem \nLeuchtturmw\u00e4rter. Aus diesen unterschiedlichen Sichtweisen wird \ngeschildert wie Area X entstand und wie sie tickt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"384\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/olfote.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5616\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/olfote.jpg 250w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/olfote-195x300.jpg 195w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption>Umschlag von Dieter Paul Rudolph: Der Bote<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Dieter Paul Rudolph: Der Bote (erschien 2012 beim Conte Verlag)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Weiler Bannkies ist ein Mann ermordet worden. Bei ihm fand man \neinen nagelneuen Plastikkannister mit Wasser. Dieser Kannister ist \nerstaunlicher als der Mord selber, denn die Geschichte spielt in einer \nZeit, in der unsere technischen Erfindungen der letzten Jahrhunderte \nnach einer schweren Katastrophe l\u00e4ngst vergessen sind. Ein \nKriminalrichter aus der Stadt wird nach Bannkies geschickt um den Fall \nzu l\u00f6sen. Man schreibt das Jahr 2168, aber der \nnamenlose Kriminalrichter und Ich-Erz\u00e4hler reist mit der Postkutsche an.\n Man f\u00fchlt sich als Leser mehr ins 18. oder 19. Jahrhundert zur\u00fcck \nversetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem ein zweiter Kriminalrichter im Dorf ankommt, den Fall \n\u00fcbernimmt und nach einer schnellen L\u00f6sung sucht, ger\u00e4t die Ermittlung \ndes ersten Kriminalrichters aus den Fugen. Ihm gelingt es aber ein altes\n Laptop zu finden und damit in Verbindung zum \u201ePriester\u201c zu treten, der \nzu einer Gruppe von Leuten geh\u00f6rt, die noch wissen wie man mit der alten\n Technik umgeht.<\/p>\n\n\n\n<p>Interessant sind die M\u00e4rchen die sich im Dorf erz\u00e4hlt werden. \nUngekl\u00e4rte und seltsame Begebenheiten werden in M\u00e4rchen gepackt. Diese \nsind mit in die Geschichte eingeflochten.<\/p>\n\n\n\n<p>Autor\/Verlag bezeichnen das Buch als \u201eScience-Fiction-Krimi aus der guten alten Zeit\u201c. Science-Fiction?\n Steam-Punk? Beide Kategorien passen meines Erachtens nicht ganz. Aber \ndie Umschlaggestaltung mit der kaputten Schrift, dem Mann in alter \nKleidung (der Kriminalrichter?) und dem Laptop unten rechts, beschreibt \nes eigentlich schon ganz gut. Ein Mystery-Krimi, vielleicht? Hier hab \nich das Buch f\u00fcr mich einsortiert. Das Buch ist zwar \nganz anders als \u201eDer Meister des j\u00fcngsten Tages\u201c von Leo Perutz, aber \nist stelle beide B\u00fccher gerne als gehobene Unterhaltungsliteratur in die\n selbe Kategorie.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"415\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/utzges.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5560\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/utzges.jpg 250w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/utzges-181x300.jpg 181w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption>Umschlag von Leo Perutz: Der Meister des j\u00fcngsten Tages<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Leo Perutz: Der Meister des j\u00fcngsten Tages (erschien 1990 beim Rowohlt Verlag; erste Auflage 1923 beim Albert Langen Verlag)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eF\u00fcnf Tage dauerte die abenteuerliche Jagd, die Verfolgung eines \nunsichtbaren Feindes, der nicht von Fleisch und Blut war, sondern ein \nfurchtbarer Revenant aus vergangenen Jahrhunderten. Wir fanden eine \nblutige Spur und gingen ihr nach. Schweigend \u00f6ffnete sich das Tor der \nZeiten. Keiner von uns ahnte, wohin der Weg ging, und es ist mir heute, \nals h\u00e4tten wir uns m\u00fchsam, Schritt f\u00fcr Schritt, durch einen langen \ndunklen Gang getastet, an dessen Ende ein Unhold mit erhobener Keule uns\n erwartete \u2026 Die Keule sauste nieder, einmal, zweimal, ihr letzter \nSchlag traf mich, und ich w\u00e4re verloren gewesen, ich h\u00e4tte Eugen \nBischoffs und Solgrubs furchtbares Geschick geteilt, wenn mich im \nletzten Augenblick ein rascher Griff zur\u00fcck ins Leben gerissen h\u00e4tte.\u201c \n(Seite 7\/8)<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schauspieler Eugen Bischoff ist tot: Mord oder Selbstmord. \nBischoff hatte zuvor auf einer Party eine Geschichte erz\u00e4hlt, in der \nsich zwei Br\u00fcder umbringen, erst der j\u00fcngere Bruder, ein Maler, dann \nauch der andere, ein Seeoffizier. Beides seltsame Selbstmorde. Nach dem \nTod des Schauspielers beginnen mehrere Partyg\u00e4ste zu forschen: Freiherr \nvon Yosch (der Ich-Erz\u00e4hler), der Ingenieur Waldemar Solgrub und Doktor \nEduard Ritter von Gorski. Nachdem auch Leopoldine Teichmann fast durch \n\u201eerzwungenen\u201c Selbstmord ums Leben kam, n\u00e4hern sich die drei langsam dem\n Unhold. In einem Buch aus dem 16. Jahrhundert steht eine Geschichte um \neinen Mann mit dem Namen Messer Salimbeni und den Maler Giovansimone \nChigi. Solgrub, der sich zwischenzeitlich auch umgebracht hat, hat aus \ndem Buch eine Seite entfernt, um dem Spuk endg\u00fcltig ein Ende zu machen. \nAuf der Seite hatte die Zusammensetzung einer Droge gestanden. Yosch \nraucht die Droge nun dennoch, weil Eugen Bischoffs Pfeife mit der Droge \nnoch unver\u00e4ndert in seinem Zimmer liegt. Als Yosch nun raucht erlebt er \nfurchtbares, so dass auch er sich t\u00f6ten will, aber noch in letzter \nSekunde von seinen Gef\u00e4hrten gerettet wird.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"250\" height=\"401\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/mansen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5650\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/mansen.jpg 250w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/mansen-187x300.jpg 187w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption>Umschlag von Phil Rickman: Das Gespinst des B\u00f6sen<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Phil Rickman: Das Gespinst des B\u00f6sen (erschien 2012 beim Rowohlt Taschenbuch Verlag)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p> Merrily Watkins ist eine Pfarrerin in England, die \nsich besonderen spirituellen Dingen besch\u00e4ftigt. Ich will hier nicht \nGeisterj\u00e4gerin schreiben oder so, ich denke das w\u00fcrde die Sache nicht \ntreffen. Im Buch wird sie an einigen Stellen als Exorzistin bezeichnet. \nMeistens aber als \u201eBeraterin f\u00fcr spirituelle Grenzfragen\u201c. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Grenzland zu Wales soll ein altes Haus der Tempelritter renoviert werden. Der Bauunternehmer Felix und seine Freundin Fuchsia arbeiten als Restauratoren in dem Haus. Bis Fuchsia\n sich unwohl in dem Haus f\u00fchlt und dort nicht mehr weiter arbeiten will.\n Nun wird Merrily hinzu gezogen. Sie ist dem Spuk gegen\u00fcber erst \nskeptisch. Erst als sie das Haus zusammen mit ihrer Tochter Jane selber \nbesucht, beginnt sie zu glauben, dass irgendwas mit dem Haus nicht \nstimmt. Sp\u00e4ter hilft Merrily auch noch ihr Lebensgef\u00e4hrte Lol \u2013 ein \nMusiker mit Nick Drake als Vorbild<\/p>\n\n\n\n<p>Lange Zeit h\u00e4lt Rickman den Leser v\u00f6llig im Dunkeln, ohne das es \nrichtig langweilig wird. Richtig spannend wird es dann am Ende. Wobei es\n aber weniger spukt, als ich zwischenzeitlich erhoffte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Endzeit-Literatur<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Endzeit-Literaturgeschichte f\u00e4ngt im Allgemeinen mit \u201e<em>Le dernier homme<\/em>\u201c\n von Jean-Baptiste Cousin de Grainville (1746 \u2013 1805) an. De Grainville \nwar ein katholischer Priester, der sich der franz\u00f6sischen Revolution \nangeschlossen hatte. Nach einigen Dramen schrieb er mit \u201e<em>Le dernier homme<\/em>\u201c\n (Der letzte Mensch) die erste End-of-the-World-Geschichte in der \nneuzeitlichen Literaturgeschichte. Der Roman erschien allerdings erst \nunvollendet nach seinem Selbstmord 1805. Von der franz\u00f6sischen Ausgabe \nsollen zun\u00e4chst nur 40 Exemplare verkauft worden sein. Im Jahr darauf \ngab es eine englische Ausgabe als Raubdruck und ohne Angabe des Autors. \nBis in die 1960er Jahre war daher unbekannt, das es sich bei dem Buch \u201e<em>The Last Man\u201c um eine \u00dcbersetzung von <\/em>\u201e<em>Le dernier homme<\/em>\u201c handelt (vgl. Forschungen von Pierre Versin und Ian Clarke).<\/p>\n\n\n\n<p>In der Geschichte schaut der Erz\u00e4hler in einer Art Vision von den \nRuinen in Palmyra (Syrien) aus auf eine d\u00fcstere Zukunft der Menschheit. \nOmega, der letzte Mensch trifft auf Adam, den ersten Menschen. Omega \nwill sich mit der letzten fruchtbaren Frau, sie hei\u00dft Syderie, vereinen.\n Wie Adam und Eva k\u00f6nnten sie nun die Quelle der Menschheit sein, wenn \nnicht Gott selber dagegen w\u00e4re und die Frau sterben l\u00e4sst. Letztendlich \nbleiben in der Geschichte nach dem Ende der Menschheit nur \u201eLeben\u201c und \n\u201eTod\u201c \u00fcbrig, der Tod siegt. Dieser Roman von Jean-Baptiste Cousin de \nGrainville soll gro\u00dfen Einfluss auf Autoren wie Lord Byron und Mary \nShelley gehabt haben, die mit \u201eDarkness\u201c (1816) und \u201eThe last Man\u201c \n(1826) einige Jahre sp\u00e4ter wichtige Werke des Genres schrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte der letzten Menschen wurde in den verschiedensten \nVariationen geschrieben, mal in Los Angeles spielend wie \u201eI am legend\u201c \n(1954) von Richard Matheson oder in Moskau bei \u201eMetro 2033\u201c (2007) von \nDmitri Glukhovskis. Da der Untergang der Welt nicht nur die Metropolen \nbetrifft, ist es nicht verwunderlich, dass die Geschichte auch in die \nProvinz transportiert werden kann. Glukhovskis \u201eMetro 2033\u201c wurde \nbereits in anderen russischen St\u00e4dten \u00fcbernommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Michael Schreckenberg schrieb mit \u201eDer Finder\u201c (2010) und \u201eDie  Nomaden\u201c (2015) zwei Endzeit-Thriller die im Bergischen Land spielen.  Wie es die regionalen Krimis vorgemacht haben, k\u00f6nnte man die  Endzeit-Geschichten nun in jedem Dorf spielen lassen. Man k\u00f6nnte die  lokalen Autoren dazu aufrufen, die Menschen an ihren Wohnorten  verschwinden zu lassen. So spielt Schreckenbergs Endzeit-Thriller \u201eDer  Finder\u201c (2010) in der Umgebung von Leverkusen und Wuppertal. Nach einem  Klassentreffen, finden sich die Teilnehmer pl\u00f6tzlich alleine auf der  Welt. Der Gro\u00dfteil der Menschheit ist einfach verschwunden, selbst ihre  Kleidung ist weg. An einer Stelle macht sich der Ich-Erz\u00e4hler Daniel  \u00fcber das Verschwinden der Menschen samt Kleidung Gedanken, findet aber  keine L\u00f6sung. Die \u00dcberlebenden treffen sich an einer Kirche in  Leverkusen-Quettingen. Da man sich nicht einigen kann, was nun zu tun  sei, bilden sich zwei Gruppen. In dem Buch wird nun die Entwicklung der  einen Gruppe beobachtet. Diese bezieht einen Bauernhof hinter Wuppertal.  Besorgt sich Pferde und baut kleine H\u00e4user. Die Gruppe richtet sich in  der menschenleeren Welt ein. Daniel wird nun der Finder der Gruppe:  Seine Aufgabe ist es in der Umgebung nach Medikamenten, Werkzeugen,  Waffen oder B\u00fcchern zu suchen \u2013 zu finden. Dies l\u00e4uft alles recht gut,  bis pl\u00f6tzlich die sogenannten Heuler auftauchen: Mordende Wesen, die  stets in der Nacht mit wildem Geheul auftauchen. Lange wei\u00df niemand, wie  die Heuler \u00fcberhaupt aussehen (da mich dies an eine Szene in dem Film  \u201eI am legend\u201c erinnerte, dachte ich zuerst diese Heuler w\u00e4ren mutierte  Menschen, aber da lag ich falsch). Die Gruppe st\u00f6\u00dft auch auf weitere  Menschen. <\/p>\n\n\n\n<p>Michael Schreckenbergs zweiter Endzeitroman \u201eNomaden\u201c (2015) \nberichtet nun von derselben Katastrophe aus der Sicht der zweiten \nGruppe, die sich nach dem Treffen in der Quettinger Kirche abgespalten \nhat. \u00dcber weite Teile liest sich \u201eNomaden\u201c daher auch wie ein \numfangreiches Erg\u00e4nzungsbuch zu \u201eDer Finder\u201c. Der Autor musste sich bei \nvielen Dingen an die urspr\u00fcngliche Geschichte halten. So tauchen dann \nauch hier die Heuler auf, die von dieser Gruppe nun Kreischer genannt \nwerden.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spannungs- und Kriminalliteratur Thomas Willmann: Das finstere Tal (erschien 2010 im Liebeskind Verlag) Greider kommt im Herbst als Maler in das Hochtal am Ende der Welt. Die Talbewohner stehen ihm misstrauig, ja feindseelig gegen\u00fcber. 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