{"id":12742,"date":"2020-08-25T15:45:23","date_gmt":"2020-08-25T15:45:23","guid":{"rendered":"http:\/\/guentersahler.de\/?p=12742"},"modified":"2022-11-06T16:32:40","modified_gmt":"2022-11-06T16:32:40","slug":"fanseite-zu-das-buch-in-dem-die-welt-verschwand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guentersahler.de\/?p=12742","title":{"rendered":"Wolfram Fleischhauers Roman \u201eDas Buch in dem die Welt verschwand\u201c"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"466\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/dasBuchWelt.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12743\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/dasBuchWelt.jpg 300w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/dasBuchWelt-193x300.jpg 193w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption>Cover von Wolfram Fleichhauers Bestseller &#8222;Das Buch in dem die Welt verschwand&#8220; (2003).<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Dieses Buch lie\u00df mich mit einem &gt;Wow!&lt; zur\u00fcck. Zum Gro\u00dfteil ist es ein spannender Thriller. Zum Ende hin wird es philosophisch, was bei mir keinen Abbruch tat. Bei mir hatte das Buch das Interesse geweckt mich noch etwas n\u00e4her mit der Geschichte und den Hintergr\u00fcnden zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Klappentext den der Verlag Knaur gew\u00e4hlt hatte beschreibt wie so oft den Inhalt des Buches nur sp\u00e4rlich. Aber der Titel des Buches und die Beschreibung haben mich auf das Buch neugierig gemacht und bei mir eine Vorfreude erzeugt.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Man schreibt das Jahr 1780<br>Der junge N\u00fcrnberger Arzt Nicolai R\u00f6schlaub soll einer Reihe merkw\u00fcrdiger Todesf\u00e4lle nachgehen. Begleitet von einer r\u00e4tselhaften jungen Frau, beginnt f\u00fcr Nicolai eine Suche, die ihn an die \u00e4u\u00dfersten Grenzen des Landes und ins Innerste seiner Seele f\u00fchrt. Die Zeit dr\u00e4ngt, denn das Geheimnis ist aus dem Stoff, der eine Welt zerst\u00f6ren kann.&#8220; (Klappentext, November 2004)<\/p>\n\n\n\n<p>Wolfram Fleischhauer beteiligte sich an Leserunden im Internet, wo er Fragen zu seinem Roman beantwortete. Einleitend zu einem l\u00e4ngeren Text, in dem er detailliert einige Dinge seines Buchs n\u00e4her erl\u00e4uterte, schrieb er auf literaturschock.de:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ich wei\u00df zwar nicht, ob es eine gute Idee ist, wenn ein Autor sein eigenes Buch erkl\u00e4rt, denn das bedeutet ja offensichtlich, da\u00df das Buch nicht gelungen ist. Aber vielleicht ist das hier ein Grenzfall ?&#8220;<br>(Wolfram Fleischhauer, 2005, literaturschock.de)<\/p>\n\n\n\n<p>Gelungen finde ich das Buch auf jedem Fall. Wenn man nun ins Detail gehen w\u00fcrde, dann k\u00f6nnte man sagen, dass nicht alle mysteri\u00f6s angelegten Seltsamkeiten ausreichend erkl\u00e4rt wurden. Historische Stoffe ben\u00f6tigen oft mehr Erkl\u00e4rung, zumal es hier im Roman um Dinge geht, die aus der heutigen Sicht nur noch schwer nachvollziehbar sind. Es wird wirklich versucht eine l\u00e4ngst untergegangene Welt zu schildern.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs ist kein Krimi, bzw. der &gt;T\u00e4ter&lt; ist etwas relativ Abstraktes, etwas, das uns heute sehr fremd ist.\u201c  (Wolfram Fleischhauer, 2005,  literaturschock.de)<\/p>\n\n\n\n<p>Das Buch ist kein Krimi im eigentlich Sinn, aber als historischen Thriller w\u00fcrde das Buch durchgehen. Vergleichbar mit &#8222;1793&#8220; von Niklas Natt och Dag. <\/p>\n\n\n\n<p>Interessant ist was Wolfram Fleischhauer urspr\u00fcnglich zum Inhalt des Romans kam:     <br>\u201e&gt;Das Buch in dem die Welt verschwand&lt; habe ich ausgel\u00f6st durch den Anschlag vom 11. September (2001) geschrieben, Stichwort Kampf der Kulturen, radikale Aufkl\u00e4rung versus religi\u00f6ser Fundamentalismus. Auch hier wieder die gleiche Situation: nur die B\u00fchne ist manchmal historisch, nie das Thema.\u201c (Wolfram Fleischhauer, 2011, leserunden.de)<\/p>\n\n\n\n<p>Gemeint sind radikale christliche Sekten, die auf die Aufkl\u00e4rung prallten. Dazu finden sich im Internet jede Menge Texte. Ich habe z.B. etwas \u00fcber die &gt;Gichtelianer&lt; gelesen, einer Sekte die aus dem Freundeskreis von Johann Georg Gichtel (1638 &#8212; 1710) hervorgegangen ist, die den Beinamen die &#8222;Gem\u00fctlichen&#8220; hatten. Diese protestantische Sekte \u00fcbte Enthaltsamkeit selbst in der Ehe (sexuelle Askese), man ging keinerArbeit nach und lebte von Spenden. Ende des 19. Jahrhunderts spalteten sich die Gichtelianer in &#8222;alte&#8220; und &#8222;neue Gem\u00fctlichkeit&#8220;. Frauen sah man als Versuchung, man bef\u00fchrwortete die &gt;geistliche Ehe mit der himmlichen Jungfrau Sophia&lt;. Diese kurze Beschreibung der Gichtelianer greift nat\u00fcrlich viel zu kurz, wenn man sich aber n\u00e4her mit ihnen besch\u00e4ftigt, wird deutlich, dass diese Welt uns (bzw. vielen von uns) heute fremd ist und erkl\u00e4rt werden muss.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Wolfram Fleischhauer gibt auch Einblicke wie er \u00fcber Recherche seinen Inhalt erstellt:<br>\u201eW\u00e4hrend der Recherchen f\u00fcr Das Buch in dem die Welt verschwand  stie\u00df ich in der Eutiner Landesbibliothek zuf\u00e4llig auf die  Verh\u00f6rprotokolle einer merkw\u00fcrdigen Sekte, die im achtzehnten  Jahrhundert in Deutschland einiges Aufsehen erregt hatte und scharf  verfolgt wurde: die sogenannte &gt;<strong>Buttlarsche Rotte<\/strong>&lt;. Manche \u00fcberlieferten  \u00c4u\u00dferungen dieser radikalpietistischen Gruppe um Eva von Buttlar \u2026\u201c  (Wolfram Fleischhauer auf seiner Webseite) <\/p>\n\n\n\n<p>Wie die &gt;Gichtelianer&lt; war mir auch die &gt;Buttlarsche Rotte&lt; vollkommen unbekannt. Ich komme auf Eva von Buttlar bei den Romanfiguren zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">\u00dcber den Justizrat Giancarlo Di Tassi, der angeblich vom Reichskammergericht in Wetzlar kommt, kommen seltsame Briefe und Geheimcodes ins Buch. Dazu sagte Wolfram Fleischhauer:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer<strong> Geheimcode<\/strong>  stammt aus einem Buch \u00fcber Geheimgesellschaften aus dem  18.  Jahrhundert. Die ganze Geschichte der Briefspionage, also Di Tassi und seine Leute, ist in einer sechsb\u00e4ndigen Dissertation \u00fcber die  Wiener Ziffernkanzlei dargestellt. Dort arbeiteten damals die besten Codierer und De-Codierer Europas.\u201c  (Wolfram Fleischhauer, 2005, buechereule.de,  zum  Geheimcode auf Seite 364-365)<br>\u201eDer Verfasser der Dissertation heisst <strong>Hubatschke<\/strong>.  Das Werk gibt es, glaube ich, nur in Wien und ich habe es mir \u00fcber Fernleihe bestellt.\u201c  (Wolfram Fleischhauer, 2005, buechereule.de)<br>Zu dieser Dissertation von Harald Hubatsche findet man im Internet ein paar Hinweise: <br>Harald Hubatschke, Die amtliche Organisation der geheimen   Brief\u00fcberwachung und des diplomatischen Chiffrendienstes in \u00d6sterreich. (Von den Anf\u00e4ngen bis etwa 1870), in: Mitteilungen des Instituts f\u00fcr \u00d6sterreichische Geschichtsforschung 83 (1975), S.&nbsp;352\u2013413.<br>Harald Hubatschke, Die Wiener Geheime Ziffernkanzlei (1716-1848). In:  Mitteilungen des Instituts f\u00fcr \u00d6sterreichische Geschichtsforschung, Band  83, Heft 3 (1975) 389 <br>\u201eAuch  Hubatschkes Dissertation war immer wieder Thema: Unglaubliche 1.600 Seiten verfasste der geb\u00fcrtige Gro\u00df Sieghartser \u00fcber Geheimdienste.\u201c  (meinbezirk.at, 2014)<br>Harald Hubatschke, Ferdinand Prantner (Pseudonym Leo Wolfram) 1817 &#8212; 1871. Die  Anf\u00e4nge des politischen Romans sowie die Geschichte der Briefspionage  und des geheimen Chiffredienstes in \u00d6sterreich. Buch 5 (ungedruckte  philosophische Dissertation, Wien 1975) 1289.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wurde bereits erw\u00e4hnt, dass Wolfram Fleischhauer u.a. in Eutin in der Landesbibliothek recherchiert hat. Er sagte etwas zu seinen Beschreibungen der Reise, den die Protagonisten von Franken aus unternehmen: <br>\u201eIch habe die Gegend, wo der Roman spielt, nur in alten  <strong>Reisebeschreibungen<\/strong> bereist, denn nat\u00fcrlich findet man heute kaum noch  Spuren von dieser  verschwundenen Welt. Es gibt in Eutin eine wundervolle  Bibliothek, wo  die Reiseliteratur des 18. Jahrhunderts gesammelt ist,  80.000  Monographien, Karten, Tagebuecher etc. Ich habe mehrere Tage dort   verbracht und die Leute aus der Bibliothek haben mir ganz toll   geholfen.\u201c  (Wolfram Fleischhauer, 2005, buechereule.de)<br>Die Landesbibliothek schreibt:<br>\u201e1992 wurde an der Eutiner Landesbibliothek die&nbsp;<strong>Forschungsstelle zur historischen Reisekultur<\/strong>&nbsp;gegr\u00fcndet. Aufgabe dieser in Deutschland einmaligen Einrichtung ist die Sammlung, Verzeichnung und Auswertung historischer Reiseberichte. Die  Eutiner  Landesbibliothek besitzt eine umfangreiche Sammlung von  Reiseliteratur.  Dazu geh\u00f6ren Reiseberichte, Topographien, Reiseromane  und verwandte  Literatur aus f\u00fcnf Jahrhunderten, in mehr als zehn  Sprachen und ohne  regionale Begrenzung. Die Bibliothek besitzt  rund 6.000  Originalausgaben aus dem 16.-20. Jahrhundert, 1.200  historische  Reisef\u00fchrer, 1.300 Ausgaben in Kopie, 1.700 Neuausgaben und  Reprints,  450 Titel in Mikroformen, mehrere handschriftliche  Reisetageb\u00fccher,  eine umfangreiche Sammlung von modernen Reisef\u00fchrern  und  Ortsprospekten. Dazu kommen \u00fcber 2.300 Titel Sekund\u00e4rliteratur,   Spezialbibliographien und Nachschlagewerke.\u201c  (Eutiner Landesbibliothek,  gesehen 25.08.2020) <br>Zum Beispiel findet man im Verzeichnis der Eutiner Landesbibliothek:<br>Heger,  Franz Joseph: Post-Tabellen oder Verzeichnu\u00df deren Post-Strassen in dem   Kayserlichen R\u00f6mischen Reich und zum Theil auch in denen angr\u00e4ntzenden   Landen.  &#8211; 1764  <\/p>\n\n\n\n<p>Zu weiteren Punkten des Buches habe ich mich ein wenig im Internet umgesehen.<\/p>\n\n\n\n<p> <strong>Leopold Auenbrugger (1722 \u2013 1809), der Erfinder der Percussion des Brustkorbes <\/strong> <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/auenberger001.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12787\" width=\"332\" height=\"344\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/auenberger001.jpg 400w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/auenberger001-289x300.jpg 289w\" sizes=\"(max-width: 332px) 100vw, 332px\" \/><figcaption> Leopold Auenbrugger (1722 &#8211; 1809), der Erfinder der Percussion des Brustkorbes. Bild aus dem Buch von  Conrad Clar .<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Der Arzt  Nicolai R\u00f6schlaub untersuchte in Anwesenheit von Apotheker Zinnlechner die Leiche von Graf Alldorf.  Da er die Leiche nicht \u00f6ffnen konnte, verwendete er die Methode von Leopold Auenberger:<br>&#8222;Nicolai erkl\u00e4rte: &gt;Der Brustkorb ist ein Hohlk\u00f6rper, worin  Organe liegen. Die unterschiedliche Gr\u00f6\u00dfe und Lage der Organe f\u00fchrt  dazu, dass das Klangvolumen der Brust v\u00f6llig uneinheitlich ist. Wenn ich  hier klopfe, ist der Ton hell. Tue ich es dort, wo Ihr Herz sitzt, so  ist die Resonanz dunkler. H\u00f6ren Sie das?&lt;<br>Zinnlechner nickte unsicher.<br>&gt;Das  Prinzip ist einfach&lt;, fuhr er fort. &gt;Auenbrugger hat die Methode  schon vor sechzehn Jahren an Leichen und Patienten entwickelt. Anhand  des verschiedenen Widerhalls der T\u00f6ne kann man sich ein Urteil \u00fcber den  inneren Zustand dieses Hohlraums bilden.&#8220; (Wolfram Fleischhauer: Das  Buch in dem die Welt verschwand, S. 95)  <\/p>\n\n\n\n<p>In seinem Buch von 1761 schrieb  Leopold Auenbrugger: <br>\u201eIch lege dir, g\u00fcnstiger Leser, ein neues von mir erfundenes Zeichen vor zur Entdeckung der Brustkrankheiten. Es besteht im Anschlagen an den menschlichen Brustkorb, aus dessen verschiedenem Widerhall der T\u00f6ne sich ein Urteil \u00fcber den inneren Zustand dieser H\u00f6hle gewinnen l\u00e4\u00dft.\u201c (Leopold Auenbruggers Neue Erfindung: mittelst des Anschlagens an den Brustkorb, als eines Zeichens, verborgene Brustkrankheiten zu Entdecken (1761), Reprint 1912, S. 8; \u00fcbersetzt von Viktor Fossel)<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"452\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/auenberger002.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12794\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/auenberger002.jpg 300w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/auenberger002-199x300.jpg 199w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption>Titelblatt:  Leopold Auenbrugger &#8222;Inventum novum ex percussione thoracis humani ut signo abstrusos interni pectoris morbos detegendi&#8220; (= Neue Erfindung: mittelst des Anschlagens an den Brustkorb, als eines Zeichens, verborgene Brustkrankheiten zu Entdecken (1761) <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Mit Hilfe der Percussion des Brustkorbs entdeckt der Arzt eine  Vomika. Dazu sagte Fleischhauer:<br>&#8222;Der Begriff [ Vomika] taucht in der  zeitgen\u00f6ssischen medizinischen Literatur im  Zusammenhang mit der Heimwehkrankheit auf. Im Grunde ist es ein damals nicht erkl\u00e4rbares  Geschw\u00fcr. Heut w\u00fcrde es man wohl als Rippenfellentz\u00fcndung, TBC oder  Krebs bezeichnen. Der Roman benutzt die   Krankheit nat\u00fcrlich sinnbildlich, d.h. v.a. im psychososmatischen Sinne.  Merkw\u00fcrdigerweise verschwindet die Krankheit fast gleichzeitg mit dem  Erscheinen des Buches, um das es geht. Daher erschien mir diese Krankheit als ideal f\u00fcr die Grundfrage des Romans: kann man an Gedanken  sterben bzw. erkranken.&#8220;  (Wolfram Fleischhauer, 2005,   buechereule.de)   <\/p>\n\n\n\n<p>In seinem Buch \u00fcber  Auenberger schrieb Conrad Clar: <br>\u201eDie eitrige Vomika kann aber sowohl in der Lunge, als auch in den  \u00fcbrigen Theilen des Thorax ihren Sitz haben. Beide Arten von Vomiken  sind entweder geschlossen, oder \u00f6ffnen sich in der Luftr\u00f6hre. Auenberger  verstand die Vomiken gut zu diagnosticiren. Er macht die Bemerkung,  dass die Stelle, wo die Vomika liege, vor ihrer Entleerung den  Schenkelton gebe, nach derselben aber einen nur etwas ged\u00e4mpften Schall  h\u00f6ren lasse. \u2026 wenn man dort, wo die Vomika mittelst der Percussion  entdeckt worden sei, die Hand hinlege, man, w\u00e4hrend der Kranke hustet,  das Ger\u00e4usch des Eiters im Innern der Brust deutlich f\u00fchlen k\u00f6nne.\u201c  (Conrad Clar: Leopold Auenbrugger, der Erfinder der Percussion des  Brustkorbes, geb. zu Graz 1722, gest. zu Wien 1809, und sein Inventum  novum (1867)  (vgl. Wikipedia: Leopold_von_Auenbrugger; Perkussion_(Medizin)) <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Post-Tabellen oder Verzeichnu\u00df deren Post-Strassen in dem Kayserlichen R\u00f6mischen Reich und zum Theil auch in denen angr\u00e4ntzenden Landen (1764<\/strong>)<\/p>\n\n\n\n<p> &#8222;Di Tassi ! Mein Gott, vor ihm stand eindirekter Angeh\u00f6riger der  ber\u00fcchtigten lombardischen  Familie, der es \u00fcber die Jahrhunderte  gelungen war, das Postmonopol der  habsburgischen Kaiser,das <em>Taxis<\/em>&#8217;sche Postsystem, aufzubauen.&#8220; (Fleischhauer, S. 164)  <br>Wikipedia: Thurn_und_Taxis<\/p>\n\n\n\n<p>In den Post-Tabellen-B\u00fccher wurden die Postrouten aufgelistet. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/postbuch002.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12808\" width=\"271\" height=\"513\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/postbuch002.jpg 300w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/postbuch002-158x300.jpg 158w\" sizes=\"(max-width: 271px) 100vw, 271px\" \/><figcaption> Post-Tabellen  oder Verzeichnu\u00df deren Post-Strassen in dem Kayserlichen R\u00f6mischen Reich  und zum Theil auch in denen angr\u00e4ntzenden Landen <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/postbuch003.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12810\" width=\"258\" height=\"442\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/postbuch003.jpg 300w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/postbuch003-175x300.jpg 175w\" sizes=\"(max-width: 258px) 100vw, 258px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/postbuch001.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12809\" width=\"354\" height=\"584\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/postbuch001.jpg 350w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/postbuch001-182x300.jpg 182w\" sizes=\"(max-width: 354px) 100vw, 354px\" \/><figcaption>N\u00fcrnberger Umkreis. Von Frankfurt nach N\u00fcrnberg.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"476\" height=\"365\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/postbuch004.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12816\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/postbuch004.jpg 476w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/postbuch004-300x230.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 476px) 100vw, 476px\" \/><figcaption> Post-Tabellen oder Verzeichnu\u00df Seite 121<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"642\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/postbuch005.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-12818\"\/><figcaption>Reise von Leipzig nach N\u00fcrnberg: &#8222;Ist in drey Tagen gethan&#8220;.<br>aus:  Die vornehmsten  Europ\u00e4ischen Reisen, wie solche durch Deutschland, Franckreich, Italien,  Holl- und Engeland, D\u00e4nnemarck und Schweden &#8230; anzustellen &#8230; (mit)  Post- und Boten-Charten (Ki\u00dfner, 1736)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p> <strong>Immanuel Kant: Critik der reinen Vernunft <\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"512\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Kant003.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12750\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Kant003.jpg 300w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Kant003-176x300.jpg 176w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption> Titelblatt &#8222;Critik der reinen Vernunft&#8220; (1781). <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"557\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Kant002.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12748\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Kant002.jpg 300w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Kant002-162x300.jpg 162w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption>Titelblatt &#8222;Critik der reinen Vernunft&#8220; (1787).<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"446\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Kant001.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12746\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Kant001.jpg 300w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Kant001-202x300.jpg 202w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption>Titelblatt &#8222;Kritische Briefe an Herrn Immanuel Kant &#8230;&#8220; (1790).<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"442\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Kant004.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12752\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Kant004.jpg 300w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Kant004-204x300.jpg 204w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption>Bildnis Immanuel Kant<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Personen im Roman<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nicolai R\u00f6schlaub, Lizenziat, die Hauptperson, der Held. (Es gab den Mediziner <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.deutsche-biographie.de\/sfz76929.html\" target=\"_blank\">Andreas R\u00f6schlaub<\/a> [1768 &#8211; 1835], der evtl. als Namensgeber diente.)<\/p>\n\n\n\n<p>Theresa, die Enkelin von Nicolai R\u00f6schlaub im Prolog<\/p>\n\n\n\n<p>Magdalena Lahner (die blonde Frau, S. 75, 85), die im Klappentext genannte &#8222;r\u00e4tselhafte junge Frau&#8220;. Sie ist eine Nachfahrin von Eva von Buttlar.<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp Lahner (S. 297), Bruder von Magdalena Lahner.  &#8222;Der wiederum hatte Maximilian Alldorf erschlagen. Aber warum? Was  hatte Selling damals gesagt? Studentenh\u00e4ndel. Eine Schl\u00e4gerei zwischen  Burschenschaften. Und Lahner wurde daf\u00fcr hingerichtet&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p>Graf Alldorf (Alldorfer Linie des Hauses Lohenstein, S. 79, 87)<\/p>\n\n\n\n<p>Maximilian von Alldorf   (+  1780 mit 21 Jahren, geb. 1759) <\/p>\n\n\n\n<p>Agnes von Alldorf (1733 &#8211; 1780, S. 103)<\/p>\n\n\n\n<p>Marie Sophie von Alldorf (+ mit 19 Jahren, geb. 1761)<\/p>\n\n\n\n<p>Stadtphysikus M\u00fcller, R\u00f6schlaubs Chef in N\u00fcrnberg<\/p>\n\n\n\n<p>Kammerherr Selling, Angestellter von Graf Alldorf <\/p>\n\n\n\n<p>Apotheker Zinnlechner, ebenfalls in Alldorf<\/p>\n\n\n\n<p>Gutsverwalter Kalkbrenner, auch in Alldorf<\/p>\n\n\n\n<p>Boskenner, einer der Diebe, die Postkutschen \u00fcberfallen und abbrennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mail\u00e4nder, auch ein Dieb<\/p>\n\n\n\n<p>Giancarlo Di Tassi, Justizrat, vom Reichkammergericht in Wetzlar<\/p>\n\n\n\n<p>Feustking, einer von Di Tassis Leuten<\/p>\n\n\n\n<p>Markgraf Alexander von Ansbach-Bayreuth, reale Person (1736 &#8211; 1806) Wikipedia: Alexander_(Brandenburg-Ansbach-Bayreuth)<\/p>\n\n\n\n<p>Lady Eliza Craven, reale Person (Wikipedia: Elizabeth_Craven)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Immanuel Kant<\/strong>,  reale Person (1724 &#8211; 1804, geboren und gestorben in K\u00f6nigsberg, seit 1724 die <em>K\u00f6nigliche Haupt- und Residenzstadt in Preu\u00dfen<\/em>) ; Albertus-Universit\u00e4t K\u00f6nigsberg<\/p>\n\n\n\n<p>Falk (S. 297), Student in Leipzig, mit Philipp Lahner bekannt<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eva von Buttlar<\/strong>, ist eine reale Person (1670 &#8211; 1721), Begr\u00fcnderin der Gesellschaft Evas, zuvor Hofdame am Hof in Eisenach (S. 339)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"614\" height=\"709\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Buttlar001.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-12822\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>&#8222;Im Jahr 1702 entstand in der Grafschaft Witgenstein die sogenannte Buttlarische Rotte. Sie \u00fcbten unter dem Scheine der Fr\u00f6mmigkeit und Heiligkeit die sch\u00e4ndliche Laster aus. Eva Margareta von Buttlar,  <em>Justus Gottfr<\/em>. Winter von Eschwegen, Joh. Ge. Appenzeller von Schleusingen und Anna Sidonia,Fr\u00e4ul. von Callenberg, waren die Hauptpersonen.  Winter,  Appenzeller und  Buttlar nenneten sich die Dreyfaltigkeit. Die Rotte ward schon 1705 zerst\u00f6ret &#8230;&#8220; (aus: Kirchengeschichte des neuen Testaments, 1777)<br>Darunter werden aufgelistet:<br>&#8211; Christoph Sch\u00fctz, ein Radikalpietist aus Umstadt (Pfalz), Autor von &gt;<em>G\u00fcldene Rose \/ oder ein Zeugn\u00fcs der Warheit von der uns nun so nahe  bevorstehenden G\u00fcldenen Zeit des tausendj\u00e4hrigen und ewigen Reichs Jesu Christi<\/em>&lt; (1727)<br>&#8211; Elias Eller aus Ronsdorf (Herzogtum Berg = Bergisches Land), Gr\u00fcnder einer radikal-pietistischen christlichen Sekte sowie Gr\u00fcnder der Stadt Ronsdorf. <br>Sie alle werden hier als &#8222;Fanatiker&#8220; und &#8222;Schw\u00e4rmer&#8220; bezeichnet.  <\/p>\n\n\n\n<p>Buch: Willi Temme: &#8222;Krise der Leibhaftigkeit &#8211; die Soziet\u00e4t der Mutter Eva (Buttlarsche Rotte) und der radikale Pietismus um 1700 (siehe Goolge-Books) <br>Siehe Wikipedia:  Eva_von_Buttlar;  Buttlar_(Adelsgeschlecht); Sa\u00dfmannshausen <br>Link:  www.siwiarchiv.de\/vortrag-die-gesellschaft-der-eva-von-buttlar-und-ihr-gefolge\/ <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses Buch lie\u00df mich mit einem &gt;Wow!&lt; zur\u00fcck. 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