{"id":15334,"date":"2021-04-11T08:03:00","date_gmt":"2021-04-11T08:03:00","guid":{"rendered":"http:\/\/guentersahler.de\/?p=15334"},"modified":"2022-11-06T16:41:29","modified_gmt":"2022-11-06T16:41:29","slug":"die-kontur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guentersahler.de\/?p=15334","title":{"rendered":"Die Kontur"},"content":{"rendered":"\n<p>Diese Kontur ist als die Silhouette eines Pferdes erkennbar. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/sketch026.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15341\" width=\"502\" height=\"257\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/sketch026.jpg 500w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/sketch026-300x154.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 502px) 100vw, 502px\" \/><figcaption>Silhouette eines Pferdes<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Schriftsteller und Semiotiker Umberto Eco hat sich einige Gedanken \u00fcber die Kontur gemacht: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Wenn ich auf einem Blatt Papier mit einer Feder die Silhouette eines Pferdes zeichne, indem ich diese Silhouette durch eine durchgezogene elementare Linie verwirkliche, wird jeder bereit sein, in meiner Zeichnung ein Pferd zu erkennen; und doch ist die einzige Eigenschaft, die das Pferd auf der Zeichnung hat (die durchgezogene schwarze Linie), die einzige Eigenschaft, die das wirkliche Pferd nicht hat. Meine Zeichnung besteht aus einem Zeichen, das den &#8222;Raum innerhalb = Pferd&#8220; umgrenzt und vom &#8222;Raum au\u00dferhalb = Nicht Pferd&#8220; trennt, w\u00e4hrend das Pferd diese Eigenschaft nicht besitzt \u2026&#8220; <\/p><cite>(Umberto Eco: Einf\u00fchrung in die Semiotik, 1994. Zit. in: Radtke\/Pisani\/Wolters: Handbuch Visuelle Mediengestaltung, 2004, S. 46)<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/sketch024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15343\" width=\"300\" height=\"535\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/sketch024.jpg 300w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/sketch024-168x300.jpg 168w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption>M\u00f6gliche Konturen eines Fuchses<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Ein Objekt kann unendlich viele Konturen haben. Je nachdem aus welchem Blickwinkel man es betrachtet oder wie sich das Objekt gerade bewegt. Der Fuchs ist aus verschiedenen Blickwinkeln gezeichnet worden.<\/p>\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\">\n<p>&#8222;Unter Kontur verstehe ich die Begrenzung einer Form.&#8220;<\/p>\n<p><cite>(Edwards, B. &#8222;Das neue garantiert Zeichnen lernen&#8220;, 23. Aufl, 2005, S. 119)<\/cite><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n<p>Zeichenlehrerin Betty Edwards schrieb \u00fcber die Kontur und \u00fcber gemeinsame Begrenzungen:<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Ein Rand entsteht dort, wo zwei Dinge aneinander grenzen. [\u2026] Diese gemeinsame Grenze von zwei nebeneinander liegenden Formen kann mit einer einzigen Linie dargestellt werden: der so genannten Kontur- und Umrisslinie. [\u2026] Diese Vorstellung von der gemeinsamen Begrenzung ist ein fundamentales Element, ja vielleicht das wichtigste Prinzip der bildenden Kunst, da von ihr die innere Geschlossenheit eines Bildes, die Einheit der Komposition abh\u00e4ngt.&#8220; <\/em><br>(Edwards, B. &#8222;Das neue garantiert Zeichnen lernen&#8220;, 23. Aufl, 2005, S. 119)<\/p>\n\n\n\n<p>Dies habe ich am obigen Pferd dargestellt, indem ich zur Silhouette eines Pferdes noch eine Wiese, ein paar H\u00fcgel im Hintergrund und den Himmel hinzugenommen habe. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/sketch025.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15342\" width=\"600\" height=\"281\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/sketch025.jpg 600w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/sketch025-300x141.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption>Gemeinsame Begrenzungen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Rand des Pferdes ist im Bild gleichzeitig der Rand der Wiese auf der das Pferd l\u00e4uft. Im oberen Bildbereich ist der Rand des Pferdes aber auch Rand der H\u00fcgel, die irgendwann hinter der Wiese anfangen. Und das Pferd hat einen gemeinsamen Rand mit dem Himmel \u00fcber den H\u00fcgeln. Der Himmel, die H\u00fcgel und die Wiese h\u00f6ren dort wo das Pferd beginnt, sie haben gemeinsame R\u00e4nder. <\/p>\n\n\n\n<p>Nimmt man das Pferd als Hauptobjektes des Bildes, dann haben wir wir hier nach Eco &#8222;Raum innerhalb = Pferd&#8220; und &#8222;Raum au\u00dferhalb = Nicht Pferd&#8220; (also Wiese, H\u00fcgel, Himmel). Bei einer Zeichnung kann man diese Trennung bewu\u00dft betonen, z.B. indem das Pferd st\u00e4rker koloriert wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Kontur ist als die Silhouette eines Pferdes erkennbar. 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