{"id":19710,"date":"2022-02-20T13:14:00","date_gmt":"2022-02-20T13:14:00","guid":{"rendered":"http:\/\/guentersahler.de\/?p=19710"},"modified":"2022-04-25T11:05:05","modified_gmt":"2022-04-25T11:05:05","slug":"onlinevorlesung-auf-forschungsreise-mit-spix-und-martius","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guentersahler.de\/?p=19710","title":{"rendered":"Onlinevorlesung: \u201eAuf Forschungsreise mit Spix und Martius&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p>Onlinevorlesung: \u201eAuf Forschungsreise mit Spix und Martius: Die Bayerische Wissenschaftsexpedition nach Brasilien, 1817-1820\u201c<br>Prof. Dr. Thomas Fischer, Dr. Nelson Javier Chac\u00f3n, KU Eichst\u00e4tt-Ingolstadt \/ vhb.org (Virtuelle Hochschule Bayern)<\/p>\n\n\n\n<p>Vor 200 Jahren reisten die beiden bayerische Naturwissenschaftler,  Johann Baptist von Spix und Carl Friedrich Philipp von Martius, nach Brasilien. Von der Erforschung von Flora, Fauna und Menschen in S\u00fcdamerika sowie der Entwicklung der Naturwissenschaften zur damaligen Zeit, den Forschungsschwerpunkten und -methoden in Brasilien und der Rolle der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und weiterer wissenschaftlicher Institutionen handelt diese von Prof. Dr. Thomas Fischer und Dr. Nelson Javier Chac\u00f3n erstellte Onlinevorlesung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Onlinevorlesung besteht aus diesen Lektionen:<\/p>\n\n\n\n<p>1. Konzepte der Natur<br>2. Die Bayerische Akademie der Wissenschaft&nbsp;<br>3. Naturparadies Brasilien&nbsp;<br>4. Spix&#8216; und Martius&#8216; Reise in Brasilien I<br>5. Spix&#8216; und Martius&#8216; Reise in Brasilien II<br>6.&nbsp;Studien der Natur I<br>7. Studien der Natur II<br>8. Wirkungsgeschichte in Bayern und Brasilien&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst wird auf das von Carl von Linn\u00e9 entworfene binomiale<em> <\/em>System vorgestellt, mit dem Tiere und Pflanzen eindeutig klassifiziert werden k\u00f6nnen. Zuerst wird der Name der Gattung, beispielsweise &#8222;homo&#8220;, genannt und als zweites die spezifische Art, beispielsweise &#8222;sapiens&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wird auf die Naturphilosophie eingegangen, die davon aus ging, &#8222;dass die Natur und die Au\u00dfenwelt durch die Sinne und Empfindungen verst\u00e4ndlich sind. Die Welt, und damit auch die Natur, war eine Projektion des Beobachters.&#8220; (Zitat aus dem Kurs) Genannt wird Johann Wolfgang von Goethes Idee von der Farbe. Er war \u00fcberzeugt, dass &#8222;Farben nur im menschlichen Auge entstehen.&#8220; (Zitat aus dem Kurs) In seiner Theorie hatte jede Farbe einen eigenen Charakter. Vgl. dazu auch Goethes Farbkreis. In diesem Zusammenhang wird auch Otto Philippe Runges FarbenKugel erw\u00e4hnt, die die &#8222;<em>Konstruktion des Verh\u00e4ltnisses aller Farbmischungen zueinander und ihrer vollst\u00e4ndigen Verwandtschaft<\/em>&#8220; (so der Untertitel) darstellt. Erw\u00e4hnt werden die Forschungen von Lorenz Oken, der u.a. menschliche mit tierischer Anatomie verglich. <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/digi.ub.uni-heidelberg.de\/diglit\/oken1843abb\" target=\"_blank\">Hier<\/a> (Universit\u00e4tsbibliothek Heidelberg) findet man ein Werk von Oken mit vielen Abbildungen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Forschungsreisen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der zweiten H\u00e4lfte des 18. Jahrhundert nahmen die Forschungsreisen zu. Hier werden erw\u00e4hnt: <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>1735 bis 39, die spanisch-franz\u00f6sische geod\u00e4tische Mission.<\/li><li>1768 bis 71, die erste Reise von James Cook<\/li><li>1772 bis 75, James Cooks Suche nach der Terra Australis Incognita (mit dabei waren die deutschen Naturforscher Johann Reinhold Forster und Georg Forster), wobei er nach weisen konnte, dass dieser hypothetische S\u00fcdkontinent nicht existierte.&nbsp;<\/li><li>1777 bis 88, die botanische Expedition in Peru (wissenschaftliche Arbeit dazu: &#8222;Flora Peruviana et Chilensis&#8220;)<\/li><li>1787 bis 1817, die botanische Expedition ins Vizek\u00f6nigreich Neugranada (umfasste die heutigen L\u00e4nder Venezuela, Kolumbien, Panama und Ecuador, ab 1810 Rep\u00fablica de la Nueva Granada)<\/li><li>1815 bis 17: die Expedition des Wissenschaftlers Prinz Maximilian zu Wied-Neuwied mit den deutschen Naturforschern Georg Wilhelm Freyreiss und Frederich Sellowin Brasilien (nach \u00d6ffnung der Grenzen, war dies einer der ersten europ\u00e4ischen Expedition nach Brasilien)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Forschungsinstitute<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Academia Naturae Curiosorum, die auch als Academia Imperialis Leopoldina Naturae Curiosorum bekannt, wurde bereits 1652 in Schweifurt gegr\u00fcndet. In London gab es wenig sp\u00e4ter die Royal Society (1660), in Paris die Acad\u00e9mie des Sciences (1666). Bayerische Akademie der Wissenschaften (BAdW), ab der auch Spix und Martius forschten, wurde 1759 als Churbaierische Akademie gegr\u00fcndet.  Wenige Jahre (1751) zuvor war die Gesellschaft der Wissenschaften zu G\u00f6ttingen (heute Akademie der Wissenschaften zu G\u00f6ttingen) gegr\u00fcndet worden. In der Vorlesung hei\u00dft es zu diesen Akademien: &#8222;Es waren&nbsp;Orte, die sich ausschlie\u00dflich der wissenschaftlichen Forschung widmeten. Dort wurde nach dem neuen, in Europa entwickelten Paradigma des wissenschaftlichen Forschens gearbeitet. Sie waren der haupts\u00e4chliche Raum, in dem \u00fcber die Natur diskutiert wurde.&nbsp;Wichtig war auch das zwischen diesen Institutionen gekn\u00fcpfte Netzwerk. Dabei ging es nicht nur um pers\u00f6nliche Kontakte, sondern auch um den Austausch bez\u00fcglich der Themen, Methoden und forschungsstrategischen Entscheidungen.&nbsp;Sie pflegten beste Beziehungen zu und mit den wissenschaftlichen Fakult\u00e4ten der Universit\u00e4ten.&#8220; (Onlinevorlesung: \u201eAuf Forschungsreise mit Spix und Martius&#8220;). Die Forscher waren zuvor an Universit\u00e4ten, Priesterseminaren oder Domschulen ausgebildet worden. So hatte Johann Baptist von Spix in Bamberg Philosophie, in W\u00fcrzburg am Klerikalseminar Theologie und schlie\u00dflich in Bamberg und W\u00fcrzburg Medizin sowie Naturgeschichte studiert. Carl Friedrich Philipp von Martius hatte in Erlangen ein Medizinstudium absolviert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Forschungsreise nach Brasilien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Brasilien war bisher wenig erforscht. Die portugiesische Kolonialherrschaft hatte bisher wenig daf\u00fcr getan. Wie erw\u00e4hnt war die Expedition des Wissenschaftlers Prinz Maximilian zu Wied-Neuwied die erste Forschungsreise in das Land. Die Reise von Alexander von Humboldt durch die spanischen Kolonien und Nordamerika zwischen 1799 und 1804 hatten Eindruck hinterlassen und Wege der Erschlie\u00dfung aufgezeigt. In seiner Ver\u00f6ffentlichung &#8222;Ansichten der Natur&#8220; (1808) hatte er seine Eindr\u00fccke und Forschungen festgehalten. <\/p>\n\n\n\n<p>Spix und Martius konnten sich einem \u00f6sterreichischen Expeditionsteam anschlie\u00dfen. Dieses bestand aus dem Zoologe Johann Natterer, dem Mineraloge und Botaniker Johann Baptist Emanuel Pohl, dem Maler Thomas Ender, dem Professor f\u00fcr Naturgeschichte, Johann Christian Mikan sowie aus der Toskana, der Botaniker Giuseppe Raddi. Spix und Martius in Brasielien weitgehend unabh\u00e4ngig von den anderen agierten. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Onlinevorlesung: \u201eAuf Forschungsreise mit Spix und Martius: Die Bayerische Wissenschaftsexpedition nach Brasilien, 1817-1820\u201cProf. Dr. Thomas Fischer, Dr. Nelson Javier Chac\u00f3n, KU Eichst\u00e4tt-Ingolstadt \/ vhb.org (Virtuelle Hochschule Bayern) Vor 200 Jahren reisten die beiden bayerische Naturwissenschaftler, Johann Baptist von Spix und &hellip; <a href=\"https:\/\/guentersahler.de\/?p=19710\">Weiter<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[33,45,42,46],"tags":[],"class_list":["post-19710","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-blog","category-botanical-art","category-natur","category-weiterbildung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/guentersahler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19710"}],"collection":[{"href":"https:\/\/guentersahler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/guentersahler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/guentersahler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/guentersahler.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=19710"}],"version-history":[{"count":22,"href":"https:\/\/guentersahler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19710\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20137,"href":"https:\/\/guentersahler.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19710\/revisions\/20137"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/guentersahler.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=19710"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/guentersahler.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=19710"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/guentersahler.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=19710"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}