{"id":27619,"date":"2023-05-06T12:16:00","date_gmt":"2023-05-06T12:16:00","guid":{"rendered":"http:\/\/guentersahler.de\/?p=27619"},"modified":"2025-05-20T21:09:00","modified_gmt":"2025-05-20T21:09:00","slug":"27619","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guentersahler.de\/?p=27619","title":{"rendered":"Interview #6: Hans-Christian Sanladerer"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/guentersahler.de\/?p=26636\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/NJ-erkund.gif\" alt=\"\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Welche Erfahrungen machen andere mit Nature Journaling?<\/strong>&nbsp;Hier sprechen Nature Journalerinnen und Journaler dar\u00fcber wie sie zum Nature Journaling gekommen sind, wie sie ihre ersten Seiten erstellten und wie sie nun Journalen oder welche Materialien sie verwenden. Hier erh\u00e4ltst Du Tipps aus erster Hand: <strong>Inside Nature Journaling<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/NJI-INT-006.gif\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Hans-Christian Sanladerer<\/strong> ist Gra\ufb01kdesigner, Cartoonist, Illustrator, Sketcher &#8211; mal &#8222;Nature&#8220;, mal &#8222;Urban und nun auch Buchautor (&#8222;Floral Sketching&#8220;, &#8222;Nature Sketching &#8211; Step by Step&#8220;).<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\"><strong>Christian,<\/strong> <strong>Du bist viel als Zeichenlehrer im Sketching-Bereich unterwegs,  hast ein Buch \u00fcber &#8222;Floral Sketching&#8220; ver\u00f6ffentlicht, wie hat sich das nun bei dir mit dem Nature Sketching und dem Buch beim Christian Verlag ergeben?<\/strong><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hans-Christian Sanladerer:<\/strong> Der Begriff \u201eZeichenlehrer\u201c ist mir zu schulisch, ich bezeichne mich selbst als Dozent und Workshop-Leiter. Ich hatte in meinem beruflichen Leben schon viele verschiedene Aufgabenbereiche. Damit verbunden ist eine gro\u00dfer Erfahrungsschatz in s\u00e4mtlichen Drucktechniken. Meine Weiterbildung zum Onlineredakteur zog &#8211; als logische Konsequenz &#8211; den Aufbau meiner eigenen Social Media-Auftritte nach sich. Dabei konzentrierte ich mich besonders auf Instagram. So kam es, dass mich der Christophorus-Verlag bzw. die Lektorinnen von kunstschoen.de dort entdeckten und kontaktierten. Aus dieser Zusammenarbeit entstand als erstes Buch \u201eFloral Sketching\u201c und als zweites Thema \u201eNature Sketching\u201c. Der immense Aufwand der Pflege meines Instagram-Accounts schien sich also zu lohnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"472\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/umhcs.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-27666\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/umhcs.jpg 400w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/umhcs-254x300.jpg 254w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption><em>Buchumschlag von &#8222;Nature Sketching &#8211; Step by Step&#8220; mit einer Zeichnung von Hans-Christian Sanladerer.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\"><strong>In deinem Buch &#8222;Nature Sketching&#8220; schreibst du, Nature Sketching sei das Pendant zum Urban Sketching. Ich sehe auch eine N\u00e4he zum Landscape Sketching\/Painting. Wo ziehst du die Grenzen zwischen den Begrifflichkeiten?<\/strong><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Nature und Landscape Sketching sind ja nur zwei Begriffe f\u00fcr ein und dasselbe. Painting ist die eher klassische Variante der Plein Air Malerei, des Malens vor Ort im Freien. Genau das machen wir beim Nature Sketching auch, aber eben mit den Mitteln der schnellen Skizze. Anstelle einer Staffelei und eines sperrigen Malgrunds, verwenden wir ein handliches Skizzenbuch, Stifte, Pinsel und einen kleinen Reise-Aquarellkasten. Die \u00dcberg\u00e4nge sind nat\u00fcrlich flie\u00dfend, denn man kann ja auch einen Aquarellblock verwenden. Entscheidend ist f\u00fcr mich, dass es beim Nature Sketching um lockeres, schnelles Festhalten der Szenerie und nicht um deren perfektionistische, naturalistische Darstellung geht<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\"><strong>Insbesondere in den USA ist das Nature Journaling zu einer Bewegung geworden. Nature Sketching ist da einer von mehreren Inhalten (Naturbeobachten, das gesehene festhalten, dokumentieren in Wort und Bild etc., Fragen stellen, sind weitere m\u00f6gliche Inhalte). Glaubst du, dass eine Skizze beim Naturverst\u00e4ndnis helfen kann?<\/strong><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben uns als in der sogenannten zivilisierten Gesellschaft im Lauf der Zeit immer mehr von der Natur entfernt. Jetzt erkennen wir pl\u00f6tzlich dass sie nicht nur bedroht, sondern im Zweifel auch unersetzbar ist. Skizzieren setzt ja das genaue Beobachten und Hinschauen voraus. Die Besch\u00e4ftigung mit der Natur und vor allem IN der Natur sch\u00e4rft den Blick f\u00fcr Landschaften und deren Details. Es stellt zwangsl\u00e4ufig wieder eine N\u00e4he zur Natur her, die gerade Stadtmenschen abhanden gekommen ist.<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\"><strong>Viele Leute sagen: Ich kann nicht zeichnen. Beim Nature Journaling ist Zeichnen nur ein Teil, aber dennoch ein wichtiger Teil. Was empfiehlst du jemanden, der auch ohne gro\u00dfartige Zeichenausbildung direkt (also: jetzt heute, nicht erst nach einem Kurs) starten m\u00f6chte?<\/strong><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Ganz oft habe ich es mit Workshop-TeilnehmerInnen zu tun, die von den eigenen Eltern oder von den ZeichenlehrerInnen geh\u00f6rt haben: \u201eLeg den Stift weg, Du kannst nicht zeichnen, Du bist v\u00f6llig untalentiert\u201c. Ein \u201ep\u00e4dagogischer\u201c Wahnsinn! Das macht mich nicht nur traurig, sondern auch w\u00fctend. Vor allem aber weckt es in mir die Lust, diesen Menschen zu beweisen, dass das nicht stimmt. Talent wird ohnehin total \u00fcberbewertet. Das Einzige, was einen wirklich weiter bringt, ist das st\u00e4ndige Tun. Ich rate diesen Menschen, die den Glauben \u201eDu kannst das nicht!\u201c leider oft verinnerlicht haben, tats\u00e4chlich erstmal zu einem Kurs bei einem Dozenten \/ einer Dozentin, der, die nicht beurteilt bzw. verurteilt, sondern das Positive sieht, das es bei jedem Menschen zu entdecken gibt und darauf aufbauend inspiriert und motiviert. Nat\u00fcrlich kann man auch selbstst\u00e4ndig loslegen, indem man sich entsprechende B\u00fccher besorgt oder anhand von Webinaren lernt. Aber wer den Glauben an das eigene \u201eNicht-K\u00f6nnen\u201c manifestiert hat, dem wird dies ohne Anleitung schwer fallen. Au\u00dferdem wird jede Anf\u00e4ngerIn von der F\u00fclle an B\u00fcchern und Online-Tutorials regelrecht erschlagen. Ein entsprechender Kurs ist aus meiner Sicht eine gute Basis, um darauf aufzubauen. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich ist es immer eine unglaubliche Befriedigung, angeblich \u201euntalentierten\u201c Menschen den Glauben daran, dass sie zeichnen und malen (lernen) k\u00f6nnen, zu vermitteln. \u201eKein Talent\u201c ist jedenfalls keine Entschuldigung daf\u00fcr, nicht zeichnen (lernen) zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\"><strong>Denke ich an Landschaftsmaler, dann sehe ich, wie sie ihre Staffelei an einen h\u00fcbschen Ort schleppen und dort Stunde um Stunde an ihrem Motiv arbeiten. Ich will aber &#8222;leichter&#8220; unterwegs sein, vielleicht mit einem kleinen Rucksack, und dennoch m\u00f6chte ich nette Skizzen machen k\u00f6nnen. Was sind deine Empfehlungen f\u00fcrs Reisen in die Natur? Und mit welchem Material?<\/strong><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Egal, wo und was Du drau\u00dfen zeichnest, skizzierst, malst: mit einem Aquarell- Skizzenbuch in A4 oder &#8211; etwas handlicher &#8211; in A5 bist Du bestens ger\u00fcstet. Zum Zeichnen verwende ich wasserfeste Fineliner (Pitt Artist Pen von Faber-Castell). Koloriert wird die Skizze dann mit einem Reise-Aquarellkasten mit \u00fcberschaubaren acht Farben, mit denen ich alle Farben mischen kann. Papiert\u00fccher, Wasserbeh\u00e4lter (praktische Klappbecher aus Kunststoff), Wasserflasche zum Nachf\u00fcllen, eventuell noch ein Klapphocker, wenn man mal l\u00e4nger sitzen m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist meine Standard-Ausr\u00fcstung f\u00fcr das Skizzieren unterwegs. Oftmals verzichte ich auf den Klapphocker, weil es sonst zu gem\u00fctlich wird und man wieder dazu neigt zu detailgetreu zu skizzieren, anstatt schnell und locker.<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\"><strong>Drucker (die Personen) mischen einem jeden beliebigen Farbton aus CMYK. Ist es eine gute Idee nur diese vier Farben mit in die Natur mitzunehmen (w\u00e4re ja eine sparsame Palette)?<\/strong><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Du hast es bereits gesagt, dies sind die idealen Farben f\u00fcr den Vierfarbdruck: Cyan (blau), Magenta (Rot), Yellow (Gelb), Black (schwarz). Hier ergeben sich ja alle Farbmischungen durch den Zusammendruck aufgerasterter Farbanteile. Das bedeutet, die Farben werden nicht wirklich ineinander gemischt. Der Farbeindruck entsteht durch die optische Mischung der einzelnen Rasterpunkte. Beim Malen mischen wir aber tats\u00e4chlich die Pigmente ineinander. Das ist eine vollkommen andere, weniger subtile Vorgehensweise.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem ist bei CMYK ja Schwarz enthalten. In der malerischen Realit\u00e4t kommt Schwarz aber gar nicht vor. Nichts von dem, was wir sehen, ist bei genauer Betrachtung wirklich Schwarz. Schwarz ist die Folge absoluter Abwesenheit von Licht, existiert also nur im Stockdunklen. Deshalb sieht Schwarz in der farbigen Skizze auch immer fremd aus. Ich verzichte komplett auf jegliches Schwarz in meiner Farbpalette und ersetze es durch eine Simulation von Schwarz aus Indigo (tiefes Blau) und Sepia (Dunkelbraun). Dieses \u201efarbige Schwarz\u201c wird so optisch viel besser in das Gesamtbild miteingebunden und wirkt nicht wie ein Fremdk\u00f6rper. Schatten sind in einer farbigen Darstellung \u00fcbrigens auch niemals Schwarz oder Grau, sondern stark blaulastig. Mein Tipp: Um beim Mischen auf der sicheren Seite zu sein, verwende ich Rot, Gelb, Blau, jeweils in einer kalten und einer warmen Version, sowie Indigo plus Sepia, f\u00fcr die dunklen Stellen bzw. die Schattenpartien eines Bildes. Die genauen Farbbezeichnungen findest Du in meinem Buch.<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\"><strong>B\u00e4ume z\u00e4hlen f\u00fcr mich mit den \u00c4sten zu den aufwendigen Strukturen. Schnell verliere ich mich im Ge\u00e4st (&#8222;welches \u00c4stchen hatte ich zuletzt&#8220;). Ich kann mir da bei Zeichensch\u00fclern auch verzweifelte Momente vorstellen (&#8222;das schafft doch keiner&#8220;). Ich neige dann dazu, einfach aus dem Ged\u00e4chtnis zu zeichnen. Welche Empfehlungen hast du, bei solchen komplizierten Strukturen nicht den \u00dcberblick zu verlieren?<\/strong><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Da sprichst Du eines meiner Lieblingsthemen an. Ich liebe B\u00e4ume und deshalb nat\u00fcrlich auch das Skizzieren derselben. Was von vielen oft vergessen wird: B\u00e4ume sind Individuen, genau wie Menschen. Kein Baum gleicht dem anderen. Deshalb ist das genaue Hinschauen auch so wichtig. Nach der ber\u00fchmten 80\/20-Regel schauen wir 80% der Zeit auf unser Motiv und nur 20% auf\u2019s Blatt. Meist machen wir es genau umgekehrt. Nach dem Motto \u201eah, ein Baum! Kenne ich &#8230;\u201c und dann wird sehr schnell aus dem Kopf das gezeichnet, was wir als stereotypen Baum abgespeichert haben. Wir wundern uns dann, warum diese \u201eZuckerwatte am Stiel\u201c so wenig mit dem tats\u00e4chlichen Baum vor uns zu tun hat. Deshalb: Genau hinschauen, hinschauen und immer wieder hinschauen. Einen Baum zu zeichnen, ist gar nicht so schwer, wenn wir seinem nat\u00fcrlichen Wachstum folgen. Zuerst den Stamm, dann die dicken \u00c4ste, die d\u00fcnneren Zweige, die feinen Ver\u00e4stelungen. Laub wird stellenweise angedeutet, gr\u00f6\u00dftenteils jedoch auf zusammengefasste Formen reduziert. Niemandem macht es Spa\u00df jedes einzelne Blatt zu zeichnen und niemand hat Spa\u00df daran ein derart detailreiches Bild zu betrachten. Wenn schon alles bildlich erz\u00e4hlt wird, bleibt kein Freiraum mehr f\u00fcr die Fantasie des Betrachters. Also genau hinschauen, aber dann auf das Wesentliche reduzieren. Ganz wichtig ist hier auch das Modellieren: Woher kommt das Licht, wo sitzen die Schatten. Hier hilft es, die Augen zusammenzukneifen und auf unscharf zu stellen. Das blendet unwichtige Details aus und hilft beim reduzierten Erfassen der Formen und bei der Wiedergabe der Hell-Dunkel-Kontraste, um eine dreidimensionale Wirkung entstehen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"163\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/NJI-INT-006.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-27665\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\"><strong>Wie vertreibst du die Verzweiflung beim Zeichensch\u00fcler und bringst ihm oder ihr bei, den Spa\u00df beim Skizzieren zu sp\u00fcren?<\/strong><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Das, was man (vor)lebt, strahlt man ja auch aus. Skizzieren macht in erster Linie eines: Spa\u00df! Deshalb habe ich noch keinen wirklich verzweifelten Zeichensch\u00fcler erlebt. Viele nehmen sich den Spa\u00df am eigenen Tun aber durch v\u00f6llig \u00fcberzogene Erwartungshaltungen an das eigene K\u00f6nnen. Anstatt wahrzunehmen, was sie schon k\u00f6nnen, sehen manche nur, was sie noch nicht k\u00f6nnen. Dabei wird aber gerne vergessen, dass man in einem 5-t\u00e4gigen Workshop nicht aufholen kann, was andere schon seit Jahren t\u00e4glich trainieren. Ich betone immer gleich zu Beginn, wie wichtig der Spa\u00dffaktor ist. Oft halte ich ein Schild hoch, auf dem steht: \u201ePerfektionismus &#8211; Du musst leider drau\u00dfen bleiben!\u201c. Ich war ja fr\u00fcher selbst 150iger Perfektionist, einer der schlimmsten Sorte, und wei\u00df aus eigener Erfahrung, wie sehr man sich damit im Weg stehen kann. Ich habe aber gelernt, mich davon zu verabschieden und beim Skizzieren und insbesondere beim Aquarellieren auch einfach mal loszulassen und sich dar\u00fcber zu freuen, wenn etwas entsteht, was so gar nicht geplant war. Diese Entwicklung lege ich den TeilnehmerInnen nahe und mache entsprechende Lockerungs-\u00dcbungen mit Ihnen. Es ist immer wieder spannend, welche Ergebnisse dabei entstehen. \u201eAh\u201c &amp; \u201eOh\u201c-Erkenntnisse inklusive. Ich sage auch immer wieder, \u201eAquarell ist das was geschieht, w\u00e4hrend Du etwas anderes planst.\u201c Genau wie das Leben.<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\"><strong>In deinem Buch zeigst du einige Step-by-step Skizzen. Die halbfertigen Skizzen haben auch ihren Reiz. Sie schauen so aus, als sollte speziell auf den kolorierten Bereich hingewiesen werden. Setzt du so etwas auch schon mal bewusst ein, z.B. durch Weglassen von Objekten oder Farbe?<\/strong><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Beim Skizzieren geht es grunds\u00e4tzlich darum, nicht das ganze Bild wiederzugeben, sondern nur das, was mir wichtig erscheint. Ich setze einen Fokus im Bild. Au\u00dferdem lasse ich sehr viel Wei\u00df im Motiv stehen. \u00dcbertrieben gesagt: Ich zeichne oder male eigentlich nur die Schattenpartien, den Rest lasse ich weg. Dadurch entsteht eine gewisse Leichtigkeit im Bild. Das stehen gelassene Papierwei\u00df steht f\u00fcr Helligkeit und Transparenz. Wenn ich wei\u00df, dass ich eine Zeichnung kolorieren will, deute ich zeichnerische Strukturen nur leicht an. Ich beschr\u00e4nke mich auf die Kontur, denn die Farbe soll die Geschichte erz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Lustige ist, dass ich bei diesen Schritt-f\u00fcr-Schritt-Bildern in den B\u00fcchern anschlie\u00dfend oft denke: \u201eAh, der vorletzte Schritt h\u00e4tte auch schon gereicht. Mehr h\u00e4tte es gar nicht gebraucht.\u201c Hier geht es dann wieder um das rechtzeitige Aufh\u00f6ren. Auch ein Thema, das im Buch behandelt wird.<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\"><strong>Nature Sketching ist hierzulange ja noch jung. Wie siehst du die Entwicklung?<\/strong><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNature Sketching\u201c ist genau betrachtet vermutlich \u00e4lter als das \u201eUrban Sketching\u201c. Denn K\u00fcnstler haben schon fr\u00fch die eigene Umgebung anhand von Skizzen erfasst. Lange bevor es St\u00e4dte gab, wie wir sie heute kennen. Kunstgeschichtlich waren Skizzen jedoch meist Vorskizzen, also Mittel zum Zweck der darauf aufbauenden \u201egro\u00dfen Kunst\u201c. Heute hat die Skizze ihren eigenen Wert und gilt als selbstst\u00e4ndige Kunstform. Ich sehe keine strikte Trennung zwischen dem modernen Urban und dem Nature Sketching, denn es kommt ja darauf an, wo man als Zeichner lebt. Ich als Naturmensch lebe mitten auf dem Land. Um Urban Sketching zu betreiben, muss ich in die n\u00e4chste Stadt reisen oder den passenden Workshop anbieten. Die Natur jedoch liegt quasi vor der eigenen Haust\u00fcr. Nature Sketching ist also keine \u201eKonkurrenz\u201c zum Urban Sketching, sondern darf sich parallel dazu entwickeln. Der Klimawandel bedroht jedoch die l\u00e4ndliche Idylle. B\u00e4ume, die ich noch vor kurzem hier im Bergischen Land skizziert habe, stehen heute nicht mehr. \u201eMan sieht den Wald vor lauter B\u00e4umen nicht\u201c muss also umdefiniert werden, in \u201eman sieht den Wald mangels der B\u00e4ume nicht mehr\u201c. Fr\u00fcher dichte W\u00e4lder wurden in nackte H\u00fcgel umgewandelt. Uns wird deutlich vor Augen gef\u00fchrt, wie wichtig unsere Natur ist und wie verg\u00e4nglich. Damit kommt die Natur verst\u00e4rkt in den Fokus. Vielleicht auch k\u00fcnstlerisch? Ich w\u00fcrde es mir w\u00fcnschen. Online-Workshops zum Thema biete ich bereits an und wo immer es bei meinen On-Location-Workshops und bei meinen Mal- und Zeichenreisen m\u00f6glich ist, binde ich das Thema Nature Sketching mit ein.<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\"><strong>Vielen Dank f\u00fcr das interessante Interview, Christian. Zum Schluss m\u00f6chte ich noch auf die auf verschiedene Seiten von Hans-Christian Sanladerer hinweisen.<\/strong><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><a rel=\"noopener\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.chrisa.de\/\">www.chrisa.de<\/a> <br><a rel=\"noopener\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.instagram.com\/illuchrisa\">www.instagram.com\/illuchrisa<\/a> @illuchrisa<br><a rel=\"noopener\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.facebook.de\/illuchrisa\">www.facebook.de\/illuchrisa<\/a><br><a rel=\"noopener\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.pinterest.de\/illuchrisa\">www.pinterest.de\/illuchrisa<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/froglink.gif\" alt=\"\"\/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welche Erfahrungen machen andere mit Nature Journaling?&nbsp;Hier sprechen Nature Journalerinnen und Journaler dar\u00fcber wie sie zum Nature Journaling gekommen sind, wie sie ihre ersten Seiten erstellten und wie sie nun Journalen oder welche Materialien sie verwenden. 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