{"id":29081,"date":"2023-08-20T17:25:00","date_gmt":"2023-08-20T17:25:00","guid":{"rendered":"http:\/\/guentersahler.de\/?p=29081"},"modified":"2025-05-20T21:07:40","modified_gmt":"2025-05-20T21:07:40","slug":"interview-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guentersahler.de\/?p=29081","title":{"rendered":"Interview #10: Kiri Stuart-Clarke"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/guentersahler.de\/?p=26636\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/NJ-erkund.gif\" alt=\"\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Welche Erfahrungen machen andere mit Nature Journaling?<\/strong>&nbsp;Hier sprechen Nature Journalerinnen und Journaler dar\u00fcber wie sie zum Nature Journaling gekommen sind, wie sie ihre ersten Seiten erstellten und wie sie nun Journalen oder welche Materialien sie verwenden. Hier erh\u00e4ltst Du Tipps aus erster Hand:&nbsp;<strong>Inside Nature Journaling<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"163\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/NJI-INT-010.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-29330\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Kiri Stuart-Clarke<\/strong> ist Naturforscherin, Natursch\u00fctzerin und Nature Journalerin aus Norfolk, England. Im Fr\u00fchjahr 2023 gr\u00fcndete sie die Onlinegruppe \u201eNature Journaling For Curiosity and Wellbeing\u201c (\u201e&#8230; f\u00fcr Neugier und Wohlbefinden\u201c).<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst kommt die \u00fcbersetzte Version des Interviews. Weiter unten findet ihr die Originalversion in Englisch.<br>First comes the translated German version of the interview. Below you will find the original version in English.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\">Kiri, Du besch\u00e4ftigst dich bereits seit einigen Jahren intensiv mit der Natur und warst auch als Naturfotografin aktiv. Kannst Du uns etwas \u00fcber Deine Aktivit\u00e4ten erz\u00e4hlen?<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kiri Stuart-Clarke: <\/strong>Ja, obwohl ich alles andere als ein Experte bin, w\u00fcrde ich mich selbst als leidenschaftliche Naturforscherin und Natursch\u00fctzerin bezeichnen. Ich glaube, zwei Kindheitserlebnisse haben dazu gef\u00fchrt, dass das Lernen \u00fcber und der Schutz der Natur zu einem lebenslangen Interesse und einer Leidenschaft von mir geworden ist. Erstens waren meine Eltern begeisterte G\u00e4rtner, also verbrachte ich viel Zeit damit, in ihrem Schrebergarten herumzust\u00f6bern und Insekten, Asseln, Ameisen, Marienk\u00e4fern und Schnecken bei ihrem Leben zuzusehen. Zweitens meldete ich mich beim Kinderclub unseres \u00f6rtlichen Wildlife Trust an (eine britische Wohlt\u00e4tigkeitsorganisation, die \u00f6rtliche Naturschutzgebiete betreibt), sodass ich schon in jungen Jahren begann, Naturschutzgebiete zu besuchen. Ich erinnere mich, dass ich so enthusiastisch war, dass ich einmal sogar meine arme Mutter bei str\u00f6mendem Regen zum &#8222;Teich tauchen&#8220; [Anm. des \u00dcbers.: &#8222;Pond dipping&#8220; ist eine Aktivit\u00e4t f\u00fcr Kinder, bei der das \u00d6kosystem Teich beobachtet wird, mehr Informationen hier: rspb.org.uk\/fun-and-learning\/for-families\/family-wild-challenge\/activities\/pond-dipping\/] mitnahm. Aufgrund des lebenslangen Einflusses, den es auf mich hatte, bin ich fest davon \u00fcberzeugt, wie wichtig es ist, Kinder schon in jungen Jahren in Natur- und Naturschutzaktivit\u00e4ten einzubeziehen.<br>Wie bei vielen Menschen trat die Natur auch bei mir als Erwachsene eher in den Hintergrund, aber mein Interesse wurde neu geweckt, als ich in ein Dorf unterhalb des Ridgeway zog (ein Nationalweg, der durch wundersch\u00f6nes Kreideland im S\u00fcden von Oxfordshire, England, f\u00fchrt). Dort entwickelte ich meine besondere Liebe zu Schmetterlingen und begann mich f\u00fcr die Naturfotografie zu interessieren. In meiner Freizeit wanderte ich gerne in Naturschutzgebieten und streifte mit meinem geretteten Border Collie-Hund Star und meiner Kamera durch die Landschaft. Ich engagierte mich auch in einem lokalen Wildlife Trust-Programm zur \u00dcberwachung und Erhaltung von Wasserm\u00e4usen.<br>Als die gro\u00dfe Rezession ausbrach, mussten wir nach Norfolk umziehen. Ich konnte keinen Job finden, also gr\u00fcndete ich stattdessen ein freiberufliches Unternehmen, welches eine Mischung aus Fotounterricht und Naturfotojournalismus war und ich Artikel f\u00fcr lokale Lifestyle-Magazine schrieb. Dank einschl\u00e4giger Berufserfahrung begann ich auch, mich ehrenamtlich f\u00fcr die \u00f6rtliche Zweigstelle der Wohlt\u00e4tigkeitsorganisation Butterfly Conservation als PR-Beauftragte zu engagieren, was ich fast zehn Jahre lang tat, bis ich letztes Jahr aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden ausschied.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\">Wann hast Du von Nature Journaling geh\u00f6rt? Hast Du direkt mit einem Nature Journal angefangen?<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte, wie ich dazu kam, Nature Journale zu schreiben, ist weniger erfreulich. Um es kurz zu machen: Einige Jahre nach meinem Umzug nach Norfolk wurde ich krank und eine gr\u00f6\u00dfere Operation war erforderlich. Leider erkrankte ich danach an einer viralen Meningitis und entwickelte infolgedessen eine schwere Form einer neuroimmunen Erkrankung namens Myalgische Enzephalomyelitis (M.E.).<br>Mit fortschreitender Krankheit wurde meine Welt immer kleiner. Ich kann nicht arbeiten und bin jetzt weitgehend auf die Grenzen meines Zuhauses und oft auch auf mein Bett beschr\u00e4nkt. F\u00fcr Rollstuhlfahrer gibt es praktisch keinen Zugang zu Naturschutzgebieten, und im Moment schaffe ich es nur gelegentlich, mein Zuhause zu verlassen und etwa eine halbe Stunde lang in einem motorisierten Triride-Rollstuhl ein St\u00fcck meinen Feldweg hinaufzuwandern.<br>Dementsprechend kleiner sind zwangsl\u00e4ufig auch meine Naturerlebnisse geworden. Im Allgemeinen beschr\u00e4nke ich mich auf das, was ich von meiner Terrasse im Hintergarten aus sehe, manchmal auch nur auf den Blick auf eine wundersch\u00f6ne Birke und die Vogelh\u00e4uschen vor meinem Schlafzimmerfenster.<br>Da ich schon immer ein \u201cOutdoorsy&#8220;, ein M\u00e4dchen war, das gerne drau\u00dfen unterwegs war, war ich wegen meiner Gesundheit sehr traurig, da ich meine Freiheit und den Zugang zur Natur verlor. Ich f\u00fchlte mich gefangen. Es f\u00fchlte sich an, als w\u00fcrde ich meine Identit\u00e4t verlieren. Ich hatte den Tiefpunkt erreicht.<br>Um wieder zur Ruhe zu kommen, wurde mir klar, dass es wichtig ist, einen neuen Weg zu finden, mit der Natur, die ich so sehr liebe, in Verbindung zu bleiben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"340\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-010.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29395\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-010.jpg 700w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-010-300x146.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><figcaption>Am <em>Feldweg und der Blick auf die wundersch\u00f6ne Birke mit den Vogelh\u00e4uschen.<\/em> <br>(Fotos: Mit freundlicher Genehmigung von Kiri Stuart-Clarke)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich habe mich nie als einen \u201ek\u00fcnstlerischen\u201c oder kreativen Menschen betrachtet, eher als einen analytischen, wissenschaftlich denkenden Menschen, aber w\u00e4hrend der Pandemie habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, mir im Rahmen eines Lockdown-Projekts das richtige Zeichnen von Grund auf beizubringen, weil ich dachte, dass es ein angenehmes, aber dennoch machbares Projekt sein k\u00f6nnte eine Ablenkungsbesch\u00e4ftigung, die ich an meinen besseren Tagen vom Bett oder Sofa aus unternehmen konnte.<br>Die Natur war nat\u00fcrlich mein gew\u00e4hltes Thema. Als ich online nach Lernressourcen zum Zeichnen der Natur recherchierte, stie\u00df ich auf die Erw\u00e4hnung eines Clubs f\u00fcr \u201eNature Journaling\u201c als Hobby. Trotz meiner fr\u00fcheren Aktivit\u00e4ten f\u00fcr Naturschutzorganisationen hatte ich noch nie zuvor von so etwas geh\u00f6rt. Als ich dar\u00fcber las, f\u00fchlte ich mich wie ein Bergmann, der endlich auf Gold gesto\u00dfen war. Mir wurde klar, dass dieses Hobby meine Gesundheitsziele und mein langj\u00e4hriges pers\u00f6nliches Interesse an der Entdeckung der Natur in einem vereinte. Heureka!<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\">Wie hilft Dir Nature Journaling bei Deiner schweren Krankheit? Denkst Du, dass Nature Journaling (vorausgesetzt, die Person hat ein Interesse an der Natur) Teil des Heilungsprozesses im Allgemeinen sein k\u00f6nnte und, auch wenn es nicht der Heilung selbst dient, vielleicht einen Einfluss auf die Bew\u00e4ltigung der Krankheit haben k\u00f6nnte?<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich lasse mich dabei stark von der Wissenschaft leiten. Wir alle wissen intuitiv, dass der Zugang zur Natur im Allgemeinen gut f\u00fcr unsere k\u00f6rperliche und geistige Gesundheit ist, aber ich habe gelernt, dass es tats\u00e4chlich eine solide Grundlage wissenschaftlicher Forschung gibt, die diese Tatsache st\u00fctzt.<br>Forschungsstudien zeigen, dass Menschen, die st\u00e4rker mit der Natur verbunden sind, in der Regel gl\u00fccklicher im Leben sind und eher das Gef\u00fchl haben, dass ihr Leben sich lohnt, und seltener unter Depressionen oder Angstzust\u00e4nden leiden\u00b9.<br>Das Erleben der Natur ist sehr erholsam, da es viele positive Emotionen wie Frieden, Ruhe und Freude hervorrufen kann. Laut einer Forschungsstudie kann selbst das Ansehen hochwertiger Natursendungen im Fernsehen die Stimmung der Menschen heben, negative Emotionen reduzieren und dazu beitragen, die Langeweile zu lindern, die mit der Isolation in Innenr\u00e4umen einhergeht.\u00b2<br>Nature Journaling als Hobby f\u00f6rdert die \u201ePr\u00e4senz\u201c (das Leben im gegenw\u00e4rtigen Moment) und die Neugier beim Zeichnen oder Notieren von Beobachtungen. Diese Geisteszust\u00e4nde f\u00f6rdern auf nat\u00fcrliche Weise Achtsamkeit und geistige Gesundheit, was wiederum das k\u00f6rperliche Wohlbefinden f\u00f6rdert.<br>Insbesondere die gezielte Konzentration beim Notieren von Beobachtungen und Zeichnen kann die Erfahrung eines \u201eFlow\u201c erzeugen, eines Zustands friedlicher Versenkung, der der Achtsamkeit \u00e4hnelt, in dem der Geist in der Gegenwart verankert ist und sich nicht mit Sorgen um die Zukunft oder die Vergangenheit besch\u00e4ftigt.<br>Durch die Anregung von Kreativit\u00e4t und Neugier, wird die Verbindung mit der Natur und das Lernen erleichtert. Auch der Akt des Lernens selbst f\u00f6rdert unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Studien haben es mit einer Verlangsamung des kognitiven Verfalls und dem Ausbruch von Alzheimer in Verbindung gebracht \u00b3 \u2074.<br>Kulturell und medizinisch neigen wir dazu, die Vorstellung zu f\u00f6rdern, dass der Geist vom K\u00f6rper getrennt ist (\u201ekartesischer Dualismus\u201c), aber biologisch gesehen funktionieren die beiden als ein einziges miteinander verbundenes System. Also ja, ich glaube, dass das Erleben der Natur und Nature Journale bis zu einem gewissen Grad dazu beitragen k\u00f6nnen, Stress abzubauen (ein sehr k\u00f6rperliches Ph\u00e4nomen), das parasympathische Nervensystem zu aktivieren und dem K\u00f6rper zu helfen, in einen ausgeglicheneren, heilenden Zustand zu gelangen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich pers\u00f6nlich war das Natur Journaling eine Art Lebensader und hat mir eine neue Sinnhaftigkeit gegeben, auf die ich mich konzentrieren konnte, nachdem ich meine Karriere und dann meine ehrenamtliche T\u00e4tigkeit aufgeben musste.<br>Wenn ich Zeit in meinem Garten verbringe und Schmetterlinge oder Wildblumen beobachte, f\u00fchle ich mich ruhiger und gelassener und ich genie\u00dfe die Aufnahme- und Lernerfahrung, wenn ich aufzeichne, was ich gesehen habe.<br>Es hat mir geholfen, pr\u00e4senter zu sein und zu \u00fcben, meine Eintr\u00e4ge nicht zu beurteilen. Und dadurch auch mich selbst nicht zu beurteilen &#8211; wenn man eine chronische Krankheit bekommt, entwickelt man h\u00e4ufig Schuldgef\u00fchle, weil die moderne Gesellschaft Leute haupts\u00e4chlich \u00fcber ihre Produktivit\u00e4t bewertet. Eine meiner liebsten Redewendungen heutzutage ist: &#8222;Wir sind menschliche Wesen, keine menschlichen Taten&#8220;.<br>Ich bin von Natur aus ein analytischer, neugieriger \u201eWarum\u201c-Mensch, daher genie\u00dfe ich besonders die Untersuchungs- und Lernaspekte des Nature Journalings und es hat mir dabei geholfen, mein Gesundheitsziel zu erreichen, mit der Natur in Verbindung zu bleiben, auch wenn meine Welt dramatisch geschrumpft ist.<br>Alles in allem hat mir Nature Journaling einen neuen Fokus und neue M\u00f6glichkeiten gegeben und es mir erm\u00f6glicht, viel widerstandsf\u00e4higer mit dem Chaos umzugehen, das meine Krankheit in meinem Leben angerichtet hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\">Du hast einen gr\u00f6\u00dferen Naturgarten. Wie hast Du ihn angelegt und wie journalst Du dort?<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir hatten das gro\u00dfe Gl\u00fcck, einen alten &#8222;Doer-Upper&#8220;-Bungalow auf einem gro\u00dfen Eckgrundst\u00fcck zu kaufen. Ich hatte mich in meinem alten Zuhause zunehmend f\u00fcr Naturg\u00e4rtnern (Wildlife Gardening) als Hobby interessiert und wusste daher von Anfang an, dass ich daraus einen eigenen Naturgarten machen wollte. Es gibt ein bahnbrechendes Buch \u00fcber Wildlife Gardening von Chris Baines mit dem Titel \u201eHow to make a Wildlife Garden\u201c, das meine Einf\u00fchrung in die \u00d6kologie war und mir viel \u00fcber die verschiedenen Mini-Lebensr\u00e4ume, die man nachbilden kann, beigebracht hat, und wir haben im Grunde einfach versucht, so viel wie m\u00f6glich von dem in unserem Garten unterzubringen. So enth\u00e4lt unser Garten an seinen Grenzen gemischte einheimische Laub- und immergr\u00fcne Hecken, ein schattiges Hasel- und Hartriegelgeh\u00f6lz, mehrere Best\u00e4nde von Birken, Ebereschen, Apfel- und Kirschb\u00e4umen, die allesamt gartenfreundliche B\u00e4ume mit hohem Wildwert sind, sowie einen mittelgro\u00dfen Teich und eine einheimische mehrj\u00e4hrige Wildblumenwiese.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"394\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-007.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29374\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-007.jpg 700w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-007-300x169.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><figcaption><em>Der Teich und die Wildblumenwiese.<\/em> <br>(Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Kiri Stuart-Clarke)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Garten ver\u00e4ndert sich saisonal und von Jahr zu Jahr, sowohl aufgrund von Wetterschwankungen als auch mit zunehmender Reife, sodass es immer etwas zu sehen gibt. An sch\u00f6nen Tagen versuche ich normalerweise eine halbe Stunde am Tag die Natur in meinem Garten zu beobachten und zu sehen, was es Neues gibt. Wenn es mir jedoch nicht so gut geht oder das Wetter schlecht ist, konzentriere ich mich eher auf die Beobachtung der Hecke und der V\u00f6gel. Am Vogelh\u00e4uschen kann ich beobachten, wie sich Ern\u00e4hrung oder das Verhalten der V\u00f6gel im Laufe der Zeit ver\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"411\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-003.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29345\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-003.jpg 700w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-003-300x176.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><figcaption><em>Der Naturgarten <\/em><br><em>(Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Kiri Stuart-Clarke)<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich musste mein Hobby und die Materialien, die ich verwende, an meine gesundheitlichen Einschr\u00e4nkungen anpassen. Ich reagiere empfindlich auf Chemikalien und Parf\u00fcme, daher verwende ich keine \u201estaubigen\u201c Medien wie Kohle oder Pastellfarben, f\u00fcr die ein Aerosol-Spr\u00fchfixiermittel erforderlich ist. Ich konnte auch den Geruch von Alkoholmarkern nicht vertragen, von denen ich gedacht hatte, dass sie Spa\u00df machen und einfach zu verwenden w\u00e4ren. Ich habe mich f\u00fcr Tusche- und Aquarellstiften entschieden, die meiner Meinung nach die Verschmutzung minimieren und sowohl trocken als auch nass verwendet werden k\u00f6nnen, was wertvolle Energie spart.<br>Umweltvertr\u00e4glichkeit und Nachhaltigkeit liegen mir auch sehr am Herzen. Ich habe gelernt, dass viele Farbenmarken immer noch historische, giftige Pigmente verwenden (je hochwertiger die Marke, desto h\u00f6her die Wahrscheinlichkeit aufgrund des scheinbar k\u00fcnstlerischen Cach\u00e9s), was ein weiterer Grund f\u00fcr mich war, dass ich bei den in der EU hergestellten ungiftigen Stiften geblieben bin (von der Marke Faber-Castell, die \u00fcber eine gute Umweltbilanz verf\u00fcgt und einen Bleistiftlack auf Wasserbasis verwendet).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"340\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-006.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29373\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-006.jpg 700w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-006-300x146.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><figcaption><em>Naturbeobachtung im Garten &#8211; <\/em>&#8222;&#8230; zu sehen, was es Neues gibt.&#8220; <br>(Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Kiri Stuart-Clarke)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich hatte ein paar Fehlstarts und entwickelte mein Naturtagebuch im Laufe der Zeit allm\u00e4hlich weiter, um es an mein Energieniveau anzupassen. Als ich anfing, habe ich versucht, als Teil meiner Eintr\u00e4ge gro\u00dfe Bilder zu erstellen, fand das aber zu zeitaufw\u00e4ndig und erm\u00fcdend, und ich merkte bald, dass noch so viele &#8222;pencil miles&#8220; meinen Mangel an k\u00fcnstlerischem Talent nicht ausgleichen konnten!<br>Obwohl ich farbenfrohe Seiten mag, mache ich den k\u00fcnstlerischen Teil beim Journaling weniger gern \u2013 f\u00fcr mich dreht sich alles um die Natur, die ich beobachte und erforsche. Daher bin ich ein gro\u00dfer Fan von Diagrammen wie Ph\u00e4nologier\u00e4dern, die eine visuelle Darstellung erm\u00f6glichen, aber jeglichen \u00e4sthetischen Leistungsdruck beseitigen, um sch\u00f6ne Kunstwerke zu schaffen.<br>Aufgrund meines Gesundheitszustands muss ich meine Aktivit\u00e4ten stark eingrenzen, und da ich ein langsamer, weniger selbstbewusster K\u00fcnstler bin, f\u00fchre ich Live-Tageb\u00fccher nur selten. Stattdessen neige ich dazu, etwas zu bemerken, neugierig zu werden, Fotos zu machen, es online zu recherchieren und dann meine Ergebnisse aufzuzeichnen, wobei ich oft schamlos Bilder nachzeichne, um Zeit und Energie zu sparen.<br>K\u00fcrzlich habe ich ein kleines A5 \u201cmessy journal\u201d angelegt, um Feldnotizen zu machen und Rohdaten f\u00fcr Citizen-Science-Projekte zu erfassen oder mit Diagrammen zu experimentieren, damit ich h\u00e4ufiger vor Ort journalen kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\">Welche Inspirationen nutzt Du f\u00fcrs Nature Journaling?<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Teil meiner Bibliothek besteht aus Natur-Nachschlagewerken und Bestimmungsb\u00fcchern. Ich habe viele B\u00fccher \u00fcber Zeichnen und Malen gekauft, da dies mein schw\u00e4chster Bereich beim Journaling ist, aber \u201eThe Laws Guide to Nature Journaling\u201c von John Muir Laws ist mein einziges wirkliches Nature-Journaling-Buch \u2013 und meine Bibel.<br>Ich finde Wildtierschutz- und Gartenb\u00fccher sehr inspirierend, weil ich einfach die positive Wirkung liebe, wenn ich \u00fcber die Wiederherstellung von Lebensr\u00e4umen lese und Erfolgsgeschichten von Autoren lese, die der Natur in ihren G\u00e4rten (wieder) ein Zuhause gegeben haben. Ich habe das Buch von Chris Baines bereits erw\u00e4hnt. Zwei weitere B\u00fccher, die ich inspirierend fand, waren \u201eWilding &#8211; The Return of Nature to a British Farm\u201c von Isabella Tree und \u201eSticky Wicket \u2013 Gardening in tune with Nature\u201c von Pam Lewis.<br>&#8222;Wilding&#8220; ist die Geschichte der R\u00fcckkehr von Knepp, einem gro\u00dfen englischen Landgut in West Sussex, zur Natur und der anschlie\u00dfenden Wiederherstellung der Flora und Fauna (Anm.: siehe https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Knepp_Wildland). \u201eSticky Wicket \u2013 Gartenarbeit im Einklang mit der Natur\u201c ist eine praktischere Fallstudie zum Thema Wildtierfreundlichkeit, Gartenarbeit in kleinerem Ma\u00dfstab und wo ich von der Idee erfuhr, \u201egruselige H\u00fcgel\u201c f\u00fcr Ameisen anzulegen.<br>Im Gro\u00dfen und Ganzen fand ich das Naturkundebuch \u201eButterfly Isles\u201c von Patrick Barkham sehr inspirierend. Und das visuelle Storytelling von \u201eInto the Light\u201c des nordamerikanischen Naturfotografen Jim Brandenburg, der die Wildnis im Wandel der Jahreszeiten verfolgt.<br>Ich finde auch Citizen-Science-Projekte eine gro\u00dfe Inspiration, zum Beispiel haben wir in Gro\u00dfbritannien verschiedene j\u00e4hrliche und dauerhafte Vogel- und Schmetterlingsaufzeichnungsprojekte der RSPB (Royal Society for the Protection of Birds), BTO (British Trust for Ornithology) und Butterfly Conservation. Ich habe k\u00fcrzlich ein vom Woodland Trust durchgef\u00fchrtes Projekt zur Ph\u00e4nologie gefunden, das sich mit Indikatoren f\u00fcr wechselnde Jahreszeiten befasst, wie zum Beispiel dem ersten Froschlaich oder Herbstfr\u00fcchten, das sehr interessant aussieht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"570\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-008.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29382\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-008.jpg 700w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-008-300x244.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><figcaption><em>Mehrt\u00e4gige Vogelz\u00e4hlung in einem Nature Journal von Kiri Stuart-Clarke.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus habe ich einige tolle Ideen und Techniken aus den Online-Communities in den sozialen Medien bezogen, zum Beispiel habe ich dort Ph\u00e4nologier\u00e4der und Sonogramme entdeckt. Ich gestehe, ich bin ein ziemlicher Wetterfreak und habe vor ein paar Jahren in meinem Garten eine Amateur-Wetterstation installiert, die f\u00fcr mich eine unersch\u00f6pfliche Quelle der Faszination darstellt. Ph\u00e4nologie-R\u00e4der sind nun ein regelm\u00e4\u00dfiger monatlicher und j\u00e4hrlicher Bestandteil meines Terminkalenders!<br>Ich glaube, meine gr\u00f6\u00dfte Inspiration bleibt die Natur selbst, mein Wildgarten und meine gelegentlichen Ausfl\u00fcge in die umliegende Landschaft. Einer der gro\u00dfartigen Aspekte des Nature Journalings, insbesondere wenn man unter einer energielimitierenden Erkrankung leidet, ist, dass man fast alles von \u00fcberall aus aufzeichnen kann \u2013 sogar vom Bett aus, ist man von Inspiration umgeben. Man kann \u00fcber eine vorbeifliegende Hummel, einen Vogel, den man vorm Schlafzimmerfenster entdeckt oder ein bescheidenes Unkraut, das in einem Spalt zwischen den Terrassenplatten vorm Haus w\u00e4chst, journalen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"471\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-004.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29349\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-004.jpg 700w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-004-300x202.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><figcaption><em>Doppelseite in einem Nature Journal von Kiri Stuart-Clarke zur Hitzewelle im Juli 2022, mit Beobachtungen und Fragen (<\/em>&#8222;Werden die Insekten \u00fcberleben?&#8220;<em>, Foto und Zeichnung des Nachtfalters Jakobskrautb\u00e4r).<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\">Nature Journaling ist mehr als das F\u00fchren eines Skizzenbuchs \u00fcber Naturdinge. Was reizt Dich an der wissenschaftlichen Seite von Nature Journaling?<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das stimmt! Ich denke, f\u00fcr mich kommt es wieder auf meine Neugier und meine analytische, lernf\u00e4hige Denkweise an. Ich liebe es einfach, in Kaninchenl\u00f6cher einzutauchen und herauszufinden, wie etwas, das ich in der Natur bemerke, funktioniert oder entstanden ist, sei es die Erkundung der Geologie der lokalen Hunstanton-Klippen, die ich besucht habe, oder etwas \u00fcber Genetik anhand einer Aberration bei Schmetterlingen, die ich im Garten entdeckt habe oder die Beobachtung lokaler Wettertrends, f\u00fcr mich sind das alles M\u00f6glichkeiten, Faszination und Freude an der Natur zu entdecken. Es geht darum, sich an den kleinen Dingen zu erfreuen und die angeborene kindliche Neugier wiederzuerwecken, mit der man als Erwachsener so oft den Kontakt verliert, f\u00fcr mich selber eine M\u00f6glichkeit, sich wieder mit dem Teil von mir zu verbinden, die &#8222;Teich tauchen&#8220; (&#8222;Pond dipping&#8220;) liebte.<br>Naturschutz und positive Ma\u00dfnahmen zum Schutz der Natur sind mir sehr wichtig. Ich finde die Teilnahme an Citizen-Science-Projekten besonders bereichernd, weil ich wei\u00df, dass mein Beitrag dazu beitr\u00e4gt, wissenschaftliche Erkenntnisse in gro\u00dfem Ma\u00dfstab zu erweitern und dabei hilft, Naturschutzthemen wie die Auswirkungen des Klimawandels zu verstehen und das wissenschaftliche Argument f\u00fcr den Schutz der Natur zu unterst\u00fctzen \u2013 that\u2019s pretty powerful.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"449\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-001-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29338\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-001-1.jpg 700w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-001-1-300x192.jpg 300w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-001-1-80x50.jpg 80w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><figcaption><em>Geologische Schichten an den Hunstanton-Klippen (Norfolk, England). Doppelseite aus einem Nature Journal von Kiri Stuart-Clarke.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"684\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-002.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29342\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-002.jpg 500w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-002-219x300.jpg 219w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption><em>Aberration, abweichende Fl\u00fcgelmusterung, bei Aglais urticae (Kleiner Fuchs). Seite aus einem Nature Journal von Kiri Stuart-Clarke.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\">Es gibt im Internet zahlreiche Gruppen (The Nature Journal Club etc.), in denen der Austausch m\u00f6glich ist. Im Fr\u00fchjahr hast Du die neue Gruppe \u201eNature Journaling For Curiosity and Wellbeing\u201c gegr\u00fcndet. Der Schwerpunkt der Gruppe sollte auf \u201eNaturerlebnis, Beobachtung und Aufzeichnung, visuelle Darstellung, Neugier, Wissenschaft und Lernen sowie Wohlbefinden und Achtsamkeit durch die Natur\u201c liegen. Und: Der Fokus liegt nicht auf perfekt sch\u00f6nen k\u00fcnstlerischen Ergebnissen. Wichtiger ist der Prozess des Nature Journaling. &#8222;Oh toll, das ist es&#8220;, dachte ich, als ich diese Gruppenregeln las. Du warst schon l\u00e4nger in der Nature Journal Club-Gruppe aktiv, wie kam es dazu, dass Du diese neue Gruppe \u201eNature Journaling For Curiosity and Wellbeing\u201c gegr\u00fcndet hast?<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Was mich am Nature Journaling, als ich es zum ersten Mal entdeckte, im Gegensatz zum Erstellen von Naturkunst oder Kunsttageb\u00fcchern inspirierte, war, dass es nicht das Ziel ist, \u00e4sthetische Kunstwerke zu schaffen, sondern die Natur zu beobachten, zu untersuchen und zu dokumentieren. Ich fand das Konzept, dass Kunst nur ein Werkzeug oder Mittel zum Zweck ist, wirklich befreiend, weil es den \u00e4sthetischen Leistungsdruck wegnimmt, etwas Sch\u00f6nes zu schaffen. Stattdessen geht es darum, die Natur zu erleben und verschiedene visuelle Darstellungswerkzeuge zu nutzen, um Neugier zu entwickeln und zu lernen sowie die Pr\u00e4senz in der Natur zu genie\u00dfen, \u201eFlow\u201c zu erleben und Achtsamkeit zu kultivieren.<br>Das Hobby ist also eigentlich ideal, wenn man, wie ich, nicht besonders k\u00fcnstlerisch veranlagt oder, h\u00fcstel, talentiert ist. Man kann ein Nature Journal erstellen, auch wenn der eigene Zeichenstandard Strichm\u00e4nnchen-Diagramme und Strichm\u00e4nnchen sind. Unordentliche Eintr\u00e4ge wie schlammige Stiefel sind ein Zeichen daf\u00fcr, dass die Zeit gut investiert ist!<br>W\u00e4hrend einige Menschen von der k\u00fcnstlerischen, kreativen Seite motiviert sind, bevorzugen andere, wie ich, eine Kombination aus W\u00f6rtern (Notizen, Aufz\u00e4hlungszeichen, Prosa oder Gedichte) und Diagrammen, Fotos oder Karten oder sogar eine abwechslungsreiche Mischung aus allem im Scrapbook-Stil. Manche Leute f\u00fchren gerne in Echtzeit vor Ort Tagebuch oder skizzieren, w\u00e4hrend andere Referenzquellen oder Fotos verwenden \u2013 es geht nur darum, die f\u00fcr Sie geeignete Methode zu finden. Es handelt sich also um ein sehr flexibles und dennoch kreatives Hobby, das f\u00fcr fast jeden zug\u00e4nglich ist.<br>Ich habe die Facebook-Gruppe &#8222;Nature journaling for curiosity and wellbeing&#8220; (\u201eNeugier und Wohlbefinden\u201c) ins Leben gerufen, weil ich als jemand, der mit beim F\u00fchren eines Nature Journals eher von einem naturforschenden als von einem kreativen Hintergrund kam und \u00fcber keine k\u00fcnstlerischen F\u00e4higkeiten verf\u00fcgte, ziemlich entmutigt war, als ich den sehr hohen k\u00fcnstlerischen Standard der Eintr\u00e4ge in anderen Nature Journaling-Facebook-Gruppen sah.<br>Dar\u00fcber hinaus hatte ich manchmal das Gef\u00fchl, dass die Gefahr besteht, dass die k\u00fcnstlerischen Mittel zum Endziel werden, d.h. das Thema Natur kann gegen\u00fcber dem Streben nach ausreichend guten oder sch\u00f6nen k\u00fcnstlerischen Nature Journal-Eintr\u00e4gen zweitrangig werden. Es besteht die Gefahr, dass die Natur bei Diskussionen \u00fcber k\u00fcnstlerische Techniken, Materialien oder den Wunsch nach Likes und Bewunderung oder Best\u00e4tigung der eigenen k\u00fcnstlerischen Leistung sogar ein wenig untergeht. Irgendwann wurde ich von all dem ein wenig \u00fcberw\u00e4ltigt, was sich nachteilig auf mein Nature Journal auswirkte. Ich war frustriert und verzweifelt wegen der k\u00fcnstlerischen Qualit\u00e4t meiner Eintr\u00e4ge, so sehr, dass ich fast davon abgehalten wurde, Nature Journals zu schreiben. Dann wurde mir klar, dass es daran lag, dass ich versuchte, mich dazu zu zwingen, etwas zu sein, was ich nicht war, und mich in ein k\u00fcnstlerisches Nature Journaling  einzuf\u00fcgen.<br>Die Leute neigen dazu, ihre besten Arbeiten zu ver\u00f6ffentlichen, und es fiel mir schwer, meine Beitr\u00e4ge nicht negativ mit der wunderbaren k\u00fcnstlerischen Norm zu vergleichen, die ich sah. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen negative Selbstvergleiche mit einer vermeintlich \u00fcberlegenen Norm sehr sch\u00e4dlich f\u00fcr das Selbstwertgef\u00fchl und das geistige Wohlbefinden sein. Ich fand es etwas frustrierend, als ich den Standardsatz h\u00f6rte, dass man nur harte Arbeit und Bleistiftmeilen (\u201ePencil miles\u201c) braucht. Ja, \u00dcbung hilft uns, Fertigkeiten aufzubauen und zu verbessern, aber es ist auch wichtig anzuerkennen, dass wir alle auch unterschiedliche St\u00e4rken, Schw\u00e4chen und Neigungen haben. Beim besten Willen der Welt habe ich gelernt, dass mich keine noch so gro\u00dfe Anzahl von &#8222;pencil miles&#8220; jemals auf ein solches Niveau bringen w\u00fcrde \u2013 das Beste, was ich jemals k\u00fcnstlerisch erreichen werde, ist mittelm\u00e4\u00dfig \u2013 und das ist in Ordnung. Letztlich bin ich aufgrund meines naturwissenschaftlichen Hintergrunds einfach nicht so begeistert von der k\u00fcnstlerischen Seite wie viele Leute in dieser Gruppe \u2013 und das ist auch in Ordnung.<br>Mit der Zeit \u00fcberwand ich schlie\u00dflich meine kritische Beurteilung und meine Tendenzen zum Perfektionismus und schaffte es, den \u00e4sthetischen Leistungsdruck, der dadurch entstanden war, gr\u00f6\u00dftenteils loszulassen, aber hin und wieder sah ich Kommentare von Neueinsteigern, die genau die gleichen Gef\u00fchle widerspiegelten, die ich erlebt und verloren hatte bis ich angefangen habe.<br>Daher begann ich zu sp\u00fcren, dass m\u00f6glicherweise ein verborgener, unbefriedigter Bedarf an einem speziellen Raum f\u00fcr Nature Journaler bestand, die weniger k\u00fcnstlerisch veranlagt sind, sich mehr f\u00fcr die erforschende Naturseite des Journalings interessieren und vielleicht Anf\u00e4nger sind oder einen nicht-k\u00fcnstlerischen Hintergrund wie Naturforscher und Wissenschaftler haben und von dort zum Nature Journaling gekommen sind.<br>Deshalb wollte ich eine Gruppe gr\u00fcnden, die weniger Wert auf die k\u00fcnstlerischen Aspekte des Nature Journalings legt und daher eine realistischere visuelle \u201eNorm\u201c f\u00fcr Seiteneintr\u00e4ge bietet. Ein Raum, der genauso positiv, einladend und unterst\u00fctzend ist wie die Hauptgruppe, in dem der Fokus jedoch ganz auf dem Naturerlebnis selbst liegt und nicht auf k\u00fcnstlerischer Leistung. Ich glaube, dass die Beseitigung des \u00e4sthetischen Leistungsdrucks den Menschen auch die Freiheit gibt, neue Dinge auszuprobieren und bei dem, was sie tun, kreativer und experimentierfreudiger zu sein.<br>Das Konzept scheint bei den Menschen Anklang gefunden zu haben. Ich bin erstaunt, wie schnell die Gruppe gewachsen ist und habe dabei einige tolle, inspirierende Menschen kennengelernt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\">Du machst auch eine Website (kiri.uk), auf der Du regelm\u00e4\u00dfig Fotos aus der Natur und Artikel dar\u00fcber ver\u00f6ffentlichst. Darauf wollte ich die Leser an dieser Stelle hinweisen, da es sich um interessante Inhalte handelt. Es gibt viele tolle Texte und Fotos auf der Seite. <\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das ist richtig, ich begann mit der Webseite vor Jahren als Naturfotografie-Hobby-Webseite und sie existierte schon vor meiner Karriere als Fotojournalistin. In gewisser Weise war mein Blog dort ein digitaler Vorl\u00e4ufer meines Nature Journalings. R\u00fcckblickend spiegelte meine Reise in die Naturfotografie in mancher Hinsicht die des Nature Journalings wider. W\u00e4hrend meiner Zeit als Profi wurde ich ziemlich desillusioniert von dem Genre und kam zu dem Schluss, dass f\u00fcr mich die Natur an erster Stelle stand. Ich war in erster Linie eine Naturforschende, die es genoss, die Natur mit Fotos festzuhalten, anstatt ein \u201eNaturfotografin\u201c zu sein, die auf jeden Fall ein perfektes Bild anstrebte.<br>Deshalb habe ich die Website im Laufe der Zeit st\u00e4rker auf den Blog ausgerichtet, mit dem Ziel, das Bewusstsein f\u00fcr die Natur zu sch\u00e4rfen und den Naturschutz an der Basis zu f\u00f6rdern.<br>Insbesondere m\u00f6chte ich zum &#8222;wildlife gardening&#8220; inspirieren und hoffe, die Freude am Anblick der allt\u00e4glichen Natur zu f\u00f6rdern, die die Menschen in ihren Garten bringen k\u00f6nnen, was wiederum die Menschen dazu motiviert, die Natur st\u00e4rker sch\u00fctzen zu wollen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"360\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-009.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29379\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-009.jpg 500w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-009-300x216.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption><em>&#8222;Nature Journaling-Inspiration direkt vor der eigenen Hintert\u00fcr!&#8220;<\/em> <br>(Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Kiri Stuart-Clarke)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Es ist wahrscheinlich das Projekt, das am meisten unter meiner Krankheit gelitten hat, aber ich hoffe, es weiterzuf\u00fchren, wenn auch in einem langsameren Tempo als zuvor, da ich Umweltschutz neben dem Klimawandel als das zentrale existenzielle Thema unserer Zeit ansehe.<br>G\u00e4rten werden immer wichtigere Zufluchtsorte f\u00fcr Flora und Fauna, da der Lebensraum in der weiteren Landschaft verloren geht und immer fragmentierter wird. &#8222;Wildlife gardening&#8220; ist ein \u00e4u\u00dferst positiver Schritt, den jeder zu Hause oder in seiner \u00f6rtlichen Gemeinde unternehmen kann, um einen sp\u00fcrbaren Unterschied f\u00fcr die Natur zu machen und dabei zu helfen, die bedr\u00e4ngte Tier- und Pflanzenwelt in der Gegend, in der man lebt, zu unterst\u00fctzen. Es ist eine M\u00f6glichkeit, der Natur etwas zur\u00fcckzugeben, wenn man m\u00f6chte, und es ist unglaublich lohnend. Wie das Sprichwort sagt: If you build it, they (the wildlife) will come.<br>Ich habe aus meinem langen Naturgartenprojekt so viel gelernt, dass ich es nur w\u00e4rmstens empfehlen kann. Dar\u00fcber hinaus genie\u00dft man den zus\u00e4tzlichen Bonus st\u00e4ndiger Nature Journaling-Inspiration direkt vor der eigenen Hintert\u00fcr!<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\">Das stimmt! Es ist gar nicht so schwer, sich ein wenig Natur in den Garten zu holen, z.B. ein kleines Vogelh\u00e4uschen oder eine wilde Ecke im Garten. Herzlichen Dank Kiri f\u00fcr das offene und spannende Interview. Abschlie\u00dfend noch ein paar Anmerkungen die Kiri mir geschickt hat sowie wie die Weblinks zu Kiris Webseite und zur Gruppe \u201eNature Journaling For Curiosity and Wellbeing\u201c.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Anmerkungen:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/www.mentalhealth.org.uk\/our-work\/research\/nature-how-connecting-nature-benefits-our-mental-health#:~:text=Research%20shows%20that%20people%20who,creativity%20and%20can%20facilitate%20concentration\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.mentalhealth.org.uk\/our-work\/research\/nature-how-connecting-nature-benefits-our-mental-health#:~:text=Research%20shows%20that%20people%20who,creativity%20and%20can%20facilitate%20concentration<\/a>.<\/li><li>N.L. Yeo, M.P. White, I. Alcock, R. Garside, S.G. Dean, A. Smalley, B. Gatersleben.&nbsp;What is the best way of delivering virtual nature for improving mood?: An experimental comparison of high definition TV, 360\u00ba video, and computer generated virtual reality.&nbsp;Journal of Environmental Psychology, 2020; 101500 DOI:&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.1016\/j.jenvp.2020.101500\" target=\"_blank\">10.1016\/j.jenvp.2020.101500<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.sciencedaily.com\/releases\/2020\/10\/201013190803.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.sciencedaily.com\/releases\/2020\/10\/201013190803.htm<\/a><\/li><li>Cognitive activity relates to cognitive performance but not to Alzheimer disease biomarkers<br>Christopher M. Gidicsin, Jacqueline E. Maye, Joseph J. Locascio, Lesley C. Pepin, Marlie Philiossaint, J. Alex Becker, Alayna P. Younger, Maria Dekhtyar, Aaron P. Schultz, Rebecca E. Amariglio, Gad A. Marshall, Dorene M. Rentz, Trey Hedden, Reisa A. Sperling, Keith A. Johnson<br>Neurology Jul 2015, 85 (1) 48-55; <br>DOI: 10.1212\/WNL.0000000000001704<\/li><li>Musical practice as an enhancer of cognitive function in healthy aging \u2013 A systematic review and meta-analysis<br>Rafael Rom\u00e1n-Caballero, et al, &nbsp;PLOS One, 2018; 13(11): e0207957. Published online 2018 Nov 27. Doi: 10.1371\/journal. Pone.0207957<br>PMCID: PMC6258526 PMID: 30481227<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Weblinks:<\/p>\n\n\n\n<p>Nature Journaling For Curiosity and Wellbeing:<br><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/groups\/naturejournal4curiositywellbeing\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.facebook.com\/groups\/naturejournal4curiositywellbeing<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Kiri Stuart-Clarke:<br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.kiri.uk\" target=\"_blank\">https:\/\/www.kiri.uk<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/froglink.gif\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><\/tr><tr><td><\/td><td><\/td><td><strong>English Version of the Interview<\/strong><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><\/tr><tr><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><\/tr><tr><td><\/td><td><\/td><td><strong>Interview #10: Kiri Stuart-Clarke<\/strong><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><\/tr><tr><td><\/td><td><\/td><td><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption><strong>Kiri Stuart-Clarke<\/strong> is a naturalist, conservationist and nature journaler from Norfolk, England. In spring 2023 she founded the online group \u201eNature Journaling For Curiosity and Wellbeing\u201c.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"163\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/NJI-INT-010.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-29330\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\">Kiri, you had already been intensively involved with nature for a number of years and you were also active as a nature photographer. Can you tell us a little bit about your activities?<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kiri Stuart-Clarke: <\/strong>Yes, though far from expert, I would describe myself as a passionate naturalist and conservationist. I think two childhood experiences led to learning about and protecting nature being a lifelong interest and passion of mine. Firstly my parents were avid gardeners, so I spent a lot of time mucking about on their allotment watching insects like woodlice, ants ladybirds and snails go about their lives. Secondly they enrolled me into the children\u2019s club of our local Wildlife Trust (a UK conservation charity that runs local nature reserves) so I started to visit nature reserves at a young age. I remember being so enthusiastic that once I even dragged my poor mum out in torrential rain to go pond dipping. Because of the lifelong influence it had on me, I strongly believe in the importance of engaging children in nature and conservation activities at a young age.<br>Like many people, nature took more of a back seat in my adult career, but my interest was rekindled when I moved to a village below the Ridgeway (a national trail running through beautiful chalk downland in South Oxfordshire, England). Its there that I developed my particular love for butterflies and became interested in nature photography. In my spare time I enjoyed hiking in nature reserves and would roam the countryside with my rescued Border Collie dog Star and my camera. I also became active in a local Wildlife Trust scheme to monitor and conserve water voles.<br>When the big recession hit we were forced to relocate to Norfolk. I couldn\u2019t find a job so instead I set up a freelance business that was a mix of photography tuition and nature photo-journalism writing articles for local lifestyle magazines. Thanks to relevant professional experience, I also started to volunteer for the local branch of Butterfly Conservation charity as their PR officer which I did for almost 10 years, until ill health forced me to leave last year.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\">When did you hear about Nature Journaling? Did you then start directly with a Nature Journal?<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>The tale of how I came to discover nature journaling is a less happy one. To cut a long story short, a few years after I moved to Norfolk I developed a health condition which needed major surgery. Unfortunately afterwards I contracted Viral Meningitis and developed a severe form of neuro-immune illness called Myalgic Encephalomyelitis (M.E.) as a result.<br>As my disease progressed, my world became smaller and smaller. I\u2019m unable to work and now pretty much restricted to the confines of my home and often my bed. Wheelchair access to nature reserves is virtually non existent and at the moment I\u2019m only occasionally able to escape my home and wander a little way up my country lane in a powered Triride wheelchair for half an hour or so.<br>So my nature experiences inevitably have become correspondingly smaller too. I am generally limited to what I see from my patio in the back garden, at times just the view of a beautiful Birch tree and the bird feeders outside my bedroom window.<br>Having always been an \u201coutdoorsy\u201d kind of girl , I experienced a great deal of \u201chealth bereavement\u201d grief as I lost my freedom and ability to access the countryside. I felt trapped. It felt like I was losing my very identity. I hit rock bottom.<br>To regain some peace of mind I realised that it was vital I find a new way to stay connected to the nature that I love so much.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"340\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-010.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29395\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-010.jpg 700w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-010-300x146.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><figcaption><em>At the Country lane and view of a beautiful Birch tree with the bird feeders<\/em>. <br>(photo credit: Kiri Stuart-Clarke)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>I\u2019ve never considered myself an \u201carty\u201d or creative person more an analytical, scientifically minded one, but during the pandemic I tasked myself with teaching myself to draw properly from scratch as a lockdown project, thinking it might be a pleasant yet still manageable diversionary activity that I could do on my better days from the bed or sofa.<br>Nature was of course my choice of subject matter. It was while researching learning resources for drawing nature online that I stumbled across mention of a club for \u201cNature Journaling\u201d as a hobby. Despite my past activities with conservation charities I\u2019d never heard of such a thing before. When I read up about it, I felt like a miner who\u2019d finally struck gold. I realised that the hobby combined my wellbeing goals and longstanding personal nature discovery interests all in one thing. Eureka!<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\">How does Nature Journaling help you with your serious illness? Do you think Nature Journaling (provided the person has an interest in nature) could be part of the healing process in general and if not for healing itself, perhaps influencing the coping with the disease?<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>I\u2019m very much led by the science on this. We all intuitively know that accessing nature is generally good for our physical and mental health, but I\u2019ve learned there\u2019s actually a solid basis of scientific research supporting this fact.<br>Research studies show that people who are more connected with nature are usually happier in life and more likely to report feeling their lives are worthwhile and less likely to suffer depression or anxiety\u00b9 .<br>Experiencing nature is very restorative because it is able to stimulate many positive emotions, such as peace, calmness and joy. According to one research study, even watching high quality nature programs on TV can lift up people\u2019s moods, reduce negative emotions, and help alleviate the kind of boredom associated with being isolated indoors.\u00b2<br>Nature journaling as a hobby cultivates \u201cpresence\u201d (living in the present moment) and curiosity when drawing or noting observations. These states of mind naturally promote mindfulness and mental health, which in turn promote physical well-being.<br>In particular, the focussed concentration when noting observations and drawing can create the experience of \u201cflow\u201d, a state of peaceful absorption akin to mindfulness where the mind is anchored in the present and not preoccupied with worrying about the future or the past.<br>By stimulating creativity and curiosity, connecting with nature facilitates learning. The act of learning itself also supports our health and wellbeing; most notably, studies have associated it with slowing down cognitive decline and the onset of Alzheimer\u2019s \u00b3 \u2074.<br>Culturally and medically, we tend to foster the idea of the mind being separate from the body (\u201cCartesian dualism\u201d), but biologically speaking the two operate as a single interconnected system. So yes I do believe that, up to a point, experiencing nature and nature journaling can contribute to reducing stress (a very physical phenomenon), activating the parasympathetic nervous system and helping the body enter a more balanced, healing state.<br><br>For me personally, nature journaling has been a bit of a lifeline and given me a renewed sense of purpose to focus on after having to give up my career, then my volunteer role.<br>When I spend time in my garden observing butterflies or wildflowers I feel calmer and more at peace and I enjoy the absorption and learning experience when I journal what I have seen.<br>It has helped me learn to be more present, to practise being non judgemental about my entries. And through that also to not judge myself &#8211; when you get a chronic illness you often develop guilt feelings, because modern society values people predominately for their productivity. One of my favourite phrases nowadays is that &#8222;we are human beings, not human doings&#8220;.<br>I\u2019m naturally an analytical, inquisitive \u201cwhy\u201d kind of person so I particularly enjoy the investigation and learning aspects of the nature journaling process and it\u2019s helped me with my well-being goal of staying connected to nature even though my world has shrunk dramatically.<br>All in all, Nature Journaling has given me a new focus and outlet and enabled me to be much more resilient in coping with the havoc wrought on my life by my illness.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\">You have a larger Wildlife-garden. Tell me how you nature journal there<\/span><\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>We were very fortunate to buy an old \u201cdoer-upper\u201d bungalow on a generous corner plot. I had been increasingly interested in wildlife gardening as a hobby at my old home so knew right from the start that I wanted to make it a dedicated wildlife garden. There is a seminal wildlife gardening book by Chris Baines called \u201cHow to make a wildlife garden\u201d, which was my introduction to ecology and taught me a great deal about the different mini habitats you can recreate and we basically just tried to fit in as many of those as possible. So our garden contains mixed native deciduous and evergreen hedges on its boundaries, has a shady Hazel and Dogwood copse, several stands of Birch, Rowan, Apple and Cherry trees, which are all garden-friendly high wildlife value trees, as well as a medium sized wildlife pond and native perennial wildflower meadow.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"394\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-007.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29374\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-007.jpg 700w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-007-300x169.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><figcaption><em>Pond and wildflower meadow.<\/em> <br>(photo credit: Kiri Stuart-Clarke)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>The garden changes seasonally and year to year both due to weather fluctuations and as it matures so there\u2019s always something to see. In clement weather on good days I usually try to spend half an hour a day just watching nature in my garden and noticing what\u2019s there, what\u2019s new but when I am less well or the weather\u2019s poor I tend to focus more on watching the hedgerow and birds on the bird feeder and seeing how their diet or behaviour changes over time.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"411\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-003.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29345\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-003.jpg 700w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-003-300x176.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><figcaption><em>The wildlife garden <\/em><br><em>(photo credit: Kiri Stuart-Clarke)<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>I have had to adapt the hobby and materials I use to suit my health constraints. I\u2019m sensitive to chemicals and perfumes so don\u2019t use \u201cdusty\u201d media like charcoal or pastels that required an aerosol spray fixative. I also couldn\u2019t tolerate the smell of alcohol markers which I\u2019d thought would be fun and easy to use. I settled on using ink pen and watercolour pencils, which I found minimise any mess and can be used dry or wet, so save me precious energy.<br>Environmental sustainability also concerns me greatly and I learned many paint brands still use historic, toxic pigments (the posher the brand the higher the likelihood due to the artistic cach\u00e9 it seems), which is another reason I stuck with non-toxic pencils made in the EU (a brand called Faber-Castell who have good eco credentials and use a water based pencil varnish).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"340\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-006.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29373\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-006.jpg 700w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-006-300x146.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><figcaption><em>Nature observation in the garden &#8211; &#8222;noticing what\u2019s there, what\u2019s new&#8220;.<\/em> <br>(photo credit: Kiri Stuart-Clarke)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>I had a few false starts and gradually evolved how I nature journal over time to fit my energy levels. When I first started out I tried to create large pictures as part of my entries but found it too time consuming and fatiguing, plus I soon learned that no amount of pencil miles would compensate for my lack of artistic talent!<br>Though I like colourful pages I find doing the art side of things less engaging of itself \u2013 for me it\u2019s all about the nature I\u2019m observing and investigating. As a result I\u2019m a big fan of diagrams such as phenology wheels, which enable visual representation but remove any aesthetic performance pressure to create beautiful artwork.<br>Because of my health I have to pace my activity a lot and I\u2019m a slow, less confident artist so I only rarely journal live. Instead, I tend to notice something, get curious, take photos, research it online then journal my findings, often shamelessly tracing images to save time and energy.<br>More recently I introduced a small A5 \u201cmessy journal\u201d to take field notes in and capture raw data for citizen science projects or experiment with diagrams so as to help me journal in situe more often.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\">What inspiration do you get for nature journaling? <\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Most of my book library is made up of nature reference books and ID guides. I bought a lot of books on how to draw and paint as that is my weakest journaling area, but \u201cThe Laws Guide to Nature Journaling\u201c by John Muir Laws is my only actual nature journaling book &#8211; and my bible.<br>I find wildlife conservation and gardening books very inspiring because I simply love the positivity of hearing about habitat restoration and reading success stories of authors having (re)created a home for nature in their gardens. I mentioned Chris Baines\u2019 book earlier, two other books I found inspiring were \u201cWilding &#8211; The Return of Nature to a British Farm\u201d by Isabella Tree, and \u201cSticky Wicket \u2013 Gardening in tune with Nature\u201d by Pam Lewis.<br>Wilding is the story of reverting Knepp, a large English country estate farm in West Sussex, to nature and the restoration of the flora and fauna that followed and \u201cSticky Wicket \u2013 Gardening in tune with Nature\u201d is a more practical case study of wildlife friendly gardening on a smaller scale and where I learned about the idea of creating \u201cspooky mounds\u201d for ants.<br>More broadly I found natural history book \u201cButterfly Isles\u201d by Patrick Barkham very inspiring. And the visual storytelling of \u201cInto the Light\u201d by North American Nature Photographer Jim Brandenburg tracking wilderness through the seasons.<br>I also find citizen science projects a great inspiration as well, for example in the UK we have various annual and perpetual bird and butterfly recording projects by the RSPB (Royal Society for the Protection of Birds), BTO (British Trust for Ornithology) and Butterfly Conservation respectively. I\u2019ve recently found a project run by the Woodland Trust about phenology that looks at indicators of changing seasons, such as first frogspawn or autumn fruits that looks very interesting.<br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"570\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-008.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29382\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-008.jpg 700w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-008-300x244.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><figcaption><em>Bird count over a few days in a Nature Journal by Kiri Stuart-Clarke.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>In addition I\u2019ve sourced some great ideas and techniques from the online community on social media, for example I discovered phenology wheels and sonograms there. I confess I am a bit of a weather geek and a few years ago I installed an amateur weather station in my back garden, which is an endless source of fascinating for me. So phenology wheels are now a regular monthly and annual feature in my diary!<br>I suppose my biggest inspiration remains nature itself, my wildlife garden and my occasional trips into the surrounding countryside. One of the great things about nature journaling, especially if you have an energy limiting condition, is that you can journal just about anything from just about anywhere \u2013 even your bed inspiration is all around us. You could journal about a bumblebee that flies past, a bird you spot outside your bedroom window or a humble weed growing in a crack between the patio slabs outside your house.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"471\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-004.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29349\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-004.jpg 700w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-004-300x202.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><figcaption><em>Double page from a Nature Journal by Kiri Stuart-Clarke of the heat wave in July 2022, with observations and questions (&#8222;However will the insects survive?&#8220;, Photo and drawing of an Cinnabar moth).<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\">Nature journaling is more than just keeping a sketchbook of things in nature. What excites you about the naturalist or scientific side of nature journaling?<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>You\u2019re so right! I think for me it comes down to curiosity and my analytical, learning mindset again. I just love diving down rabbit holes and finding out about how something I notice in nature works or came to be, whether it\u2019s discovering the geology of the local Hunstanton cliffs I visited or learning about genetics through a butterfly aberration I\u2019ve spotted in the garden or monitoring local weather trends, for me they\u2019re all ways of finding fascination and joy in nature. It\u2019s about enjoying the little things, reawakening that innate childish curiosity again that people so often lose touch with as an adult, a way of reconnecting with that bit of me that loved to go pond dipping in the rain.<br>Conservation and making positive steps to protect nature is very important to me. I find participating in a citizen science projects particularly rewarding because you know that your contribution is helping to further scientific knowledge on a mass scale and is helping to understand conservation issues like the impact of &nbsp;climate change and is supporting the scientific argument for protecting nature \u2013 that\u2019s pretty powerful.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"449\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-001-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29340\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-001-2.jpg 700w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-001-2-300x192.jpg 300w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-001-2-80x50.jpg 80w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><figcaption><em>Geological strata at the Hunstanton Cliffs (Norfolk, England). Double page from a Nature Journal by Kiri Stuart-Clarke.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"684\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-002.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29342\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-002.jpg 500w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-002-219x300.jpg 219w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption><em>Aberration, mutant butterfly wing pattern, at Aglais urticae (Small tortoiseshell). Page from a Nature Journal by Kiri Stuart-Clarke.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\">There are now numerous groups (The Nature Journal Club etc.) on the Internet where the exchange is possible. In spring you founded the new group &#8222;Nature Journaling For Curiosity and Wellbeing&#8220;. The emphasis of the group should be &#8222;experiencing nature, observation and recording, visual representation, curiosity, science and learning, and well-being and mindfulness through nature&#8220;. And: the focus is not on perfect beautiful artistic results. The process of Nature Journaling is more important. Oh great, that&#8217;s it, I thought as I read these group rules. You were already active in the Nature Journal Club group for a while, how did you come to found this new group &#8222;Nature Journaling For Curiosity and Wellbeing&#8220;?<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>For me the thing I found inspiring about Nature journaling when I first found it, as opposed to creating nature art or art diaries, was that creating aesthetic artwork itself wasn\u2019t the goal, which was observing, investigating and documenting nature. I found that concept of art being just a tool or means to an end really liberating because it took away aesthetic performance pressure to create something beautiful. Instead it\u2019s about experiencing nature and using various visual representation tools to develop curiosity and learn as well as to enjoy being present in nature, experience \u201cflow\u201d and cultivate mindfulness.<br>So the hobby is actually ideal if you are, like me, not especially artistically inclined or, ahem, talented. You can nature journal even if your drawing standard is stickman diagrams and tally sticks. Messy entries, like muddy boots, are a sign of time well spent!<br>While some people are motivated by the artistic, creative side others, like me prefer a combination of words (notes, bullets, prose or poetry) and diagrams, photos or maps or even a scrapbook style varied mix of everything. Some people like to journal or sketch real time in the field, while others use reference sources or photos \u2013 it\u2019s all about finding whatever method works for you. So it\u2019s a very flexible yet creative hobby that is accessible to almost anyone.<br>I created the curiosity and wellbeing Facebook group because early on, as someone who had come to nature journaling from a naturalist rather than a creative background and with zero artistic skills, I felt really quite daunted by seeing the very high artistic standard of entries in the main groups.<br>In addition I felt sometimes there\u2019s a risk of the artistic means becoming the end goal i.e. the nature subject can risk becoming secondary to the pursuit of sufficiently good or beautiful enough artistic journal entries. There\u2019s a risk nature can perhaps even get a bit lost among discussions around artistic technique, materials or the desire for likes and admiration or validation of one\u2019s artistic achievement. At one point early on I did get a bit waylaid by it all to the detriment of my nature journaling. I became frustrated and despondent with the artistic quality of my entries, so much so that I was almost put off nature journaling altogether then I realised it was because I was trying to force myself to be something I wasn\u2019t, to fit into an artistic nature journaling mould, which wasn\u2019t really me.<br>People tend to post their best work and I found it difficult not to compare my entries unfavourably with the wonderful artistic norm that I saw. Of course negative self comparisons against a perceived superior norm can be very detrimental to self esteem and mental wellbeing. I found it a bit frustrating when I heard the standard line about just needing hard work and pencil miles. Yes practice helps us build and improve any skill, but it\u2019s also important to acknowledge we all have different strengths, weaknesses and inclinations too. With the best will in the world I learned no amount of pencil miles will ever get me to that sort of standard &#8211; the best I\u2019m ever likely to attain is mediocre \u2013 and that\u2019s ok.&nbsp; Ultimately, due to my naturalist background I\u2019m just not as \u201cinto\u201d the art side of things as many people in that group are \u2013 and that\u2019s also ok.<br>Over time I did eventually get past my critical judging and perfectionist tendencies and managed to mostly let go of the aesthetic performance pressure it had created, but periodically I would see comments from new starters who echoed the exact same feelings that I\u2019d experienced and gone through when I started out.<br>So, I started to feel that perhaps there was a hidden, unmet need for a dedicated space for nature journallers who are less artistically minded, are more into the investigating nature side of journaling, who perhaps may be beginners or have come to nature journaling from a non-artistic background such as naturalists and scientists.<br>So I wanted to create a group that had less emphasis on the artistic aspects of nature journaling and so offered a more realistic visual \u201cnorm\u201d for page entries. A space every bit as positive, welcoming and supportive as the main group, but where the focus is squarely on the nature experience itself and not on artistic output or achievement. I believe removing aesthetic performance pressure also frees people up to try new things and be more creative and experimental in what they do.<br>The concept does seems to have resonated with people. I\u2019m amazed how rapidly the group has grown in size and I\u2019ve met some amazing, inspiring people along the way.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\">You also have a website (kiri.uk) where you regularly publish photos from nature and articles about them. I wanted to point this out to the readers at this point, because it is interesting content. There are a lot of great texts and photos on the page. You still do this alongside Nature Journaling?<\/span><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>That\u2019s right, it started as a nature photography hobby webpage way back and predates my photo-journalism career. In a way my blog there was a digital precursor to my nature journaling. Looking back, in some respects my nature photography journey mirrored my nature journaling one. During my stint as a professional I became quite disillusioned with the genre and reached the conclusion that for me, nature came first. I was first and foremost a naturalist who enjoyed recording nature with photos rather than being a \u201cnature photographer\u201d in pursuit of a perfect image no matter what.<br>So over time I\u2019ve refocused the site more onto the blog, with the aim of educating and raising awareness about nature and promoting grassroots conservation.<br>In particular I aim to inspire and encourage wildlife gardening and hope to foster a joy in seeing the everyday nature that people can encourage into their garden, which in turn motivates people to want to protect nature more.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"360\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-009.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29379\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-009.jpg 500w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/ksc-009-300x216.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption><em>&#8222;Nature journaling inspiration right outside your back door!&#8220;<\/em> <br>(photo credit: Kiri Stuart-Clarke)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Its probably the project that has suffered most from my illness but I do hope to keep it going, albeit at a slower pace than before, as I see conservation, along with climate change, as the key existential issue of our time.<br>Gardens are increasingly important havens for wildlife as habitat in the wider countryside is lost and becomes more fragmented. Wildlife gardening is a hugely positive step that anyone can take at home, or in their local community, to make a tangible difference for nature and help support the beleaguered wildlife in their area where they live. It\u2019s a way of giving back to nature if you like and it\u2019s so incredibly rewarding. As the saying goes if you build it, they (the wildlife) will come.<br>I have learned so much from my decade long wildlife gardening project, I can\u2019t recommend it highly enough. Plus, you get to enjoy the added bonus of constant nature journaling inspiration right outside your back door!<\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color:#2b6978\" class=\"has-inline-color\">That&#8217;s correct! It&#8217;s not that difficult to bring a bit of nature into your garden, e.g. a small bird house or a wild corner in the garden. Many thanks Kiri for the open and exciting interview. Finally, a few notes that Kiri sent me, as well as the web links to Kiri&#8217;s website and to the &#8222;Nature Journaling For Curiosity and Wellbeing&#8220; group.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Notes<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\"><li><a href=\"https:\/\/www.mentalhealth.org.uk\/our-work\/research\/nature-how-connecting-nature-benefits-our-mental-health#:~:text=Research%20shows%20that%20people%20who,creativity%20and%20can%20facilitate%20concentration\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.mentalhealth.org.uk\/our-work\/research\/nature-how-connecting-nature-benefits-our-mental-health#:~:text=Research%20shows%20that%20people%20who,creativity%20and%20can%20facilitate%20concentration<\/a>.<\/li><li>N.L. Yeo, M.P. White, I. Alcock, R. Garside, S.G. Dean, A. Smalley, B. Gatersleben.&nbsp;What is the best way of delivering virtual nature for improving mood?: An experimental comparison of high definition TV, 360\u00ba video, and computer generated virtual reality.&nbsp;Journal of Environmental Psychology, 2020; 101500 DOI:&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.1016\/j.jenvp.2020.101500\" target=\"_blank\">10.1016\/j.jenvp.2020.101500<\/a> <br><a href=\"https:\/\/www.sciencedaily.com\/releases\/2020\/10\/201013190803.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.sciencedaily.com\/releases\/2020\/10\/201013190803.htm<\/a><\/li><li>Cognitive activity relates to cognitive performance but not to Alzheimer disease biomarkers<br>Christopher M. Gidicsin, Jacqueline E. Maye, Joseph J. Locascio, Lesley C. Pepin, Marlie Philiossaint, J. Alex Becker, Alayna P. Younger, Maria Dekhtyar, Aaron P. Schultz, Rebecca E. Amariglio, Gad A. Marshall, Dorene M. Rentz, Trey Hedden, Reisa A. Sperling, Keith A. Johnson<br>Neurology Jul 2015, 85 (1) 48-55; DOI: 10.1212\/WNL.0000000000001704<\/li><li>Musical practice as an enhancer of cognitive function in healthy aging \u2013 A systematic review and meta-analysis<br>Rafael Rom\u00e1n-Caballero, et al, &nbsp;PLOS One, 2018; 13(11): e0207957. Published online 2018 Nov 27. <br>Doi: 10.1371\/journal. Pone.0207957<br>PMCID: PMC6258526 PMID: 30481227<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Weblinks:<\/p>\n\n\n\n<p>Nature Journaling For Curiosity and Wellbeing:<br><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/groups\/naturejournal4curiositywellbeing\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.facebook.com\/groups\/naturejournal4curiositywellbeing<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Kiri Stuart-Clarke:<br><a href=\"https:\/\/www.kiri.uk\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.kiri.uk<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/froglink.gif\" alt=\"\"\/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welche Erfahrungen machen andere mit Nature Journaling?&nbsp;Hier sprechen Nature Journalerinnen und Journaler dar\u00fcber wie sie zum Nature Journaling gekommen sind, wie sie ihre ersten Seiten erstellten und wie sie nun Journalen oder welche Materialien sie verwenden. 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