{"id":34203,"date":"2006-11-21T13:42:00","date_gmt":"2006-11-21T13:42:00","guid":{"rendered":"https:\/\/guentersahler.de\/?p=34203"},"modified":"2025-05-28T14:04:32","modified_gmt":"2025-05-28T14:04:32","slug":"erforschung-der-europaeischen-und-deutschen-golfgeschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/guentersahler.de\/?p=34203","title":{"rendered":"Erforschung der europ\u00e4ischen und deutschen Golfgeschichte"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"200\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2006\/11\/logo1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-34205\" srcset=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2006\/11\/logo1.jpg 600w, https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2006\/11\/logo1-300x100.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Erforschung der europ\u00e4ischen und deutschen Golfgeschichte<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Die Gr\u00fcndung der&nbsp;<em>European Association of Golf Historians &amp; Collectors<\/em>&nbsp;nutzte Greenside zu einem Interview mit dem Vize-Pr\u00e4sidenten&nbsp;<em>Christoph Meister.<br><\/em><\/strong><br>Wer sich mit Geschichte besch\u00e4ftigen m\u00f6chte ben\u00f6tigt Quellen. Dies ist bei der Erforschung der Sportgeschichte nicht anders. Bevor allerdings auf Quellen zur\u00fcckgegriffen werden kann, m\u00fcssen zun\u00e4chst in Archiven und Museen Materialien gesammelt werden. Erst wenn diese sortiert, katalogisiert und in einen Zusammenhang gebracht worden sind, k\u00f6nnen die Historiker Berichte f\u00fcr eine interessierte \u00d6ffentlichkeit publizieren.<br><br><strong>Europ\u00e4ische Golfhistoriker und Golfsammler<\/strong><br><br>Materialien zur Geschichte des Golfsports in Deutschland werden seit 2000 im Deutschen Golfarchiv in K\u00f6ln gesammelt. Unter der Leitung von Prof. Dr. Dietrich R. Quanz haben zw\u00f6lf Autoren nun erstmalig die Geschichte des deutschen Golfs recherchiert und aufgeschrieben. Zum 100j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um des Deutschen Golfverbandes (DGV) 2007 wird es die Ergebnisse dieser Arbeit erstmalig in Buchform geben. \u00c4hnliche Ver\u00f6ffentlichungen gab es bereits in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, beispielsweise 2002 in der Schweiz, als der dortige Verband seinen 100. Geburtstag feierte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"351\" height=\"439\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2006\/11\/deutschland_ersteclubs.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-34206\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Deutschlandkarte mit den ersten Golfclubs in Deutschland (1893 &#8211; 1907). Weiterhin sind die Gr\u00fcndungsmitglieder des Deutschen Golfverbandes markiert. Grafik: G. Sahler, 2006.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Quellen:<\/strong>&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.golfika.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.golfika.com<\/a>,&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.club-zur-vahr-bremen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.club-zur-vahr-bremen.de<\/a>,<br><a href=\"http:\/\/www.golfclub-kitzeberg.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.golfclub-kitzeberg.de<\/a>,&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.wrgc.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.wrgc.de<\/a>,&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.glcbw.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.glcbw.de<\/a>,<br><a href=\"http:\/\/www.wiesbadener-golfclub.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">http:\/\/www.wiesbadener-golfclub.de\/<\/a>,&nbsp;<a href=\"http:\/\/golfarchiv.dshs-koeln.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">golfarchiv.dshs-koeln.de<\/a><br><strong><br>Hinweise:<\/strong>&nbsp;Die obige Karte zeigt die Fl\u00e4che des heutigen Deutschland.<br>Auf der Karte wird der Club in Wiesbaden als \u00e4ltester Club genannt. Der Wiesbadener Golf Club schreibt auf seiner Webseite: &#8222;Vor \u00fcber einem Jahrhundert, im Jahre 1893, gr\u00fcndeten &#8218;westliche Inselbewohner&#8216;, also Engl\u00e4nder und Schotten, den Wiesbadener Golf-Club.&#8220; (<a href=\"http:\/\/www.wiesbadener-golfclub.de\/golfclub.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.wiesbadener-golfclub.de\/golfclub.html<\/a>). Der 1895 gegr\u00fcndete Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee nennt sich auf seiner Seite &#8222;\u00c4ltester Golfclub Deutschlands&#8220; (<a href=\"http:\/\/www.glcbw.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.glcbw.de<\/a>).<br><\/p>\n\n\n\n<p>Eine kontinentaleurop\u00e4ische Erforschung hat es bisher nur auf mehr oder weniger privater Ebene gegeben. In diesem Jahr wurde nun die&nbsp;<em>European Association of Golf Historians &amp; Collectors (EAGHC)&nbsp;<\/em>gegr\u00fcndet, deren Mitglieder sich am 3. Oktober 2006 erstmals zu einem Austausch in Chantilly n\u00f6rdlich von Paris trafen. \u00dcber die Ziele der Vereinigung sowie die Vergangenheit und Zukunft des deutschen Golfsports sprach Greenside mit dem Vize-Pr\u00e4sidenten der EAGHC, dem Hamburger Christoph Meister.<br><br><strong>Greenside:<\/strong>&nbsp;Herr Meister, k\u00f6nnen Sie mir kurz erl\u00e4utern wie es zur Gr\u00fcndung der &#8222;European Association of Golf Historians &amp; Collectors&#8220; kam, aus welcher Notwendigkeit heraus und wer die Initiatoren sind?<br><br><strong>Christoph Meister:<\/strong>&nbsp;Nachdem es schon seit Jahren entsprechende Organisationen in den USA (<a href=\"http:\/\/www.golfcollectors.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">The Golf Collectors Society<\/a>, GCS) und Gro\u00dfbritannien (<a href=\"http:\/\/www.britgolfcollectors.wyenet.co.uk\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">The British Golf Collectors Society<\/a>, BGCS) gibt, fanden wir, dass es an der Zeit sei etwas Entsprechendes in (Kontinental-)Europa aufzuziehen. Trotz unserer anf\u00e4nglichen Bedenken bei der Namenswahl, haben uns letztlich die Kollegen von der&nbsp;<em>British Golf Collectors Society<\/em>&nbsp;vorgeschlagen unsere Vereinigung &#8222;European&#8220; zu nennen.<br>Schon seit Jahren findet ein reger Austausch golfhistorisch Interessierter \u00fcber&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.golfika.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Golfika.com<\/a>&nbsp;statt, schlie\u00dflich feiert diese Seite bald ihr 10-j\u00e4hriges Jubil\u00e4um. \u00dcber die Zeit ist so ein informelles Netzwerk entstanden und wir fanden, dass es an der Zeit sei, das Ganze etwas zu offizialisieren.<br>Der treibende Motor dabei war ganz sicher Jean-Bernard Kazmierczak, der derzeitige und erste Vorsitzende der EAGHC.<br><br><strong>Greenside:<\/strong>&nbsp;Ihre Vereinigung sieht sich ja nicht nur als Zusammenschluss von Sammlern, sondern fasst auch Historiker mit ein.<br><br><strong>Christoph Meister:<\/strong>&nbsp;Auch die anderen beiden vorgenannten Organisationen (GCS und BGCS) sehen sich als Zusammenschluss von Historikern, haben dies aber irgendwie nie in ihren jeweiligen Organisationsbezeichnungen festgehalten, golfhistorisch wertvolle Artikel in den jeweiligen Magazinen &#8222;The Bulletin&#8220; (GCS) und &#8222;Through the Green&#8220; (BGCS) belegen dies.<br>Ein j\u00e4hrliches Magazin in gedruckter wenngleich anf\u00e4nglich auch in einfacher Form ist f\u00fcr Dezember 2006 geplant und es ist beabsichtigt, dass jeder golfhistorisch Interessierter sich dieses Magazin bei uns kaufen kann.<br>Hauptzweck unserer Organisation ist der Austausch von Informationen unter Golfhistorikern und -sammlern, und zwar \u00fcber L\u00e4ndergrenzen hinweg.<br><br><strong>Greenside:<\/strong>&nbsp;Welche Aktivit\u00e4ten wird es noch geben?<br><br><strong>Christoph Meister:<\/strong>&nbsp;Mittelfristig wird z.B. an ein Projekt \u00fcber die Digitalisierung von historischen Europ\u00e4ischen Golfzeitschriften und -dokumenten gedacht, der langfristige Traum w\u00e4re z.B. die Schaffung eines Europ\u00e4ischen Golfmuseums, aber dabei handelt es sich derzeit noch um Schl\u00f6sser in Spanien (=Luftschl\u00f6sser), wie man in Frankreich sagt. Vielleicht w\u00e4re ein Schloss in Spanien gar der rechte Ort f\u00fcr ein Europ\u00e4isches Golfmuseum.<br><br><strong>Greenkeeping, Indoor Golf und der Umgang mit au\u00dfersportlichen Rechercheergebnissen<br><\/strong><br><strong>Greenside:<\/strong>&nbsp;Die Arbeit der Greenkeeper wird von den Golfspielern oft als st\u00f6rend empfunden oder untersch\u00e4tzt bzw. man wei\u00df gar nicht was denn \u00fcberhaupt alles auf dem Platz gemacht wird. Die&nbsp;<em>United States Golf Association Green Section<\/em>&nbsp;hat sich schon in den 1920er Jahren wissenschaftlich um die Weiterentwicklung von Rasen und Ger\u00e4ten gek\u00fcmmert. Bernhard von Limburger w\u00e4re 1927 mit seinem&nbsp;<em>Deutschen Golf Verlag<\/em>&nbsp;gerne Mitglied bei der Green Section geworden. Gibt es Belege dar\u00fcber ob es in Deutschland \u00e4hnliche Ans\u00e4tze beim Greenkeeping gab?<br><br><strong>Christoph Meister:<\/strong>&nbsp;Dieses Thema bedarf noch einiger Forschung, sicher ist jedoch, dass Bernhard von Limburger sich viel und schon fr\u00fch in den zwanziger und drei\u00dfiger Jahren mit diesem Thema besch\u00e4ftigt hat. Nach dem Krieg hat Limmy die &#8222;Rasenfibel&#8220; verlegt, die sich mit dem Thema besch\u00e4ftigt. Bei seinen Platzbauten hat er oft Bodenproben und Anfragen f\u00fcr geeignete Grassorten an das einschl\u00e4gige wissenschaftlich ausgerichtete Rasenforschungsinstitut in Gro\u00dfbritannien gerichtet.<br><br><strong>Greenside:<\/strong>&nbsp;R. A. Oakley, von der Green Section, meinte nach seinem Besuch 1926 in Deutschland, dass die Pl\u00e4tze in Deutschland beim Greenkeeping unter Standard gewesen w\u00e4ren.<br><strong>Christoph Meister:<\/strong>&nbsp;1926 waren die Deutschen Golfpl\u00e4tze auf jeden Fall nicht in dem Zustand, wie wir heute die Golfpl\u00e4tze kennen, aber es gab auch viel weniger Golfspieler pro Golfplatz. Ein Golfclub hatte oft nur 50 Mitglieder und insofern war nat\u00fcrlich auch weniger Geld zur Platzpflege vorhanden. Das gilt nicht f\u00fcr Gro\u00dfstadtclubs in Hamburg, Frankfurt oder Berlin, die schon damals 400 \u2013 600 Mitglieder hatten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Abbildung: DGV 1911<\/strong>&nbsp;Wiesbaden: Wiesbadener Golf Club (Station Chausseehaus, 9 L\u00f6cher)<br>Berlin: Berliner Golf Club (Westend bei Charlottenburg, 9 L\u00f6cher)<br>Bremen: Club zur Vahr (auf der Vahr bei Horn, 9 L\u00f6cher)<br>C\u00f6ln\/Rh.: K\u00f6lner Golf Club (auf der Rennbahn Merheim*\/C\u00f6ln, 9 L\u00f6cher)<br>Dresden: Dresdener Golf Club (auf der Dresdener Rennbahn, 9 L\u00f6cher)<br>Hamburg: Golf Club Wentorf-Reinbek (in Reinbeck bei Hamburg, 18 L\u00f6cher)<br>Hamburger Golf Club (in Flottbek bei Hamburg, 9 L\u00f6cher)<br>Homburg v.d. H\u00f6he (Garten Golf, 18 L\u00f6cher)<br>Oberhof in Th.: Th\u00fcringer Golf Club (Oberhof, 9 L\u00f6cher)<br>Darmstadt: Golf Club Darmstadt<br>M\u00fcnchen: M\u00fcnchener Golf Club (9 L\u00f6cher)<br>Leipzig: Golf Club Gaschwitz (9 L\u00f6cher)<br>Kiel: Golf Club Kitzeberg (9 L\u00f6cher)<br><strong>Quelle:<\/strong>&nbsp;Jahrbuch des DGV 1911<br>* K\u00f6ln-Weidenpesch (damals K\u00f6ln-Merheim linksrheinisch)<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Greenside:<\/strong>&nbsp;In den gro\u00dfen St\u00e4dten der U.S.A gab es ab Ende des 19. Jahrhunderts erste Indoor Golf Hallen, sp\u00e4ter auch in England (Kaufhaus Harrods, London). Ich k\u00f6nnte mir dies f\u00fcr das kaiserliche Deutschland nur schwer vorstellen. Im Berlin der 1920er Jahre schon eher. Wissen Sie dar\u00fcber etwas oder gab es in dieser Zeit auch noch keinen Bedarf?<br><br><strong>Christoph Meister:<\/strong>&nbsp;Es gibt durchaus Hinweise auf Wintergolfschulen in Deutschland in den sp\u00e4ten zwanziger Jahren, u.a. im Rheinland. Vom Nordseesanatorium auf F\u00f6hr mit seinem Privatgolfplatz gibt es Photos vom Golftraining in der Turnhalle, auch diese Bilder datieren aus den sp\u00e4ten 20er Jahren<br><br><strong>Greenside:<\/strong>&nbsp;Bei harmlosen Recherchen ger\u00e4t man leicht in au\u00dfersportliche Dinge (z.B. dem Nationalsozialismus), die einem das Schreiben z.B. einer kurzen Vereinsbiografie verleiden, weil man einerseits etwas verschweigen muss, um beim Sport zu bleiben und andererseits auch niemanden diffamieren will und eine Recherche in solch einem Fall hieb- und stichfest sein muss. Wie sehen Sie als Sporthistoriker diese Problematik und wie gehen Sie damit um?<br><br><strong>Christoph Meister:<\/strong>&nbsp;Aktuelle Entwicklungen um die Chronik des Deutschen Fu\u00dfball-Bund (DFB) haben gezeigt, dass die \u00d6ffentlichkeit an einer korrekten Aufarbeitung der Nazizeit interessiert ist, auch Volkswagen oder die Dresdener Bank versuchen derzeit in dieser Richtung vorbildlich zu agieren.<br>Meiner Meinung nach arbeitet die Chronik des Deutschen Golf Verbandes (DGV), die im Dezember 2006 auf Grundlage jahrelanger Recherchen erscheinen wird, wissenschaftlich fundiert und schonungslos z.B. die Zeit der drei\u00dfiger Jahre auf. Insofern kann ich jedem historisch Interessierten nur die Lekt\u00fcre dieser vierb\u00e4ndigen Chronik empfehlen. Ich kenne aktuelle Chroniken von Sportvereinen die die drei\u00dfiger Jahre immer noch stiefm\u00fctterlich und undifferenziert betrachten.<br>Bei der sporthistorischen Betrachtung und Aufarbeitung einer Epoche wie der Zeit von 1933 bis 1945 in Deutschland gilt nat\u00fcrlich zun\u00e4chst auch hier die Unschuldsvermutung, d.h. solange es keinen hieb- und stichfesten historischen Beleg gibt, kann ich z.B. nicht irgendeinen Sportler einer bestimmten undemokratischen Partei zuordnen bzw. ihn als Nazi bezeichnen.<br><br><strong>Zur Entwicklung des Golfsports in Deutschland vs. U.S.A.<\/strong><br><br>Bei 100 Jahren Golfsport in Deutschland wird den meisten Mitb\u00fcrgern au\u00dfer dem Namen Bernhard Langer wenig einfallen. Trotz Langers Erfolge und dem Boom beim Golfplatzbau in den 1990er Jahren ist Golf hierzulande kein Breitensport. Der Golfsport in Deutschland hat im Vergleich zu den U.S.A. eine v\u00f6llig andere Entwicklung genommen. In Deutschland wird Golf vielfach noch nicht als \u00f6ffentlich zug\u00e4nglicher Sport wahrgenommen, obwohl der leichte Einstieg m\u00f6glich ist und \u00f6ffentliche Pl\u00e4tze heute vorhanden sind. Im Vergleich zu den gro\u00dfen Golfnationen ist die Anzahl aber immer noch gering.<br>&#8222;Es ist so, dass man bereits Anfang des 20ten Jahrhunderts in Gro\u00dfbritannien und den U.S.A. erkannt hat, dass es wichtig ist auch breiteren Schichten der Bev\u00f6lkerung den Zugang zum Golfsport zu erm\u00f6glichen&#8220;, erl\u00e4utert Christoph Meister. &#8222;In Gro\u00dfbritannien gibt es heute noch auf vielen alt eingesessenen Pl\u00e4tzen so genannten Artisan Golfers Associations, wo f\u00fcr wenig Geld Einheimische zu Zeiten geringer Nutzung des Golfplatz spielen k\u00f6nnen, zumeist m\u00fcssen sie daf\u00fcr handwerkliche Gegenleistungen bzw. Arbeitsstunden auf dem Golfplatz erbringen, daher also auch der Name.&#8220;<br><br>Christoph Meister findet &#8222;die Mehrgleisigkeit des Golfsports in den U.S.A. vorbildlich, es k\u00f6nnen so mehrere Arten von Golfpl\u00e4tzen nebeneinander bestehen. Es gibt die \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tze, auf denen jedermann, vielleicht auch nur ein paar Mal im Jahr, oft auch ohne Handicapnachweis, golfen kann. Hier werden durchaus neue Golfer an den Sport herangef\u00fchrt. Die Pl\u00e4tze sind einfacher gestaltet, deshalb auch billiger im Unterhalt, und jedermann kann f\u00fcr wenig Geld golfen.&#8220; Weiterhin gibt es &#8222;semi-private Pl\u00e4tze bzw. Clubs, diese Pl\u00e4tze lassen zumindest zu gewissen Zeiten jedermann zu, um so z.B. ein gewisses Greenfeeeinkommen zu generieren. Die Pl\u00e4tze sind schon anspruchsvoller und pflegeintensiver gestaltet, um den Mitgliedern dennoch ein relativ preisbewusstes Golfen zu erm\u00f6glichen, l\u00e4sst man, zumindest zeitweise, Greenfeespieler zu.&#8220; Als dritte Form sieht Meister &#8222;die Privaten und oft auch sehr traditionsreichen Clubs, die sich durch die vorgenannten anderen Spielformen nicht gef\u00e4hrdet sehen. Dort nimmt man sich die Freiheit zu entscheiden, wer auf dem Platz spielen darf, daf\u00fcr sind die Kosten der Mitgliedschaft dann auch ungleich h\u00f6her &#8211; doch am Ende des Tages existieren alle Formen von Golfclubs nebeneinander.&#8220;<br><br>Diese verschiedenen Formen gibt es in Deutschland auch, wobei allerdings oftmals der \u00f6ffentliche Kurzplatz von den Clubs als Einstieg gesehen wird, mit der Hoffnung, dass die Neugolfer sp\u00e4ter Clubmitglieder werden. Christoph Meister meint, dass es zu einem Nebeneinander der verschiedenen Formen kommen muss. &#8222;Dieses sinnvolle Nebeneinander zu Erkennen&#8220;, so Meister, &#8222;d\u00fcrfte ein Schl\u00fcssel f\u00fcr die weitere Entwicklung des Golfsports in Deutschland sein \u2013 d.h. ein Golfneuling muss erkennen, dass Golf nicht zwangsl\u00e4ufig karierte Hosen und Clubleben bedeutet, die etablierten Clubs m\u00fcssen erkennen, dass die Neugolfer nicht ihre eigene Existenz zerst\u00f6ren werden, im Zweifel werden hier n\u00e4mlich die Mitglieder von morgen dem Sport zugef\u00fchrt.&#8220;<br><br>Golfpl\u00e4tze haben einen hohen Platzbedarf (erst ab 60 bis 80 Hektar gilt eine 18-Lochanlage als umweltvertr\u00e4glich, vgl.&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.frsw.de\/landschaftsverbrauch.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">http:\/\/www.frsw.de\/landschaftsverbrauch.pdf<\/a>) und einige \u00f6kologische Nachteile, die eine Planung oft zum Genehmigungsmarathon ausarten lassen, daher sieht Meister &#8222;in vielen inzwischen dicht besiedelten L\u00e4ndern Europas wie z.B. den Niederlanden oder der Schweiz ganz einfach ein Platzproblem, das neue Golfpl\u00e4tze teuer macht und so die Entwicklung des Golfsports aufh\u00e4lt.&#8220; Dies seien auch Gr\u00fcnde f\u00fcr die unterschiedliche Entwicklung des Golfsports. &#8222;Umweltpolitische Bedenken, die den Bau und das Genehmigungsverfahren eines Golfplatzes, insbesondere in Deutschland und der Schweiz so schwierig gestalten, sind in dieser Form in L\u00e4ndern wie der U.S.A. oder Gro\u00dfbritannien unbekannt. Das k\u00f6nnen Sie u.a. daran merken, wenn Sie einmal einen Angelsachsen fragen, ob man den Schl\u00e4ger in einem Biotop aufsetzen darf, er wird Sie fragen: Was ist ein Biotop?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Text\/Interview\/Illustration: G\u00fcnter Sahler<\/p>\n\n\n\n<p><br><br><strong>Empfehlungen:<br><\/strong><a href=\"http:\/\/www.golfika.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.golfika.com<\/a>&nbsp;(Seite von Jean-Bernard Kazmierczak)<br><a href=\"http:\/\/www.golfika.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.golfika.de<\/a>&nbsp;(Seite von Christoph Meister)<br><a href=\"http:\/\/golfarchiv.dshs-koeln.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">golfarchiv.dshs-koeln.de<\/a>&nbsp;(Seite des Deutschen Golfarchivs in K\u00f6ln)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"578\" height=\"402\" src=\"https:\/\/guentersahler.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/golfer5.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-34216\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>\u00a9 Greenside Golfmagazin 2006, alle Rechte vorbehalten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erforschung der europ\u00e4ischen und deutschen Golfgeschichte Die Gr\u00fcndung der&nbsp;European Association of Golf Historians &amp; Collectors&nbsp;nutzte Greenside zu einem Interview mit dem Vize-Pr\u00e4sidenten&nbsp;Christoph Meister.Wer sich mit Geschichte besch\u00e4ftigen m\u00f6chte ben\u00f6tigt Quellen. 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