Eurythmics erkunden

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Eurythmics: Sweet Dreams (Are Made Of This) (1983), Frontcover
Eurythmics: Sweet Dreams (Are Made Of This) (1983), Backcover

Wer ist R. Crash?

2002 recherchierte ich zu Punk und New Wave-Bands im Rheinland und stieß dabei auf Robert Crash, der sowohl in Kölner Bands als auch international aktiv war. 1982 hatte er bei den Aufnahmen der zweiten Eurythmics LP mitgewirkt. Auf dem Backcover der Plattenhülle wird er als „r. crash“ genannt. Man muss schon genau hinsehen, um den mit der Künstlerschreibschrift gesetzten Namen zu entdecken.

Auf dem Bacckcover von Eurythmics: Sweet Dreams (Are Made Of This)-12inch/Maxi-Single (Germany, 1983)
Auf dem Backcover von Eurythmics: Sweet Dreams (Are Made Of This)-LP (1983)

Damals hatte Robert eine Webseite (crash-art.com, es ging dort hauptsächlich um seine damalige Arbeit als Fotograf) und lebte hauptsächlich in London. Ich nahm per E-Mail Kontakt zu ihm auf.

Für den Sommer 2002 kündete Robert Crash einen Besuch in Köln an. Mein schnell vereinbarter Termin mit ihm verschob sich allerdings mehrmals, so dass es schon auf den Herbst zuging, als ich Robert im Museum Ludwig in Köln traf. Zu der Zeit war gerade die „The Cremaster Cycle“-Ausstellung von Medienkünstler Matthew Barney im Museum. Die Ausstellung war ein besonders Ereignis. Sie war vom Juni bis September 2002 in Köln und später im Musée d‘ Art Moderne in Paris sowie im Guggenheim Museum in New York. Robert war völlig begeistert von der Ausstellung, bevor wir mit dem Interview begannen, schaute ich mir kurz die Ausstellung an. Wir suchten uns anschließend einen geeigneten Ort für das Interview. Das Restaurant Alter Wartesaal war übervoll, so fuhren wir mit einem Taxi zu Roberts Hotel. Wir saßen vorm Café Central des Hotel Chelsea (Jülicher Straße), später, als es kühler wurde, drinnen.

Robert Crash (li.) und Günter Sahler 2002 im Café Central in Köln.

Robert filmte alles mit seinem Camcorder (einen Teil davon sieht man auf dem Foto oben) und ich nahm mit meinem Minidisc-Recorder auf. Wir sprachen über die zahlreichen Bands in denen Robert mitgewirkt hatte, im Raum Remagen/Koblenz/ Neuwied, in New York, in London und in Köln.

In den den 60er Jahren war Robert als Teenager Gitarrist in der Band Thunderbirds. Das war irgendwo im Raum Neuwied/Koblenz. Beatmusik war angesagt. In den frühen 1970er Jahren war er in Köln beim Fernsehen. Ging dann nach Übersee. Über Virgin Islands, Puerto Rico, Dominikanische Republik, Haiti, Maimi, New Orleans, Nashville kam Robert 1975 schließlich nach New York. In der Band Cold Fever spielte Robert Gitarre. Nachdem sich die Band aufgelöst hatte, war er Aushilfsgitarrist der Kultband Kongress. Einen dieser Auftritte im Club Max’s Kansas City besuchte der schon erwähnte Thomas Reschke Ende Juli 1976. Thomas Reschke war aus Bonn mit einem Mädchen angereist, das sich wenige Jahre später Stef Petticoat nannte. Sie machte von Robert Fotos im Max’s Kansas City. In einem 1981 veröffentlichten Artikel schrieb Thomas Reschke:
„In seiner halb ausgeräumten Wohnung an der Ecke 108. Straße/Broadway auf der West Side spielt Robert mir Kassetten vor, die er von den Bands aufgenommen hat, die jetzt die Szene erobern: Television, Heartbreakers, Mink DeVille, Talkin[g] Heads, Pere Ubu sind die Namen der Stunde, die
erste Ramones-LP ist gerade erschienen, Singles von Burning Spear liegen herum: mit ihm hat Robert auf Jamaica gejammt.“

Robert kam mit einer Gitarre sowie einer Bassgitarre von New York nach London und wollte gleich in eine Band einsteigen. Er durchsuchte den Melody Maker nach Angeboten und stieß auf die Anzeige der Punkband The Rings, die einen Bassisten suchten. Mit Alan Lee Shaw hatte Robert ein Vorspielen vereinbart. Die Songs der Band hatte er bei einem Auftritt der Band mit einem tragbaren Aufnahmegerät mitgeschnitten und konnte die Songs perfekt spielen. Nach dem dritten Song sagte Alan Lee Shaw im feinsten Englisch: ‚Oh, would you like to have a cup of tea.‘ Am nächsten Morgen rief Alan dann Robert im Hotel an: ‚Would you mind to join the band?‘. Keine Frage, Robert wollte und schon hatte er den Job. Rod Latter war der Schlagzeuger, Alan Lee Shaw, der Gitarrist, Twink hieß der Sänger, und Robert war nun der Bassist.
Die Band hatte bereits die Single ‚I wanna be free‘ veröffentlicht. Im Juli spielte die Band im Marquee Club (Wardour Street 90, W1, London). Wenig später suchte sich Sänger Twink neue Leute für seine Band und die drei anderen, nun
Ex-Rings, machen als The Maniacs weiter. Alan Lee Shaw übernahm den Gesangspart. Die Band spielte u.a. beim Punkfestival in Mont de Marsan in Frankreich und nahm noch eine Platte auf. Anfang 1978 stieg Robert bei den Maniacs aus und reiste nach Köln.
In Köln begann er mit Suicide Ampheta und Sorry No Diesel (1978 – 79), die noch 1979 mit Jürgen Zeltinger zur Zeltinger Band mutierten. Dann war Crash bei Rommel and the Tanks und Psychotic Tanks. Im Bergischen Land (Wolperath, Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid) machten die Psychotic Tanks Produzent Conny Plank Aufnahmen für eine LP in der Besetzung Robert Crash, Schengel, Schruuv und Björn Wondracek. Von den Aufnahmen wurde die Single „Let’s Have A Party“ / „Security Idiots“ Anfang 1980 auf Idiot Records veröffentlicht. Nachdem Robert nach London und Berlin abgewandert war, machten die restlichen Tanks weiter und siedelten zum Teil für ein Jahr nach Berlin.

London, 1980
Kontakte ergaben sich in London zu Mitgliedern der Deutsch-Amerikanischen-Freundschaft. „Ich lerne DAF in London kennen, insbesondere eigentlich Robert Görl, damals waren das ja five-pice, mit dem Synthisizermann Chrislo Haas hatte ich Kontakt und mit dem Bassisten Michael Kemner. Ich hatte bei Conny noch Studiozeit übrig, und ich frage Robert Görl: ‚Kommst du rüber‘. Da haben wir ein Ding gedreht, ich suche dieses Material, ich kann es nicht finden, es war ein Song ‚Manson‘. Dann sagt er: ‚Ist ja toll hier in Köln.‘ Dann zog er seine Jungs rüber, dann kam Daniel Miller von Mute Records und dann machten die ihr Album ‚Die Kleinen und die Bösen‘ bei Conny.

London, 1981
Stef Petticoat, die Robert ja 1976 in New York kennen gelernt hatte, war von Bonn nach London gezogen, hatte dort in der Frauenband Necessary Evil gespielt. Nachdem sich die Band aufgelöst hatte, nahm sie unter dem Namen The Petticoats eine Single auf („Normal“ / „Allergy“ / „I’m free“, Bla-Bla-Records, 1980). In London bekam Robert dann wieder Kontakt zu Stef. „Da haben wir ein wenig zusammengearbeitet, sporadisch, irgendwie ist es dann auf Platte gelandet. Wir haben noch mehr Aufnahmen gemacht.“ Aufgenommen wurde im Frühjahr 1981 in London. Stef sang, Robert spielte alle Instrumente, außer dem Saxofon, das spielte ein gewisser Andy M. Von den eingespielten Aufnahmen wurden die Stücke „Darling, Let’s Have Another Baby“ und „Schöner fremder
Mann“ beim Hamburger ZickZack von Alfred Hilsberg veröffentlicht. Mit Otto von Ruggins (von Kongress) nahm Robert in dieser Zeit eine Platte als Rescue 1 auf. Wenig später produzierte Robert die Single der Berliner Band Seen Links / Schlösser Rechts, die 1982 erschien.

Wolperath (Ortsteil von Neunkirchen-Seelscheid, bei Köln), 1981
Im Studio von Conny Plank in Neunkirchen-Seelscheid lernte Robert, der mittlerweile Mitte dreißig war, die um sechs bzw. acht Jahre jüngeren, Dave Stewart und Annie Lennox von den Eurythmics kennen. Die beiden hatten in Conny Planks Studio mit der Unterstützung von Holger Czukay, Robert Görl, Clem
Burke, Jaki Liebezeit und Markus Stockhausen ihre erste LP „In The Garden“ aufgenommen. In Londons Norden hatten sie sich nun ein kleines 8-Spurstudio auf einem Speicher eingerichtet und nahmen dort die Demos für ihre nächste
Platte auf.
„Dave sagte zu mir, – als er die Psychotic Tanks-Platte ‚Lets have a party‘ hörte, die ihm sehr gut gefiel: ‚But Robert, how do you make a living?‘ Er sei ein Businessman. Er denkt direkt drüber nach: wie kommt der Typ überhaupt über die Runden, mit seinen Undergroundsachen da? Da sage ich: ‚Dave, eine interessante Frage, ich habe bis jetzt noch keine Zeit, darüber nachzudenken, aber irgendwie klappt es immer.‘ Ich hatte keinen Business- oder Karriereplan. Während er wirklich professioneller Popmusiker war.


Wenig später: „Ich kam von New York zurück nach Europa, ich fuhr nach London, ich rief Dave Stewart an: Aber ich konnte ihn nicht erreichen. Ich hinterließ meine Telefonnummer, fuhr dann weiter nach Schottland. Zurück aus Schottland rief ich ihn wieder an. Er sagte: ‚Robert, ich hab dich neulich angerufen, ich hatte einen Schuhladen am Telefon, war das wieder einer von deinen Witzen?‘
‚Eigentlich nicht‘, sag ich.
‚Hättest Du Lust, rüber zu kommen, mit uns eine Aufnahme zu machen?‘,
fragte Dave. Da bin ich da hin. Die machten eine Aufnahme, der Song hieß ‚Baby’s gone blue‘, das ist ein Song über ein Mädchen, das Selbstmord begeht, und da ist ein Newsreporter, der sagt: ‚Hier ist ein Geruch von Alkohol in der Luft und Zigarettenrauch …‘. Und ich sprach diesen Newsreporter. In Stereo, also mehrere Newsreporter quatschten mit einem deutschen Akzent. Das fanden die ganz toll, und dann habe ich noch ein paar Live-Drumcomputersachen reingeknallt.

Eurythmics: Sweet Dreams (Are Made Of This)-12inch/Maxi-Single mit „Sweet Dreams (Are Made Of This)“, „I Could Give You (A Mirror)“ und „Baby’s Gone Blue“ (Germany, 1983)
Eurythmics: Sweet Dreams (Are Made Of This)-12inch/Maxi-Single mit „Sweet Dreams (Are Made Of This)“, „I Could Give You (A Mirror)“ und „Baby’s Gone Blue“ (Germany, 1983)


Ich flog dann zurück nach Berlin. Dave rief mich dann an und fragte: ‚Hast du Lust, bei uns mitzumischen?‘
‚Ja gut, zwei Wochen Zeit brauche ich hier, um meine Sachen zu vollenden, dann kommt ich rüber.‘
Bei denen war alles auf Popmusik ausgerichtet, und es war eigentlich nicht mein Ding, aber Dave gab mir sofort Geld. Ich sage: ‚Toll‘. Ich hatte da nicht drüber nachgedacht, dass ich Geld kriegen würde, ich war total naiv – finanziell. Dave
Stewart war ein Visionär, er wusste, was er wollte. Und ich war eigentlich so ein Ideenmann, er hatte mich wahrscheinlich nicht wegen der Musik, sondern wegen Attitude gewählt.
Ich hatte so ein paar schräge Sonnenbrillen, Annie hat die gleich übernommen. Dann hatte ich so einen Kamm, wie so ein switchknife, du drückst da drauf, da kommt da so eine Klinge raus, bzw. der Kamm raus. Ich sage: ‚Annie, du gehst
vor die Kamera, dann machst du das Ding raus und dann
kämst du dich einfach so.‘
‚Oh no Robert, that’s too agressive.‘
Ich habe mich dann musikalisch sehr konzentriert auf die Situation, habe dann Gitarre gespielt und Drumcomputer und Keyboards im Duo mit Annie. Gut, dann war ich in meinem Element drin und lernte etwas über dieses Popbusiness kennen.
Die Eurythmics hatten einen Deal mit RCA und hätten die Eurythmics damals keinen Hit gehabt, wären die raus geflogen.“
War das erste Album der Eurythmics weitgehend unbeachtet geblieben, kamen nun die großen Erfolge. Die Zeit der Musikvideos hatte längst begonnen, MTV sendete auch schon.
Für „Sweet dreams“ wurde daher ein Videoclip gedreht.
„Annie kommt rüber zu mir, sie sagt: ‚Ich geh jetzt zum Friseur.‘ Als sie zurück kam, hatte sie ihren karottenfarbenen Kopf gehabt, wurde dann bei MTV missverstanden als Dyke – als Transvestit – die dachten: Können wir nicht spielen! Wir sind MTV wir können doch keine Transvestitenvideos hier laufen lassen. Heute machen sie einen auf: We are hip. Sie wurden erstmal nicht gespielt, das war schonmal gut. Dann wurde es gespielt, es wurde Nr. 1 in den USA: ‚Sweet dreams‘. Und dann rief Dave an: ‚Wir haben erst 100 000 verkauft‘, dann rief er an: ‚Wir haben jetzt 300 000 verkauft‘, plötzlich gab es Gold, Platin. Gut, ich wurde dann Teilhaber an diesem ganzen Erfolg. Dann kamen die großen Schecks rein.

Das Geld habe ich sofort wieder verpulvert, habe es wieder in meine Experimente reingesetzt. In Versuche mit anderen Bands.
Wir haben mehr Aufnahmen gemacht als hier bekannt sind, als bekannt sein mögen. In Französich haben wir einen Song raus gebracht der heißt ‚Tous les garçons et les filles‘, das ist ein Song aus den 60ern von Francoise Hardy, dass
hat die damals als Pausenfüller gebracht, während einer Wahl von Politikern, das wurde ein Riesenhit. Ich sagte zu Annie, versuchen wir das mal, dann hat sie das gemacht. Das Stück wurde sehr populär in Frankreich, aber nur in Frankreich.
Wir haben auch Lifeshows gemacht. Als Trio mit Backingtapes.“
Das war im Herbst/Winter 1982. Dabei trat Robert mit einer Augenklappe auf. Warum?
„Wir kamen zurück von einem Gig. Wir hatten einen großen Volvo, vornen Dave und Annie, ich hinten. Annie dreht sich um zu mir: ‚Robert kannst du mir gerade mal den Tequila rüberreichen?!‘ – aus ihrer Tasche. Ich nehm‘ die Flasche und
greife gleichzeitig einen Stilkamm. Ich nehme das Ding in die Hand, ich sehe aber nur die Tequilaflasche und die Nadel ist direkt daneben und ich hebe die Flasche hoch und die Nadel geht voll in mein Auge hinein. Ich habe einen Blackout, nach zwei Minuten komme ich wieder zu mir. Und Annie ist immer noch in dieser Erwartungshaltung und wartet auf ihren Tequila. ©Hier Baby, ist die Tequilaflasche‘. Dann fing aber der Schmerz an. Jedesmal in der Nacht wenn ich mein Augenlid zumachte, ein böser Schmerz. Am nächsten Tag hatten wir einen Auftritt in Eastlondon, drei Stunden vor der Show bin ich ins Krankenhaus, um dort mein Auge fixen zu lassen. Die untersuchen das mit einem Mikroskop. Der Arzt sagte: ‚Da hast du noch mal Glück gehabt, du hast nur die
Oberfläche ganz leicht angekratzt.‘ Ich bekam so eine Augenklappe drauf. Das wurde ein Teil der Show und dann habe ich noch so einen goldenen Anzug angehabt. Gut, ich komme auf die Bühne mit dem goldenen Anzug und der Augenklappe und alle haben irgendwie Mitleid mit mir, der arme Kerl. Ich kann kaum was sehen, die Bühne ist verdunkelt, wir machen unsere Show, ich trete wieder meinen KORG MS 20 Synthisizer mit dem Fuß, schlage mit einer Pornolederpeitsche – die ich mir in Soho gekauft habe -, schlage damit auf
diese elektronischen Drums. Ich wurde auch gut bezahlt, 1000 Dollar pro Stunde. War nicht schlecht. Auch das Geld habe ich sehr schnell wieder ausgegeben.“
1983 machte Robert in seinem Studio die Vorproduktion für die erste Propaganda-Platte („Dr. Mabuse“). Er produzierte die 12inch „Helicopter“ der Koblenzer Band C.U.B.S. Zusammen mit Walter Dahn und Ramelzee machte er 1984 eine Rap-Platte. 1986 arbeitete Robert mit Ex-Led Zeppelin Robert Plant zusammen.

Quellen:
Reschke, Thomas: „Ein jeckes Punk-Phantom?“, In: Rock Magazin – Szene Köln, Nr. 1/April 1981, Hg.: Arlt, Jochen/Kopper, Konrad, S. 10 – 11
Sahler, Günter: „Welcome to Crashworld – Interview mit Robert Crash“, In: Edition Blechluft 2, S. 359 – 377

Robert Crash und DAF aus der Sicht der Eurythmics

Nach ihren derzeitigen Lieblingssingles sagte Annie Lennox der Musikzeitschrift New Musical Express (NME) in der Rubrik „Portrait Of The Artist As A Consumer“), 1982:

  • „Hong Kong Garden“ von Siouxsie and the Banshees
  • „Der Mussolini“ von DAF
  • „Let’s have party“ von Robert Crash and Psychotic Tanks
  • „Wichita Lineman“ von Glen Campbell
  • „Respect yourself“ von den Staple Singers
  • „Fashion“ von David Bowie

In der 2001 erschienen Annie Lennox-Biografie steht:

„While Dave and Annie waited in nervous anticipation for the reaction to the album, they busied themselves with a series of club dates during November and December 1982, travelling from Camden Palace in London to Bristoll, Cardiff and Reading. Joined by aptly named drummer Robert Crash, wo had assisted on producing the album with Adam Williams …“ („Annie Lennox: The Biographie“ von Bryony Sutherland/Lucy Ellis)

„Während Dave und Annie nervös auf die Reaktion auf das Album warteten, beschäftigten sie sich im November und Dezember 1982 mit eine Reihe von Clubkonzerten, sie reisten vom Camden Palace in London nach Bristoll, Cardiff und Reading. Hinzu kam der treffend benannte Schlagzeuger Robert Crash, er hatte zusammen mit Adam Williams bei der Produktion des Albums mitgeholfen …“ (übersetzt aus „Annie Lennox: The Biographie“ von Bryony Sutherland/Lucy Ellis, 2009)

Robert hatte mir 2002 gesagt: „Wir haben auch Lifeshows gemacht. Als Trio mit Backingtapes.“ Dave Stewart sagte im Frühjahr 1983:

We did a tour before this with just the two of us with some tapes plus Robert Crash on percussion, but we felt really frustrated because we couldn’t get the feel ot the rhythm behind us, which is why we went for Clem Burke (ex-Blondie) on drums, because he’s really powerful and yet still inventive.“ (Sounds, 12.03.1983, Seite 25)

„Zuvor haben wir eine Tour zu zweit gemacht, mit ein paar Kassetten und Robert Crash an Perkussion, aber wir waren wirklich frustriert, weil wir kein Gefühl für den Rhythmus hinter uns hatten, weshalb wir uns für Clem Burke (ex-Blondie) am Schlagzeug entschieden, weil er wirklich kraftvoll und dennoch erfinderisch ist.“ (übersetzt aus Sounds, 12.03.1983, Seite 25)

Annie: DAF war für mich eine sehr wichtige Gruppe. Ursprünglich hatte ich gedacht, daß von ihnen Impulse für die gesamte europäische Popmusik ausgehen würden, aber diese Hoffnung bewahrheitete sich leider nicht.
Ich finde das schade, daß
DAF irgendwo unterwegs steckengeblieben ist. Ich war davon damals so beeindruckt, weil das ein ganz neues Musikgefühl war und mal ausnahmsweise nicht aus England kam. Damals, als die Engländer den Rock ’n‘ Roll für sich entdeckten, kam die neue Musik auch nicht aus England, sondern aus den Staaten. Und ich dachte, jetzt wäre vielleicht Deutschland mal an der Reihe, um neue Maßstäbe zu setzen. Zunächst sah die Entwicklung ja ganz vielversprechend aus, aber ich glaube, es ist daran gescheitert, daß zu viele Gruppen nur kopiert haben und nichts Eigenes hinzugefügt haben. Schade es war so exotisch, hatte soviel Energie und war absolut neuartig.“ (Fachblatt MusicMagazin, Juli 1983, Seite 16)

Buchumschlag: George Orwell – 1984 (Auflage von 2017)
Eurythmics: Be Yourself Tonight (1985), Frontcover
Eurythmics: Be Yourself Tonight (1985), Backcover
Eurythmics: Revenge (1986), Frontcover
Eurythmics: Revenge (1986), Backcover