Vogelsberg (Lindlar)

Offiziell heißt der Hügel Vogelberg. I know. Aber jeder sagt Vogelsberg. Steht sogar auf dem Gipfelkreuz so.

Die Lage:

Die Lindlarer Sülz bei Bühlstahl. Im Hintergrund der Vogelsberg, dessen Fuß die Sülz möglicherweise in Urzeiten überwunden hat (2006).

Der Vogelsberg ist ein Wirtschaftswald, wie viele Wälder in der Region. Bis vor ein paar Jahren standen hauptsächlich Fichten auf dem Hügel. Dürre und Borkenkäfer sorgten dafür, dass in kurzer Zeit alle Fichten gefällt wurden. Hier wurden auch Treibjagden veranstaltet. Dann lagen die Wildschweine hübsch aufgereiht am Wegesrand. Hier wurde man aus vom Pächter aus dem Geländewagen per Handschlag begrüßt, weil er meinte all seine „Besucher“ begrüßen zu wollen. Strange. Aber unbezahlbare Anekdoten.

Blick vom Vogelsberg ins Sülztal bei Oberhabbach (Anfang August 2021)

Hier spielte bereits der in der Nachkriegszeit geschriebene Roman „Der König vom Vogelsberg“. Diesen Heimat- und Wirtschaftsroman hatte der Kölner Bernd Becker in Hartegasse geschrieben. Eine wirre Geschichte.

Umschlag „Der König vom Vogelsberg“ von Bernd Becker. vgl.: Sahler, G.: „Ein Autor im Spiegel seiner Bücher – Bergbaugeschichten im Bergischen Land und in der Eifel – in Lindlar-Hartegasse schrieb Bernd Becker vor 60 Jahren einen Roman“. In: Rheinisch-bergischer Kalender; 79 (2009), S. 169-172

Der Vogelsberg war aber auch ein Wanderort. Einsam im Wald. Mal ein netter Ausblick. Keine zerscheidenen Straßen, aber auch keine netten Dörfer auf dem Weg, diese erreicht man erst am Rand.

Gipfelkreuz auf dem Vogelsberg auf 323 Metern, errechtet vom Bürgerverein Brochhagen 2011.
Blick auf den Vogelsberg von Stelberg (2007). Noch waren die Fichten grün.
Blick vom Fuß des Stelberg auf Breun (li.) und Oberfeld (re.) im Breuntal. Im Hintergrund der Vogelsberg (2021).
Von oberhalb von Oberkemmerich kann man bis nach Lindlar-Fenke (Schnüffel) gucken. Re: Vogelsberg (Anfang Februar 2022)
Blick ins Breuntal mit Vogelsberg (Anfang November 2023)
Blick ins Breuntal mit Vogelsberg (Anfang November 2023)
Baum oberhalb von Hartegasse mit Blick auf Vogelsberg und Sülztal (Mitte Februar 2023)
Blick ins Breuntal mit Vogelsberg (Anfang November 2023)
Baum oberhalb von Hartegasse mit Blick auf Vogelsberg (Mitte Februar 2023)
Vogelsberg / Steinbrache (Anfang November 2023)
Blick von Stelberg auf die Rodungsflächen auf dem Vogelsberg im Breuntal (Frühjahr 2021)
Trigonometrischer Punkt (TP) für die Landvermessung (2006)
Trigonometrischer Punkt (TP) für die Landvermessung (2006)

Der Vogelsberg, nun in weiten Teilen ohne große Bäume, bleibt ein Wirtschaftsort. Nun werden hier ab 2027 drei Windräder Strom erzeugen.

Wanderung über den Vogelsberg am Karnevalssamstag / Feb. 2026

Unten in Hartegasse startete der Karnevalszug. Ich war bereits eine Stunde zuvor zu einer Tour über den Vogelsberg aufgebrochen, um mir die Veränderungen dort anzusehen. Im Januar hatte in der „Oberbergischen Volkszeitung“ (die früher „Bergische Landeszeitung“ hieß) gestanden: „Ab Montag wird der Lindlarer Windpark gebaut — Das Unternehmen Abo Energy hat seinen Zeitplan für das Projekt auf dem Vogelberg vorgestellt …“. Bei den ersten Arbeiten ging es darum Fläche zu schaffen, die später für die Fundamente der drei Windräder und die Baukrane benötigt wird.

Folgende Angaben fand ich im Artikel:

Rotordurchmesser: 175 Meter
Gesamthöhe eines Windrades: 249 Meter
Raumbedarf pro Anlage: 8000 Quadratmeter
Raumbedarf für Zuwegung: 4000 Quadratmeter

Zunächst erreichte ich die Stelle an der die Windenergieanlage 3 (WEA 3) errichtet wird.

Von Hartegasse kommend an der ersten Stelle. Hier wird das erste Windrad errichtet. Abo Energy nennt dies WEA 3. Von Steinenbrück (Hartegasse) ist dies 1200 Meter entfernt. Nach Unterbrochhagen sind es von hier 677 Meter.
Dies ist die Position der WEA 3 mit Blick in Richtung Süden.

Ich ging den Vogelsberg weiter hoch. Dort werden die Anlagen WEA 2 und WEA 1 stehen.

Gelände wo WEA 2 und WEA 1 gebaut werden.
Gelände wo WEA 2 und WEA 1 gebaut werden.

Später kam ich zu dem Weg über den die Teile der Windräder angeliefert werden. Es scheint so als würde man sie von Oberhabbach kommend, zunächst zum Standort von WEA 3 bringen und von dort weiter nach WEA 2 und WEA 1. Der direkte Weg zu WEA 2 und WEA 1, den ich gegangen war, war nicht weiterausgebaut worden.

Blick in Richtung Oberhabbach. Von hier werden die Teile der Windräder auf den Vogelsberg transportiert.
Hier auf dem Weg zu WEA 3 wurden die Forstwege verbreitert.

Ich ging weiter über den Vogelsberg in Richtung Breun. Über Unterfeld ging ich rüber zum Stelberg.

Blick vom Fuß des Stelberg hinüber zum Vogelsberg. Die Freifläche sind noch die Rodungsflächen nach dem Fichtensterben (2020/2021). Die neuen Rodungsfläche für die drei Windräder liegen von hier aus gesehen eher auf dem Kamm des Vogelsbergs.

Webseite: Abo Energy
https://www.aboenergy.com/de/entwicklung-errichtung/projekte/nordrhein-westfalen/windpark-lindlar

Wikepediaseite zu Windkraft-/Windenergieanlagen: https://de.wikipedia.org/wiki/Windkraftanlage

Auf der Webseite von Abo Energy kann man lesen, das die Windräder vom Typ Enercon E-175 E1 sein werden.
Das Unternehmen Enercon: https://www.enercon.de/
Wikipediaseite zu Enercon: https://de.wikipedia.org/wiki/Enercon
Die Windenergieanlage E-175: https://www.enercon.de/de/windanlagen/e-175-ep5