Nature Journaling: Insekten zeichnen 1

Insekten lassen sich eigentlich nur von Fotos zeichnen. Sie sind klein. Sie bewegen sich schnell. Sie sind schnell wieder weg.

Bisher habe ich nur Lederwanzen direkt vor Ort zu zeichnen. Sie wollten sich zwar hinter Blättern verstecken, aber nach kurzer Zeit trauten sie sich wieder hervor und ich konnte sie gut skizzieren.

Lederwanze
Lederwanzen im Nature Journal

Ansonsten sind natürlich verstorbene Insekten gute Motive. Dabei meine ich nicht die „ästigen“ Insekten, die manchmal „mit einem schnellen Handstreich“ (Josef Settele in „Die Triple Krise“, S. 124) der Garaus gemacht wird — diese lästige Insekten, also Fliegen, Wespen und Co. bitte mit einem Behälter einfangen und nach draußen befördern –, sondern die Insekten die wir tatsächlich tot auffinden. Sie lassen sich vor Ort zeichnen oder man nimmt sie in einem kleinen Behältnis mit nach Hause und zeichnet sie dort.

So wie diese Schwebfliege:  

Oder diese Hornisse:

Wespe oder Hornisse: Der Blick ins Gesicht kann bei der Bestimmung helfen.

Das tote Insekt liegt ganz ruhig, es lässt sich nun auch gut vermessen. Ich notiere mir auch, ob ich vor Ort gezeichnet habe oder mit Hilfe von Fotos. Die Hornisse hier habe ich mit zum Zeichentisch genommen und dort gezeichnet. Beim Zeichnen am Tisch nutzte ich eine große Lupe. Vom Gesicht habe ich Fotos gemacht.

Dieser Käfer war in einen Eimer mit Regenwasser gefallen. Ich holte ihn aus dem Wasser und nahm ihn mit an den Zeichentisch. Ich zeichnete ihn. Ich ließ ihn liegen. Eine Stunde später war er verschwunden. Lebte er noch?

Am nächsten Morgen tauchte er wieder auf. Er hatte überlebt. Ich brachte ihn nach draußen.

Noch eine tote Hornisse.

 Tote Europäische Hornisse (Vespa crabro). Ich nutzte zwei Fotos für eine auf altgemachte Zeichnung.

Ich habe schon einige tote Wanzen gefunden. Manchmal nur Teile von ihnen. Auch diese werden vorsichtig in eine Dose getan und dann in Ruhe gezeichnet.

Diese tote Wanze nutzte ich als Vorlage für die folgende Zeichnung. Ich nutzte hier Stippling (also viele kleine Punkte) mit einem Fineliner und Buntstifte.

Auf meinem Smartphone habe ich eingestellt, dass bei jedem Foto zwei Sekunden aufgenommen werden (Bewegungsbild), so habe ich auch eine startende Wanze aufnehmen können, die ich dann in meinem Journal zeichnete.

Bei toten Insekten kommen auch Körperteile zum Vorschein, die sonst nicht so gut zu sehen sind, wie Hinterflügel dieses Käfers.

Im Journal schreibe ich dazu, dass ich von eigenen Fotos gezeichnet habe.

Auch Teile von Insekten können interessant sein, so wie dieser Flügel.