„Green Longevity“ beim Nature Journaling?
Buch: Steffen Nitsche – Green Longevity (2025)
Worum geht es bei „Green Longevity“, also grüner Langlebigkeit? Steffen Nitsche bringt es mit diesem Satz auf den Punkt: „Langlebigkeit bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – für den eigenen Körper, den eigenen Rhythmus, das eigene Leben.“ (S. 15).
Auf Seite 26 beginnt Nitsche mit den sieben Säulen der Langlebigkeit. Von denen ich fünf direkt dem Themen Naturbeobachtung, Natur Journaling und Nature Journal Club zuordnen kann.
7 Säulen der Langlebigkeit
- Stressbewältigung
- Soziale Strukturen und Engagement
- Dankbarkeit und Reflexion
- Gesunde Ernährung
- Bewegung und körperliche Aktivität
- Kognitive Stimulanz
- Erholsamer Schlaf

Stressbewältigung: Beobachtet ich in der Natur intensiv Insekten oder zeichne ich in Ruhe ein Objekt oder eine Landschaft, so vergesse ich schnell den Alltag.
Soziale Strukturen und Engagement: Ein Nature Journaling Club oder eine Sketching Gruppe baut eine Gemeinschaft auf. In der Regel ohne Vereinsmeierei oder Ähnlichem.
Dankbarkeit und Reflexion: Statt Dankbarkeit würde ich von (Natur-)Verbundenheit, Respekt oder Wertschätzung sprechen. Das kommt bei intensiven Beschäftigung mit der Natur ganz von selber. Reflexion gehört mit zum Nature Journaling.
Bewegung und körperliche Aktivität: Gehört nicht zwangsläufig zum Nature Journaling, aber sobald ich rausgehe bewege ich mich. Ich persönlich verbinde Nature Journaling immer mit einer kleinen Tour in die Natur.
Kognitive Stimulanz: Die intensive Beschäftigung mit der Natur und Kreativität beim Nature Journaling regt regelmäßig das Gehirn an. Beim Dazulernen wird das Gehirn aktiv gehalten.
Des Weiteren: Stressbewältigung und Bewegung haben auch Einfluss auf erholsamer Schlaf. Die Beschäftigung mit der Natur, Nachhaltigkeit u.ä. kann auch dazu führen, dass man sich mit gesunder Ernährung beschäftigt.
Ankommen in der Natur mit Waldbaden
Buch: Qing Li – Die wertvolle Medizin des Waldes (2018)
Wenn wir vom Alltag uns in die Natur begeben und uns mit ihr beschäftigen finden wir im allgemeinen schnell Ruhe. Das Waldbaden hilft einem beim Ankommen und bei der Alltagsbewältigung.
Heinz: „Waldbaden? Gibt es da auch Waldbademeister?“
ich: „Nein, Heinz! Du musst selber Verantwortung übernehmen.“
Wie wird Waldbaden praktiziert? Qing Li schreibt: „Wenn wir langsam durch den Wald gehen und dabei sehen, hören, riechen, schmecken und berühren, dann bringen wir unsere Rhythmen in Einklang mit der Natur.“ (S. 25) „Lassen Sie sich Zeit: Es ist egal, wenn Sie nirgendwo hingelangen. Sie müssen nirgendwo ankommen. Sie nehmen die Geräusche, Gerüche und den Anblick der Natur in sich auf und lassen den Wald in sich hinein.“ (S. 128) Und auch Staunen und Neugier gehört dazu. Dies ist eine große Gemeinsamkeit mit dem Nature Journaling. Qing Li erklärt: „Die Kunst des Waldbadens ist die Kunst, sich durch alle Sinne mit der Natur zu verbinden.“ (S. 127)

Wald riecht nach Fühling, nach Herbst, nach Fichtenwald. Qing Li über Phytonzide: „Die Luft im Wald ist nicht nur sauerstoffreicher, sondern auch voller Phytonzide. Phytonzide heißen die natürlichen Öle, die in Pflanzen enthalten sind und zum Abwehrsystem der Bäume gehören. Bäume sondern Phytonzide ab, um sich vor Bakterien, Insekten und Pilzen zu schützen […] Außerdem kommunizieren Bäume mittels Phytonzide miteinander.“ (S. 99) Diese und der Geruch das Waldes haben positiven Einfluss auf unsere Gesundheit.
Waldbaden ist für mich ein Ankommen in der Natur bevor ich mit anderen Aktivitäten starte. Waldbaden heißt den Alltag loslassen und den „Wald in sich hinein“ lassen.

