Um was geht es?
- Es geht um Sketching als gemeinschaftliche Praxis, das heißt wie man solche Gruppen aufbaut, organisiert und langfristig sprich nachhaltig lebendig hält.
- Es geht Sketching-Communities wie Urban Sketchers, Nature Journaler, Nature Sketchers, Reportage-Illustratoren, Reisesketcher, visuelles Storyteller usw. Am bekanntesten sind die Urban Sketchers und die Nature Journaler.
- Es geht darum wie Menschen zusammen kommen, die durch Sketching die Welt beobachten, Geschichten erzählen und miteinander verbunden sein wollen.
- Warum treffen sich Menschen, um gemeinsam zu sketchen? Nicht, weil sie es müssten. Nicht, weil am Ende ein perfektes Bild oder Illustration entstehen muss. Sondern weil gemeinsames Sketchen etwas schafft, das in einer digitalen Welt kostbar wird: Analoges Tun, Zeit, Aufmerksamkeit, Zusammengehörigkeit und Gemeinschaft mit persönlichen Vor-Ort-Begegnungen.
Was ist eine Sketching Community eigentlich?
Eine Sketching Community ist eine Gemeinschaft von Menschen, die sich regelmäßig zum gemeinsamen Sketchen und Beobachten trifft – vor Ort oder online. Ich schreibe hier dem Titel entsprechend „Sketching“ oder „sketchen“, aber auch Zeichnen, Kritzeln, Malen oder Skizzieren. Die Übergänge sind fließend. Sketching könnte man mit Zeichnen und Skizzieren gleichsetzen. Manchmal wird auch nur gekritzelt, aber auch richtig gemalt. Die Ansprüche sind von Person zu Person sehr unterschiedlich, während eine Person möglichst detailliert arbeitet, geht es einer anderen Person gar nicht um das hochwertige, genaue Ergebnis, bei anderen steht das gemeinsame Erleben, der Austausch und die Freude am Beobachten im Vordergrund. Die letzten Punkte sind dann auch die Bindeglieder solcher Gemeinschaften.
Was ist typisch für eine Sketching Community?

Das gemeinsam sketchen: Eine Gruppe trifft sich beispielsweise auf einer Kirche, in einem Park, einem Café, im Museum oder in der Natur.
Gemeinsam beobachten: Gebäude, Menschen, Pflanzen, Tiere oder Alltagssituationen werden bewusst wahrgenommen.

Erfahrungen teilen: Man zeigt sich die entstandenen Skizzen, tauscht Tipps aus und lernt voneinander. Auch wenn über die Zeichnungen anderer gestaunt wird, so steht der Wettbewerb nicht im Vordergrund.
Offen für unterschiedliche Fähigkeiten: Anfängerinnen und Anfänger sind in solchen Gruppen genauso willkommen wie erfahrene Sketcher. Die Einstiegshürden werden bewusst niedrig gehalten: Jeder kann mit den Materialien und Fähigkeiten kommen, die ihm zur Verfügung stehen.
Gemeinschaft statt Wettbewerb: Es gibt nicht die beste Zeichnung oder den besten Zeichner. Unterschiedliche Stile und Perspektiven sind willkommen. Natürlich werden die Werke der anderen bestaunt, aber es wird nicht zum Konkurrenzkampf aufgerufen, der die Gruppe in Sieger und Verlierer teilen würde.
Erlebnisse dokumentieren: An den Orten wo man sich getroffen hat, werden das Gesehene, die Beobachtungen und ähnliches mit Skizzen, aber auch mit Text oder sogar Messungen dokumentiert. Ergänzingen mit Diagrammen, Texten oder Messungen ist typisch für das Nature Journaling. Beim Urban Sketching steht die Skizze weitgehend im Vordergrund, aber auch hier sind die Übergänge fließend.



