Bücher: Kann KI die Natur retten? und Die Sprache der Wale

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Ich habe ein Buch mit dem Titel „Evolution ohne uns“, da ging es auch schon um Künstliche Intelligenz und meinte, die KI würde uns vollkommen überrollen. Damals sprach in dem Buch noch niemand über Chat GPT o.ä. So wie die KI uns, laut diesem Buch überrollte, haben wir auch die Natur überrollt: Immer mit dem Willen die Welt zu verbessern, mehr zu verdienen, aber selten bis zum Ende durchdacht.

Die Natur ist unglaublich langsam. „Im Allgemeinen geht man davon aus, dass die Bildung neuer Arten mehrere 10.000 bis einige Millionen Jahre dauert“, schreiben die Autorinnen. Wir kurzlebigen Menschen haben daher lange nicht kapiert, dass sich die Welt ständig verändert, denn „in Wirklichkeit laufen Evolution und Artbildung jeden Tag und überall auf der Welt ab.“ (S. 16) Und in der Natur werde alle Dinge korrekt geregelt, denn „in biologischen Systemen werden alle Stoffe in einem fortwährenden Kreislauf geführt. Es gibt Tod, Verderben und Vergiftung, aber trotzdem kann am Ende alles … von anderen Organismen wiederverwendet werden.“ (S. 28) Wenn wir ähnliches versuchen, bekommen wir nur in Ausnahnefällen vernünftige umweltschonende Kreisläufe hin. „Unsere technischen Systeme funktionieren ganz anders. Angetrieben werden sie seit etwa 200 Jahren von fossilen Brennstoffen, die die Natur eigentlich sicher in der Erde weggeschlossen hatte. Der Kohlenstoff aus diesen Lagerstätten verbindet sich durch Verbrennung mit dem Sauerstoff in der Atmosphäre und wird als CO2 ein wesentlicher Treiber des Klimawandels.“ (S. 28) Weiß der Teufel wie die Natur diese klugen Abläufe hinbekommt. Fest steht, dass es kein Gremium gibt, dass dies bestimmt.

„Obwohl wir anders als die Natur unsere menschliche Intelligenz gezielt einsetzen, um technischen Fortschritt zu erzielen, geht das Ganze oft genug nach hinten los. … Oft haben wir aber auch einfach nicht zu Ende gedacht, was wir da ausbaldowern, und negative Auswirkungen neuer Techologien nicht erkannt oder unterschätzt.“ (S. 29)

Buchumschlag: „Kann KI die Natur retten?“ von Frauke Fischer und Hilke Oberhansberg.

„Was uns zu weisen Menschen (Homo sapiens) und weltweit so wahnsinnig erfolgreich macht, sind Neugier und Endeckerlust.“ (S. 37)

„Natur hat in vier Milliarden Jahren Evolution ein geniales System an perfekt abgestimmten Prozessen, Beziehungen und Kreisläufen hervorgebracht … und uns. Wir haben in nur 300.000 Jahren kochen, sprechen und Autofahren gelernt. Auf dem Weg dorthin haben wir leider eine Menge durcheinandergebracht. Jetzt haben wir sogar Künstliche Intelligenz geschaffen und fragen uns, ob sie uns vielleicht hilft, den Schaden wieder gut zu machen.“ (S. 45)

Uns fehlen „wichtige Informationen über die allgemeine Gesundheit des Planeten und den Zustand der Biospäre. Das sind aber Voraussetzung, um die richtigen Naturschutzmaßnahmen einzuleiten.“ (S. 82)

„Für manche Pflanzengruppen fehlen schlicht die Expert:innen Expert:in für Brachsenkrautartige zu werden, steht vermutlich auch nicht auf vielen Berufswunschlisten.“ (S. 83) … S. 83

Buchumschlag: „Die Sprache der Wale“ von Tom Mustill.