— [2020 hast Du mit dem Aquarellmalen angefangen. Hattest Du Dich schon davor kreativ oder künstlerisch beschäftigt? Wie kamst Du zum Aquarellmalen?]
Seit 2020 ist das Aquarellmalen meine große Leidenschaft. Schon als Kind war ich fasziniert von Farben – besonders von meinen Aquarell Buntstiften. Damals dachte ich mir: „Wenn ich mal irgendwann male, dann mit Aquarell!“
Seit meiner Kindheit, hatte ich kein kreatives Hobby mehr, dem ich nachging. Meine kreative Seite lebte ich in Form von Kochen und Backen aus, da ich 28 Jahre lang selbstständige Gastronomin war.
Die Lockdown-Zeit schenkte mir den Raum, den Wunsch der Aquarellmalerei Wirklichkeit werden zu lassen. Ich tauchte tief ein in die Welt der Aquarellfarben – mit Büchern, Videos, Livestreams und vor allem: mit ganz viel Freude am Experimentieren. Aquarellmalen ist für mich mehr als Kreativität – es ist eine Form von Selbstfürsorge. Es bringt mich zur Ruhe, gibt mir neue Energie und lässt mich den Alltag aus einer farbenfroheren Perspektive betrachten. Jeder Farbverlauf, jeder Pinselstrich ist für mich ein kleines Abenteuer.
Besonders inspiriert haben mich einige tolle Künstler*innen auf Instagram, deren Werke mich motiviert haben, mein eigenes Aquarell-Abenteuer zu starten:
@cubew3, @mayandberry, @frauvonbommelart, @gris, @kristinjurik, @rabi und @dieaquarellwerkstatt.
Seitdem malte ich auch Landschaften, Portraits, Blumen, usw., jedoch ließ mich das Urban Sketching nicht los.
— Wie bist Du auf Urban Sketching aufmerksam geworden? Hast Du dann gleich an einem Treffen teilgenommen?
Die allererste Künstlerin die mich bei Instagram von ihrem zeichnen her ansprach war Tanja Werner @cubew3 und sie ist tatsächlich leidenschaftliche Sketcherin.
Ich besuchte Sketcher Treffen in Wuppertal, Hilden und Düsseldorf. Kurzer Hand gründete ich im Oktober 2025 die Urban Sketchers Solingen, ich habe einfach ein Instagram und Facebook Account erstellt und los ging es. Wir treffen uns 2-3 mal im Monat und erkunden Solingen und Umgebung. Das Logo habe ich selber gezeichnet und davon direkt einen Stempel machen lassen. Ich malte das Logo auch noch in Aquarell und habe damit kleine Flyer machen lassen. Mittlerweile hat es sich schon ganz schön rumgesprochen und ich bekomme von unterschiedlichsten Seiten tolles Feedback. Wie du vielleicht bei meinen Zeilen raushören kannst, bin ich eine „one man Show“. Mein Mann hat keinerlei Interesse am Zeichnen, dafür ist er aber ein prima Fahrdienst und beim anschließenden Kaffee trinken auch immer gerne dabei.
— Ihr trefft euch 2 – 3 mal pro Monat. Wie bekommt Du für die Treffen die Organisation hin? Wie läuft bei euch im Allgemeinen die Orga ab?
— Draußen auf der Straße zu zeichnen ist etwas anders als zuhause im Atelier. Was nimmst Du mit?
Meine Sketchausrüstung besteht aus einem Rucksack wasserfest mit integriertem Klappstuhl. Darin ist immer ein Gäste Sketchbook (bisher 1x benutzt ), mein eigenes Sketchbook, Stifte, Wassertankpinsel, Aquarellkasten, Stempel und Stempelkissen.
— Welche Erfahrungen konntet ihr bisher mit dem Wetter machen, das einem die Planung unter Umständen vermiesen kann?
Meine Treffen versuche ich immer 3 Monate im voraus zu planen und bedenke natürlich die Jahreszeit/ Wetter. In den Wintermonaten suche ich nach Orten an denen wir nicht erfrieren! Unsere nächsten Termine sind natürlich wieder im Freien, entweder gibt es bei Regen etwas zum Unterstellen, oder aber ein naheliegendes Café, ansonsten muss abgesagt werden.
— Es gibt sicher Leute die sagen, dass sie grundsätzlich in eurer Gruppe mitmachen würden, aber nicht zeichnen könnten, gar kein Talent hätten. Wie überzeugt ihr diese Personen und integriert sie?
Wenn neue Leute zu uns kommen und diesen Schritt schon gemacht haben, dann werden sie natürlich in der Gruppe nett empfangen und ganz ehrlich gibt es was schöneres unter so vielen Malverrückten zu sein. Jeder sagt immer er kann nicht zeichnen, aber jeder kann es auf seine eigene Weise. In unserer Gruppe würde Niemand sagen das er ein Profi ist, wir lernen alle und wenn man durch die Bücher blättert sieht man deutliche Fortschritte. Es geht bei uns nicht um perfekte Ergebnisse, sondern einfach um das gemeinsame kreative tun.
— Was planst Du für die USK Solingen in der Zukunft? Was würdest Du in Deinen kühnsten Träumen gerne in dem Bereich machen?
Für die Zukunft unserer Gruppe erhoffe ich mir, das es sich ganz einfach so weiterentwickelt wie bisher und das kein Treffen gibt an dem ich mal ganz alleine am Treffpunkt stehe (lacht).