Sandra Schröder ist Urban Sketcherin bei den USK Hilden. Dort kümmert sie sich auch um Social Media, die Webseite und organisiert manchmal Treffen.
Dies ist Teil meiner Reihe:
Bergische Sketchers

Sandra, wie bist Du auf Urban Sketching aufmerksam geworden? Warst Du da schon als Zeichnerin/Sketcherin aktiv?
Bevor ich das Urban Sketching für mich entdeckt habe, war ich vor allem im Fantasy- und Comicbereich unterwegs. Mit der Zeit blieb durch Arbeit und Familie jedoch immer weniger Raum dafür, und ich suchte nach einer Möglichkeit, das Zeichnen wieder stärker in meinen Alltag zu integrieren.
In Hilden wurden im Rahmen der Sommerakademie Urban-Sketching-Kurse angeboten. So kam ich erstmals mit dieser Art des Zeichnens in Berührung. Mich hat sofort begeistert, wie unkompliziert und spontan man mit wenig Material kreativ sein kann. Das war genau das, was ich für mich gesucht habe.

Bist Du dann gleich zu Treffen von anderen Urban Sketchers gegangen?
Ich habe direkt recherchiert, ob es Gruppen in meiner Nähe gibt, und bin auf die Düsseldorfer Urban Sketchers gestoßen. Mein erstes Treffen war ein sogenanntes „Drink & Draw“, das einmal im Monat stattfand.
Ich wurde dort sofort herzlich aufgenommen, und der Austausch mit anderen Zeichenbegeisterten hat mir unglaublich gut gefallen. Dadurch war die anfängliche Hemmschwelle zu einem Treffen/Sketchwalk zu gehen, niedriger.
Seit ein paar Jahren bist Du bei den Urban Sketchers Hilden aktiv. Wie ist die Gruppe eigentlich entstanden?
Gegründet hat die Gruppe Dagmar Hebestreit, die im Raum Hilden/Haan auch Urban Sketching Kurse gibt und einen Großteil unserer Treffen organisiert.
Ich selbst bin schon seit 2019 dabei und kümmere mich unter anderem um unsere Website und den Instagram-Account.
Die Wurzeln reichen bei uns zurück bis 2017, als im Rahmen der Hildener Sommerakademie der erste Urban-Sketching-Kurs stattfand. Daraus entstand nach und nach eine Gruppe, die sich immer wieder zum Zeichnen traf.
Ab 2019 wurden die Treffen regelmäßiger und strukturierter. Auch mehr mit dem Fokus Urban Sketching. Aber immer noch im kleineren, nicht öffentlichen Rahmen.
2024 haben wir mit einer Website und Instagram Account angefangen unsere Treffen für andere Gruppen und Interessierte zugänglich zu machen.
Wie oft trefft ihr euch und wie läuft die Organisation ab? Wie hat sich dies über die Jahre geändert?
Feste Termine wie „jeden zweiten Samstag im Monat“ haben wir nicht. Stattdessen organisieren wir unsere Treffen flexibel. Im Sommer sind wir deutlich aktiver. Auch mal unter der Woche bei einem „After-Work-Sketching“. Im Winter wird es naturgemäß etwas ruhiger, auch weil die Motivauswahl wetterbedingt eingeschränkter ist.
Unsere Treffen dauern meist etwa zwei Stunden. Zum Abschluss gibt es oft ein gemeinsames „Throwdown“, bei dem alle ihre Arbeiten auslegen. Häufig lassen wir den Termin anschließend noch gemütlich in einem Café ausklingen.
Für größere Ausflüge, wie zum Beispiel unseren Sketching-Trip zum Kloster Knechtsteden, organisieren wir auch Fahrgemeinschaften.
Dank Social Media und unserem WhatsApp-Kanal sind wir heute viel spontaner und können Termine schnell abstimmen oder anpassen. Das hat die Organisation über die Jahre deutlich erleichtert.

Was nimmst Du beim Urban Sketching mit?
Das hängt ganz von der Situation ab. Für kleine Skizzen zwischendurch, etwa beim Warten auf einen Termin oder beim Arzt, habe ich meist ein kleines DIN-A6-Skizzenbuch, einen Fineliner, einen Wassertankpinsel und Aquarellfarben dabei.
Bei größeren Treffen darf es dann gerne etwas mehr sein: mehrere Pinsel, Wasserbehälter, verschiedene Stifte, Füller, Aquarellfarben und auch größere Skizzenbücher. Das Ganze transportiere ich in einem Anglerrucksack mit integriertem Hocker. Und natürlich dürfen Snacks und etwas zu trinken nicht fehlen.
Die Urban Sketchers sind eine große weltweite Bewegung. Wie wichtig ist Dir der Austausch mit anderen Gruppen? Nimmst Du auch an Treffen von Gruppen in der Umgebung teil?
Seit April 2024 haben wir unsere Gruppe geöffnet und sind auch nach außen hin sichtbarer geworden. Seitdem freuen wir uns besonders über Besuch aus anderen Städten. Und darüber, dass sich immer mehr Gruppen in der Umgebung bilden.
Ein schönes Beispiel war ein gemeinsames Treffen an der Auermühle, das wir zusammen mit den Ratinger Sketchern organisiert haben. Dort kamen Zeichnerinnen und Zeichner aus Düsseldorf, Köln, Solingen, Hilden und Ratingen zusammen.
Ich selbst nehme auch regelmäßig an Treffen anderer Gruppen teil, vor allem in Düsseldorf, Köln und Solingen, und inzwischen auch beim Nature Journaling Club in Bergisch Gladbach. Gerade in unserer Region ist es toll, wie nah alles beieinanderliegt und wie offen die Community ist. Man ist überall willkommen.
Wo Du gerade de Bergischer Gladbacher Nature Journaling Club erwähnst: Ich habe gesehen, dass ihr auch öfters Dinge aus der Natur zeichnet …
Stimmt, wir sind manchmal auch in botanischen Gärten, Tierparks oder generell in der Natur unterwegs. Zum Beispiel haben wir auch schon Schafe in der Oligser Heide oder Motive im Wald gezeichnet.
Dabei entstehen natürlich auch Zeichnungen, die nicht ganz dem Urban-Sketching-Manifest entsprechen. Für uns in der Gruppe ist das aber überhaupt kein Problem. Wir freuen uns über jede Form des Zeichnens.
Direkte Kooperationen mit Nature-Journaling-Gruppen gibt es bisher noch nicht, aber einzelne aus unserer Gruppe besuchen bereits entsprechende Nature-Jounaling-Treffen, zum Beispiel in Bergisch Gladbach.
Eine der Punkte aus dem Manifest der Urban Sketchers ist, die Bilder die bei Treffen entstanden sind, auch Online zu teilen („7. We share our drawings online.“). Wie geht ihr damit um? Meine Frage zielt darauf ab, fragst Du jedes mal bei euren Treffen, welche Skizzen veröffentlicht werden können oder hab ihr da eine allgemeine Vereinbarung getroffen, quasi alles was beim Treffen entsteht, kann auch online gehen?
Am Ende unserer Treffen machen wir beim Throwdown ein gemeinsames Foto von allen Arbeiten. Neue Teilnehmende informieren wir darüber, dass diese Bilder auf unserer Website, auf Instagram und im WhatsApp-Kanal geteilt werden.
Wenn jemand nicht möchte, dass seine Zeichnung veröffentlicht wird, respektieren wir das selbstverständlich. Das kommt gelegentlich vor, aber die meisten zeigen gerne Ihre Zeichnungen, die Teil der gemeinsamen Dokumentation sind.

Was planst ihr für die USK Hilden in der Zukunft?
In den letzten Jahren sind im rheinisch-bergischen Raum viele neue Urban-Sketching-Gruppen entstanden. Das eröffnet eine große Vielfalt an Möglichkeiten und Treffen. Etwas, das es so früher weniger gab.
Ich wünsche mir, dass die Begeisterung fürs Sketchen, egal ob urban oder in der Natur, weiter wächst und noch mehr Menschen erreicht. Und natürlich, dass auch unsere Gruppe weiter lebendig bleibt und neue Sketcherinnen und Sketcher dazukommen.
Vielen Dank für das Interview. Ich möchte hier noch auf die Webseite und den Ingram-Account der Urban Sketchers Hilden hinweisen:

Bergische Sketchers
Ich möchte auf die Sketching und Journaling Gruppen in der Region Bergisches Land hinweisen.
Blau = Urban Sketchers, Rot = Nature Journaling, Grün = Sketching und Journaling