Hutewald Halloh

Neben dem „Halloh“ gibt es in der Umgebung noch die ehemaligen Hutewälder „Paradies“ (zwischen Albertshausen und Gellershausen), „Kesting“ (unweit des Wanderparkplatz Immelberg bei Albertshausen; nach Helmut Kesting, einem ehemaligen Forstamtmann) und „Ebachsköppel“ (bei Edertal-Gellershausen).

Carl Adam Heinrich von Bose schrieb 1799 in seinem Buch „Uebersicht der praktischen Holzbehandlung“ Kapitel mit den Titeln: „Von der schädlichen Hutung des Rindviehs ins Holz“ und „Von dem aus der Hutung der Schaafe dem Holze erwachsenden Schaden, und dem Mittel ihm abzuhelfen“. Er nennt dort den Schaden für das Holz und das Vieh selber. „Ich gebe also hier den wohlmeynenden Rath, alle Hölzer gänzlich mit der Hutung des Rindviehs zu verschonen, wodurch man der Verheerung desselben merklich vorbeugen, einen weit bessern Wachstum seines Holzes verspüren, und dem … Nachtheil der Holzhutung für das Vieh selbst ausweichen wird.“ (Bose, S. 84)

In seinem Artikel „Mensch und Wald“ schrieb Richard Plochmann von der Uni München: „Wer schon einmal als Wildfutter Eicheln oder Bucheckern gesammelt hat, weiß, welche gewaltigen Mengen in einem guten Frucht- oder Mast am Boden liegen. Ohne Säen und Mühenfällt dann viel mehr aus den Baumkronen, als der sauer bewirtschaftete Acker damals abwarf. Solche Mast war ein Segen […]. Gut war im Jahr, ob damit zahlreiche Schweine gemästet werden konnten, viel Fleisch, Schinken, Speck und Fett zu erwarten waren […] Nicht nach seinem Holzvorrat, wie heute, wurde der Wald bewertet, sondern nach der Zahl der Schweine, die in ihn eingetrieben werden konnten.“ (Plochmann in: „Rettet den Wald, 1979, S. 163/164)

Bettina Borgemeister schreibt in ihrer Arbeit „Die Stadt und ihr Wald (2005) über die Auswirkungen des Viehtrieb in den Wald:

„Langzeitschäden kaum bekannten Ausmaßes sollte die Weidenutzung der oberen Hanglagen des Hainbergs nach sich ziehen. Denn durch die extensive Beweidung mit Kühen, Ziegen und vor allem mit den großen städtischen Schafherden wichen die Holzbestände dort im Laufe der Zeit den bis zu den großen Aufforstungen im 19. Jahrhundert noch charakteristischen Dreisch- oder Trockenrasenflächen, deren Aussehen man sich heute, da allenfalls noch Flurnamen wie Molkengrund, Tift(-weg), Ziegenhagen und Schäferbrunnen Zeugnis von der ehemaligen Weidenutzung des Hainbergs ablegen, nur mit Mühe vorstellen kann.“ (Borgemeister, S. 42)

Bettina Borgemeister beschreibt nach Heinz Ellenberg („Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen“, S. 27ff.) wie „die vom Vieh ausgelöste Sukzession idealtypisch“ verläuft: „Der geschlossene Wald mit gesundem Baumbestand, voller Holzproduktion und geringer Futterproduktion verwandelt sich durch den Vieheintrieb zunächst in einen lichten Wald mit wenig verändertem Bodenzustand, aber bereits sinkender Holz- und steigender Futterproduktion. Bei unvermindertem Eintrieb folgt als nächste Stufe die Räumende. In diesem Stadium läßt die Bodenfruchtbarkeit bereits nach, die Holzproduktion ist minimal, die Futterproduktion aber qualitativ verbessert. Über die Stufe der Hutung (die Holzproduktion ist erloschen, die Futterproduktion sinkt) wird schließlich das Stadium verarmter Trittweiden oder Heiden erreicht. Der Bodenzustand ist in dieser Phase schlecht, und auch die Futterproduktion reicht für das Großvieh nicht mehr aus. Bei unvermindertem Viehtrieb folgt die letzte Stufe der Sukzession das nicht mehr nutzbare Ödland.“ (Borgemeister, S. 122)