Wild Wonder Nature Journaling Conference 2022

Logo der Konferenz 2022 (mit Video Pass Hinweis)

Hallo liebe Naturjournalist/innen* und alle, die Interesse an Nature Journaling haben!

* oder Naturjournaler/innen?

Bethan Burton: Using Simple Lines to Capture Our World

In dem Workshop von Bethan Burton ging es um Zeichengrundlagen mit Linien. Sie stellte verschiedene Künstler anhand von einfachen Strichzeichungen vor, Künstler die alle bei der Wild Wonder als Vortragende dabei waren: Melinda Nakagawa (sparkinnature.com), Robin Lee Carlson (robinleecarlson.com), Vitor Velez – The Headless Sketcher, Debbie Kaspari (drawingthemotmot.com) und Clare Walker Leslie (http://www.clarewalkerleslie.com/).

Im Zeichenteil stellte Bethan Burton verschiedene Zeichentechniken mit Bleistiften vor. Sie zeichnete Linien mit mehr oder weniger Druck, nutze Klassiker wie Kreuzschraffur (cross-hatching) oder cross contour lines.

Meine Zeichnung: Dies nannte sie „press and flick“. Also den Bleistift anpressen und nach oben schnippen. Gut verwendbar für Gras.

Diese Techniken nutze sie dann, um verschiedene Planzen, Tiere oder Landschaften zu zeichnen.

Bethan Burton sagte, dass sie beim Zeichnen ungefähr achtzig Prozent der Zeit auf das Motiv schaut.

Interessant fand ich ihre Aussage, dass eine ihrer Aufgaben ist, „Menschen zu helfen, Perfektionismus und Kunstängste loszuwerden“. Dabei sei „Skizzieren ist eine Möglichkeit, die uns helfen können, Ängste zu überwinden. So wie wie blindes Konturzeichnen …“ 

Meine Zeichnung: Blindes Konturzeichnen. Dabei schaut man mehr aufs Motiv das man zeichnet, als aufs Papier. Hier steht der Spaß im Vordergrund, denn das Ergebnis ist nicht immer schön. Aber mit Übung werden die Zeichnunfen immer natürlich.

Die Homepage von Bethan Burton: journalingwithnature.com

Unter der URL journalingwithnature.com/podcast findet man ihren Popcast, bei dem sie in über 100 Folgen (Stand 9/2022) Natur Journaler und Künstler interviewt hat.

Sie rief im Juni 2020 die „International Nature Journaling Week“ ins Leben (naturejournalingweek.com)

Robin Lee Carlson: Where the Light Isn’t: Telling Stories with Shadows

Robin Lee Carlson zeigte zunächst einige Zeichnungen aus ihren Skizzenbüchern. Sie zeigte ihren Umgang mit Schatten an Insekten, Pilzen und Pflanzen. Es war wohl eine Blattfußwanze bei dem sie in ihrer Zeichnung tolle Schatten zum Insekt gezeichnet hatte. Um all die Details von Insekten zeichnen zu können, fotografiert sie diese zunächst und zeichnet dann von den Fotos (verständlich, es ist ja schon schwierig manche Insekten überhaupt zu fotografieren). Aber dies hilft auch, um sie bei weiteren Besuchen in der Natur vielleicht doch zu zeichnen.

Meine Zeichnung nach einem Foto einer Nordamerikanische Kiefern- oder Zapfenwanze (Leptoglossus occidentales) in Hartegasse 

Sie meint Schatten würden helfen die inneren und äußeren Strukturen von Organismen zu verstehen.
Interessant war eine ihrer Zeichnungen, auf denen sie die Schatten der Bäume zeichnete, die hinter ihr waren, die Bäume selber waren daher nicht auf dem Bild. Sie konnte so das Bild nach hinten vergrößern, indem sie über das eigentliche Motiv, den Schatten als zweite Ebene legte.
Bevor sie eine Skizzen im Workshop zeichnete, zeigte sie noch ein paar Grundlagen des Schattenwurfs. Wenn der Schatten von oben oder von der Seite kommt oder es zwei Lichtquellen gibt.
Sehr interessant waren ihre Erklärungen zu Schatten im seichten Wasser. Das Licht wird von den Wellen gebrochen und erzeugt bei den Wellenbergen helles Licht z.B. auf den Steinen im Wasser und bei den Wellentälern dunkleres Licht.

Die Homepage von Robin Lee Carlson: robinleecarlson.com

Ihr erstes Buch „The Cold Canyon Fire Journals“ enthält ihre Beobachtungen im Cold Canyon in der Nähe des Lake Berryessa in Kalifornien in fünf Jahren. 2015 ist dort ein Feuer ausgebrochen.

John Muir Laws: Composition

Im Workshop von John Muir Laws ging es um einen interessanten Bildaufbau. Man merkte, dass es seine Absicht war, den Leuten das Erstellen von Mehrbildseiten schmackhaft zu machen. Auf die einzelnen Inhalte seines Vortrags will ich gar nicht eingehen, die will ich erstmal für mich selber sacken lassen bzw. das ein oder andere ausprobieren.

Was ich direkt probierte war, vor einer Wanderung schon ein paar Layout festzulegen. Also beispielsweise habe ich meine A6-Skizzenbuchseite so aufgeteilt.

Mein Layout

Unterwegs auf meiner Runde von Hartegasse nach Hönighausen und zurück habe ich dann die Rechtecke mit Skizzen gefüllt.

Mein Layout mit Skizzen zwischen Hönighausen und Hartegasse.

Rosemary Mosco: Cartoons und Comics

Für Rosemary Mosco ist Humor nicht nur lustig, sondern ist darüber hinaus auch nützlich. Sie nutzt Humor um den Menschen etwas über Wildtiere und Naturschutz beizubringen. Beispielsweise hat sie zusammen mit Wissenschaftlerinnen Comics gemacht, die es auch in Wissenschaftszeitschriften wie Nature schafften — jedenfalls dort erwähnt wurden. In ihren Cartoons nimmt sie auch das übliche Leben von Naturbeobachtern auf den Arm. Dabei spricht sie aus eigener Erfahrung. Schließlich nennt sie sich Science Cartoonist.

Sie spricht darüber, dass früher Wissenschaft und Kunst zwei verschiedene Dinge waren. Es gab kaum Vorbilder, die beides verbanden. Eine Ausnahme war z.B. die Paläokünstlerin Ely Kish (1924 – 2014). Rosemary Mosco wollte Naturforscherin werde. Eine Googlesuche brachte sie zur  Universität von Vermont (Field Naturalist Program, uvm.edu/cals/plantbiology/field-naturalist-program). Nach diesem Studium entdeckte sie den Humor und brachte diesen mit Wisseschaft zusammen. Sie stellte ihre Cartons bzw. Comics auf ihre Webseite birdandmoon.com. Sie stellt klar, dass Cartoons keine wissenschaftlich korrekten Illustrationen sind und es in den Caroons/Comics nicht immer lustig sein muss.

Sie spricht über Fonts, Handschrift, Panelsaufteilung für Zeitungscomics oder für elektronische Medien und über Herstellungstools (analoge und digitale, also Stifte, Computer, Software).

Max Romy: How to Capture Landscapes (by visiting Alaska!)

Das es in Alaska 9 Monate Winter Winter ist, war mir selber nicht klar. Max Romy meinte aber, dies würde sich derzeit durch den Klimawandel sehr ändern. Die Winter werden kürzer, die Gletscher in Alaska kleiner. An Wild Wonder nahm er von Reno in Nevada aus Teil. Dort war er selber Teilnehmer einer anderen Umweltkonferenz. So sah man ihn später durch den Konferenzort mit seinem Notebook laufen, sodass Grüße von einer zu anderen Konferenz geschickt werden konnten.

Er erzählte vom schwierigen Zeichnen im kalten Winter, wo er mit dicken Fäustlichen und Wodka im Waterbrush seine Schneehührer zeichnet. Er zeigte einen selbstgedrehten Film (er ist auch Filmemacher) und einige interessante Bilder, in denen er anhand von Tierspuren den Weg von Tierendokumentiert hat. Auf diesen Bildern sieht man nicht nur die Fußspuren, sondern auch die Tiere wie sie durchs Bild wanderten. So kam beispielsweise eine Ziehe vor fünf Stunden vorbei, ein Schneehuhn vor einer Stunde und nun Max Romy, schwer bepackt und mit Stöcken.

Fiona Gillogly im Gespräch mit Amy Tan

Amy Tan berichte wie sie vor einigen Jahrten auf Fiona Gillogly kennen lernte und Fiona ihre Mentorin wurde. Beide sind begeisterte Vogelbeobachterinnen und -zeichnerinnen. Während des Gesprächs zeigten sie Seiten aus ihren Journals. Amy Tan berichtet, wie ihre Vögel auf das Futter warten und dann laut herausrufen: „Food truck has arrived!“. Im Gespräch tauschten sie sich aus über ihre Erfahrungen mit ihren Vögeln in ihren Gärten und der Umgebung. Sie sprachen auch über das immer besser werden beim Zeichen je mehr man übt.

Webseite: fionasongbird.com/

Roseann Hanson: Wilde Kunst: Machen Sie Ihre eigene Farbe und Tinte

Roseann Hanson ist Künstlerin, Reiseleiterin und Gründungs-Co-Direktorin der Wild Wonder Nature Journaling Conference und Autorin von „Nature Journaling for a Wild Life“, einem 8-wöchigen geführten Kurs für Anfänger. In diesem Vortrag zeigte sie wie man aus Naturstoffen wie Erden, Stein oder Rinden Pigmente und aus diuesen Farben herstellen kann. Zunächst gab sie einen Rückblick auf die Urzeit der Menschheit, wo Menschen Farben hergestellt haben, um damit beispielsweise die Wände von Höhlen zu bemalen. Sie besprach einige Farbtöne und benannte sie auch anhand ihrer chemischen Formeln. Ein Video zeigte wie sie in ihrem Labor Farben selber herstellt.

Webseite: exploringoverland.com/

Mark Simmons: Magic of Cross-Sections

Mark Simmons beschäftigte sich in seinem Workshop mit Querschnitten („Magic of Cross-Sections“). Als erstes schnitt er einer Paprika in zwei Teile und zeichnete eine Hälfte, indem er einfach die Paprika auf sein Sketchbook legte und den Umriss abzeichnete. So stimmten die äusseren Propertionen ohne aufwendige Messaktionen. Er zeichnete dann noch grob das Innere der Paprika, ergänze die Zeichnung mit einer Bemassung und Farbe. Schliesslich hat er seine Zeichnung noch ein wenig wie mit einer Luftpumpe aufgepumpt – damit meinte er der Zeichnung noch Dreidimensionalität zu geben.

Zur Übung schnitt ich einen Apfel auf und zeichnete ihn mit einem Fineliner.

Vorbereitung zum Schneiden
Schneiden
Apfel aufgeschnitten
Umriss abzeichnen
Umriss
Innenleben einzeichnen und Farbe hinzufügen
Apfel messen
Messwerte in Zeichnung übertragen
Zeichnung mit Datum, Ort und Name des Objekts versehen.

Dies weitete er dann auch auf Tiere aus.

Die Homepage von Mark Simmons: ultimatemark.com

Puh, das war viel Input. Tschüss, bis zum nächsten Mal beim Wild Wonder.