Archiv der Kategorie: Natur zeichnen — drinnen und draußen

Skizze: Raupen an Brennnessel

Zwei Versuche: Raupe auf Brennnesselblatt
Um 90 Grad gedreht (700 Pixel)
Um 90 Grad gedreht (350 Pixel)
Um 90 Grad gedreht (200 Pixel)
Raupe eines Rundflügel-Kätzcheneule-Schmetterlings auf einem Brennnesselblatt bei Stelberg (Anfang Juni 2021)
Raupe auf einem Brennnesselblatt bei Stelberg (Anfang Juni 2021)
Raupen des Tagpfauenauge-Schmetterlings bei Unterbüschem (Mitte Juni 2021)
Raupen des Tagpfauenauge-Schmetterlings bei Unterbüschem (Mitte Juni 2021)
Raupen des Tagpfauenauge-Schmetterlings bei Unterbüschem (Mitte Juni 2021)
Raupen des Tagpfauenauge-Schmetterlings bei Unterbüschem (Mitte Juni 2021)
Raupen des Tagpfauenauge-Schmetterlings bei Unterbüschem (Mitte Juni 2021)
Raupe des Tagpfauenauge-Schmetterlings bei Unterbüschem (Mitte Juni 2021)
Raupe des Tagpfauenauge-Schmetterlings bei Unterbüschem (Mitte Juni 2021)
Raupe des Tagpfauenauge-Schmetterlings bei Unterbüschem (Mitte Juni 2021)
Raupe des Tagpfauenauge-Schmetterlings bei Unterbüschem (Mitte Juni 2021)
Raupen des Kleinen Fuchses auf Brennesseln bei Stelberg (Mitte Juli 2021)
Raupen des Kleinen Fuchses auf Brennesseln bei Stelberg (Mitte Juli 2021)
Raupen des Kleinen Fuchses auf Brennesseln bei Stelberg (Mitte Juli 2021)
Raupen des Kleinen Fuchses auf Brennesseln bei Stelberg (Mitte Juli 2021)

Skizze: Apfelbaum und Blätter

Das Blatt eines Apfelbaums. Die Blattadern ähneln einem Straßennetz.
Vorder- und Rückseite eines Apfelbaumblattes.
Details der Apfelbaumblattstruktur (im Gegenlicht fotografiert).
Details der Apfelbaumblattstruktur: Loch und Färbung.
Ein Astende des Apfelbaums.
Der Apfelbaum im Garten.

Hier noch ein kleines Zeichenvideo von mir:

Amselgesang wurde unterbrochen

28.05.2021, 21.21 Uhr: Eigentlich wollte ich das Abendkonzert der Amseln mit meinen mobilen Aufnahmegerät aufnehmen (früher habe ich damit Musiker interviewt). In dem Moment als ich die Aufnahme startete kam laut eine Ente oder eine Wildgans (ich muss noch etwas recherchieren was es nun war) durchs Tal geflogen. Bei mir landete eine Amsel und begann mit ihrem Gesang. Glück für mich. Doch als die Ente/Gans sich näherte schaute die Amsel verwirrt und flog weg.

Dazu habe ich diese Skizze gezeichnet:

Die Audioaufnahme habe ich in der Musik-/Audiosoftware Audacity verkürzt und in der Lautstärke etwas verstärkt:

Der Ablauf passend zum Bild:

(1) Amsel I sitzt singend auf einem Kamin. Im Hintergrund hört man weitere Amseln.

(2) Durchs Tal fliegt eine Ente bzw. Wildgans (?). Man hört sie näher kommen.

(3) Ab Sekunde 11: Dicht bei mir landet Amsel II und singt ihre Melodie (1. bei Sekunde 11/12, 2. bei Sekunde 19 – 22, 3. bei Sekunde 26 – 28). Sie ist verwirrt wegen der Ente/Wildgans und

(4) fliegt davon.

(5) Die Ente/Wildgans fliegt weiter durchs Tal.

Die Audiodatei in der Musik-/Audiosoftware Audacity. Deutlich sieht man die drei Zeitpunkte an denen Amsel II gesungen hat.
Das mobile Aufnahmegerät TASCAM DR-05 erzeugt eine Aufnahme im MP3-Format.

Kohlmeise am Futterplatz

Regelmäßig schauen die Kohlmeisen beim Futterplatz vorbei. Ihre Lieblinge sind die Mandelstücke. Diese holen sie sich aus dem Futterhäuschen und knabbern an diese auf dem Zaun vor dem Häuschen. Immer wieder unterbrochen von Blicken in die Umgebung („Sind Katzen oder größere Vögel oder gar Menschen in der Nähe?“)

Die Fotoserie zeigt die Kohlmeise am Futterhäuschen.

Mini-Klappsitz

Als Alternative zum Dreibeinhocker suchte ich einen Klappsitz, den ich problemlos in meinen kleinen Rucksack bekomme und auch noch andere Dinge mitnehmen kann. Ich fand dieses Modell. Der Sitz ist schnell aufgebaut bzw. ich hatte das Gefühl er baute sich selber auf. Allerdings muss ich das Einklappen und wieder Verpacken noch etwas üben (ich sollte eine Videoanleitung erstellen). Zum längeren Verweilen und Zeichnen scheint er mir geeignet. Test erstmal bestanden.

Der Klappsitz verpackt in 260 mm x 150 mm.
Ausgepackt und …
… in wenigen Sekunden aufgestellt.

Erinnerung an NaturZeit Lindlar (2007 – 2010)

Bereits 2005 beschäftigte ich mich zu Beginn meines Masterstudiums Erwachsenenbildung mit Naturerfahrung sowie Zeichnen in der Natur. Dabei fand ich das Flow Learning nach Joseph Cornell:

  1. Begeisterung wecken
  2. Konzentriert wahrnehmen
  3. Unmittelbare Erfahrung
  4. Andere an den Erfahrungen teilhaben lassen.

Ich formulierte dies 2005 so:

  1. Ankommen in der Natur
  2. Aktivitäten in der Natur
  3. Entspannen in der Natur
  4. Erinnern an die Natur.

Damals hatte ich die Webseite Coverwork.de auf der ich meine Ideen festhielt.

Screenshot der Webseite www.coverwork.de von 2005 „Naturerlebnis und Medienbildung im Bergischen Land“.

Zum Zeichnen in der Natur schrieb ich 2005:

„Zeichnungen haben den Vorteiul, dass man sich während der Erstellung intensiv mit dem Objekt beschäftigen muss. Beim Zeichnen stellt man fest wie komplex z.B. eine Pflanze aufgebaut ist. Als Zeichenanfänger hat man allerdings das Problem, dass man nicht die Techniken beherrscht, wie beispielsweise eine Pflanze perspektivisch korrekt gezeichnet wird. Da diese Techniken in der Regel viel Übung erfordern, ist hier die intensive Beschäftigung mit dem Objekt wichtiger. […] Die unzureichende Zeichenerfahrung soll die Teilnehmer nicht davon abhalten. Würde der Zeichenanfänger seinen Fokus auf die Zeichentechnik, also auf Perspektive und Schraffur legen, dann würde dies ihn möglicherweise zu sehr vom eigentlichen Thema ablenken und die ganze Veranstaltung würde mehr in die Richtung eines herkömmlichen Zeichenkurs gehen. Der Unterschied zu einem Zeichenkurs ist in der Gewichtung zu sehen. Während dort das Erlernen der Zeichentechnik im Mittelpunkt steht, sollen hier die Formen der Natur im Mittelpunkt stehen.“

Zum Fotografieren in der Natur schrieb ich 2005:

„Beim Fotografieren von Landschaften, Pflanzen oder Tieren steht das bewußte Auseinandersetzen mit Objekten in der Natur im Vordergrund. Mit Hilfe der Fotografien kann eine spätere Dokumentation genauer werden. Wahrnehmen und bewußtes Sehen sind hier wichtig.“

Projekt Lernort Gemeinde in Lindlar

Als Student der Erwachsenenbildung an der Technischen Universität Kaiserslautern war ich begeistert als im Januar 2007 in Lindlar das Projekt „Lebenswertes Lindlar“ startete. In diesem Rahmen wollte ich ein Naturprojekt anstoßen. Um weitere Interessierte zu gewinnen schrieb ich auf mein Flipchart-Plakat u.a.: „Wanderungen mit offenen Augen“, „Zeichnen in der Natur“, „Bewußtes Wahrnehmen von Schönheit und Problemen in der Natur“, „Themenwanderungen/Erkundungen“.

Später formulierte ich dies: „Unter einer bestimmten Fragestellung machen wir eine Erkundung in die Natur. Da es für uns eine Fragestellung ist, begeben wir uns auf Neuland. Die bei der Erkundung aufgetretenen Fragen können evtl. direkt gemeinsam geklärt werden oder man verabredet sich zu einer Nachbesprechung. Fotos, Zeichnungen können uns unterstützen.“

Daraus wurde über den Zwischenschritt „Zeit für Natur“ schließlich „NaturZeit“.

„Lebenswertes Lindlar wurde 2007 vom Katholischen Bildungswerk im Oberbergischen Kreis und vom Pfarrverband Lindlar zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements ins Leben gerufen. Ein Projekt innerhalb von „Lebenswertes Lindlar“, aus dem nun die Initiative NaturZeit hervorging, beschäftigt sich mit Naturentfremdung und Naturerfahrung. Entwickelt wurde die Idee, gemeinsam die Natur in Lindlar und Umgebung zu entdecken. Dabei will NaturZeit den Dingen auf den Grund gehen, aber auch mal schlicht die Natur genießen.

NaturZeit beschränkt sich bei den Naturerkundungen auf einen eng begrenzten Raum, denn die intensive Erfahrung steht im Vordergrund. In die Natur, nicht durch die Natur zu gehen und sich dabei Zeit zum Austausch zu nehmen, lautet das Motto der Initiatoren, die sich weniger als Lehrer, sondern als Mitlerner sehen, die diese neue Form der gemeinschaftlichen Naturerfahrung ermöglichen wollen.“ (offizieller Text)

NaturZeit-Flyer 2008 (1)
NaturZeit-Flyer 2008 (2)

Ab 2008 begannen wir mit unseren Naturerkundungen in Lindlar, die bis 2010 fortgesetzt wurden.

Unterwegs mit der NaturZeit (2008)

Nature Journaling

Nature Journaling und Nature Sketching und Field Sketching

Ein Nature Journal ist ein Natur-Tagebuch mit Skizzen von Tieren, Pflanzen oder Landschaften und Notizen mit Erkenntnissen, Erklärungen, Beschreibungen und Fragen. Hierzu muss man kein Naturwissenschafler sein, es ist nur das Interesse an der Natur sowie Papier und Stifte notwendig. Beobachtungsorte findet man überall, es kann der Balkon sein, der Garten, ein Park, der Wald in der Nähe usw. Nichts anderes machen Naturforscher schon seit Jahrhunderten. Vordenker der Nature Journaling-Bewegung ist John Muir Laws. Er schreibt in seinem Erklärungstext zu Nature Journaling:

„Start now: you can do this, and the world is waiting.“

Eine klare Aufforderung an alle interessierten Laien- und Amateure sofort und ohne großartige Ausbildung zu starten. Benötigt wird zum Start kein spezieller Zeichen- oder Malkurs oder eine naturwissenschaftkiche Ausbildung. Gestartet wird mit dem was man sieht und auf Papier skizziert (Motto „Sketch what you see“), den Fragen und Erkenntnissen die sich aus den Beobachtungen ergeben. Wie es von hier aus weiter geht, muss dann jeder für sich selber entscheiden. Gelernt wird beim Tun. Man eignet sich Wissen beim Forschen an, verbessert sich im Zeichnen, schaut sich Videos von anderen „Natur-Journalisten“ (nicht Journalisten im herkömmlichen Sinn, sondern „Naturforscher mit einem Journal/Tagebuch“, denn bei Nature Journaling steht Journal hauptsächlich für Tage- bzw. Notizbuch. Verwandtschaftlich könnte man hier noch das „Laborjournal“ aufführen, in denen Wissenschaftler die Planung, Durchführung und Auswertung von Experimenten dokumentieren, siehe hier) und kann auch spezielle Präsenz- oder Onlinekurse besuchen.

Damit steht Nature Journaling nah beim heutigen Denken der Erwachsenenbildung. Hier wären das „Informelle Lernen“ (siehe z.B. Buch „Informelles Lernen und Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“, 2009) oder „Selbstgesteuertes Lernen“ zu nennen.

So schreibt Susanne Salinger in ihrem Artikel „Naturschutz als Motor informellen Lernes“ (2009):

„Ist das Interesse geweckt, sich weiter mit einem Thema zu beschäftigen, kann dies eine Grundlage dafür bieten, in diesen Bereichen ein umfangreiches Wissen aufzubauen, relevante Fähigkeiten zu entwickeln u.v.m.

Stift, Papier und ein geeigneter Sitzplatz (hier ein klappbarer Dreibeinhocker, der in den Rucksatz passt), mehr ist für Nature Sketching technisch nicht notwendig (Bild von 2005)

Dabei wird Zeichnen und Schreiben als intensive Denk- und Forschungsmethode angewendet. Ähnliche Resultate kann man auch mit Fotos und kleinen Videos erreichen, die man mit zusätzlichen Texten, Fragen, Beobachtungen usw. auf der eigenen Webseite veröffentlicht (vgl. hierzu: Heino Apel/Gertrud Wolf „Multimedia in der Umweltbildung“, 2005).

Die Konzentration auf ein Objekt, die Beschäftigung mit diesem, das Lernen und die direkte Dokumentaion stehen im Vordergrund, jetzt direkt in der Natur, an der frischen Luft. Für längere Zeit sich an einer Stelle in der Natur aufhalten, mitbekommen was passiert und dies versuchen zu verstehen, zu hinterfragen und zu dokumentieren. Das Motto (siehe oben) lautet: Fang einfach an, die Welt wartet auf dich. Letzteres könnte man als das Veröffentlichen von Skizzen und Texten auf Webseiten sehen, aber auch als Austausch mit anderen Naturforschern.

John Muir Laws nennt vier Gründe weshalb er Nature Journals erstellt:

  1. etwas erkennen und notieren, dass er ansonsten nicht gesehen hätte,
  2. sich an Details erinnern, die er sonst vergessen hätte,
  3. er will das Feuer der Neugier schüren und ein Werkzeug zur Erforschung haben und
  4. er will sich in die Welt verlieben. Er will ihr Aufmerksamkeit geben und verlieben.

Auch wenn die Skizze künstlerisch nicht gelungen ist, beispielsweise weil das Insekt nicht so ruhig sitzen blieb wie notwendig, hat man eine Skizze mit der man sich an die Situation erinnert und mit der man weiterarbeiten kann. Zusätzlich kann ein Foto erstellt werden – bei Tieren, die in der nächsten Sekunde vom Ort verschwinden sowieso die einzige Chance ein Bild zu machen. Der künstlerische Wert einer Zeichnung ist ihm eher unwichtig. Ihm ist wichtiger, dass er sich erinnert, weil er die Zeichnung selber erstellt hat. Ein gutes und ein schlechtes Bild sind beide für ein Nature Journal „great“. Das die Zeichnungen besser werden, kommt von alleine, je mehr man zeichnet.

John Muir Laws sind diese vier Gründe wichtiger, als tolle, künstlerisch gelungene Zeichnungen. Neben den Zeichnungen sind ihm die Notizen wichtig, die er bei seiner Naturbeobachtung macht. Neben dem Zeichnen (drawing) und Schreiben (writing) ist ihm das Quantifizieren (quantify) wichtig, beispielsweise das Zählen der Blütenblätter die eine Pflanze hat.

Zeichnung eines Rhododendrons. An der Knospe habe ich habe 14 Blüten gezählt.
Foto desselben Rhododendrons.

[1] Salinger, S. „Naturschutz als Motor informellen Lernes“. In: „Informelles Lernen und Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“, 2009

Weitere Links: