Archiv der Kategorie: Fossilien

Zeitschrift: Romerike Berge

Romerike Berge – Zeitschrift für das Bergische Land, Heft 1/2017

Titelseite mit Fossilien von Seelilien. Romerike Berge – Zeitschrift für das Bergische Land, Heft 1/2017

Artikel: Weber Hans Martin: Zur Fauna der mitteldevonischen Mühlenberg Formation von Lindlar und Umgebung, S. 2 – 15

Direkt zu Beginn des Artikels werden einige interessante Fakten genannt, die ich bisher noch nirgendwo gelesen habe. Weber berichtet, dass der Name der Mühlenberg-Schichten (Mühlenberg-Sandstein, jetzt auch Mühlenberg Formation) auf den Geologen August Denckmann zurück geht, der im Jahr 1907 „diese Schichten am Mühlen-Berg bei Dahl, etwa 5 Kilometer südwestlich von Hohenlimburg im Sauerland beschrieb.“ (S. 2) Mit dieser Info habe ich im Internet geschaut (siehe unten *).

Direkt auf der ersten Seite des Artikels werden auch die für Lindlar typischen Seelilienabdrücke genannt, die Johann Friedrich Krüger 1823 in seinem Buch „Geschichte der Urwelt“ als „Schraubensteine“ bezeichnet und auch in diesem Zusammenhang Lindlar nennt (siehe hier unter ** meine kleine Internetrecherche).

Wirklich schade ist, dass auf Seite 6 die Bildunterschriften vertauscht wurden. Auf der rechten Abbildung sieht man Seelilien-Stielglieder, die Bildunterschrift lautet allerdings >“Fenestella“ sp. eines fächer- und trichterförmigen Moostierchens.< So eine Vertauschung passiert im Produktionsprozess flott. Nur leider führte dies dazu, dass zwei weitere Fotos mit Seelilienabdrücken (Titelbild und S. 14) mit >“Fenestella“ sp. eines fächer- und trichterförmigen Moostierchen.< falsch bezeichnet wurden. Obwohl „nahezu jeder Bewohner des Bergischen Landes“ (s. 6) diese „kleinen rundlichen Vertiefungen in der Grauwacke“ kennt und es dabei „um die Stielglieder von Seelilien“ handelt. Wer sie aber nicht namentlich kennt, wird sie nun für Moostierchen halten. Ich als Laie war auch verwirrt und hab gleich im Internet geschaut, was Moostierchen sind („moss animals“).

Eins meiner Fotos (also nicht aus der Publikation) von Seelilien-Stielgliedern, Fundort Lindlar-Hammen (Sülztal, Sünger Berge)

Im weiteren werden eine Auswahl der Lindlarer-Funde angesprochen:

  • Weichtiere (Mullusken) – Muscheln, Schnecken, Tintenfisch-Verwandte
  • Armfüßer (Brachiopoden) und Moostierchen (Bryozoen)
  • Stachelhäuter (Echinodermen) – Seelilien und Seeigel
  • Gliedertiere (Arthropoden) – Krebse und Verwandte
  • Fische – Panzerfische, Stachelhaie und Quastenflosser

Dies ist schon eine bemerkenswerte breite Fauna, die, wenn man sie sehen möchte, derzeit nur in verschiedenen Sammlungen sehen kann. Weber erwähnt hier die Sammlung von Siegfried Gobke, einem ehemaligen Steinhauer in Lindlar und langjähriger Vorsitzender der Steinhauergilde, und verschiedene Objekte der Sammlung des Ruhrmuseums in Essen, wo Dr. Hans Martin Weber als Kurator (wiss. Sammlungsverwaltung) tätig ist.

Eins meiner Fotos (also nicht aus der Publikation), Fundort ehm. Steinbruch bei Lindlar-Untersteinbach

* „Mühlenbergschichten (Mühlenberg unterhalb Dahl) , Grauwackensandsteine mit Grauschiefereinlagerungen“ (aus: Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie, 1909); „Die Brandenbergschichten nach dem Brandenberg in der Lenneschleife zwischen Hohenlimburg und Nachrodt , die Mühlenbergschichten nach dem Mühlenberg auf der rechten Volmeseite nördlich von Dahl“ (aus: „Abhandlungen des Reichsamts für Bodenforschung, 1942); „Die Untergliederung [Anm. GS: der Schichten wie Brandenberg-Schichten, Mühlenberg-Schichten, Hobräcker-Schichten, Untere Honsel-Schichten, zuvor wurde diese Schichten alle mit „Lenne-Schiefer“ bezeichnet] wurde erst durch DENCKMANN(1907) bei der Kartierung der Geologischen Karte im Gebiet des Blattes Hohenlimburg – vorwiegend nach lithologischen Gesichtspunkten – eingeführt.“ (Jahresberichte des Naturwissenschaftlichen Vereins Wuppertal, Heft 53, 2000, S. 12)

** „Außerdem liefert die Gegend bey Lindlar, im Bergischen Amte Steinbach, ebenfalls bisweilen Schraubensteine. Ich habe davon in zwey Müttern zwey Beispiele vor mir liegen.“ (Schröter, Johann Samuel: „Kenntniß und Geschichte der Steine und Versteinerungen“, 1778, S. 308); „Encrinites Epithonius [Anm. GS: siehe hierzu bei Spekrum: „Encriniten, Encrinus, Seelilie (Crinoiden) der Trias; Stielglieder werden Trochiten (Bonifatiuspfennige, Rädelsteine, Teufelsmünzen) genannt.“] Eine zahlreiche und lehrreiche Suite der sogenannten Schraubensteine von Rübeland und von der Schalke am Harz, von Lindlar im Bergischen, und aus dem Solmsischen, in Grauwacke ähnlichem Gestein … Gegenwärtig scheint es keinen Zweifel unterworfen, dass sie zur Familie der Encriniten gehören …“ (v. Schlotheim, E.F.: „Petrefactenkunde“ [Anm. GS: später wurde daraus, also aus der Petrefaktenkunde, die Paläontologie], 1820, S. 337)

Buch: Die Muschel auf dem Berg

Alan Cutler: Die Muschel auf dem Berg – Über Nicolaus Steno und die Anfänge der Geologie. 2003.

In verschiedenen Geologiebüchern hatte ich in den Abschnitten, in denen es um die Geschichte der Geologie ging, den Namen Nicolaus Steno gelesen. So schrieb Herbert Vossmerbäumer in „Geologische Karten“:

„1669 folgte der nächste Meilenstein in der Geschichte der Geologie. Damals fand der dänische Arzt und Theologe Nikolaus Steno in den toskanischen Bergen das sog. >Stratigraphische Grundgesetz< (oder >Prinzip<). Es besagt, daß das räumliche Über- und Untereinander der Gesteinsschichten einem zeitlichen Nach- und Voreinander entspricht. Das Obere, das >Hangende<, muß jünger sein als das Untere, das >Liegende<. (Vossmerbäumer 1983, S. 6)

Nicolaus Steno wurde im Januar 1638 in Kopenhagen geboren und zwar als Niels Stensen. Wie damals an den Universitäten üblich hat er sich einen lateinischen Namen gegeben: Nicolai Stenonis. Es sind unterschiedlich Schreibweisen üblich: Niels Steensen, Nicolaus Steensen, Nicolas Sténon oder Niccolò Stenone (vgl. Cutler S. 28) Er war bereits als Anatom bekannt, als er nach Florenz an den Hof der Familie Medici ging. Dort forschte er zunächst als Anatom, ging dann aber zur Geologie über, die es allerdings zu dieser Zeit als Wissenschaft noch gar nicht gab – denn Nicolaus Steno selber ist der Vater der Geologie.

Buchumschlag von Alan Cutler: Die Muschel auf dem Berg – Über Nicolaus Steno und die Anfänge der Geologie. 2003.

Fossilien waren seit jeher bekannt. Doch hatte noch niemand verstanden, woher sie kamen und wie sie entstanden sind. Sechs Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung hatten die Griechen, die sog. Vorsokratiker, die ersten Ideen. Später erklärte Aristoteles, dass es zum normalen Verlauf der Erde gehört, dass die Meere verschwinden und wiederkommen. So konnte man sich auch erklären, wie es kam, dass versteinerte Muschel auf trockenem Land zu finden waren (vgl. Cutler S. 10). Auch auf den Bergen, die dann wohl vor langer Zeit unter Wasser gestanden haben. In der europäischen Welt des siebzehnten Jahrhunderts war man für solche Ideen nicht aufgeschlossen. Die Heilige Schrift war das Maß aller Dinge. „Die meisten gebildeten Menschen zu Stenos Zeit […] glaubten vielmehr, die Muscheln wüchsen in der Erde, und in den versteinerten Muschelschalen hätten gar keine Weichtiere gelebt; außerdem seien die Berge niemals von Meeren bedeckt gewesen.“ (Cutler, S. 19) So schrieben christliche Autoren „versteinerte Muscheln seinen Relikte der Sintflut, greifbare Beweise der Heiligen Schrift und ein sichtbares Mahnzeichen für die Sündhaftigkeit des Menschen und die Macht Gottes.“ (Cutler S. 20) Die Wissenschafler des siebzehnten Jahrhunderts wollten den Dingen aber auf den Grund gehen und möglichst viel mit Naturgesetzten erklären können (Cutler S. 21). Cutler schreibt hier einen Satz, der wohl auch noch heute gilt:

„Die Wissenschaft versprach Hoffung und Aufklärung für die wenigen Erwählten, die sich ihres Fortschritts bewusst waren, doch der Mehrheit der Bevölkerung bot sie keinen Trost.“ (S. 32)

Die wenigsten Naturgesetze hatte man verstanden und wollte lieber im der Dunkelheit des Unwissens weiterleben. Hatte Aristoteles bereits in der Antike beschrieben, dass Veränderungen auf der Erde sehr langsam ablaufen („In der Zeit, die verstreichen würde, bis ein Ozean austrocknet oder ein Berg im Meer versinkt, würden Völker entstehen und untergehen“, S. 22), glaubte der christliche Mensch weiterhin, dass die Erde erst seit sechstausend Jahren bestünde (und bald unterging, denn „Sechstausend Jahre galten als Limit für die gesamte Lebensdauer der Erde.“, S. 22), d.h. für solche Veränderungen war die „gegebene Zeitspanneviel zu kurz. In all den Jahrhunderten beurkundeter Geschichte hatte man nichts dergleichen erlebt.“ (S. 21)

Florenz 2017
Toskana 2017
Florenz 2017

Der Erde selber oder den Objekte der Natur gestand man gar nicht zu, dass sie eine Geschichte hatten. Die Menschheit hatte eine Geschichte. Die Erde war mit all seinen Dinge in wenigen Tagen von Gott geschaffen worden, so wie man sie sah. Denn „für einen Christen war jeder Teil der Erde durch göttlichen Beschluss geschaffen worden, mehr oder weniger in seiner vorliegenden Form. Es bestand kein Anlass zu fragen, wie Berge oder Täler entstanden. Sie waren einfach erschaffen worden.“ (Cutler S. 24)

Der wesentliche Kern von Nicolaus Stenos Entdeckung war, dass die Gesteine der Erde zum Teil aus sich absetzenden Sedimenten entsteht, die sich im Wasser Schicht für Schicht horizontal absetzten. Er meinte, es gäbe „Regeln, nach denen sich Verwerfung, Hebung, Erosion und Schichtung der Landschaft und der darunter liegenden Grundgesteins in eine klar verständliche Reihenfolge bringen ließen. […] Steno erkannte, dass die Erdschichten, die fossile Muscheln einschlossen, durch eine allmähliche Ablagerung von Sedimenten entstanden waren und jede Schicht eine bestimmte Zeitspanne der Vergangenheit verkörperte. […] Die unterste Schicht war zuerst gebildet worden, die oberste zuletzt. Heutige Geologen bezeichnen Stenos Erkenntnis als >Prinzip der Überlagerung<. Je nach Sedimenten und Fossilien, die sie enthielten, gaben die Schichten Aufschluss über die Abfolge von Meeren, Flüssen, Seen und Böden, die das Land einst bedeckten. Dies bedeutete, dass die Geschichte der Erde Schicht für Schicht in Stein geschrieben steht.“ (S. 25) Steno hatte dies erstmals bei einem Experiment seines Lehrers Ole Borch begriffen. Dieser hatte gezeigt, dass „aus einer durchsichtigen Flüssigkeit >erdige< Partikel ausfielen. [Steno] konnte sich vorstellen, dass sich das, was er in Borchs Labor beobachtet hatte, auch in einem Urmeer abspielte – dass sich Erdkörner langsam im Wasser absetzten und auf dem Boden ablagerten. Als er später die Sedimentablagerungen beschrieb … charakterisierte er deren Anordnung mit einem Begriff, den er dem Sprachgebrauch des Labors entlehnte: stratum super stratum, Schicht auf Schicht.“ (S. 40) Diese Erkenntnis ist für die Geologie grundlegend. Zusammen mit Gebirgsfaltung, Erosion und Verwitterung und der Einsicht, dass Veränderungen sehr langsam verlaufen, ist bereits sehr viel erklärt. Aber damals hatte man all diese Erkenntnisse noch nicht und wollte Gedanken in diese Richtung auch nicht zulassen.

Steno hatte noch weitere Dinge entdeckt zu denen er sich einige Gedanken machte. Bei Steinen mit Fossilien kommt es häufig vor, dass Abdrücke und Versteinerungen von unterschiedlichen Arten zerrissen und durcheinander vorkommen. Cutler beschreibt eine von Nicolaus Stenos Ideen dazu: „Das Tier, das die Schale gebildet hatte, starb und wurde in Sedimenten begraben, in denen die Muschelschale versteinerte. Das Meer zog sich zurück, und die Sedimente, nunmehr trockenes Land, erodierten, wodurch die versteinerte Muschel freigelegt und zum Meer abgetragen wurde. Unterwegs war sie teilweise zerstört worden. Als sie im Meer angelangte, lag sie eine Weile auf dem Meeresboden, wo Entenmuscheln sie überkrusteten. Dann wurde die Muschel in einer neuen Ablagerung begraben, die das Fossil zutage treten ließ, als sich das Meer erneut zurückzog.“ (S. 129) Das zunächst genannte Muscheltier stammt also aus einer ganz anderen Zeit und von einem ganz anderen Ort als die Entenmuscheln. Statt Überreste aus einem, hat man hier Übereste aus zwei Habitaten gefunden.

Gesteinsschichten in den Gebirgen wie den Alpen und auch in den Mittelgebirgen, sind selten horizontal, sondern liegen schräg und sind häufig gefalten. Wohingegen Ablagerungen im Wasser horizontal verlaufen. Legen sich im Wasser mehrere Schichten übereinander, liegen diese ebenfalls horizontal. Weil bei meisten Landschaften „ihr Grundgestein irgendwann einmal von geologischen Kräften zusammengepresst und aufgefaltet“ wurden und die >Schichttorte< „deshalb umgekippt und zerquetscht und auf andere Weise verformt“ (S. 131) wurde, stehen die Schichten nicht mehr wie ursprünglich horizontal (dazu Stenos Grundsatz/Prinzip der „ursprünglich horizontalen Lagerung“, S. 132) Ehemalig horizontal stehende Schichten, können nun auch vertikal stehen. Was war ursprünglich oben, wenn die Formation senkrecht steht? Dabei hilft folgende Beobachtung: „Die Partikel in einer Sedimentschicht [sind] gewöhnlich der Größe nach geordnet, wobei die gröbsten unten und die feinsten oben liegen. Dank der Schwerkraft sind die Gesteinsschichten gleichsam mit einer Markierung für >oben< versehen.“ (Cutler S. 133)

Eine weitere Erkenntnis steht im Zusammenhang mit Abtragung von Bergen durch Erosion und Verwitterung und wird heute in der Geologie mit den Veränderungen in Mulden und Sätteln betrachtet. So können in einem Tal an den gegenüberliegenden Talseiten diegleichen Gesteinschichten auftauchen, diese waren „ursprünglich als durchgehende Schicht miteinander verbunden. Dies ergibt sich aus Stenos Prinzip der >lateralen Kontinuität<. […] Eine frühere Landschaft wurde kontinuierlich verändert und erst allmählich zu ihrem aktuellen Erscheinungsbild geformt; das Tal, das die beiden Schichten trennt, hatte anfangs gar nicht existiert. Und was jetzt als Berg erschien, war einst eine Senke.“ (S. 133)

Das Buch gibt Einblicke in das damaligen Denken und wissenschaftliche Arbeiten. Zwar steht Nicolaus Steno im Mittelpunkt, doch werden weitere Forscher wie René Descartes, Gottfried Wilhelm Leibniz, Leonardo da Vinci, Francesco Redi oder John Woodward und deren Ansichten beleuchtet. Vermittelt wird, dass selbst die schlauesten Köpfe noch den Dogmen der alten Schriften verhaftet waren und daher zumindest auf dem Gebiet der Erdgeschichte, die wissenschaftlichen Erkenntnisse noch unbefriedigend blieben.

Steno veröffentliche seine Erkenntnisse in seiner 78-seitigen Schrift „De solido“ („Das Feste im Festen“). Ein geplantes umfangreicheres Werk zum Thema brachte Nicolaus Steno, der später Bischof in Deutschland wurde, nicht mehr heraus.

Der Autor Alan Cutler ist selber Paläontologe und Geologie.

Fossilien in den Sünger Bergen

Hier soll belegt werden, dass der Grund der Sünger Berge aus ehemaligen Meeresboden besteht.

Gesucht wird nach Seelilien-Fossilien, bei denen 100% sicher ist, dass sie seit einer Ewigkeit an der Fundstelle sind. Seelilien-Fossilien, weil ich diese eindeutig identifizieren kann und Seelilien als Leitfossilien gelten. Ich fand natürlich auch andere Fossilien.

Stein mit Seelilienfossilien und Armfüßer (Brachiopoda) (gefunden bei Hammen).

Verschleppte Fossilien, also Fossilien die von irgendwoher hier hin gebracht wurden, werden natürlich nicht berücksichtigt.

Schotterfossil: Verschleppter Fossilienstein auf dem Hauptweg im Peffeköver Holz. Der Weg wurde im letzten Winter neu geschottert. Der Stein kam wohl aus einem Lindlarer Steinbruch hier hin. Aber als Fossilienstein taugt er nur noch als Deko, da die wahre Fundstelle unbekannt ist. Wäre es jetzt ein besonderer Fossilienstein und nicht nur einer mit herkömmlichen Seelilienabdrücken, dann wäre er für die Wissenschaft unbrauchbar. Für mich ist dies natürlich hier keine Fundstelle. Es ist ein Schotterstein mit Fossilien – der zählt nicht.
Kleiner Stein mit Fossilien aus den Sünger Bergen, 20 x 10 mm.

Seelilien bei Hammen

Hammen 1.1

Fossilien von Seelilien sind in den Steinbrüchen von Lindlar sehr oft zu finden. Oder anders aus gedrückt: Sehr, sehr, sehr oft. Man braucht sie gar nicht zu suchen. Hebt man einen Stein dort auf, dann hat der immer Abdrücke von Seelilien. Oder hat man einen Stein im Wanderschuh, dann stellt man beim Ausschütten des Schuhs mit Sicherheit fest, dass der Stein mit Seelilienabdrücken übersät ist.

Ich habe die auch schon an anderen Stellen in der Gemeinde Lindlar gesehen. Beispielsweise bei einem „Gang“ von Naturzeit, wie sich hier nachlesen lässt („Felsen mit sehr vielen Lindlarer-Fossilien“).

Da ist es wenig überraschend, wenn man in der Lindlarer Gegend mal einen Stein mit dieses Fossilien findet. Ich frag mich dann immer, ist der vielleicht einem Wanderer aus Lindlar, der vor einer Stunde vielleicht noch bei den Steinbrüchen war, dieser Stein nun aus der Hose gepurzelt oder hat er ihn weggeworfen, weil er ja genügend gefunden hatte und dieser eine der hässlichste von allen war.

Hier an der Stelle oberhalb von Hammen, bin ich mir aber recht sicher, dass diese Steine hier seit Millionen von Jahren liegen. Sei sei denn, sie hat jemand hier aufwendig an die Wurzel geklebt oder vor dem Pflanzen des Baumes — zu dessen Schicksal ich gleich komme — in der Erde platziert. Beides finde ich recht unwahrscheinlich.

Der bereits erwähnte Baum, eine Eiche, kippte bei einem der Winterstürme um.

Hammen 1.1: Die umgekippte Eiche.
Hammen 1.1: Die umgekippte Eiche.
Hammen 1.1: Weitere Bäume die mit der Eiche umstürzten.

Die Wurzel der Eiche riss einen größeren Krater in die Erde. An den Wurzel blieben zahlreiche Stein hängen.

Hammen 1.1: Die Wurzeln der Eiche.
Hammen 1.1: Wurzel und Krater.

Man sieht viele kleine und größere Steine in denen die Wurzeln der Eiche die letzten Jahrzehnte gewachsen sind. Den ein oder anderen Stein werden die Wurzeln dabei aufgesprengt haben.

Hammen 1.1: Steine an den Wurzeln.
Hammen 1.1: Die Steine aus der Erdurzeit
Hammen 1.1: Wurzel und Krater
Hammen 1.1: Hier sieht man nichts von Fossiliern.

Von Fossilien war nichts zusehen. Dreck, Lehm, was auch immer, überdeckten den eigentlichen Stein. Aber bei einem Stein fiel mir eine Stelle auf, die ich von Steinen aus Lindlar kenne.

Hammen 1.1: Ein Abdruck einer Seelilie, noch verdreckt.
Hammen 1.1: Auch dieser Abdruck ist kaum zu erkennen.

Ein wenig Wasser auf den Stein und die Seelilienabdrücke waren klar zu erkennen. Ich sortierte ein paar Minuten die Steine und fand drei Steine mit eindeutigen Abdrücken. Abgewaschen war das Ergebnis eindeutig: Lindlarer Seelilien-Fossilien bei Hammen in den Sünger Bergen. Das heißt, die Felsen hier waren auch mal im Meer. Wenig verwunderlich (Zur Entstehung der Sünger Berge), aber ich finde erfreulich.

Die drei Steine

Hammen 1.1: Dies sind die drei Steine. In der Beschreibung beginne ich mit dem Stein unten rechts, weil ich diesen als ersten gefunden habe. Oben „Stein 2“, rechts „Stein 1“ und unten „Stein 3“.
Hammen 1.1: Stein 1: Bei diesem Stein gibt es viele normale Abdrücke, aber auch einen besonderen, weil der Seelilienstengel einen großen Durchmesser hat, wie ich finde. Leider ist der Abdruck nahezu verdeckt.
Hammen 1.1: Aber mit der Kamera konnte ich in einem bestimmten Blickwinkel einen deutlichen Abdruck hervorlocke.
Hammen 1.1: Mit 1,3 cm hat der Stengel einen stolzen Durchmesser
Hammen 1.1
Hammen 1.1: Typische Stelle eines Abdrucks, der noch innen versteckt ist
Hammen 1.1: Stein 2: Dieser Stein kann mit jedem Lindlarer Allerweltsstein mithalten. Es sind Abdrücke jeglicher Form vorhanden: Seelilien und, so meine ich, Armfüßer (Brachiopoda)
Hammen 1.1: Stein 2
Hammen 1.1: Stein 2
Hammen 1.1: Stein 2
Hammen 1.1: Stein 2
Hammen 1.1: Stein 2
Hammen 1.1 Stein 3: In Lindlar würde der „Fossiliensammler“ bei einer Steinbruchführung einen solchen Stein gleich wieder in den Abraum werfen. Hier sind nur wenige Abdrücke drauf
Hammen 1.1: Stein 3

Hammen 1.2

An einer zweiten Wurzel ein paar Meter entfernt. Zwei Steine.

Hammen 1.2: Stein 1 hing noch in der Wurzel
Hammen 1.2: Wurzel
Hammen 1.2: Stein 1
Hammen 1.2: Stein 1
Hammen 1.2: Stein 1
Hammen 1.2: Stein 2

Hammen 2

Am Weg von Kapellensüng vorbei am Löhberg hoch ins Peffeköverholz sind im Winter ebenfalls ein paar Laubbäume umgekippt. Hier brauchte ich unter den Wurzeln auch nicht lange zu suchen. Ich fand drei Steine.

Hammen 2
Hammen 2: Steine 2 und 1
Hammen 2: Stein 2
Hammen 2: Stein 1
Hammen 2: Steine 1 und 2 (gereinigt)
Hammen 2: Stein 1
Hammen 2: Stein 1
Hammen 2: Stein 2
Hammen 2: Stein 2
Hammen 2: Stein 2 (Rückseite)
Hammen 2: Stein 3

Seelilien am Süngerbach (Süngersiefen)

Süngerbach 1

Entlang des oberen Süngerbachs (Süngersiefen) stehen durch Fichtensterben und Sturm nur noch wenige Bäume.

Im Quellbereich im Peffeköver Holz

Ich ging hoch Richtung Quelle. An der ersten Sturm-Buche, die über den Bach gefallen war, schaute ich nach Fossilien. Ohne Mühe fand ich einen Stein mit deutlichen Seelilienabdrücken als Beleg.

Süngerbach 1: Die umgekippte Buche
Süngerbach 1: Die Wurzel der Buche mit Steinen
Süngerbach 1: Der Stein mit Seelilien
Süngerbach 1: Der Stein mit Seelilien
Süngerbach 1: Der Stein mit Seelilien
Süngerbach 1: Der Stein mit Seelilien bei der Reinigung mit Wasser und Zahnbürste
Süngerbach 1: Der Stein mit Seelilien gereinigt
Süngerbach 1: Der Stein mit Seelilien gereinigt
Süngerbach 1: Der Stein mit Seelilien gereinigt
Süngerbach 1: Der Stein mit Seelilien gereinigt

Süngerbach 2

Auf der anderen Seite des Süngerbachs, etwas Richtung Unterbüschen, lagen gleich mehrere umgekippte Buchen und Eichen. An der großen Buche fand ich direkt mehrere Steine mit Fossilien.

Süngerbach 2: Die umgekippte Buche
Süngerbach 2: Stein mit vielen Fossilien
Süngerbach 2: Detail eines Steins
Süngerbach 2: Detail eines Steins .
Süngerbach 2: Zweiter Stein mit Fossilien
Süngerbach 2: Stein drei mit Fossilien
Süngerbach 2: Detail eines Steins
Süngerbach 2: Stein 4 mit Fossilien
Süngerbach 2: Detail von Stein 4
Süngerbach 2: Detail von Stein 4
Süngerbach 2: Detail von Stein 4

Süngerbach 3

Diese Stelle liegt ca. 200 Meter oberhalb der Quelle des Süngerbachs, oben auf der Höhe des Peffeköver Holz. Hier fand ich unter einer Wurzel es umgekippten Baums einen Fossilienstein, bei dem ich gar nicht weiß was auf dem Abdruck zu sehen ist.

Süngerbach 3: Der umgekippte Baum.
Süngerbach 3: Der Stein.
Süngerbach 3: Der Stein unter künstlichem Licht.
Süngerbach 3: Der Stein unter künstlichem Licht.
Süngerbach 3: Der Stein.
Süngerbach 3: Der Stein.

Seelilien auf dem Stelberg bei Oberbüschem

Stelberg 1

Auf dem Stelberg am Weg zwischen Oberbüschen und Stelberg brauchte ich am Wegesrand unter einem bei den Winterstürmen umgekippten Baum, auch nicht lange suchen. Zwei, drei Steine legte ich beiseite, der vierte hatte schon einen dicken Riss. Ich schlug ihn kurz auf einen anderen Stein und mein Stein zersprang in zwei Teil. Nun traten die Seelilienfossilien direkt zu Tage. Millionen Jahre hatte sie keiner mehr gesehen.

Stelberg-Steine: Die Fundstelle
Stelberg-Steine: Die Fundstelle
Stelberg-Steine: Die Fundstelle
Stelberg-Steine: Die Fundstelle
Stelberg-Steine: Die Fundstelle
Stelberg-Steine: Ein Stein ungewaschen
Stelberg-Steine: Ein Stein ungewaschen
Stelberg-Steine: Ein Stein ungewaschen
Stelberg-Steine: Ein Stein ungewaschen
Stelberg-Steine: Ein Stein ungewaschen
Stelberg-Steine: Der vierte Stein mit dem langen Riss
Stelberg-Steine: Der vierte Stein mit dem langen Riss, nun aufgeklappt, sodass die Fossilien sichtbar sind
Stelberg-Steine
Stelberg-Steine
Stelberg-Steine
Stelberg-Steine
Stelberg-Steine
Stelberg-Steine
Stelberg-Steine
Stelberg-Steine
Stelberg-Steine
Stelberg-Steine
Stelberg-Steine
Stelberg-Steine
Stelberg-Steine
Stelberg-Steine

Verschiedene Fossilien auf dem Stelberg bei Oberbüschem

Stelberg 2

Etwas den Hang hoch von Stelle 1 aus liegen weitere umgekippte Laubbäume. Hier fand ich unter den Wurzeln verschiedene Fossilien.

Keine Seelilien (Crinoiden)! Aber Armfüßer (Brachiopoden)?

Teil einer Koralle?

Stein 1

Stein 2

Stein 3

Stein 4

Stein 5

Stein 6

Steine am Südhang des Stelbergs

Stelberg 3

Auch an dieser Stelle suchte ich wieder an der Wurzel eines umgekippten Baums. Richtige Fossilien fand ich hier nicht. Ich nahm zwei Steine mit interessanten Strukturen in Augenschein. Mit etwas Phantasie könnte es eine Fischhaut sein, aber wahrscheinlich ist einfach nur „Stein“.

Steine unter der Wurzel eines umgekippten Baums
Steine an der Wurzel
Die beiden genannten Steine
Einer der beiden Steine. Nette Oberfläche, aber ist es ein Fossil?

Fossilien am Osthang des Stelbergs

Stelberg 4

Wegen der Rodungsarbeiten am nordöstlichen Hang des Stelbergs zwischen Roderwiese und Oberfeld wurde 2021 ein einfacher Fahrweg für die Maschinen angelegt. Hierdurch entstand ein Aufschluß in die oberen Bodenschichten.

In der Bildmitte sieht man den nordöstlichen Hang des Stelbergs zwischen Roderwiese und Oberfeld. Das Foto wurde Anfang August 2021 vom Vogelsberg aus gemacht. Vorne links sieht man den Ort Oberfeld, hinten Oberbüschen und weiter rechts ein paar Häuser von Roderwiesen.
Blick vom Hang des östlichen Stelbergs Richtung Breun. Links der Nackenberg bei Roderwiese. Im Hintergrund der Vogelsberg (April 2021)
Blick vom Hang des östlichen Stelbergs Richtung Oberbüschem. Hier standen Fichten, die der Trockenheit (2017 – 2020) und dem Borkenkäfer zum Opfer fielen (April 2021)
Blick auf Hang des östlichen Stelbergs Richtung Oberfeld. Links der Nackenberg (2021)
[284] Der Stelberg von Oberbüschem aus gesehen. Der Aufschluß ist ganz links (Mai 2021)
Östlicher Hang des Stelbergs mit Strombauwerk an der Straße von Oberfeld nach Roderwiese (April 2021)
Für die Rodungsarbeiten musste an der östlichen Spitze des Stelbergs ein Fahrweg angelegt werden. Hier kamen Steine zum Vorschein (April 2021)
Obere Bodenschichten an der östlichen Spitze des Stelbergs (April 2021)
Obere Bodenschichten an der östlichen Spitze des Stelbergs (April 2021)
Obere Bodenschichten an der östlichen Spitze des Stelbergs (April 2021)
Obere Bodenschichten an der östlichen Spitze des Stelbergs (April 2021)
Obere Bodenschichten an der östlichen Spitze des Stelbergs (April 2021)
Trockene obere Bodenschicht an der östlichen Spitze des Stelbergs (April 2021)
Lemige, leicht feutche zweite Bodenschicht an der östlichen Spitze des Stelbergs (April 2021)
Steine an der östlichen Spitze des Stelbergs (April 2021)
Stein von der östlichen Spitze des Stelbergs. 6 cm breit, 4.7 cm hoch, 0,5 cm dick
Stein von der östlichen Spitze des Stelbergs. 6 cm breit, 4.7 cm hoch, 0,5 cm dick
Stein von der östlichen Spitze des Stelbergs.
Stein von der östlichen Spitze des Stelbergs.
Fichtenwurzel am Hang des östlichen Stelbergs Richtung Breun (April 2021)
Boden unter der Wurzel einer Fichte am östlichen Stelberg (2021)
Stein an der östlichen Spitze des Stelbergs (April 2021)

Ich besuchte die Stelle über ein Jahr später erneut. Nun war der Fahrweg schon recht zugewachsen.

Der fast zugewachsene Fahrweg (Ende Mai 2022)

Auf halbe Höhe des Hanges suchte ich im Geröll nach Fossilien. Ich fand mehrere Steine. Drei davon nahm ich näher in Augenschein.

Fossilien oder einfach nur interessante Strukturen?
Fossilien oder einfach nur interessante Strukturen?
Das ist eindeutig: Seelilien am Osthang des Stelbergs. Hier war auch Meer. Der Stein bekam den Namen „Stelberg 4 – Stein 1“
Auch auf diesem Stein waren versteckt ein paar Seelilienabdrücke zu erkennen. Er bekam den Namen „Stelberg 4 – Stein 3“

Nun zu den drei Steinen.

Die drei ausgewählten Stein

Stein 1

Stelberg 4 – Stein 1:
Stelberg 4 – Stein 1:
Stelberg 4 – Stein 1:
Stelberg 4 – Stein 1:
Stelberg 4 – Stein 1:

Stein 2

Stelberg 4 – Stein 2: Ist das ein Fossil oder ein Stein mit einem komischen Hubbel?
Stelberg 4 – Stein 2: Ist das ein Fossil oder ein Stein mit einem komischen Hubbel?
Stelberg 4 – Stein 2: Ist das ein Fossil oder ein Stein mit einem komischen Hubbel?

Stein 3

Stelberg 4 – Stein 3:
Stelberg 4 – Stein 3: Klar ein Abdruck eines Seelilienstengels
Stelberg 4 – Stein 3:
Stelberg 4 – Stein 3:

Stein am Westhang des Stelbergs

Stelberg 5

Hier liegt schon länger ein umgekippter Baum. Ein Stein der Hobräcker Schicht zeigte Strukturen die ein Fossil sein können oder schlicht Strkturen.

Stelberg 5: Die Wurzel
Stelberg 5: Der Stein. Das ovalförmige könnte ein Fossil sein.
Stelberg 5: Der Stein.

Fossilien an der Sülz bei Ohl

Ohl 1 und 2

An einem vor längerer Zeit umgestürzten Baum und direkt an der Sülz fand ich Steine mit Fossilien (Ohl 1). An der Sülz langen glatt gewaschene Steine mit Seelilien (Ohl 2). Schwer zu sagen, ob sie schon „immer“ hier lagen oder ob er von weiter oben hier hin geschleppt wurde. Jedensfalls sind sie vom Wasser glatt geschliffen worden, sodass ein Teil der Steine schon von der Sülz abtransportiert worden sind.

Weiter oben beim Baum, waren es möglicherweise (???) Pflanzenreste.

Ohl 1: Der umgekippte Baum. Wurzel oben am Weg (li., Baumkrone fast in der Sülz (re.)
Ohl 1: Steine am Hang.
Ohl 1: Steine 1 und 2 (re.)
Ohl 1: Stein 1
Ohl 1: Stein 2
Ohl 1: Stein 2
Ohl 2: Steine am Sülzufer (oft sind diese Steine hier unter Wasser). Die rotmarkierten Steine hatten Seelilienabdrücke.
Ohl 2: Stein mit Seelilienabdruck.
Ohl 2: Stein mitten in der Sülz mit Seelilienabdrücken.
Ohl 2: Stein mit Seelilienabdrücken am Ufer der Sülz.
Ohl 2: Abgeschliffener tein mit Seelilienabdrücken vom Ufer der Sülz.
Ohl 2: Stein mit Seelilienabdrücken vom Ufer der Sülz.
Felsen an der Sülz unterhalb von Kapellensüng bei Ohl (Mitte Juli 2022)

Fossilien im Steinbruch in Untersteinbach

An der Straße zwischen Heibach und Untersteinbach ist ein kleiner ehemaliger Steinbruch (vgl. https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-276881).

Ich sehe hier „Muscheln“.
„Muscheln“.
„Muscheln“.
Felswand
An der rotmarkierten Stelle sah ich deutlich „Muscheln“.
Die im vorherigen Bild rotmarkierte Stelle.
Die oben rotmarkierte Stelle mit den „Muscheln“.

Seelilien am Büschemer Bach (Büschemersiefen)

Büschemer Bach 1 (In der Hütte)

Direkt am Bach lag hier ein Stein mit Seelilien. Schwer zu sagen, ob er schon „immer“ hier lag oder ob er von weiter oben hier hin geschleppt wurde.

Büschemer Bach 1 (In der Hütte)
Büschemer Bach 1 (In der Hütte): Der Stein mit Seelilien
Büschemer Bach 1 (In der Hütte): Der Stein mit Seelilien
Büschemer Bach 1 (In der Hütte): Der Stein mit Seelilien

Steine am Löhberg

Südwesthang

Fossilien kann ich bisher am Löhberg nicht belegen. Steine gibt es dort genügend. Im letzten Winter sind dort ein paar Buchen und Eichen beim Sturm umgestürzt, aber dort sah ich gar nichts. Einen Stein am Südwesthang betrachtete ich näher, fand zwar interessante Strukturen, aber nichts Eindeutiges.

Der Stein am Löhberg
Gesteinsschichten an einer Wurzel einer mächtigen umgestürzten Buche
Gesteinsschichten an einer Wurzel einer mächtigen umgestürzten Buche
Der Stein vom Löhberg, unten eine 6 mm tiefe runde Höhle
Der Stein vom Löhberg, mit einer 6 mm tiefe runde Höhle
Der Stein vom Löhberg: Nur interessante Strukturen oder Fossilien?

Seelilien am Aufschluß bei Roderwiese

Roderwiese

An der Straße zwischen Oberfeld und Roderwiese ist unweit der Straße ein aufgelassener kleiner Steinbruch. Hier sieht man einige Steine mit Seelilienabdrücken.

Wenige Meter vom Steinbruch entfernt an einer Ausschlussböschung.

Fossilien im Heibachtal

Heibach 1

In einer interessanten S-Kurve im Heibachtal unterhalb von Schlüsselberg liegen im Bachgeröll einige Fossilien. Ich besuchte die Stelle im Hochsommer bei Niedrigwasser, sodass neben dem Bach einiges an Geröll lag.

Heibach 1: Tief eingeschnitten fließt hier der Bach.
Heibach 1: Bei Hochwasser fließt die Wassermenge hier gegen eine „Wand“ und reißt immer mehr Boden mit. Der rote Pfeil zeigt den Bachverlauf.
Heibach 1: Nochmal aus einer etwas anderen Perspektive.
Heibach 1:

Nun noch ein paar Steine mit Fossilien:

Heibach 1:
Heibach 1:
Heibach 1:
Heibach 1:
Heibach 1:
Heibach 1:
Heibach 1:
Heibach 1:

Heibach 2

Nicht weit entfernt vom Bach fand ich an einen Wegaufschluss weitere Fossilien.

Heibach 2: Der Aufschluss
Heibach 2: In einer Mulde eines Steines mit Fossilien lag ein weiterer Stein mit Fossilien
Heibach 2:
Heibach 2: In einer Mulde eines Steines mit Fossilien lag ein weiterer Stein mit Fossilien
Heibach 2: In einer Mulde eines Steines mit Fossilien lag ein weiterer Stein mit Fossilien. Hier nur die Mulde.
Heibach 2:
Heibach 2: In einer Mulde eines Steines mit Fossilien lag ein weiterer Stein mit Fossilien. Hier der kleine Stein.
Heibach 2: In einer Mulde eines Steines mit Fossilien lag ein weiterer Stein mit Fossilien
Heibach 2:

Fossilien am Vogel(s)berg

Der Vogelberg liegt den Sünger Bergen gegenüber. Es gibt noch einen zweiten Hügel mit diesen Namen im Peffeköver Holz. Der Vogelberg zwischen Steinbrücke, Breun, Habbach und Brochhagen gehört also nicht zu den Sünger Bergen, sondern liegt an der Breuner Mulde. Von hier an man schöne Blicke ins Breuntal und hinüber zu den Sünger Bergen.

Vogelberg 1: Blick vom Stelberg hinüber zum Nordhang Vogel(s)berg.

Vogelberg 1

An einem Forstweg am Nordhang (Blick Richtung Stelberg) sah ich im Geröll des Wegaufschlußes zahlreiche „Muscheln“ (Armfüßer, Brachiopoden).

Vogelberg 1: Geröll am Wegesrand des Forstweges.
Vogelberg 1: Im linken Bereich sieht man einen Steinkern mit dem etwas größeren Abdruck, vgl. dazu das folgende Bild.
Vogelberg 1: Steinkern des obigen Bildes mit Vorder- und Rückseite.
Vogelberg 1:
Vogelberg 1:
Vogelberg 1:
Vogelberg 1:
Vogelberg 1:
Vogelberg 1:

Stelbergsteine aus einer externen Sammlung

Aus einer Sammlung übernahm ich drei Steine aus der Stelberger Gegend. Alle sind aus den Selscheider Schichten, d.h. sie sind nicht aus den Hobräcker Schichten der Sünger Berge, sondern aus dem Gestein Richtung Breuntal. Die Fundstelle „Vogelberg 1“ ist nicht weit davon entfernt.

Stelberg ext. Sammlung: Stein 1 – „Leptaena rhomboidalis Wahlenberg – Steinkernerhaltung – Lindlar Stelberg – Bergisches Land – Selscheider Schichten Mtteldevon“
Stelberg ext. Sammlung: Stein 1 – „Leptaena rhomboidalis Wahlenberg – Steinkernerhaltung – Lindlar Stelberg – Bergisches Land – Selscheider Schichten Mtteldevon“
Stelberg ext. Sammlung: Stein 1 – „Leptaena rhomboidalis Wahlenberg – Steinkernerhaltung – Lindlar Stelberg – Bergisches Land – Selscheider Schichten Mtteldevon“
Stelberg ext. Sammlung: Stein 2 und 3 – „Brachiopodengemeinschaft in Steinkernerhaltung – Fundort: Lindlar, Stelberg – Selscheider Schichten – Unteres Mitteldevon“
Stelberg ext. Sammlung: Stein 2 – „Brachiopodengemeinschaft in Steinkernerhaltung – Fundort: Lindlar, Stelberg – Selscheider Schichten – Unteres Mitteldevon“
Stelberg ext. Sammlung: Stein 3 – „Brachiopodengemeinschaft in Steinkernerhaltung – Fundort: Lindlar, Stelberg – Selscheider Schichten – Unteres Mitteldevon“
Stelberg ext. Sammlung: Stein 3 – „Brachiopodengemeinschaft in Steinkernerhaltung – Fundort: Lindlar, Stelberg – Selscheider Schichten – Unteres Mitteldevon“

Onlinekurs: „Paleontology: Theropod Dinosaurs and the Origin of Birds“ („Theropoda und der Ursprung der Vögel“)

Dieser Onlinekurs wird auf der Plattform von Coursera.org durch die kanadische Universität in Alberta angeboten. Durch die Videos führt der Paläontologe Dr Scott Persons (scottpersons.org). Es gibt Beiträge von Dr Philip J Currie, Inhaber des kanadischen Forschungslehrstuhles für Dinosaurier-Paläobiologie an der Universtity of Alberta.

Logos der University of Alberta und der Lernplattform Coursera.

Ven den verschiedenen Dinosaurier war keine Gruppe mannigfaltiger und erfolgreicher als die der Theropoda. Die Nachkommen dieser Dinosaurier leben immer noch auf der Erde. Sie waren nie ausgestorben. Es sind die Vögel.

Die Diskussion, dass Vögel die Nachfahren der Dinosaurier sind begann schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Veröffentlichung von Charles Darwins Buch ‚On the Origin of Species“ (1859, dt. „Über die Entstehung der Arten“). Seine Naturforscherkollegen konnten damals keine Entwicklung der Arten erkennen. Für sie war klar: Fische waren Fische, Amphibien waren Amphibien,  Säugetiere waren Säugetiere und Vögel waren Vögel. Wo sollte da eine Entwicklung zu erkennen sein? Es gab keine Tier die halb Fisch und halb Säugetier waren.

Um Darwins Therorie zu beweisen war ein Fossil einer Übergangsform zwischen einem ausgestorbenen Tier und einem modernen Tier notwendig. Darwins Freund und Kollege, der Naturwissenschaftler Thomas Henry Huxley, bemühte sich um ein solches Übergangsfossil. Er fand es mit dem 1861 in Süddeutschland gefundenen Fossil eines Archaeopteryx („Londoner Exemplar“, gefunden in der Langenaltheimer Haardt in der Nähe von Solnhofen/Bayern. Kauf durch das Londoner Natural History Museum noch im selben Jahr). Dieses Fossil zeigte eindeutig ein ein kleines, fleischfressendes Reptil, mit Flügeln und Federn. Also eine Übergangsform zwischen Reptil und Vogel.

Skizze es Archaeopteryx (Buntstift, Sahler 12/2021)

Man hätte Archaeopteryx aufgrund der im Fossil klar zu erkennenden Federn auch einfach als Vogel einordnen können, wenn da nicht ein paar typische Merkmale der Dinosaurier am Schnabel mit kleinen Zähnen und die Klauen an den Flügeln sowie am Knochenbau wären. Archaeopteryx hat ein Gemisch aus Reptilien- und Vogelanatomie.

Huxley erkannte Gemeinsamkeiten des Archaeopteryx mit dem 1859 ebenfalls in Süddeutschland (Solnhofener Plattenkalken, Bayern) gefundenen kleinen Dinosaurier Compsognathus. Ohne Federn sah Archaeopteryx wie ein Compsognathus aus.

Bird Anatomy

Um den Weg vom Dinosaurier zum Vogel verstehen zu können, muss man sich mit der Anatomie von Vögeln auskennen. In einer Lektion des Kurses wird eingehend auf die Vogelanatomie eingegangen. Interessant fand ich hier, dass die Vogelknochen innen hohl und damit leicht sind und damit sie trotzdem stabil sind mit Verstrebungen versehen sind.

Skizze des Vogelskeletts mit Federn (Buntstift, Sahler 12/2021)

Die Flügel der Vögel sind aus den gleichen Knochen gebaut, die auch bei anderer Wirbeltiere vorkommen. Der Oberarmknochen ist der Humerus, der über ein Gelenk mit dem Schultergürtel verbunden ist. Der Unterarm besteht aus zwei Knochen,  Speiche (Radius) und Elle (Ulna). Vögel nur drei Finger, das erste Fingerglied (Daumen, (Digitus alulae) ist stark reduziert. Der zweite und dritte Finger sind länger.

Skizze des Vogelskelettss mit Federn (Buntstift, Sahler 12/2021)

 

Skizze des Vogelskeletts mit Federn (Buntstift, Sahler 12/2021)

Wenn man einen Vogel sieht, meint man, das Knie des Vogel würde nach hinten zeigen. Da das Knie aber durch die Federn verdeckt ist, ist dies ein Irrtum. Man sieht das darunter liegende Knie, oberhalb des Fußes. Das nach hinten zeigende Gelenk ist vielmehr das Knöchelgelenk.

Skizze des Vogelskeletts mit Federn (Buntstift, Sahler 12/2021)
Skizze eines Beingelenke beim Vogel. Unten: In Rot markiert ist das Vogelbein.

Der obere Hüftknochen heißt Ilium oder Darmbein. Dieser ist mit dem Kreuzbeinwirbel verbunden, wodurch Stabilität gewährleistet wird.  Unter dem Darmbein befindet sich das Ischium oder Sitzbein und schließlich ist da noch das Schambein (Pubis), welches bei den Vögeln ebenfalls nach hinten ausgerichtet ist.

Skizze des Vogelskeletts mit Federn (Buntstift, Sahler 12/2021)

Die Dino sind unter uns – eine Renaissance

Sir Richard Owen erkannt 1842, dass fossile Arten der riesigen Wirbeltieren des Erdmittelalters eine natürlichen Gruppe bilden. Er gab dieser Gruppen den Namen „Dinosauria“. Dies bedeutet: „schreckliche oder wundersam große Echsen“. Hieraus entwickelte sich die Vorstellung der Dinosaurier, die sich sehr lange hielt. Es waren übergroße, schreckliche Echsen.

Bei einer Expedition des Yale Peabody Museums unter der Leitung von John Ostrom wurden 1964 Skelette einer neuen Gattung von Theropoden gefunden. Ostrom nannte die neue Art Deinonychus. Robert Bakker, gehörte zum Team von John Ostrom die den Deinonychus entdeckten.Ostrom und Bakker nahmen die alten Ideen von Huxley wieder auf, dass die heutigen Vögel von Dinosauriern abstammen. Dazu reichte allerdings das gefundene Fossilienmaterial noch nicht. Erst mit der Entdeckung von Microraptor (2003 in China), Dromaeosauride und Anchiornis (2009), ein Troodontide kam wieder Schwung in diese Forschung. 

Onlinekurs „Extinctions: Past and Present“

Onlinekurs „Extinctions: Past and Present(„Artensterben: Vergangenheit und Gegenwart“)

In diesem Onlinekurs der University of Cape Town geht es um die Entstehung des Leben auf der Erde, die fünf großen Massenaussterbeereignisse der Arten sowie um den derzeitigen Artenschwund, der auch als sechstes Massenaussterben angesehen wird.

Durch die Videos führt die Professorin Anusuya Chinsamy-Turan, eine Paläobiologin an der University of Cape Town und Autorin von akademischen Büchern und Kinderbüchern über Fossilien.

Der Kurs dauert fünf Wochen und ist so aufgeteilt:

  • Woche Eins: Der Überblick über eine Geschichte des Lebens auf der Erde
  • Zweite Woche: Das erste und zweite Massensterbensereignis
  • Woche Drei: Bewegung an Land und das größte Massensterbensereignis
  • Woche vier: Das vierte und fünfte Massensterbensereignis
  • Woche fünf: Bedrohungen für Organismen heute
Logos der University of Cape Town und von FutureLearn, wo der Kurs Online stattfindet.

Das Arten aussterben ist ein normaler Bestandteil des Lebens auf der Erde. Anhand von Fossilien konnte festgestellt werden, dass es eine „Hintergrundaussterberate“ gibt. Bei dieser sterben pro Million Jahren 10 bis 20 Prozent der Arten aus. Bei den fünf großen Masseaussterbeereignissen starben mehr als 50 bis 75 Prozent aller damals lebenden Arten aus.

Unterschieden werden diese fünf Aussterbeereignisse („Big Five“):

  1. Ende des Ordoviziums vor 443 Millionen Jahren (mya, million years ago). Massensterben im Ordovizium-Silur.
  2. Enddevon vor 373 Millionen Jahre. 
  3. Ende Perm vor 252 Millionen Jahre. Das größte Aussterbeereignis.
  4. Ende der Trias vor 208 Millionen Jahren. „Trias-Jurassic“-Massenaussterben.
  5. Ende der Kreidezeit vor 65 Millionen Jahre. ‚Kreide-Tertiär‘ oder ‚Kreide-Paläogen‘ Aussterbeereignis.

Fossilien als Grundlage

Die harten Bestandteile von Tieren (Zähne, Knochen, Muscheln) und Pflanzen können unter bestimmten Bedingungen in Gesteine eingebaut werden und somit zu Fosslien werden. Diese Fossilien im Gestein können datiert werden, sodass man einen Hinweis auf das Alter des Lebewesens abschätzen kann. Weiche Bestandteile werden kaum im Gestein konserviert.

Seelilien-Fossilien aus Lindlar. Seelilien sind keine Pflanzen, sondern eine Lebensform die den Seeigeln und Seesternen (diese Tiere gehören alle zum Stamm der Stachelhäuter) ähnlich ist, allerdings sind die Seelilien aufgrund ihrer Wurzeln an einen Standort gebunden.

Zur Bestimmung des Alters von Fossilien wird die Radiometrische Datierung angewendet. Im Gestein sind radioaktive Atome eingeschlossen, die mit einer bestimmten Geschwindigkeit zerfallen. Die Forscher messen nun die im Gestein verbliebenen instabilen Atome und vergleichen sie mit der Menge der stabilen Tochteratome, woraus sie nun das Alter des Gesteins und damit der Fossilien abschätzen können.

Normalerweise werden Fossilien in Sedimentgestein (Ablagerungsgestein) gefunden, gar nicht im magmatischem Gestein (Erstarrungsgestein). Das Sedimentgestein kann mit radioaktivem Kohlenstoff datiert werden. Diese Methode funktioniert allerdings nur für Gestein, das jünger als ca. 50.000 Jahre ist, da Kohlenstoff schnell zerfällt. Aber die Forscher wollen auch die älteren Gesteine datieren. Daher wird nach Schichten von Eruptivgestein oder Vulkanasche gesucht, die sich über bzw. unter dem gefundenen Fossil befand. Diese werden dann datiert, sodass man durch diese Einklammerung das Alter des Fossils bestimmt (Quelle: evolution.berkeley.edu/radiometric-dating, siehe auch: de.wikipedia.org/wiki/Radiometrische_Datierung)

Mittels der Fossilien kann nun die Entwicklung des Leben auf der Erde rekonstruiert werden. Das Leben auf der Erde begann vor 3,8 Milliarden Jahren (das Alter der Erde selber wird auf 4,5 Milliarden Jahre geschätz). Mit dem großen Fossilienbestand kann die Entwicklung des Lebens auf der Erde und das Aussterben von Arten verstanden werden.

Erste Lebensformen und die Kambrische Explosion

Die explosionsartige Entwicklung der Artenvielfalt vor 542 Millionen Jahren wird, nach dem Zeitalter der Erdgeschichte Kambrium, vor 541 bis vor 485,4 Millionen Jahren, die Kambrische Explosion genannt. Diese unglaubliche Artenvielfalt könnte aufgrund des höheren Sauerstoffgehalt oder durch das Vorhandensein homöotischer Gene entstanden sein — abschließend geklärt ist dies noch nicht.

Sicher ist das die ersten Lebenwesen auf der Erde Mikroben (Mikroorganismen) waren. Hier spricht Prof. Anusuya Chinsamy-Turan auch von einer Ähnlichkeit zu Extremophilen, einzelligen Mikroorganismen bzw. den Archaeen (früher auch Archaebakterien genannt). Weil sie unter extremsten Umweltbedingungen leben können werden sie als Extremophile bezeichnet. In 3,4 Milliarden Jahren alten Steinen in Australien wurde mikrobielles Leben gefunden. In Steinen auf Grönland, deren Alter auf 3,7 Milliarden Jahre datiert wurden, wurden mikrobielle Aggregate, sogenannte Stromatolithen, entdeckt. Mikroben wurden zu den erfolgreichsten Organismen und Cyanobakterien (Blaugrünbakterien) veränderten den atmosphärischen Inhalt der Atmosphäre. Cyanobakterien sind der Anfang einer photosynthetischen Gruppe von Organismen, d.h. sie haben die Fähigkeit zur oxygenen Photosynthese, also der Fähigkeit Lichtenergie in chemische Energie umzuwandeln. Sie haben es also geschafft die Energie der Sonne zu nutzen.

Der Evolutionsbiologe Stephen Jay Gould sagt, wir würden im Zeitalter der Bakterien leben. Jeder Mensch trägt rund anderthalb Kilogramm Bakterien in sich, auf der Haut sind ebenfalls Bakterien. Sie bringen uns nicht nur Pest und andere Krankheiten, sondern tun auch Gutes für uns.

Erwähnt wird die Panspermia-Hypothese, nach der einfache Lebewesen aus dem Universum das Leben auf die Erde gebracht haben könnten. So gibt es auf dem Murchison-Meteoriten (fiel 1969 auf Australien) im Adelaide-Museum einige Aminosäuren, die für biologische Prozesse wichtig sind.

In den nächsten Kurseinheiten wird nun auf die beiden Aussterbeereignisse Ende des Ordoviziums vor 443 Millionen Jahren und Enddevon vor 373 Millionen Jahre eingegangen.

Ordovizium und Devon

In der Zeit des Ordovizium vor 485,4 bis vor 443,4 Millionen Jahren (1879 benannt nach dem keltischen Stamm der Ordovicen) lebten in flachen Meeren eine große Anzahl von Wirbellosen und frühen Wirbeltieren, wie z.B. kieferlose Fische und die ersten Fische mit Kiefern. In den Meeren gab es Rot- und Grünalgen, wobei an den Grünalgen wohl die ersten Landpflanzen vor ca. 480 Millionen Jahre hervorgingen. Beweisen lassen sich Landpflanzen anhand von in Argentinien gefundenen versteinerten Sporen, die auf ca. 473 Millionen Jahre datiert werden. Damit wären die ersten Landpflanzen auf Gondwana erschienen, zu der Südamerika damals gehörte.
Das Massenaussterbeereignis Oberes Ordovizium ereignete sich vor etwa 450 bis 440 Millionen Jahren. Es starben bis zu 85 % der Arten aus.

Nordrhein-Westfalen vor 450 Millionen Jahren (Ordovizium) auf dem Kontinent Avalonia. Grafik Sahler 2021 nach Geologischer Dienst NRW.

Im Devon, dem sog. „Zeitalter der Fische“ vor 419,2 Millionen Jahren bis vor 358,9 Millionen Jahren, gab es dann auch die ersten Wälder u.a. mit Archaeopteris-Bäumen. Die Aussterbeereignisse traten um 372 Millionen (sog. Kellwasser-Ereignis) und um 359 Millionen Jahre (Hangenberg-Ereignis) auf. Dabei starb 87% des Meereslebens aus. Als einer der Gründe für dieses Aussterben wird die Entwicklung der Wälder vermutet. Die von den Pflanzen freigesetzten Nährstoffe und Mineralien könnten in die Ozeane gelangt sein und dort zu Algenblüten geführt haben. Die Algen wurden von Bakterien abgebaut, die dabei sehr viel Sauerstoff verbrauchen, sodass in den Meeren anoxischen (sauerstofffreie) Bedingungen herrschten, was zum Tod der Meerestiere führte.

Nordrhein-Westfalen vor 400 Millionen Jahren (Devon) auf dem Kontinent Laurussia (Red-Old-Kontinent). Grafik Sahler 2021 nach Geologischer Dienst NRW.

Bei diesen ersten Massenaussterbeereignissen war vor allem das aquatischen Ökosysteme betroffen, da sich das Leben auf dem Land noch nicht so weit entwickelt hatte.

Skizze von einem Tiktaalik, einem amphibienähnlicher Fleischflosser aus dem Oberdevon. Das gefundene Fossil zählt zu den Übergangsfossilien, da Tiktaalik als eine Übergangsform* von den Fischen zu den Amphibien gesehen wird. (Skizze aus meiner Mitschrift, 2021)
* vgl. Mosaikform, de.wikipedia.org/wiki/Mosaikform und en.wikipedia.org/wiki/Transitional_fossil

Perm

Das Zeitalter Perm dauerte von vor 299 bis vor 251 Millionen Jahren. Das Leben fand auf dem Superkontinent (Pangäa) statt.

Nordrhein-Westfalen vor 260 Millionen Jahren (Perm) auf dem Kontinent Pangäa. Grafik Sahler 2021 nach Geologischer Dienst NRW.

Nun beginnen die Landwirbeltiere (Tetrapoden) das Land zu besiedeln. Zunächst die Amphibien, die noch in Wassernähe lebten, da sie sich im Wasser fortpflanzen. Auch Insekten, Skorpione, Tausendfüßler (alle zu den Gliederfüßer / Arthropoden zählend) kamen ebenfalls an Land. Von den ursprünglichen Amphibien abstammend, entwickelten sich die Reptilien zu dominierenden Landtieren, die ihre Nachkommen in Eiern zur Welt brachten. Vom Eigelb genährt kommt aus dem Ei ein fertiges Reptil, welches eine Miniaturausgabe der Erwachsenen ist und damit keine Metamorphose durchlaufen muss. Damit waren die Reptilien unabhängig vom Wasser geworden, was als großer Fortschritt in der Evolution der Wirbeltiere gesehen wird.

Das Massenaussterbeereignis am Ende des Perm war vor 252 Millionen Jahren. Nun starben 90 % aller Meerestierarten und 70 % der terrestrischen Wirbeltierarten. Meteoriteneinschläge und massive Vulkanausbrüchen werden als Ursachen gesehen. Es dauerte 10 bis 20 Millionen Jahre bis sich die Ökosysteme wieder erholt hatten.

Trias

Das dem Perm folgende Trias war vor 251,9 bis vor 201,3 Millionen Jahren. Die Cynodonten, die sich während des Perm entwickelt hatten, überlebten das große Aussterben, sodass sich aus ihnen auch die Säugetiere entwickeln konnten. Nun entwickeln sich auch räuberische Reptilien, denen der Name Archosaurier gegeben wurde. Im mittleren Trias entwickeln sich aus den Archosaurier die Krokodile und die Dinosaurier. Im Trias lebten die Rauisuchidae, bis zu zehn Meter lange Reptilien die zur Gruppe der Archosaurier gehörten. Gemeinsam mit den Krokodilen werden sie zu den Crurotarsi gezählt

Nordrhein-Westfalen vor 220 Millionen Jahren (Trias) auf dem Kontinent Pangäa. Grafik Sahler 2021 nach Geologischer Dienst NRW..

Der Zusammenbruchs von Pangäa könnte das vierte Massenaussterbeereignis vor 208 Millionen Jahren ausgelöst haben. Vulkanausbrüche könnten zu Veränderung der Atmosphäre und zur Versauerung der Ozeane geführt haben. Diesen Zusammenbruch überlebten die Dinosaurier.

Jura und Kreide

Das Jura begann vor 201,3 Millionen Jahren und endete vor etwa 145 Millionen Jahren. Im frühen Jura zerbrach der Kontinent Pangäa weiter. Nun gab es Laurasia (Nordamerika, Europa) und im Süden Gondwana. Im weiteren Verlauf des Jura zerbrach auch Gondwana

Nordrhein-Westfalen vor 170 Millionen Jahren (Jura )vor dem Kontinent Laurasia. Grafik Sahler 2021 nach Geologischer Dienst NRW..

Ende des Trias waren viele Pflanzenfresser ausgestorben, sodass die Dinosaurier nun deren Platz einnehmen konnten. Vor 150 Millionen Jahren gehen aus einer Seitenlinie der fleischfressenden Dinosauerier Arten hervor, aus denen später die Vögel wurden. Die sich im Trias aus den Cynodonten entwickelten Säugetiere waren kleine, unscheinbare Tiere, die die Größe von Ratten hatten und in der Naxht neben den Dinosauriern ein Schattendasein führten.

Dem Jura folgte die Kreide. An der sog. Kreide-Paläogen-Grenze kam es zu einem Massenaussterben, bei dem 70 bis 75 Prozent aller Tierarten ausstarben, mit dabei waren die Dinosaurier — nur die Vögel überlebten, sodass daher die Dinos weiterhin unter uns sind.

Das sechste Massenaussterbeereignis?

Im letzten Teil des Onlinekurses ging es um den derzeitige Artenschwund. Da dieser von uns Menschen im wesentlichen verursacht wird, haben wir auch die Macht etwas dagegen zu tun. Dazu müssten wir unsere Einstellung und unser Verhalten z.B. „Nutzung der Ressourcen unseres Planeten und unseres Zusammenlebens mit anderen Lebensformen auf der Erde zu ändern.“

Buch: „Das 6. Sterben – Wie der Mensch Naturgeschichte schreibt“ (E. Kolbert)

Beim aktuellen Artensterben, dem sechsten Sterben der Arten in der Erdgeschichte, dachte ich in erster Linie an das Insektensterben. Das die Zahl der Insekten dramatisch in den letzten Jahrzehnten gesunken ist, kann man sich schnell vor Augen führen, wenn man sich an lange Autobahnreisen vor 20 oder 30 Jahren erinnert: Die Frontscheibe war zumindest im Sommer stets voll mit verunglückten Insekten. Heute bleibt die Windschutzscheibe fast ganz sauber. Dieses Beispiel ist jedem sofort bewusst und kann es bestätigen.

Der Klimawandel als Problem ist mittlerweile in weiten Teilen der westlichen Bevölkerung angekommen und zum Teil auch als ein Solches erkannt und akzeptiert. Das das Artensterben ein Problem sein könnte hinkt in der Öffentlichkeit noch hinterher. Die Massenartensterben in der Vergangenheit und das derzeitige stehen im Mittelpunkt des Buchs „Das 6. Sterben“ (im Original als „The Sixth Extinction: An Unnatural History„, 2014) von Elizabeth Kolbert.

Titelseite von „Das 6. Sterben“ (2017), Suhrkamp Verlag, 313 Seiten.

Direkt vorweg gesagt: Obwohl mir bewusst war, dass der Mensch schon öfters dafür gesorgt hat, dass bestimmte Arten ausgestorben sind (oder in bestimmten Regionen fast ausgerottet, siehe Wolf [Canis lupus)] in verschiedenen westeuropäischen Ländern), war ich doch erschrocken, dass Kolbert im Buch beschreibt, wie der Mensch nach seinem Auftauchen in einer Region oder auf einem neuen Kontinent, den er besiedelt, über kurz oder lang bestimmte Tierarten bis zur Ausrottung jagd. Genannt wird die Ausrottung der flugunfähigen Moas (Dinornithiformes), Laufvögel auf Neuseeland durch die polynesische Einwanderer ab dem Ende des 13. Jahrhunderts — bereits 100 Jahre später waren die Moas ausgestorben.

Elizabeth Kolbert schreibt, dass die über Generationen erfolgte Ausrottung einer Art den Menschen gar nicht bewusst war, weil man nicht wußte, dass früher der Bestand der Population noch größer war. So kam es vielleicht über 1000 Jahre der Bejagung dieser einen Art — auch wenn nur der notwendige Bedarf für die eigene Ernährung erlegt wurde — irgendwann zum Aussterben.

Mir fällt dabei auch die Bisonjagd in Nordamerika ein, bei der der Bestand von ca. 25 Millionen auf unter 1000 Tiere am Ende des 19. Jahrhunderts dezimiert wurde. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert wurde aus dem Bison, den die amerikanischen Ureinwohner zuvor für ihren Bedarf gejagt hatten zu einem Exportschlager, verkauft wurden die Häute der Bison überwiegend ins Ausland. Bekannt sind auch die Fotos aus den 1870er Jahren mit Hügeln aus Bison-Schädeln.

Aber nun konkret zum Buch. Elizabeth Kolbert hat viel recherchiert und bei zahlreichen Themen einige Orten besucht und sich dort mit Wissenschaflern getroffen, sodass sich das Buch in weiten Teilen wie eine Reportage liest. Eines der Recherchethemen war, wie es dazu kam, dass man verstand das Arten aussterben können. Carl von Linné, der die binäre Nomenklatur einführte, nach der wir bis heute den Arten Namen geben, sah einen Unterscheidung zwischen lebenden und ausgestorbenen Arten als nicht notwendig. Er listete 1758 nur lebende Arten auf. Die ausgestorbenen Arten sammelte man damals aber durchaus schon in Kuriositätenkabinetten. Aber erst Jean-Léopold-Nicholas Frédéric Cuvier (Achtung er hat einen Bruder: Frédéric Cuvier, der ebenfalls Zoologe war) beschäftigte sich damit, dass eine Art aussterben konnte. Es hatte also eine Welt vor der unseren gegeben. Eine Welt deren Arten nun nicht mehr existierten. Cuvier glaubte zwar daran, dass Arten aussterben konnten, aber den Transformismus, also die Evolutionstheorie lehnte er ab. Jean-Baptiste Lamarck hingegen glaubte an die Veränderbarkeit der Arten, lehnte aber Cuviers Aussterbentheorie ab. Fossilienfunde, wie die der Sammlerin Mary Anning, ließen also richtig intepretiert erkennen, dass es zuvor andere Arten auf der Erde gegeben hatte.
Es folgen die Thesen des Geologen Charles Lyell, nachdem sich ein Artensterben so langsam fortschritt, dass es in der Zeit an einem bestimmten Ort unbemerkt blieb. Lyell vertrat die Auffassung, dass verschwundene Lebewesen unter geeigneten Bedingungen wieder auftauchen würden. Das ein Lebewesen sich aber weiterentwickeln und sich neue Arten entwickeln könnten war für ihn unverstellbar. Das dies aber die Normalität ist, begann mit Charles Darwins berührten Fahrt auf dem Schiff Beagle. Tiere, ja auch Menschen, hatten sich in einem langen Transformationsprozess entwickelt, der über viele Generationen stattgefunden hatte. Für Darwin gehörten Evolution und Aussterben zusammen. Das Entstehen einer neuen Art vollzieht sich sehr langsam und ist im Gegensatz dem Aussterben einer Art nicht beobachtbar.
Elizabeth Kolbert arbeit sich so durch die Entdeckungen der verschiedenen Wissenschaftler und kommt so in die Gegenwart, dem Anthropozän.
Den Begriff Anthropozän stammt vom niederländischen Meteologen Paul Crutzen, weil er fand, dass wir auf der Erde nicht mehr im Zeitalter des Holozän leben, sondern ein Zeitalter erreicht haben, in der der Mensch bleibende erdgeschichtliche Spuren hinterlassen hat. Dies betrifft die vom Menschen umgestaltete Landfläche, die umgeleiteten und eingedämmten Flüsse, den Süßwasserverbrauch oder die Veränderung der Atmosphäre beispielsweise durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe und die Abholzung der Wälder, die den Gehalt an Kohlendioxid (CO2) in der Luft hat ansteigen lassen. Die Zunahme von CO2 in der Atmosphäre kann zu einem globalen Temperaturansieg von zwei bis vier Grad führen. Dieser Klimawandel hat natürlich Einfluss auf die Arten und ihre Lebensräume.

Elizabeth Kolbert ist eine US-amerikanische Journalistin und Autorin. Für „The Sixth Extinction: An Unnatural History“ erhielt Elizabeth Kolbert 2015 den Pulitzer-Preis in der Kategorie General Non-Fiction (Sachbuch) und das Buch wurde im selben Jahr als Wissensbuch des Jahres ausgezeichnet.

Seelilien-Fossilien aus Lindlar

Fossilien sind die ältesten Abbildungen Pflanzen und Tieren. Anhand von Fossilien können wir das Aussehen dieser Pflanzen und Tiere rekonstruieren. Dies erfolgt mittels Zeichnungen. Sarah Simblet schreibt in ihrem Buch „Botanik für Künstler. Pflanzen zeichnen und malen“ (Ausgabe 2021, S. 10):

„Die ältesten Bilder von Pflanzen stammen nicht von Menschenhand. Sie sind Fossilien: Blätter und andere Pflanzenteile haben ihre Abdrücke hinterlassen, als sie über Millionen Jahre zwischen Sedimentgesteinen zusammengepreßt wurden.“

Seelilien-Fossilien im Steinbruch BGS in Lindlar

Peter Giesen, der 2008 in einem Lindlarer Steinbruch Teile des ältesten Waldes der Welt gefunden hat, sagte in einem Interview:

„Damals war das Bergische Land eben eine flache Küstenregion. Und als dann vor 300 Millionen Jahre ein anderer großer Kontinent, Gondwana, von Süden nach Norden auf das Bergische Land stieß, wurden die Gesteine hochgedrückt und zusammengeschoben, die noch heute die Landschaft hier prägen. Dabei wurden viele Pflanzen im Gestein konserviert und können hier heute gefunden werden.“ (Peter Giesen, Geologe und Paläobotaniker. In wz.de/nrw/wuppertal/peter-giesen-wuppertal-lag-am-aequator_aid-28308743)

Seelilien-Fossilien

In den Lindlarer Steinbrüchen findet man sehr häufig Abdrücke von Seelilien (Crinoidea, 1821 von Johann Samuel Miller, der auch Abhandlungen und Bücher über Seelilien schrieb, z.B. „A natural history of the Crinoidea„, 1821. Auf der Bildtafel zwischen den Seiten 38 und 39 sieht man z.B. einen ähnlichen Abdruck. Auf Seite 38 wird das Buch „Betrachtung versteinerter Seesterne und ihrer Teile“ von Christian Friedrich Schulze erwähnt, welches 1760 veröffentlicht wurde, ist bei Google-Books zu finden). Oft sind es Stiel, die mit ihren typischen Kreisen abgebildet wurden. Dies sind die Stielglieder. Seelilien sind keine Pflanzen, sondern eine Lebensform die den Seeigeln und Seesternen (diese Tiere gehören alle zum Stamm der Stachelhäuter) ähnlich ist, allerdings sind die Seelilien aufgrund ihrer Wurzeln an einen Standort gebunden (nach dieser Quelle können sie auch den Standort wechseln). Hier http://www.fossilcrinoids.com/devonian.html findet man die Lindlarer Seelilien unter „Eifel“ bei (2) Bergisches Land zusammen mit der Bergisch Gladbacher-Paffrather-Mulde und dem Schlade-Tal (ebenfalls Bergisch Gladbach).

Pflasterstein mit Seelilien in einer Gasse in Lindlar (Ende Juni 2022)

Steinbruch-Impressionen

Steinbruch der Bergischen Grauwacke Steinbruchbetriebsgesellschaft (BGS), Brungerststraße 21, 51789 Lindlar, bgs-vitar.de

Oberhalb vom Steinbruch BGS (im Hintergrund der Ort Lindlar)

Literatur:

  • Hans Martin Weber: „Seelilien aus der mitteldevonischen Mühlenberg-Formation von Lindlar“. In: Archäologie im Rheinland 2016, S. 54 – 56.

Links:

Zur Entstehung der Sünger Berge

Alfred Wegners Plattentektonik „Die Entstehung der Kontinente und Ozeane“ (1915)

Alfred Wegener war einer derjenigen denen aufgefallen war, dass die Küstenlinien verschiedenen, weit entfernter Kontinente zusammenpassten, sodass er die Annahme formulierte, dass diese Landmasse einmal zusammengehört haben mussten. Alfred Wegeners Theorie, die er 1915 in „Die Entstehung der Kontinente und Ozeane“ veröffentlichte, besagte, „dass die scheinbar feste Oberfläche der Erde in Wahrheit aus großen Gesteinsplatten besteht, die sich gegeneinander verschieben. Ausgangspunkt für Wegeners große Idee war, dass verschiedene Landmassen, etwa Nord- und Südamerika, wenn man sie neben Afrika und Europa schob, zusammenzupassen schienen wie Puzzleteile. Wegener bemerkte auch Ähnlichkeiten in den Fossilfunden auf Kontinenten, die inzwischen durch Meere getrennt waren, als seien sie einmal eine durchgehende Landmasse gewesen.“ (Cleeg, B.: Bücher, die die Welt veränderten, S. 188/198) Es dauerte noch Jahrzehnte bis seine Theorie allgemein anerkannt wurde.

Vor Millionen von Jahren gab es auf der Erde nicht die heutigen Kontinente. Durch den Kontinentaldrift bildeten sich immer wieder neue Landmassen, denen die heutige Wissenschaft Namen gab. Etwa Gondwana im Süden oder später gab es einen Kontinent mit dem Namen Pangaea, der sich durch Zusammenschluß des Kontinents Laurussia (auch Euramerika oder Old-Red-Kontinent genannt) und Gondwana bildete. Um dies zu verdeutlichen müssen die Phasen der geologische Zeitskala der Erdgeschichte beachtet werden (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Geologische_Zeitskala). Da in der Wissenschaft nachträglich für diese ehemaligen Kontinente verschiedene Namen gegeben wurden, so wird mal von Laurussia, ein anderes mal von von Euramerika oder vom Old-Red-Kontinent gesprochen, und teilweise auch mit heutigen Namen von Kontinenten vermischt werden, so wird Gondwana auch mal für den Laien als Afrika bezeichnet, ist diese Sprache der Erdgeschichtler zunächst verwirrend. Klar ist mir geworden, dass ein Ort oder eine Region, beispielsweise das Bergische Land, in der der Erdurzeit auf einem ganz anderen Kontinet gewesen ist und möglicherweise ganz andere Regionen als Nachbar hatte. Des Weiteren kann es durch Gebirgsbildungen bzw. Abtragungen dieser Gebirge zu großen Veränderungen gekommen sein.

Die genaue Rekonstruktion der alten Kontinente stelle ich mir sehr schwer vor. Mit Hilfe des Paläomagnetismus konnten die früheren Positionen der Kontinente auf der Erde rekonstruiert und so Wegeners Theorie bewiesen werden. „Der remanente Magnetismus in Gesteinsmineralen erlaubt es, die lokale Richtung der erdmagnetischen Feldlinien zur Entstehungszeit des Gesteins zu rekonstruieren.“ (Ahnert, F.: Einführung in die Geomorphologie, 3. Aufl., 2003, S. 53) vgl. Don und Maureen Tarling „Continental Drift“.

Mit verschiedenen Quellen und den dort verwendeten Abbildungen habe ich geschaut, wo denn das Bergische Land im Laufe der Erdgeschichte gelegen hat.

Um die Lage des Bergischen Landes in der Erdgeschichte verfolgen zu können kann z.B. diese Webseite dinosaurpictures.org/ancient-earth#400 genutzt werden (z.B. Eingabe von „Lindlar“ und „400 million years ago“).

Erste Sichtung auf >Pannotia<

Vor 600 Millionen Jahren gab es den hypothetischen Superkontinent Pannotia. Laut der Webseite dinosaurpictures.org/ancient-earth#600 lag unsere Region im Westen von Pannotia. Die Karte zeigt eine Landschaft unter Eis. Pannotia bestand aus den Landmassen Gondwana, Laurentia, Siberia und Baltica. Später driften die Landmassen Laurentia, Siberia und Baltica ab. Vor 540 Millionen Jahren war das Bergische Land dann am Rand von Gondwana (dinosaurpictures.org/ancient-earth#540). Vor 500 Millionen Jahren lag die Region ein wenig im Inneren von Gondwana. Weit entfernt waren die Kontinente Laurentia, Siberia und Baltica.

Auf dem Kontinent >Avalonia<

Im Jahrbuch „Rheinisch-Bergischer-Kalender“ gibt es einige Artikel zur Erdgeschichte. Einige wurden von Hans Dieter Hilden, dem ehemaligen Direktor des Geologischen Dienstes NRW, verfasst. Als gebürtiger Bergisch Gladbacher und studierter Geologe und Paläontologe hatte er auch die Erdgeschichte des Bergischen Landes im Blick. Über die Lage der Region vor über 480 Millionen Jahren schrieb Hilden:

„Damals lag das Bergische Land im Nordwesten der afrikanischen Kontinentalplatte, nahe des Südpols. Vor 480 Millionen Jahren spaltete sich dann aber ein Mikrokontinent namens Avalonia — benannt nach der Insel der Seligen — und mit ihm das Bergische Land von Afrika ab und begann eine Wanderung nach Norden. […] Vor 430 Millionen Jahren hat Avalonia im Norden an andere Landmassen angedockt — ein riesiger Nordkontinent (Old-Red-Kontinent [Anm GS: = Laurussia]) entsteht, der von Nordamerika bis Sibirien reicht. Zwischen 390 und 360 Millionen Jahren, im Devon-Zeitalter, lag die Südküste des Nordkontinents im Bergischen Land.“ (Hilden, H. D.: Bergische Erdgeschichte im Zeitraffer, In: Rheinisch-Bergischer-Kalender 2004, S. 254/255)

Hier dinosaurpictures.org/ancient-earth#470 vor 470 Millionen Jahren sieht man wie sich die Region auf dem Kontinent Avalonia befindet, der sich von Gondwana abgespalten hat und auf halben Weg vor Baltica liegt. Vor 430 Millionen Jahren waren Avalonia und Baltica schon zusammen (dinosaurpictures.org/ancient-earth#430). Vor 400 Millionen Jahren sind dann Avalonia/Baltica und Laurentia zu Laurussia vereint (dinosaurpictures.org/ancient-earth#400).

Nordrhein-Westfalen vor 450 Millionen Jahren (Ordovizium) auf dem Kontinent Avalonia. Nach Geologischer Dienst NRW.

Hier sind kurz ein paar Phasen skizziert die Avalonia durchlief:

  • Avalonia löst sich von Gondwana.
  • Avalonia kollidierte mit Baltica.
  • Baltica/Avalonia kollidieren mit Laurentia und es entstand der Kontinent Laurussia (Old-Red-Kontinent).
    Dadurch kam es zur Kaledonische Gebirgsbildung (Rumpfgebirge Britische Inseln, skandinavischen Grundgebirge, die Appalachen, Ostküste Grönlands, die Bäreninsel, die Orkney- und Shetlandinseln und West-Spitzbergen).
  • Laurussia kollidierte mit Gondwana und so entstand der Kontinent Pangaea.
    Dies führte zur für Bergische Land bedeutenden Varistische Gebirgsbildung. Auf Pangaea gab es ein langes Kettengebirge: Dies erstreckte sich quer durch den damaligen Pangaea und wird Herzynisches System genannt.

Ost-Avalonia wurde der Untergrund des heutigen Mitteleuropas nördlich des variskischen Gebirges. Im Süden Deutschlands sind Teile des Kontinents Armorica, der sich nach Avalonia ebenfalls von Gondwana gelöst hatte. Lange trennte der Rhenohercynischer Ozean (ein Meeresbecken) Avalonia und Armorica von einander.

Nordrhein-Westfalen vor 400 Millionen Jahren (Devon) auf dem Kontinent Laurussia (Red-Old-Kontinent). Nach Geologischer Dienst NRW.

In einem Artikel über die Lindlarer Grauwacke und die Lindlarer Fossilien zum ältesten Wald der Welt schrieb Sven von Loga:

„Der Bereich des heutigen Bergischen Landes befand sich im frühen Mitteldevon in einem ausgedehnten Übergangsbereich zwischen Flachmeer und Küstenbereich am Südrand des Old-Red-Kontinents [Laurussia]. Ein großes Flussdelta mündete in den variszischen Ozean [Paläotethys]. […] Vom im Norden gelegenen Old-Red Kontinent wurden riesige Sedimentmassen in einen südlich davon gelegenen Flachmeerbereich verfrachtet. Dieses Gebiet glich einem heutigen Wattenmeer.“ (v. Loga, S.: Die Lindlarer Grauwacke. In: Fossilien — Erdgeschichte erleben, 5/2020, S.32/33)

Das Variszische Gebirge

„Damals war das Bergische Land eben eine flache Küstenregion. Und als dann vor 300 Millionen Jahre ein anderer großer Kontinent, Gondwana, von Süden nach Norden auf das Bergische Land stieß, wurden die Gesteine hochgedrückt und zusammengeschoben, die noch heute die Landschaft hier prägen. Dabei wurden viele Pflanzen im Gestein konserviert und können hier heute gefunden werden.“ (Peter Giesen, Geologe und Paläobotaniker. In wz.de/nrw/wuppertal/peter-giesen-wuppertal-lag-am-aequator_aid-28308743)

Wie erwähnt kollidierten Laurussia mit Gondwana und es entstand der Kontinent Pangaea und zur Varistische Gebirgsbildung. Dies soll in diesem Abschnitt etwas näher betrachtet werden.

„An der Grenze Unter-/Oberkarbon begann vor etwa 325 Mill. Jahren eine neue Geschichte, die etwa 20 Ma währte. Damals wurde der Rheinische Trog auf etwa 50 – 60 % seiner ehemaligen Breite eingeengt. Das führte zur Faltung der vorher horizontal abgelagerten Schichten. Als Ursache gilt eine Kontinent/Kontinent-Kollision weiter im Süden. Der dortige Kontinent Gondwana näherte sich Laurussia, und beide wurden bis zum Perm zu dem Riesenkontinent Pangaea verschweißt.“ (v. Koenigswald/Simon (Hg.): GeoRallye – Spurensuche zur Erdgeschichte, 2007, S. 80)

Die Webseite dinosaurpictures.org/ancient-earth#300 zeigt das Bergische Land auf der Nordseite eines Gebirges, welches quer über den Kontinent zog.

Appalachen und Varisziden auf Pangäa (Unterkarbon, 356 MA) Nach: Walter 2013, S. 161, bzw. scotese.com
Nordrhein-Westfalen vor 310 Millionen Jahren (Karbon) auf dem Kontinent Pangäa. Nach Geologischer Dienst NRW.

„Bei der Kollision der Erdplatten werden die über 10 km dicken verfestigten Ablagerungen, die sich seit Jahrmillionen am Meeresboden gesammelt haben, über dem Meeresspiegel angehoben, gefaltet, zerschert, zerbrochen, gegeneinander verschoben und übereinander gestapelt. Vulkane brechen aus.“ (Hilden, H. D.: Bergische Erdgeschichte im Zeitraffer, In: Rheinisch-Bergischer-Kalender 2004, S. 256)

Die Spuren solcher Faltungen etc. sieht man heute, wenn man die Gesteinschichten in Steinbrüchen oder an sonstigen Aufschlüssen betrachtet.

„Während der Faltung und im Anschluss daran hob sich der neu geschaffene Gebirgskörper über den Meeresspiegel. Doch hat dieses Gebirge wohl nie alpine Ausmaße erreicht.“ (v. Koenigswald/Simon (Hg.): GeoRallye – Spurensuche zur Erdgeschichte, 2007,S. 81)

„Einige zehn Millionen Jahre später, in der Perm-Zeit, ist das Varistische Gebirge fast wieder eingeebnet. Im Bergischen Land breitet sich eine Wüste aus …“ (Hilden, H. D.: Bergische Erdgeschichte im Zeitraffer, In: Rheinisch-Bergischer-Kalender 2004, S. 256)

Erosion und Witterung haben das ursprünglich hohe Gebirge zu einem Rumpfgebirge abgetragen, sodass das Bergische Land nur noch aus den Rümpfen des Gebirges besteht. (dies sieht man hier dinosaurpictures.org/ancient-earth#260)

Nordrhein-Westfalen vor 260 Millionen Jahren (Perm) auf dem Kontinent Pangäa. Nach Geologischer Dienst NRW.

„Die Vereinigung von Laurussia und Gondwana mit den anderen selbständigen Kontinenten bildet im Perm eine riesige, zusammenhängende Landmasse: Pangaea […] zusammengehalten von einer großen Gebirgsnaht, den Varisziden.“ (Goßmann, R./Jungheim, H. J.: Landpflanzen im Verlauf der Erdgeschichte, Teil 7: Das Perm. In: Fossilien, 5/2009, S. 308)

Kontinent „Pangaea […] zusammengehalten von einer großen Gebirgsnaht, den Varisziden. (Skizze nach Abbildung 1 in Goßmann, R./Jungheim, H. J.: Landpflanzen im Verlauf der Erdgeschichte, Teil 7: Das Perm. In: Fossilien, 5/2009, S. 308.) Variszischen Gebirge: Auf Pangaea gab es ein langes Kettengebirge: Dies erstreckte sich quer durch den damaligen Pangaea und wird Herzynisches System genannt.
Nordrhein-Westfalen vor 220 Millionen Jahren (Trias) auf dem Kontinent Pangäa. Nach Geologischer Dienst NRW.

Dies dinosaurpictures.org/ancient-earth#220 vor 220 Millionen Jahren zeigt wie Pangäa langsam zerbricht. Das Bergische Land liegt auf einer nach Westen zeigenden Halbinsel. Vor 200 Millionen Jahren wieder mit im Festland und vor 170 Millionen Jahren kann man langsam die heutigen Konturen von Europa sehen (dinosaurpictures.org/ancient-earth#170).

Nordrhein-Westfalen vor 170 Millionen Jahren (Jura )vor dem Kontinent Laurasia. Nach Geologischer Dienst NRW.

„Im Mesozoikum und Tertiär wurde das variszische Strukturstockwerk Mittel- und Westeuropas durch Bruch- und Scherprozesse in ein im Einzelnen komplex gestaltetes Schollenmosaik zerlegt.“ (Walter, R.: Erdgeschichte, 2016, S. 31)

Mesozoikum = Trias, Jura, Kreide

Nordrhein-Westfalen vor 105 Millionen Jahren (Kreide) vor dem Kontinent Eurasien. Nach Geologischer Dienst NRW.

Die Webseite dinosaurpictures.org/ancient-earth#105 zeigt das Bergische Land sowie weite Teile Europas vor 105 Millionen Jahren unter Wasser.

Vor 200 Millionen Jahren: Im Land.
Vor 170 Millionen Jahren: Im Land, Norddeutschland an Land.
Vor 150 Millionen Jahren: Im Küstenbereich, Norddeutschland weniger unter Wasser.
Vor 120 Millionen Jahren: Im Küstenbereich, Norddeutschland unter Wasser.
Vor 105 Millionen Jahren: Im Wasser, Norddeutschland unter Wasser.
Vor 90 Millionen Jahren: Im Wasser, Norddeutschland unter Wasser.
Vor 66 Millionen Jahren: Im Küstenbereich/Wasser, Norddeutschland unter Wasser.
Vor 50 Millionen Jahren: Im Küstenbereich/Wasser, Norddeutschland unter Wasser.
Vor 35 Millionen Jahren: An Land, Norddeutschland unter Wasser.
Vor 20 Millionen Jahren: An Land.

Nordrhein-Westfalen vor 35 Millionen Jahren (Tertiär) auf dem Kontinent Eurasien. Nach Geologischer Dienst NRW.

Eiszeiten

Für die Landschaftsbildung hatten auch die Eiszeiten und die aus dem Norden sich vorschiebenden Gleitscher eine Auswirkung.

„In mehreren großen Eiszeiten schoben sich von Norden her gewaltige Gletscher in Richtung Süden. Dabei hobelten sie die norddeutsche Tiefebene platt und hinterließen eine flache Landschaft. In der Saaleeiszeit im Drenthe-Stadium vor 300 000 Jahren schob sich Eis bis vor unsere Haustür [in der Quelle: Hönnetal im Sauerland].“ (Kolarik, A.: Die Entstehung des Hönnetals. In: Naturhistorischer Verein Hönnetal (Hg.): 100 Jahre Schutzaktion – Die Rettung der Schönheit des Hönnetals, 2020, S. 48/49)

In der Saale-Eiszeit hatte sich das Eis von Norden her bis zur Linie Hameln — Detmold — Ruhr — Düsseldorf — Xanten vorgeschoben.

„Auch in den späteren Eiszeiten (Riß, Eem und Weichsel) gab es immer wieder Warmphasen, in denen sich die Gletscher wieder ein Stück weit zurückzogen.“ (Kolarik, A.: Die Entstehung des Hönnetals. In: Naturhistorischer Verein Hönnetal (Hg.): 100 Jahre Schutzaktion – Die Rettung der Schönheit des Hönnetals, 2020, S. 48/49)

Das in Schnee und Eis gebundene Wasser senkte während der letzten Eiszeit (Weichsel-Glazial, Weichsel-Kaltzeit; die vor 10000 Jahren endete) den Meeresspiegel um 130 Meter im Vergleich zu heute.

„Als das letzteiszeitliche Maximum überschritten war, begann der Eisschild über Nordeuropa vor zirka 16000 bis 18000 Jahren abzuschmelzen. Der Merresspiegel stieg allmählich und überspülte im Lauf von 10000 Jahren das Flachland. […] Die nachzeitliche Landschaft in Nordeuropa formte sich dabei noch durch einen weiteren Prozess neu, den Fachleute als postglaziale Landhebung bezeichnen. […] Über weite Teile von Nordeuropa hatte zuvor ein riesiger Eisschild gelastet — an der mächtigsten Stelle über dem Nordosten von Schweden, so schätzen die Forscher, war er rund 2,7 Kilometer dick. Als das Eis zurückging, verringerte sich auch das Gewicht, das auf die Erdkruste drückte und diese in den Erdmantel presste. Die Folge: Die Erdkruste hob sich nun wieder an. So stieg das Land in den ehemals vereisten Regionen nach oben, doch im Gegenzug sackten die Regionen am einstigen Gletscherrand ab — und beschleunigten somit den Meeresspiegelanstieg vor allem in den Regionen an den westlichen und südlichen Eisrändern.“ (Spektrum Geschichte, 5/2020, S. 18)

Das Bergische Land lag nicht unter dem Eis, allenfalls kam es bis „vor unsere Haustür“. Aber wie sah es hier hinter dem Eis aus?

„Stellt man sich den äußersten Norden und den äußersten Süden Deutschlands mit Eis bedeckt vor, kommt man beinahe „automatisch“ auf die Frage, wie denn die Landschaften dazwischen ausgesehen haben mögen. Nun, es wird eine … sehr unwirtliche Region gewesen sein. Kurze, eher kühle Sommer und lange Winter prägten den Jahrelauf. Ausgedehnte Wälder gab es nicht, dafür ist es zu kühl gewesen, und die Vegetationsperiode war zu kurz. In der Tundrenzone wäre – selbst wenn es die Entwicklungsstufe des Menschen schon damals ermöglicht hätte – nie ein ertragreicher Feldbau möglich gewesen. In den Höhenlagen der Mittelgebirge herrschte gar Eisklima.
Aber auch in dieser Landschaft gab es Landschaftsveränderungen, ausgelöst durch natürliche, durch die atmosphärischen Bedingungen gesteuerte Kräfte und Prozesse.“ (Fraedrich, W.: Spuren der Eiszeit, 1996, S. 2/3)

Das Bergische Land lag also im Eisrandgebiete, einem sog. Periglazialgebiete (Periglazial = am Rande des Eises; Glazial = durch das Eis geprägt. Fraedrich, W.: Spuren der Eiszeit, 1996, S. 96 ff.)

Nordrhein-Westfalen vor 250 000 Jahren (Quartär) auf dem Kontinent Eurasien. Nach Geologischer Dienst NRW.
Wurzel einer Eiche im felsigen Untergrund auf der Straße nach Stelberg (2021).
Wurzel einer Eiche im felsigen Untergrund auf der Straße nach Stelberg (2021).
Gestein am Sünger Berg.
Steine auf dem Grat-Pfad auf dem Sünger Berg schauen aus dem Waldboden heraus (April 2021).
Geröllstein vom Grat-Pfad auf dem Sünger Berg.
Geröllstein vom Grat-Pfad auf dem Sünger Berg.
Steine am Sünger Berg. Von einer umgefallenen Fichte aufgeworfen (April 2021)
Gestein an einer Wurzel einer umgestürzten Fichte auf dem Sünger Berg (April 2021)
Ost-Hang am Sünger Berg (April 2021)

Zusammenfassend und wiederholend noch dieser Abschnitt vom Bergisch Gladbacher Geologen und Paläontologe Ulrich Jux:

„Das Bergische Land gehört zum Rheinischen Schiefergebirge, das sich vor allem aus mächtigen sandigen und tonigen Gesteinsfolgen aufbaut, die im wesentlichen während der Devon-Periode des Erdaltertums abgelagert und in der Karbon-Periode als Faltengebirge [„Das Variszische Gebirge“] aus dem vorausgegangenen Meeresraum herausgepresst worden sind. […] Von der ursprünglichen Morphologie des Faltengebirges ist allerdings heute nur noch wenig zu erkennen; denn es ist seit seiner Entstehung vor 330 Millionen Jahren bis auf die Fundamente abgetragen und in ein „Rumpfgebirge“ umgestaltet worden.“ (Jux, U.: Kalksteine in der mitteldevonischen Schichtenfolge. In: Jacobi, G.: Als die Steinhauer in Lindlar ihre Zunft aufrichteten und den Marmor brachen“, 2007, S. 26)

Boden

Die Entstehung des heutigen Bodes begann nach diesen Eiszeiten. Daher hier ein paar Einwürfe zum Boden, des Entsteung und Verändeung.

„Lockere und feste Gesteine sind das Ausgangsmaterial für die Bildung des Bodens. Durch physikalische Verwitterung werden die an der Erdoberfläche befindlichen festen Gesteine allmählich zerkleinert, so daß lockeres Gesteinsmaterial in einer mehr oder weniger mächtigen Schicht das Ausgangsgestein überdeckt. Zahlreiche Minerale unterliegen dem Einfluß der Atmosphärilien (Wasser, Sauerstoff, Kohlendioxid) und der Strahlung mehr oder weniger stark der chemischen Verwitterung. Hierbei entstehen durch einfache Umwandlung oder durch Aufbau aus den Zerfallsprodukten zum Teil neue Minerale. Die so gebildete Verwitterungsschicht dient niederen und höheren Organismen als Standort und Lebensraum.“ (Scheffer – Schachtschabel: Lehrbuch der Bodenkunde, 6. Aufl. 1966, S. 1)

Physikalische (mechanische) Verwitterung

Temperaturverwitterung […] Durch den raschen Temperaturwechsel werden die äußeren und inneren Teile der Gesteine infolge ihrer geringen Wärmeleitfähigkeit unterschiedlich erwärmt und abgekühlt. Dadurch entstehen Spannungen, die zu Rissen und Spalten und schließlich zum Zerfall der Gesteine führen.“ (Scheffer – Schachtschabel: Lehrbuch der Bodenkunde, 6. Aufl. 1966, S. 17)

Frostverwitterung durch Spaltenfrost. Sie ist in der Eigenschaft des Wassers begründet, beim Gefrieren sein Volumen um 9% zu erhöhen. In Gesteinsspalten und -risse eindringendes Wasser vermag somit beim Gefrieren eine erheblichebSprengwirkung zu entfalten und die Gesteine zu zertrümmern.“ (Scheffer – Schachtschabel: Lehrbuch der Bodenkunde, 6. Aufl. 1966, S. 17)

Quellung, Schrumpfung, Slaking … In tonhaltigem Material verursacht die Zufuhr von Wasser Quellung, das Wiederaustrocknen Schrumpfung […] Die Schrumpfung … verursacht Trockenrisse, die bei neuen Niederschlägen ein tieferes Eindringen des Wassers in den Boden erlauben. An der Oberfläche tonhaltiger Gesteine (Tonsteine, Schiefertone, Sandsteine mit tonigem Bindemittel) kann die Quellung des Tons durch Nässe zu einem Zerfall des Gesteins führen [Slaking].“ (Ahnert, F.: Einführung in die Geomorphologie, 3. Aufl., 2003, S. 95)

„Schließlich können auch Pflanzen einen mechanischen Zerfall der Gesteine bewirken, indem die Wurzeln in Risse und Spalten eindringen und durch ihr Dickenwachstum die Gesteine auseinandersprengen […] Die durch die genannten Vorgänge gebileten Gesteinstücke werden beim Transport durch sich bewegendes Eis, durch fließendes Wasser oder durch Wind weiter zerkleinert. Dies erfolgt durch mechanischen Abrieb an der Oberfläche, durch den die Gesteine im Verlauf ihres Transportweges abgerundet werden und erhebliche Mengen feinen Materials liefern.“ (Scheffer – Schachtschabel: Lehrbuch der Bodenkunde, 6. Aufl. 1966, S. 18)

Chemische Verwitterung

  • die Prozesse der chemischen Verwitterung bewirken „Stoffänderungen des Gesteinsmaterials, d.h. Zersetzung (Korrodsion) der Substanz und Bildung neuer Verbindungen.“ (Ahnert, F.: Einführung in die Geomorphologie, 3. Aufl., 2003, S. 90)
  • „Die chemische Verwitterung beruht im wsentlichen auf Lösungs-, Zersetzungs- und Hydrationsvorgängen, durch die die Gesteine und Minerale viel weitgehender Verändert werden als bei der physikalischen Verwitterung.“ (Scheffer – Schachtschabel: Lehrbuch der Bodenkunde, 6. Aufl. 1966, S. 18)
  • „Das wichtigste Agens der chemischen Verwitterung ist das Wasser, das als Lösungsmittel und bei der hydrolytischen Zersetzung schwer löslicher Verbindungen wirksam wird.“ (Scheffer – Schachtschabel: Lehrbuch der Bodenkunde, 6. Aufl. 1966, S. 18)

Bodenentstehung nach der Eiszeit

Das Bergische Land war ein Eisrandgebiet. Die Bodenentstehung setzte nach den Eiszeiten wieder ein. Dazu schrieb 1979 Peter Burschel (damals Lehrstuhlinhaber für Waldbau und Forsteinrichtung an der Uni München):

„Das zentrale Ereignis auch für die Bodenentstehung in unserem Raum war die Eiszeit. In ihrem Verlauf traten auf riesigen Flächen tiefgreifende Veränderungen ein. Alte Böden wurden durch Eis weggehobelt und zusammen mit Brocken unverwitterten Gesteins als Moränen abgelagert. Der ganze Alpenraum und sein Vorland sind dadurch ebenso geprägt worden, wie das norddeutsche Tiefland. Die dazwischenliegenden Gebiete blieben zwar eisfrei, doch gab es dort nur niedrige Tundra-Vegetation, die wenig Schutz gegen Niederschläge, Eisbildungen und Tempertaturextreme bieten konnte. In gewaltigen Erosions- und Fließvorgängen wurde daher auch hier der aus alter Verwitterung stammende Boden abtransportiert oder umgelagert. Und schließlich konnte in Trockenperioden der Wind den vegetationsarmen Boden angreifen, seine feineren Teile emporwirbeln und über weite Strecken transportieren. Als Ergebnis solcher Sand- und Staubstürme hat sich auf großen Flächen Löß abgelagert, oft in beachtlicher Mächtigkeit.
Ihrer alten Bodendecken beraubte Gebirge, große Moränengebiete, Fließerden und Löß auf riesigen Flächen bildeten daher das Rohmaterial für die Bodenentwicklung. Diese begann, als das Klima vor fünfzehntausend Jahren wärmer wurde, die großen Eismassen sich zurückzuziehen begannen und Vegetation unseren mitteleuropäischen Raum wieder besiedeln konnte.“ (Burschel, P.: Der Wald in seiner Umwelt, In: Stern, H. (Hg.): Rettet den Wald, S.108)

Wurzel einer umgestürzten Fichte auf dem Sünger Berg.
Wurzel einer umgestürzten Fichte auf dem Sünger Berg.

Bauern aus dem Fruchtbaren Halbmond besiedeln Europa

Die Eiszeiten und die darauf folgenden Perioden hatten Einfluß auf die Bodenbildung und -qualitäten und somit auch auf die Besiedlung der Regionen. In den beiden folgenden Quellen wird betrachtet, wie die neue Bevölkerungsgruppen nach Europa wanderten und dort Regionen mit guten böden besiedelten.

„Vor ungefähr 11 500 Jahren endete in Europa und im Nahen Osten die Eiszeit. Als sich Klima allmählich erwärmte und die Natur mehr Nahrung bot, gingen Wildbeuter in der Region des Fruchtbaren Halbmondes — einem Bebiet, das von Euphrat und Tigris bis an die Mittelmeerküste, der Lavante reichte — langsam dazu über, sesshaft zu werden. […] Gesichert ist …, dass die Pioniere ungefähr 7000 v. Chr. gen Europa wanderte, auf der Suche nach neuem Ackerland.“ (Spinney, L.: Wie die Bauern Europa eroberten. In: Spektrum Geschichte, 1/2021, S. 18)

„Die im Fruchtbaren Halbmond ständig wachsende Bevölkerung war gezwungen, nach neuen akzeptablen Ackerböden Ausschau zu halten. Erst ging es durch Anatolien, dann über die Dardanellen nach Griechenland, bald in den Balkanraum und schließlich nach Mitteleuropa, das in der Mitte des 6. Jahrhunderts vor Christus innerhalb von weniger als 200 Jahren von den ersten Bauern […] in Besitz genommen wurde.
[…] Europa war zu großen Teilen mit Urwäldern bedeckt. Vor allem Flüsse taugten als Leitbahnen durch die Wildnis […] Die Wanderer tasteten sich von den Flüssen langsam ins Landesinnere vor; oft ließen sie sich gerade dort nieder, wo sie beim Graben auf keine Steine mehr stießen. Dort war die Erde leicht zu bearbeiten — selbst mit Gersät aus Stein, Knochen oder Holz. Und es war ein guter Ort zum Siedeln. […]
Die steinlosen Böden waren überaus fruchtbar […]. Denn die steinlosen Böden bestanden aus Löss, einem Produkt der Eiszeit. Gletscher hatten Berge und Felsen zu Geröll und feinem Gesteinsstaub zermahlen. Leichte Beute für den Wind, der das, was heute Gartencenter als „Urgesteinsmehl“ zur Bodenverbesserung verkaufen, durch die trockene, vegitationslose Kälte-Ödnis blies. Der Staub lagerte sich im Windschatten der Gebirge ab. Das geschah in Nordamerika, in China und in Europa, wo der Wind den Löss in den Börden am Nordrand der Mittelgebirge anhäufte, im Pariser und im Karpatenbecken, aber auch in den süddeutschen Gäulandschaften.
Ein Blick auf moderne Bodenkarten zeigt, das Gebiet im Windschatten des Harzes gehört zu den fruchtbarsten Böden Europas, insbesondere die Magdeburger Börde und die Leipziger Tieflandbucht bis in das Thüringer Becken hinein, mit Weimar und Erfurt als südlicher Begrenzung. Der Löss hat sich hier zu tiefgründigen Schwarzerden gewandelt, mit einer Mächtigkeit von über einem Meter. […] In den steppenartigen Gebieten waren unzählige Bodenwühler aktiv: Regenwürmer, Feldhamster, Steppenmurmeltiere, die alle besten Humus produzierten.“ (Meller, H, & Michel, K.: Die Himmelsscheibe von Nebra, 2020. S. 158 — 160)

Von Sätteln und Mulden

  • Paffrather Mulde
  • Peffekovener und Dierdorfer Mulde
  • Sünger Sattel
  • Breuner Mulde

Von Schichten und Formationen

  • Geologen: August Denckmann, Alexander Fuchs, Heinrich von Dechen, Werner Paeckelmann, Emanuel Kayser, Curt Dietz
  • „Hobräcker Schichten: nach einem Bergrücken bei Hohenlimburg“ (Karl Schmitz: „Erdgeschichte des Oberbergischen“, 1974, S. 17). „Mühlenbergschichten (Mühlenberg unterhalb Dahl) , Grauwackensandsteine mit Grauschiefereinlagerungen“ (aus: Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie, 1909); „Die Brandenbergschichten nach dem Brandenberg in der Lenneschleife zwischen Hohenlimburg und Nachrodt , die Mühlenbergschichten nach dem Mühlenberg auf der rechten Volmeseite nördlich von Dahl“ (aus: „Abhandlungen des Reichsamts für Bodenforschung, 1942); „Die Untergliederung [Anm. GS: der Schichten wie Brandenberg-Schichten, Mühlenberg-Schichten, Hobräcker-Schichten, Untere Honsel-Schichten, zuvor wurde diese Schichten alle mit „Lenne-Schiefer“ bezeichnet] wurde erst durch DENCKMANN (1907) bei der Kartierung der Geologischen Karte im Gebiet des Blattes Hohenlimburg – vorwiegend nach lithologischen Gesichtspunkten – eingeführt.“ (Jahresberichte des Naturwissenschaftlichen Vereins Wuppertal, Heft 53, 2000, S. 12)

Die Sünger Berge

Betrachtet man die Sünger Berge von oben, zeichnet die Erhebungen, die Tiefen und die Bäche ein, so sieht man, dass die Bäche zur heutigen Reliefbildung beigetragen haben. Peter Burschel schrieb, dass während der Eiszeit „in gewaltigen Erosions- und Fließvorgängen […] der aus alter Verwitterung stammende Boden abtransportiert oder umgelagert“ wurde (Burschel, P.: Der Wald in seiner Umwelt, In: Stern, H. (Hg.): Rettet den Wald, S.108) Dies scheint auch hier der Fall gewesen zu sein.

Die Bäche durchschneiden die Sünger Berge.
Dort wo die Bäche fließen ist die „Gebirgskette“ zerschnitten. Mehr dazu hier („Relief der Sünger Berge“).
Die Sünger Berge bestehen aus Steinen der Hobräcker Schicht.

Der älteste Wald der Welt

In einem Lindlarer Steinbruch wurden 2008 von Peter Giesen, einem Wuppertaler Geologen und Paläobotaniker, Fossilien des ältesten Wald auf der Erde entdeckt. Auf dieser Seite behandel ich den Fundort Lindlar und dessen Pflanzen sowie andere Fundorte mit alten Devon-Wäldern.

Pflanzen im Devon

„Pflanzen gingen also im Ordovizium und Silur an Land, im Laufe des Devon entwickelten sich dann verschiedene Linien der Sporenpflanzen, unter anderen die Lycopodiopsida (Bärlappe), Equisetopsida (Schachtelhalme) und Polypodiopsida (Farne). Im Karbon bildeten diese ausgedehnte Wälder.“ (Jens Boenigk, Sabina Wodniok „Biodiversität und Erdgeschichte“, 2014, S. 96)

Steinbruch BGS, Lindlar
Steinbruch in Lindlar

„Im Devon breiteten sich die ursprünglich farnartigen und bärlappartigen Gefäßpflanzen weiter aus. Aus dem Devon stammen auch die ersten gesicherten Funde von Mykorrhiza. Die Pflanzen wurden im Devon größer und im Oberdevon entstanden in tropischen Sümpfen die ersten Wälder mit baumartigen Farnen und Bärlappen. Erstmals entwickelten sich flächige Blätter, auch Blüten und echte Samen traten erstmals im Oberdevon auf.“ (Jens Boenigk, Sabina Wodniok „Biodiversität und Erdgeschichte“, 2014, S. 112)

Erste Bäume

Calamophyton ist eine ausgestorbene, wenige Dezimeter hohe Pflanze mit dichotomer Verzweigung. Sie gehört zur Gruppe der nahe der Basis der Farne stehenden Pseudosporochnales.“ (wikipedia, de.wikipedia.org/wiki/Calamophyton)

„Die Pseudosporochnales sind eine ausgestorbene Pflanzengruppe, die systematisch nahe der Basis der Farne steht. Mit Eospermatopteris gehören ihr die ältesten bekannten baumförmigen Pflanzen an. […] Eospermatopteris wurde erstmals 1924 von Winifred Goldring beschrieben anhand von Funden aus dem Mitteldevon von Gilboa (New York).“ (de.wikipedia.org/wiki/Pseudosporochnales)

Lit.: Jamie Boyer (2021): sites.google.com/site/paleoplant/classification/cladoxylopsid/pseudosporochnales

Die Fundorte der ersten Wälder

Nordrhein-Westfalen vor 400 Millionen Jahren (Devon) auf dem Kontinent Laurussia (Red-Old-Kontinent). Karte Sahler nach Geologischer Dienst NRW.
Auf dieser Seite dinosaurpictures.org/ancient-earth#400 lässt sich schauen, wo sich bestimmte Orte zu einer bestimmten Zeit in der Erdgeschichte befunden haben.
Diese Karte zeigt ganz grob die damaligen Kontinente Laurussia (OldRed), Siberia und Gondwana sowie die Orte bei denen Fossilien von Wäldern aus dem Devon gefunden wurden. Die Karte basiert auf einer Karte, die Chris Berry von der Universität Cardiff bei einem Vortrag 2016 (vgl. youtu.be/DwkbePIWeIU) zeigte (Sahler nach Berry, Buntstift, 1/2022)

Auf einer anderen Folie hatte Berry die Funde bzw. die Orte nach Alter sortiert:

  • Svalbard (Spitzbergen) = 380 mya (Frasnium-Stufe im Oberdevon)
  • Gilboa (New York) = 383 mya (Givetium-Stufe im Mitteldevon)
  • Cairo (New York) = 384 mya (Givetium-Stufe im Mitteldevon)
  • Goé = 388 mya (Eifelium-Stufe im Mitteldevon)
  • Lindlar = 390 mya (Eifelium-Stufe im Mitteldevon)

Dies sind Orte die seit Jahren in der Fachliteratur genannt werden. So schreiben Christopher M. Berry and Muriel Fairon-Demaret im Buchartkel „The Middle Devonian Flora Revisited“ (veröffentlicht in „Plants Invade the Land“, 2001):

„Previously, in most reports, the Middle Devonian flora was thought to be from the Givetian (Gensel and Andrews 1984; Meyen1987; Allen and Dineley 1988). However, it is increasingly clear that there are a number of good middle and late Eifelian assemblages inEurope (e.g., Lindlar, in [Maurice] Streel et al. 1987; Goé,in Hance et al. 1996) that contrast with the pre-dominantly Givetian age given to the most diverse and important compression assemblages of New York State. Palynological revision mightincrease the ages of some of these localities, too(e.g., the age of the Blenheim–Gilboa …“

Mit der genannten Streel-Quelle von 1987 wird dies gemeint sein:

„BERGISCHES LAND: Lindlar, Muhlenberg fm : Lycopodites lindlarensis, Protolepidodendron scharyanum, Duisbergia mirabilis, Hyenia elegans, Catamophyton primaevum, Rellimia thomsomii, Weylandia rhenana in SCHWEITZER 1974, Spores in RIEGEL 1968.“ (MauriceStreel, KennethHiggs, StanislasLoboziak, WalterRiegel, PhilippeSteemans: „Spore stratigraphy and correlation with faunas and floras in the type marine Devonian of the Ardenne-Rhenish Regions“, in: February 1987, Review of Palaeobotany and Palynology 50(3):211-229S. 224)

Muhlenberg fm = MühlenbergFormation („The Mühlenberg Formation is a geologic formation in Germany. It preserves fossils dating back to the Devonian period.“ (en.wikipedia.org/wiki/M%C3%BChlenberg_Formation)

Weitere Infos zu den genannten fossilen Pflanzen:

  • Lycopodites lindlarensis Schweitzer 1974 = fossile  Bärlappartige.
  • Protolepidodendron = Bärlapppflanzen (de.wikipedia.org/wiki/Protolepidodendrales)
  • Protolepidodendron scharyanum (Kräusel & Weyland)
  • Duisbergia mirabilis (vgl hier de.wikipedia.org/wiki/Pseudosporochnales)
  • Hyenia elegans, (Schweitzer 1972, vgl. de.wikipedia.org/wiki/Calamophyton)
  • Catamophyton primaevum = Calamophyton Primaevus
  • Rellimia thomsonii was first discovered in eastern New York State in 1971–1972 during excavations for the Blenheim‐Gilboa Pumped …“ (Joanne M. Dannenhoffer,* William Stein,† and Patricia M. Bonamo†: The Primary Body of Rellimia thomsonii: Integrated Perspective Based on Organically Connected Specimens)
  • Weylandia rhenana = „Neben Calamophyton kommen auch die Arten Hyenia elegans und Weylandia rhenana vor. Weylandia zählt zu den seltensten Pflanzen des Mitteldevons überhaupt.“ (Peter Giesen, naturwissenschaftlicher-verein-wuppertal.de/sektionen/Geologie/die-lindlar-story)

Fundort Lindlar

Steinbruch BGS, Lindlar

„In einem Steinbruch in Lindlar, den ein bekannter Professor aus Bonn [Hans Joachim Schweitzer] schon in den 60er Jahren publik gemacht hatte, habe ich 2008 Teile des ältesten Waldes der Welt gefunden. Ganze Bäume – vollständig von der Wurzel bis zur Krone. So etwas ist ganz selten. Da muss ein Tsunami die komplette Vegetation abgeräumt und in direkter Nachbarschaft sofort wieder eingebettet haben, so dass diese so gut erhalten geblieben ist. […] Damals war das Bergische Land noch nicht bergig und Teil einer Küstenregion. Wuppertal lag an der Südküste des „Old Red Continent“, des alten roten Kontinents, der im Wesentlichen aus Nordamerika und Nordeuropa bestand.“ (Peter Giesen in einem Zeitungsinterview, 2016)

2015, Ausstellung in Bonn

Archäologischen Landesausstellung NRW im LVR-LandesMuseum Bonn
5. September 2015 bis 3. April 2016

„Der vermutlich älteste Wald der Erde stand einst im bergischen Lindlar in Nordrhein-Westfalen. Dies belegen archäologische Funde der ältesten bisher ausgegrabenen baumförmigen Pflanzen, die 2008/2009 in der Nähe des Städtchens geborgen wurden. Vom 5. September 2015 bis 3. April 2016 sind die Sensationsfunde in der Archäologischen Landesausstellung NRW im LVR-LandesMuseum Bonn zu sehen. Die nun versteinertern Bäumchen wuchsen vor rund 390 Millionen Jahren auf einer Sandinsel in einem ausgedehnten Flachmeer und wurden wahrscheinlich durch einen Tsunami ins Meer gespült, mit Sand und Schlamm überdeckt und so bis heute konserviert.“ (touristiker-nrw.de/landesausstellung-zeigt-sensationsfund-aus-dem-aeltesten-wald-der-welt/)

„Der 500 kg schwere Fund wird ab dem 5.9.2015 als eines der Highlights im Rahmen der archäologischen Landesausstellung zunächst in LVR-LandesMuseum Bonn zu sehen sein.“ (lwl.org/jungsteinzeit/index.php/aktuelle-meldungen/37-sensationsfund-fossilien-der-aeltesten-bamuaehnlichen-pflanzen-der-welt-entdeckt.html)

Der „älteste Wald der Welt“ stand in Lindlar:

  • welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/wissenschaft_nt/article145459132/Aeltester-Wald-der-Welt-soll-im-Bergischen-Land-gestanden-haben.html (20.08.2015)
  • ksta.de/region/oberberg-ks/–sote-wald-lindlar-22575718?cb=1629971169856 (20.08.2015)
  • bild.de/regional/koeln/koeln/aeltester-dschungel-der-welt-42257118.bild.html (20.08.2015)
  • focus.de/wissen/diverses/wissenschaft-aeltester-wald-der-welt-soll-im-bergischen-land-gestanden-haben_id_4893660.html (20.08.2015)
  • wz.de/nrw/wuppertal/peter-giesen-wuppertal-lag-am-aequator_aid-28308743
  • expedition-rheinland.de/die-lindlarer-grauwacke (8.8.2021)
  • naturwissenschaftlicher-verein-wuppertal.de/sektionen/Geologie/die-lindlar-story („Die Lindlar Story“ von Peter Giesen)
  • „Reconstruction and Growth of the Early Tree Calamophyton (Pseudosporochnales, Cladoxylopsida) Based on Exceptionally Complete Specimens from Lindlar, Germany (Mid-Devonian): Organic Connection of Calamophyton Branches and Duisbergia Trunks“ von Peter Giesen and Christopher M. Berry . Erschien im International Journal of Plant Sciences (IJPS), Ausgabe 174, Seiten 665-686 (International Journal of Plant Sciences, May 2013, Volume 174, Number 4, pp. 665 – 686). Aus dem Abstract: „Middle Devonian Pseudosporochnales (Cladoxylopsida) are among the earliest tree-sized plants in the fossil record. We describe here new and spectacular complete specimens of Calamophyton primaevum Kräusel et Weyland from Lindlar (Eifelian, early Mid-Devonian), Germany. …“ (journals.uchicago.edu/doi/full/10.1086/669913)
  • „Rooted in Earth history: the Devonian transition to a forested planet“. Video bei YouTube: youtu.be/DwkbePIWeIU). Lindlar ab 6:10 min. Nach 37 Minuten zeigt Chris Berry eine Folie auf der der Wald bei Lindlar als der älteste dargestellt wird, zeitlich vor den Wäldern in Goé (Belgien), Cairo/New York, Gilboa/New York und Svalbard (Spitzbergen).
  • Buch: „Plants Invade the Land: Evolutionary and Environmental Perspectives“: „The Lindlar plants were recovered from a quarry in the Rhineland. The majority of the specimens derived from a single small fossiliferous lens (Schweitzer 1966). …“ (S. 134)
Der Brungerst von Lindlar-Frangenberg fotografiert (Mitte Februar 2022)
Lindlar und der Brungerst von Lindlar-Burg fotografiert (Mitte März 2022)

Steinbrüche in Lindlar und Umgebung

Lindlar, Brungerst

  • Steinbruch der Bergische Grauwacke Steinbruchbetriebsgesellschaft (BGS), Brungerststraße 21, 51789 Lindlar, bgs-vitar.de
  • schiffarth-natursteine.de, Eremitage 2, 51789 Lindlar, schiffarth-natursteine.de
  • Quirrenbach GSL GmbH, Grauwacke Steinbruch Lindlar, Eremitage 6, 51789 Lindlar
Steinbruchführung bei der BGS am Brungerst, 2002:
Links: Der langjährige Steinbruchführer Helmut Schmal (1926 – 2016) aus Lindlar-Eichholz. Rechts: Günter Sahler als Teilnehmer der Führung
Steinbruch BGS in Lindlar
Der Brungerst von Lindlar-Frangenberg fotografiert (Mitte Februar 2022)
Lindlar und der Brungerst von Lindlar-Burg fotografiert (Mitte März 2022)
  • Ehemaliger Steinbruch Wolfsschlade (nach H. Schmal, 2011; kuladig.de/Objektansicht/KLD-276857)
  • Ehemaliger Steinbruch in Lindlar Oberschümmerich
  • Steinbruch Hinterrübach (kuladig.de/Objektansicht/KLD-276844)
  • Ehemaliger Steinbruch „In der Horpe“ (nach H. Schmal, 2011)
  • Ehemalige Steinbrüche in Remshagen (nach H. Schmal, 2011)

Lindlar-Linde

  • Ehemaliger Steinbruch Pack bei Lindlar-Linde, Naturschutzgebiet Dolomitsteinbruch Linde / „Südwesten der Breuner Mulde“
  • Lit.: Hans Martin Weber: „Mitteldevonische Giganten – Panzerfische aus dem Steinbruch Pack in Linde“. In: Archäologie im Rheinland; 2013 (2014), S. 51-53 : Ill.
  • Lit.: Gerd Hering, Forschungsarbeit im Steinbruck Pack, geobiologie.uni-goettingen.de/museum/publications/images/GAGP/pdf/GAGP_Nr%2065_Hering_Gerd.pdf

„Aus dem Steinbruch Pack in Linde bei Lindlar stammen hervorragend erhaltene Nautiliden, Verwandte des Tintenfischs, die Durchmesser von einem halben Meter erreichten. Funde in diesem Steinbruch belegen auch das erste Auftreten von Lungenfischen im Mitteldevon vor rund 385 Millionen Jahren – ein lebendes Fossil, das auch heute in den Meeren zu finden ist.“ (bodendenkmalpflege.lvr.de//de/aktuelles/presse/2015/2015_02_02_1.html=)

Lindlar-Kaiserau, Felsental

  • Ehemaliger Steinbruch Felsenthal der Bergisch-Märkische Steinindustrie (um 1900) Linzer Basalt AG (ab 1910)/ Naturschutzgebiet Felsenthal (Abbau ab ca. 1898)
  • Steinbruch der Familie Kochenrath (rundschau-online.de/als-das-leppetal-noch-steinig-war-11527652)
  • Steinbrüche von Wilhelm Hartkopf, Josef Habernickel und Jacob Reh (kuladig.de/Objektansicht/SWB-277956)

Sülztal bei den Sünger Bergen

  • Ehemaliger Steinbruch bei Lindlar-Hartegasse
Ehemaliger Steinbruch bei Hartegasse
  • Ehemaliger Steinbruch bei Lindlar-Untersteinbach
Kleiner ehemaliger Steinbruch an der Straße zwischen Lindlar-Untersteinbach und -Heibach.

Stein-Tourismus in Lindlar

  • Steinhauerpfad: „Auf dem Berg bietet der Steinhauerpfad Einblicke in verlassene Steinbrüche vergangener Jahrhunderte und in heutige Steinbruchbetrieb.“ (Lindlar Touristik, https://www.lindlar-touristik.de/fileadmin/touristik/Download-PDFs/8_Steinhauerpfad_Lindlar_5._Auflage.pdf)
Günter Sahler auf dem Steinhauerpfad  am Brungerst bei Lindlar (ca. 2005)
Steinhauerpfad am Brungerst bei Lindlar (ca. 2005)
Alte Steinkuhle am Brungerst, Lindlar (2022)
Blick in den Steinbruch der BGS von Aussichtspunkt beim Steinhauerpfad.

Fundort Goé, Belgien

„Diese Datierung schliesst ebenfalls die kiesigen, kaolinitischen Sandsteine des Steinbruchs Brandt Nord in Goé ein, die traditionell als Givet betrachtet werden. Auf
dem danebenliegenden Kartenblatt, im Norden der Oe Verwerfung bei Heusy, ist das Alter der Formation Givet, was auf einen grossen seitlichen Diachronismus hinweist.“ (geologie.wallonie.be/files/ressources/geologie/notices/43-5-6_Limbourg_Eupen_DE.pdf)

„New observations on trunks of Pseudosporochnus nodosus Leclercq et Banks (Cladoxylopsida) from the Middle Devonian (upper Eifelian) of Goé, Belgium, show for the first time the presence of significant contiguous scars on their surfaces.“ (zu einem Artikel von Christopher Berryund Muriel Fairon-Demaret, researchgate.net/scientific-contributions/Muriel-Fairon-Demaret-31146441)

„The largest known almost complete Calamophyton branch is that of Calamophyton bicephalum, a species thought to be conspecific with Calamophyton primaevum (Fairon-Demaret and Berry 2000), found at Goe ́ in Belgium and described by
Leclercq and Andrews (1960)“ (Peter Giesen and Christopher M. Berry, orca.cardiff.ac.uk/47293/1/Giesen%202013.pdf)

Fundort Cairo, New York

„Eine etwas ältere Stätte in der Nähe von Kairo, New York, bewahrt die Spuren der Wurzeln eines Baumes, wahrscheinlich Archaeopteris . Obwohl dort keine echten Baumfossilien gefunden wurden, sind die Wurzelspuren äußerst wichtig, da sie uns über die Form und Funktion der frühen Baumwurzelsysteme Aufschluss geben. Ein weiterer einzigartiger Aspekt dieser Lokalität ist die Erhaltung von Haien und Placoderm (gepanzerten) Fischskeletten zwischen den Baumwurzeln.“ (nysm.nysed.gov/research-collections/paleontology/paleobotany/collectionsgoogle-Übersetzung)

  • nikinclothing.com/blogs/nikin-blog/in-new-york-wurde-der-alteste-wald-der-welt-entdeckt (7.2.2020)

„In den USA haben Paläontologen das ausgedehnte Wurzelsystem primitiver Bäume ans Licht gebracht. Die Fossilien wurden in einem Sandsteinbruch nahe Cairo, New York, ausgegraben und stammen aus der Zeit des Devon vor ca. 386. Mio. Jahren.“ (fgsub.de/aeltester-fossiler-wald-in-new-york/, 03.01.2020)

Fundort Gilboa, New York

Gilboa, Schoharie County, Bundesstaat New York, hier wurden in 1850er, 1920er [Riverside Quarry] und 2010er Jahren Fossilien der Gilboa-Stümpfe gefunden. Auch genannt: Gilboa Devonian Forest. vgl. gilboafossils.org/new-discoveries/

„… Fossilfundstelle Gilboa. Fossile Baumstümpfe von dieser Stätte wurden erstmals zwischen 1852 und 1854 von einem Fossilienjäger namens [Samuel] Lockwood entdeckt. In den 1920er Jahren wurden diese Baumstümpfe und andere Fossilien während des Baus eines Damms in der Nähe von Gilboa, New York, vom damaligen staatlichen Paläontologen Winifred Goldring untersucht.“ (nysm.nysed.gov/research-collections/paleontology/paleobotany/collections)

„Die Fossilfundstelle Gilboa ist wichtig, da sie den ältesten bekannten fossilen Wald darstellt und aus mindestens drei Arten großer Pflanzen besteht – Eospermatopteris, Tetraxylopteris und Lycopsiden. Ältere fossile Bäume sind bekannt, aber sie sind kleiner und kommen nicht in Verbindung mit anderen Baumarten vor. Darüber hinaus wurden Hunderte von Stümpfen, die von der Stätte geborgen wurden, in ihrer aufrechten Lebensposition erhalten.“ (nysm.nysed.gov/research-collections/paleontology/paleobotany/collections, google-Übersetzung)

  • at.wikiqube.net/wiki/Gilboa_Fossil_Forest
  • en.wikipedia.org/wiki/Gilboa_Fossil_Forest
  • naturedocumentaries.org/15738/devonian-fossil-forest-gilboa/
  • townofcairo.com/oldest-known-forest-discovered-in-town-of-cairo-new-york/
  • Field Trip to the NYSM: New York’s Fossil Forests, youtu.be/HVfI9GyhdBU

Fundort Svalbard / Spitzbergen

  • boerseos.de/index.php/spitzbergens-devon-wald „Aus dieser frühen Phase der Landkolonisation, explodierte die Pflanzenentwicklung förmlich. So entstanden die ersten „Übergangswälder“ vor rund 390 Millionen Jahren, was Funde in Lindelar [sic!] im Sauerland [sic!] zeigen“
  • fgsub.de/grosser-andrang-beim-spitzbergen-vortrag/
    „fossilen Lycopsiden-Waldes im Munindalen aus der Zeit des oberen Devon vor etwa 380 Millionen Jahren“
  • Berry, C.M., Marshall, J.E.A., 2015. Lycopsid forests in the early Late Devonian paleoequatorial zone of Svalbard. – Geology 43, 1043-1046.
  • sci-news.com/paleontology/tropical-fossil-forests-svalbard-norway-03449.html: „Laut den Paläontologen Dr. Chris Berry von der Cardiff University und Prof. John Marshall von der University of Southampton wuchsen die Wälder während des späten Devon in der Nähe des Äquators.“ (automatische Übersetzung)

Fundort Xinjiang

  • scinexx.de/news/biowissen/aeltester-fossiler-wald-asiens-entdeckt/
  • global.chinadaily.com.cn/a/201710/25/WS5a0cf538a31061a738407680.html
  • theguardian.com/science/2017/nov/15/theres-more-than-one-way-to-build-a-tree-374m-year-old-fossils-reveal

Fundort Yunnan

  • „Spore assemblages from the Lower Devonian Xujiachong Formation from Qujing, Yunnan, China“, researchgate.net/publication/263565599_Spore_assemblages_from_the_Lower_Devonian_Xujiachong_Formation_from_Qujing_Yunnan_China

Allgemein zu den ersten Wäldern

  • Chris Berry berichtet 2012: youtu.be/ZfjM0hzIGlE. „…the last weeks we been able to work with Victor O. Leshyk, the artist in Arizona and produce a reproduction of the forst growing and its reproduced on the frontcover of Nature this week …“
  • Prof. William Stein über World’s Oldest Fossilized Forest Unearthed in NY youtu.be/mBp3obZkX4o
Cover der Zeitschrift Nature (März 2012). Illustration von Victor O. Leshyk
  • nature.com/articles/nature10819
  • thenaturalhistorian.com/2012/03/01/the-lost-wold-of-new-york-another-ancient-forest-reconstruction/
  • victorleshyk.com/gilboapage.html (Künstler Victor O. Leshyk, der das Nature Cover 3/2012 gemalt hat)
  • theguardian.com/science/2017/nov/15/theres-more-than-one-way-to-build-a-tree-374m-year-old-fossils-reveal
  • Chris Berry über alte Wälder: youtu.be/e7fZehmBCy8
  • Chris Berry (Cardiff University) über Earth’s Earliest Forests (2020) youtu.be/rcED56vPda0 (bei 7:40 Germany, working with Peter Giesen)
  • Chris Berry zeigt seine Ancient fossilised trees-Sammlung (2010) youtu.be/iSNxXGZMTmM
  • Chris Berry-Vortrag über Erdgeschichte und Bäume (2020) youtu.be/ShHJuVU5qMs (bei 3:15 Lindlar)
  • Berry, C. M. 2019. Palaeobotany: the rise of the earth’s early forests. Current Biology 29(16), pp. R792-R794.“Das Devon ist für Botaniker das, was das Kambrium (541–485 Ma) für Zoologen ist. Aus fast nichts entstand eine große Vielfalt an Formen und taxonomischen Gruppen.“
  • „Investigating Devonian trees as geo-engineers of past climates: linking palaeosols to palaeobotany and experimental geobiology“ (2015), doi.org/10.1111/pala.12185
  • Namen:
  • Chris Berry, Palaeobotanist (Paläobotaniker), Cardiff University
  • Peter Giesen, Geologe und Paläobotaniker aus Wuppertal
  • Richard Kräusel, Paläobotaniker. Beschrieb zusammen mit Hermann Weyland („KRÄUSEL & WEYLAND“) die Gattungen Calamophyton und Duisbergia (1926 und 1929), vgl. „Die Lindlar Story“ von Peter Giesen.
  • Hans Joachim Schweitzer, Paläobotaniker, „der als erster die Bedeutung Lindlars für die Devonflora-Erforschung erkannt und eine Rekonstruktion der mitteldevonischen Flora von Lindlar erstellt hatte.“ (naturwissenschaftlicher-verein-wuppertal.de/sektionen/Geologie/veranstaltungen/der-tsunami-von-lindlar). Richard Kräusel war sein Doktorvater. Buch: Schweitzer „Pflanzen erobern das Land“ (Kleine Senckenberg-Reihe Nr. 18)
  • William Stein, emeritus professor of biological sciences at Binghamton University, he is an an expert in Devonian plant research.
  • Linda VanAller Hernick, New York State Museum, fand zusammen mit Frank Mannolini 2004 bei Gilboa (New York) Fossilien intakten Baumkrone und 2005 einen 8 Meter langen Stammabschnitt. Sie schrieb 2003 das Buch „The Gilboa Fossils“ (New York State Museum)
  • Frank Mannolini, New York State Museum
  • Winifred Goldring (de.wikipedia.org/wiki/Winifred_Goldring). Sie studierte intensiv die Fossilien von Gilboa und nannte die Bäume Eospermatopteris, oder „alter Samenfarn“. 1924 schrieb sie einen Aufsatz über die Baumstümpfe und machte damit den Gilboa-Wald zusammen mit der Museumsausstellung „Gilboa-Wald“ weltweit bekannt (vgl. nysm.nysed.gov/press/floor-oldest-forest-discovered-schoharie-county).
  • Samuel Lockwood, (en.wikisource.org/wiki/Popular_Science_Monthly/Volume_51/September_1897/Sketch_of_Samuel_Lockwood), (1819-1894) „amateur naturalist and minister of the Reformed Church in Gilboa from 1852 to 1854, found a sandstone cast of a portion of a Devonian-age tree trunk in Schoharie Creek near Gilboa“ („The Gilboa Fossils“, hmdb.org/m.asp?m=153153)
  • Muriel Fairon-Demaret, University of Liège (dort Dozentin für Palaeobotanik von 1980 bis 2004/2005). „Her main research field is Devonian palaeobotany.“ (researchgate.net/publication/248295480_Preface_A_tribute_to_Muriel_Fairon-Demaret)
  • Maurice Streel, University of Liège, Department of Geology, PhD in Botany, Emeritus Professor
  • Xu Honghe, Wissenschafler aus China vom Nanjing Institute of Geology and Palaeontology Chinese Academy of Sciences.

Literatur:

  • von Loga, Sven: „Die Lindlarer Grauwacke“. In: Fossilien – Erdgeschichte erleben, 5/2020, S. 32 – 39.
  • Buch: „Als das Bergische Land noch am Äquator lag“ (2012), S. 74 – 80.
  • Goßmann, Rolf, Jungheim, Hans J.: „Landpflanzen im Verlauf der Erdgeschichte, Teil 5: Die ersten großen Wälder I“. In: Fossilien – Zeitschrift für Hobbypaläontologen, 4/2008, S. 213 – 223.
  • Goßmann, Rolf, Jungheim, Hans J.: „Landpflanzen im Verlauf der Erdgeschichte, Teil 6: Die ersten großen Wälder II“. In: Fossilien – Zeitschrift für Hobbypaläontologen, 4/2008, S. 23 – 33.
  • Goßmann, Rolf, Jungheim, Hans J.: „Landpflanzen im Verlauf der Erdgeschichte, Teil 7: Das Perm, Zeit der ersten Nadelwälder I“. In: Fossilien – Zeitschrift für Hobbypaläontologen, 5/2009, S. 307 – 315.
  • Weber, Hans Martin und Giesen, Peter: „Fische aus der Bergischen Grauwacke – Neue Funde aus dem Mitteldevon in Lindlar“. In: Archäologie im Rheinland 2012, S. 47 – 48
  • Jamie Boyer: sites.google.com/site/paleoplant/short-course