Archiv der Kategorie: Weiterbildung

Onlinekurs: Drawing Nature, Science and Culture: Natural History Illustration 101

Onlinekurs „Drawing Nature, Science and Culture: Natural History Illustration 101“ (Zeichnen von Natur, Wissenschaft und Kultur: Naturgeschichtliche Illustration 101″)
University of Newcastle, Australia (UON) / edx.org

Dieser Onlinekurs (als „NewcastleX’s MOOC“ bezeichnet) wird auf der Plattform von edx.org durch die australische University of Newcastle angeboten (Newcastle im Bundesstaates New South Wales liegt 160 Kilometer nördlich von Sydney beim Hunter Wetlands National Park an der Küste des Pazifischen Ozeans. Hier fließt der Hunter River den Pazifischen Ozean). Durch die Videos führen Dr. Bernadette Drabsch und Dr. Andrew Howells (andrewhowells.com.au). An der University of Newcastle kann auch „Natural History Illustration“ als Bachelorstudium (Honours Degree) absolviert werden. Der Onlinekurs „Drawing Nature, Science and Culture: Natural History Illustration 101“ ist unabhängig davon und ist wie die 101 anzeigt ein Einführungskurs (= introductory course at a beginner’s level).

Auf diesen Kurs war ich in der Vergangenheit schon mehrfach aufmerksam geworden. Da der Kurs aber nie aktuell lief, konnte ich ihn nicht belegen. Um so mehr freute ich mich als der Kurs nun im Februar 2022 erneut angeboten wurde. Das gute hier war, dass ich nicht alleine diesen Kurs durcharbeitete, sondern, dass mich weltweit viele andere Teilnehmer begleiteten. Anhand der von den Teilnehmern hochgeladenen Skizzen und Zeichnungen sah man, dass Teilnehmer mit einen sehr unterschiedlichen Erfahrungshorizont teilnahmen.

Der sechswöchige Kurs hatte folgende Themenbereiche:

Week 1: About the Course
– What is Natural History Illustration?
Week 2: Observational Drawing
Week 3: Field Work
– Keeping a Field Journal
– Fieldwork Capture
Week 4: Understanding Structure – Botanical
– Structure of Flowers
– Structure of Leaves
Week 5: Understanding Structure – Animals
– Structure of Mammals
– Structure of Birds
Week 6: Rendering

Der allgemeine Ablauf sah so aus:

  • Man las die Texte der Lektionen durch. Schaute sich ein paar Videos an.
  • Es gab eine Hausaufgabe bzw. eine Bewertungsaufgabe, wenn man das Zertifikat machen wollte.
  • Man zeichnete die Hausaufgabe (einmal sollten Fotos in der Natur gemacht werden), fotografierte oder scannte diese und hat sie anschließend ins Forum hochgeladen.
  • Im Forum konnte jeder die Zeichnungen kommentieren. Was in der Regel sehr motivierend war, denn insgeheim galt die Vereinbarung, dass man nett kritisiert („beautiful“, „amazing“, „I love your drawing“). Natürlich gab es dabei auch Tipps, wie man seine Zeichnung noch verbessern könnte.
  • Die Bewertungsaufgaben, hat man zuerst per Selbstbeurteilung, später dann per Fremdbeurteilung bewertet. Bei der Fremdbeurteilung bekam man mehrere Zeichnungen von anderen Teilnehmern zur Beurteilung zugewiesen. Diese Bewertung durch Peers fand ich sehr gut und ist bei dieser Art von Kursen m.E. eine Bereicherung. Diese Peer-Beurteilung funktioniert m.E. sowohl bei Kursen bei denen die Teilnehmer gleichzeitig teilnehmen, aber auch bei Kursen, bei denen die Teilnehmer den Kurs zeitversetzt belegt haben (siehe dazu auch Onlinekurse bei Domestika). Die Beuteilungen durch andere Teilnehmer fand ich stets sehr hilfreich.
  • Es gab auch zwei Multiple Choice-Prüfungen, die als Teil ins Endergebnis für das Zertifikat einflossen.

In den Texten und Videos gab es reichlich Tipps, wie man sich an eine bestimmte Zeichenaufgabe heranwagen konnte. So konnte man sich bei der Object Drawing-Aufgabe im Abmessen des Objekts, dem Zeichnen eines Rechtecks (entsprechend der Messung) und unter Beachtung des negativen Raums um das Objekt, an eine gute Zeichnung des Objekts heran hangeln.

Object drawing 1 (Week 2): Zapfen einer Kiefer
Object drawing 2 (Week 2). Eichel
Object drawing 3 (Week 2): Seestern
Object drawing 4 (Week 2): Schnecke
Landscape drawing (Homework week 2): Hochwasserteich bei Bonnersüng
Field Photos (Homework Week 3): Wanzen im Garten
Field Sketching (Homework week 3): Gelbhals Maus
Zeichnungen Krokus
Zeichnungen Krokus
Buntstiftfarben für die Zeichnungen Krokus
Krokus mit Buntstift
Blütenblatt eines Krokus mit Gouache-Farben
Zeichnung Krokus mit Biene in der Blüte
Ilexzweig gezeichnet mit Bleistift, Fineliner (Stippling) und Buntstift

Onlinevorlesung: „Auf Forschungsreise mit Spix und Martius“

Onlinevorlesung: „Auf Forschungsreise mit Spix und Martius: Die Bayerische Wissenschaftsexpedition nach Brasilien, 1817-1820“
Prof. Dr. Thomas Fischer, Dr. Nelson Javier Chacón, KU Eichstätt-Ingolstadt / vhb.org (Virtuelle Hochschule Bayern)

Vor 200 Jahren reisten die beiden bayerische Naturwissenschaftler, Johann Baptist von Spix und Carl Friedrich Philipp von Martius, nach Brasilien. Von der Erforschung von Flora, Fauna und Menschen in Südamerika sowie der Entwicklung der Naturwissenschaften zur damaligen Zeit, den Forschungsschwerpunkten und -methoden in Brasilien und der Rolle der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und weiterer wissenschaftlicher Institutionen handelt diese von Prof. Dr. Thomas Fischer und Dr. Nelson Javier Chacón erstellte Onlinevorlesung.

Die Onlinevorlesung besteht aus diesen Lektionen:

1. Konzepte der Natur
2. Die Bayerische Akademie der Wissenschaft 
3. Naturparadies Brasilien 
4. Spix‘ und Martius‘ Reise in Brasilien I
5. Spix‘ und Martius‘ Reise in Brasilien II
6. Studien der Natur I
7. Studien der Natur II
8. Wirkungsgeschichte in Bayern und Brasilien 

Zunächst wird auf das von Carl von Linné entworfene binomiale System vorgestellt, mit dem Tiere und Pflanzen eindeutig klassifiziert werden können. Zuerst wird der Name der Gattung, beispielsweise „homo“, genannt und als zweites die spezifische Art, beispielsweise „sapiens“.

Es wird auf die Naturphilosophie eingegangen, die davon aus ging, „dass die Natur und die Außenwelt durch die Sinne und Empfindungen verständlich sind. Die Welt, und damit auch die Natur, war eine Projektion des Beobachters.“ (Zitat aus dem Kurs) Genannt wird Johann Wolfgang von Goethes Idee von der Farbe. Er war überzeugt, dass „Farben nur im menschlichen Auge entstehen.“ (Zitat aus dem Kurs) In seiner Theorie hatte jede Farbe einen eigenen Charakter. Vgl. dazu auch Goethes Farbkreis. In diesem Zusammenhang wird auch Otto Philippe Runges FarbenKugel erwähnt, die die „Konstruktion des Verhältnisses aller Farbmischungen zueinander und ihrer vollständigen Verwandtschaft“ (so der Untertitel) darstellt. Erwähnt werden die Forschungen von Lorenz Oken, der u.a. menschliche mit tierischer Anatomie verglich. Hier (Universitätsbibliothek Heidelberg) findet man ein Werk von Oken mit vielen Abbildungen.

Forschungsreisen

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert nahmen die Forschungsreisen zu. Hier werden erwähnt:

  • 1735 bis 39, die spanisch-französische geodätische Mission.
  • 1768 bis 71, die erste Reise von James Cook
  • 1772 bis 75, James Cooks Suche nach der Terra Australis Incognita (mit dabei waren die deutschen Naturforscher Johann Reinhold Forster und Georg Forster), wobei er nach weisen konnte, dass dieser hypothetische Südkontinent nicht existierte. 
  • 1777 bis 88, die botanische Expedition in Peru (wissenschaftliche Arbeit dazu: „Flora Peruviana et Chilensis“)
  • 1787 bis 1817, die botanische Expedition ins Vizekönigreich Neugranada (umfasste die heutigen Länder Venezuela, Kolumbien, Panama und Ecuador, ab 1810 República de la Nueva Granada)
  • 1815 bis 17: die Expedition des Wissenschaftlers Prinz Maximilian zu Wied-Neuwied mit den deutschen Naturforschern Georg Wilhelm Freyreiss und Frederich Sellowin Brasilien (nach Öffnung der Grenzen, war dies einer der ersten europäischen Expedition nach Brasilien)

Forschungsinstitute

Die Academia Naturae Curiosorum, die auch als Academia Imperialis Leopoldina Naturae Curiosorum bekannt, wurde bereits 1652 in Schweifurt gegründet. In London gab es wenig später die Royal Society (1660), in Paris die Académie des Sciences (1666). Bayerische Akademie der Wissenschaften (BAdW), ab der auch Spix und Martius forschten, wurde 1759 als Churbaierische Akademie gegründet. Wenige Jahre (1751) zuvor war die Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen (heute Akademie der Wissenschaften zu Göttingen) gegründet worden. In der Vorlesung heißt es zu diesen Akademien: „Es waren Orte, die sich ausschließlich der wissenschaftlichen Forschung widmeten. Dort wurde nach dem neuen, in Europa entwickelten Paradigma des wissenschaftlichen Forschens gearbeitet. Sie waren der hauptsächliche Raum, in dem über die Natur diskutiert wurde. Wichtig war auch das zwischen diesen Institutionen geknüpfte Netzwerk. Dabei ging es nicht nur um persönliche Kontakte, sondern auch um den Austausch bezüglich der Themen, Methoden und forschungsstrategischen Entscheidungen. Sie pflegten beste Beziehungen zu und mit den wissenschaftlichen Fakultäten der Universitäten.“ (Onlinevorlesung: „Auf Forschungsreise mit Spix und Martius“). Die Forscher waren zuvor an Universitäten, Priesterseminaren oder Domschulen ausgebildet worden. So hatte Johann Baptist von Spix in Bamberg Philosophie, in Würzburg am Klerikalseminar Theologie und schließlich in Bamberg und Würzburg Medizin sowie Naturgeschichte studiert. Carl Friedrich Philipp von Martius hatte in Erlangen ein Medizinstudium absolviert.

Forschungsreise nach Brasilien

Brasilien war bisher wenig erforscht. Die portugiesische Kolonialherrschaft hatte bisher wenig dafür getan. Wie erwähnt war die Expedition des Wissenschaftlers Prinz Maximilian zu Wied-Neuwied die erste Forschungsreise in das Land. Die Reise von Alexander von Humboldt durch die spanischen Kolonien und Nordamerika zwischen 1799 und 1804 hatten Eindruck hinterlassen und Wege der Erschließung aufgezeigt. In seiner Veröffentlichung „Ansichten der Natur“ (1808) hatte er seine Eindrücke und Forschungen festgehalten.

Spix und Martius konnten sich einem österreichischen Expeditionsteam anschließen. Dieses bestand aus dem Zoologe Johann Natterer, dem Mineraloge und Botaniker Johann Baptist Emanuel Pohl, dem Maler Thomas Ender, dem Professor für Naturgeschichte, Johann Christian Mikan sowie aus der Toskana, der Botaniker Giuseppe Raddi. Spix und Martius in Brasielien weitgehend unabhängig von den anderen agierten.

Onlinekurs „Planet Earth … and You!“

Onlinekurs „Planet Earth … and You!“
University of Illinois at Urbana-Champaign / coursera.org
Dr. Stephen Marshak und Dr. Eileen Herrstrom

Erdbeben

Stephen Marshak beginnt seinen Geologiekurs mit Erbeben. Er meint selber, dass dies eher ungewöhnlich sei, denn bei Geologie würde man doch zunächst an Gesteine oder Mineralien denken. Für ihn sei aber das Verständnis der Erdbeben ein Einstieg in das vieler anderer Phänomene.

Erdbeben sind Vibrationen, die die Oberfläche der Erde beeinflussen. Mit dem Brechen eines Holzstocks zeigt Marshak, wie Schwingungen bzw. Vibrationen entstehen. Im Fall eines Erdbebens bricht statt des Stocks das Gestein in der Erde.  Es entsteht im Gestein eine Fraktur, die in der Fachsprache als Verwerfung, Sprung, Verschiebung oder Störung bezeichnet wird. Im Englischen wird von Fault (Fehler, Störung) gesprochen. Die Vibrationen merken wir durch die Bodenerschütterungen, die zu Schäden an Gebäuden oder Brücken führen können.

Mit der von Giuseppe Mercalli  erdachten Intensitätsskala  kann die die Zerstörungsfähigkeit  eines Erdbebens gemessen werden. Mit Seismometern werden heute Erdbeben aufgezeichnet und grafisch dargestellt. Die Werte die heute bei Nachrichtenmeldungen zu Erdbeben genannt, sind die der Richterskala nach Charles Richter.

Erdbeben sind laut Dr. Marshak in erster Linie die Folge von „Fehlern“ (Verwerfungen). Gesteinsschichten werden nach oben bewegt oder fallen nach unten ab. Aber nicht alle Verwerfungen können wir sehen, viele sind unter der Erdoberfläche.

Plattentektonik und Kontinentaldrift

Ein weiteres großes Thema im Kurs ist die Plattentektonik und der Kontinentaldrift.

„If you look up at the night sky and look at the moon, you’re looking at a landscape that’s been there for billions of years. Each crater, each ridge, each sea on the surface of the moon is a feature  that formed back when the Earth was very, very young. But if you look at the Earth,  the surface that you’re seeing is something that’s a much younger feature. It’s a dynamic place.  The evidence of that is all around.“ (Zitat aus dem Kurs) 

Während der Mond sich also seit einer Ewigkeit an der Oberfläche nicht verändert hat, ist unsere Erde weiterhin im Innern und an der Oberfläche in Bewegung und verändert sich. Über die Ursachen dieser Veränderungen spekulierte die Menschheit lange. Die Japaner beispielsweise sahen einen „gigantic catfish under Japan“ als Verursacher. Früher glaubte man auch, die Erdoberfläche hätte immer so ausgesehen wie heute. Die Kontinente waren an der gleichen Stelle wie heute. Die Ozeane waren immer an ihrer Stelle. Aber dies ist absolut falsch.

Alfred Wegener war einer derjenigen, die sich wissenschaftlich mit der Verschiebung der Erdteile beschäftigte. Er nannte seine Idee „Continental Drift“. Am Ende des Zeitalters Paleozoic hätte es den großen Kontinent Pangea gegeben, der später auseinander gebrochen sei.

Als Meteorologe hatte Alfred Wegener nach Beweisen gesucht, „wo in der Vergangenheit Eiszeiten, also Zeiträume, in denen wesentliche Bereiche der kontinentalen Kruste von Gletschern oder Eisschilden bedeckt waren, existierten“. Die letzten Eiszeiten hatten Teile Nordamerikas,  große Gebiete Europas und Russlands betroffen. Wegener wusste aber aus der Literatur, dass es große Flächen mit Gletschersedimenten (Sedimenten oder Trümmer, die von Eisschilden transportiert wurden) bedeckt sind. Er erkannte, dass diese Gebiete nicht unbedingt in Regionen liegen, die von den letzten Eiszeiten betroffen waren. Sie stammten aus dem Paläozoikum stammten und waren damit ein paar hundert Millionen Jahre alt. Er verzeichnete diese Lagerstätten in einer Karte und zeichnete auch die Gletscherstreifen ein, also die Kratzer in der Gesteinsoberfläche, die bei der Bewegung eines Gletschers über das Gestein entsteht. Mit diesen Daten stellte er fest, dass die paläozoische Eiszeit auch Teile Südamerikas, Südafrikas, Teile von Australien und Indien sowie Teile der Antarktis betroffen hatte. Nur in den Gebieten der Antarktis wäre aber eine Vergletscherung möglich gewesen. Des Weiteren erkannte er anhand der Gletscherstreifen, dass die Gletscher aus den Meeren gekommen waren. Was allerdings unmöglich war: „denn man kann keinen Gletscher aus dem Ozean wachsen lassen und sich dann auf das Land ausbreiten.  Gletscher bilden sich an Land und breiten sich in Richtung Meer aus.“

Er baute diese Erkenntnisse mit in sein Konzept des Kontinents Pangea ein. Seine Annahme war, dass die vergletscherten Gebiete Südamerikas, Südafrikas, Australien und Indiens mit der Antarktis verbunden waren und später von dieser abbrachen.

Alfred Wegener betrachtete nun die Erkenntnisse über die Klimazonen auf der Erde und übertrug dieses Wissen auf den Kontinent Pangea. Allgemein gilt, dass „Äquatorialgürtel tendenziell tropisch sind, [mit] Regenwäldern und viel Regen, viel Vegetation, sehr warme Ozeane.  Dass  es auf beiden Seiten der Äquatorialgürtel in subtropischen Regionen zu Wüsten neigt.  Und dann weiter nördlich und südlich, betreten Sie gemäßigte Regionen.“ So konnte Wegener feststellen, dass die genannten Teile Südamerikas, Südafrikas, Australien und Indiens wie die Antarktis vergletschert waren, wohingegen auf der Nordhalbkugel, nördlich des Äquators, nördlich der Tropen, Wüsten waren.

Onlinekurs „Kreative Illustrationstechniken mit Gouache“

Onlinekurs „Kreative Illustrationstechniken mit Gouache“
Aljoscha Blau (Illustrator und Autor, aljoschablau.com/) / domestika.org

Der Onlinekurs wird vom Illustrator und Autor Aljoscha Blau durchgeführt, der auch Autor des Fachbuchs „Multitalent Gouache“ ist. Als Lernplattform dient die globale Kreativ-Community domestika.org (2010 in Spanien von Julio Cotorruelo und Tomy Pelluz gegründet. Später zog der Firmensitz nach Berkeley in Kalifornien. Jetzt auch mit einem Produktionsstudio in Berlin).

Blau beginnt seinen Kurs mit einem kurzen Rückblick. So erzählt er von seinem Studium Illustration und freie Grafik in Hamburg. Nach seinem Studium hat er Illustrationen für Verlage erstellt sowie zusammen mit verschiedenen Autoren Bilderbücher illustriert. Er sagt: „Das ist eine der interessantesten Aufgaben eines Illustrators, der ein Stückchen Text bekommt, manchmal sogar als Co-Autor am Buch mitarbeitet, aus dem abstrakten Nichts, das ein Text ist oder ein paar Zeilen eines Gedichtes sind, etwas Physisches zu machen.“

Anschließend sprach er über seine Einflüsse. Dazu gehören russische Künstler der 1920er Jahre, wie Wladimir Wassiljewitsch Lebedew oder Favorsky Vladimir Andreevich. Weitere Einflüsse sind Klaus Ensikat, Dusan Kallay und Jaan Tammsaar.

Nun begann eine Einführung in die Gouache-Farben, die bis vor 200 Jahren mit den Aquarellfarben identisch waren. Zur Trennung kam es erst, als 1804 die Londoner Royal Society of Watercolour Painters keine Bilder mit Deckweiß bzw. deckenden Wasserfarben zu ihren Ausstellungen zuließ. Dennoch haben weiterhin zahlreiche Künstler mit den deckenden Gouachefarben gemalt.

Weiter ging es mit den Materialien, die für die Illustration mit Gouachefarben benötigt werden. Er stellte verschiedene Farben in Tuben oder aus dem Glas vor. Es folgten verschiedene Pinsel, wie Feehaarpinsel, runde und flache Pinsel, Schweineborstenpinsel und synthetische Pinsel. Er kam noch auf Rohr- und Zeichenfedern zu sprechen, mit denen man ebenfalls Gouachefarben verarbeiten kann. Bei den Papieren empfahl er Aquarellpapiere mittlerer Körnung bzw. glatte Körnung, mit 300 g/m².

Eine Lerneinheit beschäftigte sich mit der Farbenlehre, dem Farbkreis sowie der Farbharmonie. Es folgte eine Einheit über die Maltechniken Lavieren und Lasieren, die Aljoscha Blau an Beispielen zeigte. Als weitere Techniken wurden im Folgenden das Malen mit dem „trockenen Pinsel“, die Schablonentechnik, das Zeichnen mit der Rohrfeder sowie das Abdecken von Bildteilen mit Maskierflüssigkeit gezeigt.

Als Malprojekt schuf Blau ein „seltsames Tier“. Anhand verschiedener Tierbilder (z.B, aus einem Buch mit alten Kupferstichen) stellte er sich sein Wunschtier zusammen und malte eine Illustration. Am Ende des Kurses machte er noch Vorschläge, wie man nun mit diesem Tier als Grundlage, eine Geschichte entwickeln könnte.

Onlinekurs: „Infografía creativa: entre arte y periodismo“

Onlinekurs: „Infografía creativa: entre arte y periodismo“ (Creative Infographics: Between Art and Journalism)

Der Onlinekurs wird vom Jaime Serra Palou, einem Infografik-Designer und Künstler aus Barcelona, ​​​​Spanien, durchgeführt. Als Lernplattform dient die globale Kreativ-Community domestika.org (2010 in Spanien von Julio Cotorruelo und Tomy Pelluz gegründet. Später zog der Firmensitz nach Berkeley in Kalifornien. Jetzt auch mit einem Produktionsstudio in Berlin)

Seit den frühen 90er Jahren arbeitete Jaime Serra als Infografik-Designer für verschiedene Tageszeitungen, wie El Periódico de Catalunya, El Mundo in Spanien oder Clarín (die meistverkaufte Zeitung in Spanisch) in Argentienien oder bei La Vanguardia, bei der er seit 2010 die Kolumne „A Sunday Paradox“ hatte. Seine Art Infografiken zu erstellen wird von zahlreichen anderen Infografikern als Vorbild genommen. Seine Vorgehensweise und die Wahl seiner Themen unterscheidet sich sehr von den üblichen auf „Big Data“ beruhenden „Torten- oder Balkendiagrammen“. Sie orientieren sich mehr an Kunst und Illustration mit mehr und mehr persönlichen Themen. Jedenfalls gehen seine Werke weit über die üblichen Diagramme von regionalen und den meisten überregionalen Zeitungen hinaus.

Für Jaime Serra ist dies kein Infografik-Kurs, sondern ein Kurs mit Infografiken. Ein Kurs bei dem Infografiken als roter Faden dienen. Zunächst spricht er allerdings über Langeweile, Einflüsse und Referenzen. Wobei Langeweile gesund sei und die Fantasie anrege. An anderer Stelle berichtet er, dass er aber auch aus Langeweile Spanien verlassen und nach Argentinien gezogen sei, wo er bei der Tageszeitung Clarín die Infografikabteilung aufbaute.

Als erste Infografik zeigt er eine Doppelseite, die er 1992 für die Olympische Spiele in Barcelona erstellte. Für die in der Grafik dargestellten Sportler orientierte er sich an Darstellungen auf alten griechischen Töpfen und Vasen. Seine Tuschearbeiten wurden mit der Software Freehand (ähnlich wie Adobe Illustrator. Freehand wurde von Altsys entwickelt und bis 1994 von Aldus, dem Erfinder von DTP, vertrieben) weiterverarbeitet. Er zeigt aufwendig gestaltete Infografiken wie „La Casa de Anne Frank“, „La Barcelona de Gaudí“ (Clarín, 1997) oder „El genocidio de Ruanda“ (Clarín, 1996). Zu einer seiner bekannten Infografiken (Clarín, 1998) zählt eine zum Valentinstag 1998, bei der er die Skulptur „Der Kuss“, des französischen Bildhauers Auguste Rodin, verwendete. Dargestellt, mit Grafiken und Texten über dem Bild der Skulptur, wird was bei einem Kuss im menschlichen Körper passiert. 2018 verwendete die Wuppertaler Oper diese Grafik als Titelbild auf ihrem Programmheft.

Seine bekannteste Infografik dürfte „La Ballena Franca“ (Clarín, 1996) sein, die von der Society for News Design als „The most influential infographic of the past twenty years“ bezeichnet wurde. Im Mittelpunkt sieht man einen Wal aus der Familie der Balaenidae (Glattwale, vgl. es.wikipedia.org/wiki/Eubalaena_australis: La ballena franca austral (Eubalaena australis)). Der Wal ist nach der Technik von Giuseppe Arcimboldo gestaltet. Arcimboldo gestaltete in seinen Bildern mit Früchten und Gemüse Gesichter und Stillleben. Bei Jaime Serra werden auf diese Art verschiedene marine Szenen in das Bild des Wals integriert. Beim genauen Hinsehen sieht man einen Delphin oder an anderer Stelle ein Dampfschiff.

Hier habe ich gelernt, dass Infografiken nicht nur spröde Diagramme sein müssen. Sie können auch aufwendig illustriert und von Kunst beeinflusst sein. Die dargestellten Inhalte können Themen spannend erzählen. Dies sind Infografiken wie sie auch Alejandro Tumas, Pablo Loscri, Juan Velasco oder ein Fernando Baptista erstellen. Die Besonderheit bei Jaime Serra ist, dass seine Infografiken auch sehr persönlich sein können.

Infografik-Kurs: „Crea una infografía que hará historia“

Onlinekurs: „Crea una infografía que hará historia“ („Create an Infograph that will Make History“) (SPANISCH mit englischen Untertiteln)

Der Onlinekurs wird vom Infografiker Fernando Baptista durchgeführt, der seit einigen Jahren beim Magazin National Geografic in Washington DC wirkt. Als Lernplattform dient die globale Kreativ-Community domestika.org (2010 in Spanien von Julio Cotorruelo und Tomy Pelluz gegründet. Später zog der Firmensitz nach Berkeley in Kalifornien. Jetzt auch mit einem Produktionsstudio in Berlin)

Schon in seiner Kindheit und Jugend zeichnete Fernando Baptista Comics und bastelte kleine Modelle. Dies läßt er nun bei der Gestaltung von Infografiken für das Magazin des National Geografic mit einfließen. Er studierte Fine Arts an der Euskal Herriko Unibertsitatea (University of País Vasco) in Bilbao/Spanien und ab 1993 arbeitete er für die Tageszeitung El Correo, für die er bereits Infografiken erstellte. 2007 heuerte ihn dann der National Geografic an.

Als Einflüsse nennt er die Arbeiten bei El Mundo (zweitgrößte spanische Zeitung, Madrid), John Grimwade (Infografiker, johngrimwade.com) und Jaime Serra (Künstler und Journalist der Infografiken erstellt, vgl. jaimeserra-archivos.blogspot.com).

Bei den Ursprüngen der Infografik beginnt Fernando Baptista bei wissenschaftlichen Illustrationen von Leonardo daVinci (vgl. de.wikipedia.org/wiki/Codex_Windsor) oder Andreas Vesalius (https://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Vesalius). Zudem nennt er als Beispiele Charles-Joseph Minard (https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Joseph_Minard) dessen 1869 erstellte Grafik über Napoleons Russlandfeldzug, Otto Neurath, dem Erfinder der Isotype (https://de.wikipedia.org/wiki/Isotype; Bildpädagogik), Fritz Kahn (https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Kahn_(Autor)). Er zeigt Arbeiten („monuments of the maya“, „the cave of crystals“) von Alejandro Tumas, der ebenfalls für National Geographic arbeitet, Pablo Loscri (twitter.com/ploscri) und von Juan Velasco (juanvelascoblog.wordpress.com/about/, vimeo.com/115977293, 5wgraphics.com/), der früher Art-Director beim National Geographic war.

Anhand eines Prozesses, wie man ein Modellschiff in eine Flasche bringt, zeigt Fernando Baptista ein einfaches Beispiel einen solchen Prozess zu skizzieren. Er zeigt Prozesse in Infografiken aus Zeitungen (z.B. ein Flugzeugunglück). In der nächsten Kurseinheit zeigt er, wie man die 45 Gradperspektive in Infografiken einsetzten kann und wie man dies in Adobe Illustrator realisiert.

Detailliert zeigt er wie er eine Infografik über den Neandertaler erstellt. Dabei bastelt er auch kleine Neandertaler-Figuren mit Hilfe der Super Sculpey Modelliermasse (gerstaecker.de/super-sculpey-modelliermasse.html). Dies erinnerte mich sehr an die Erstellung von Figuren für Stop-Motion-Filme, wo auch Figuren mit Drählten, Fimo- oder Super Sculpey Modelliermasse und Stoffen gebastelt werden. Die erstellte Figur fotografiert er und verwendete die Bilder in Photoshop und Illustrator weiter. Da sich die Firgur aus jeder beliebigen Richtung fotografieren lässt, erhält man Motive die man später kombinieren kann. Er stellte ganz analog eine Textur mit Farbe auf einem Holzbrett, die er dann später als Hintergrund für seine Infografik nahm. Alle Grafiken wurden in Illustrator platziert, wo auch die letzte Retusche stattfand. Neben dem in der Mitte platzierten Neandertaler hat er weitere kleinere Grafiken erstellt, die alle auf wissenschaftlichen Fakten basieren und so den Leser schnell und präzise informieren können.

Weitere Links:

  • youtu.be/wIj_BCSolAE – Gespräch zwischen Professor Michael Stoll von der Hochschule Augsburg und Fernando Baptista.
  • youtu.be/RoYadf0g0Dg – Fernando Baptista als Keynote Speaker bei der SciVizNYC 2020 (= Scientific Visualization, en.wikipedia.org/wiki/Scientific_visualization = wissenschaftliche Visualisierung).
  • youtu.be/JI3mDaYwHBU – ein Workshop mit Fernando Baptista bei der Infographics Group.
  • youtu.be/MVmFSDlQQyUn – Fernando Baptista gibt Einblicke in seine Arbeit.
  • johngrimwade.com/blog/2021/02/16/fernando-baptistas-process/ – hier auf der Seite von John Grimwade wird auch genau der Arbeitsprozess von Fernando Baptista gezeigt.

Eigene Infografik

Thema „Elefanten & Mammuts“

Infografik: Evolution der Elefantewn (Zeichnungen: G. Sahler, Quelle: mammutmuseum.ch, wikipedia)
Bleistiftzeichnung
Textur mit Wasserfarben
Datentabelle 1
Balkendiagramm 1
Probemontage

London Art College

Illustration, Botanical Art und Landscape Painting

Am London Art College beschäftige ich mich mit Illustration (Buchillustration, Graphic Novel, Comic), Botanical Art und Landschaftszeichung und -malerei.

Großbritannien

Großbritannien begeistert mich seit Langem wegen der New Wave, Punk, Electronic und Independent Musik. Insbesondere war ich von New Order, Joy Division, Sex Pistols, 999, Depeche Mode, John Foxx, The Cure, Siouxsie and the Banshees, Adam and the Ants, Cabaret Voltaire, Sisters of Mercy, Gary Numan, The The, Anne Clark, Scritti Politti, Bauhaus, Human League, Heaven 17 oder auch Ladytron (im Gegensatz zu den davor genannten Bands fast schon „aktuell“) begeistert.

Verschiedene Reisen führten mich per Zug und Auto durch England, Wales und Schottland, von London nach Malliag, von Kent nach Cornwall, von Cardiff über Oxford nach York und Edinburgh.

London 2014: „Terror and Wonder: The Gothic Imagination“-Werbung vor der British Library.
Buchseiten in einem Buch von Charles Dickens (Charles Dickens Museum, London, 48 Doughty Street)
London 2014: Charles Dickens Museum, London, 48 Doughty Street.
London 2014, The National Gallery, Trafalgar Square, Raum 34. Links: „The Fighting Temeraire“ (1839) von William Turner. Mitte: „The Evening Star“ (1830) von William Turner. Rechts: „Ulysses Deriding Polyphemus“ (1829) von William Turner.
Reiseroute während einer Interrailtour 1992. Von Frankreich mit der Fähre von Dieppe nach New Haven, über London nach Glasgow und bis hoch nach Mallaig.
Auf der Bahnfahrt nach Mallaig (1992).
Auf der Bahnfahrt nach Mallaig (1992).

Bei Natural History Illustration, Nature Journaling und auch bei der Botanical Art ist der anglo-amerikanische Sprachraum sehr aktiv. Insbesondere Nature Journaling ist eine Bewegung bei der Anfänger und Fortgeschrittene willkommen sind, ähnlich wie bei den Urban Sketchern. Bücher und auch Lernangebote kommen weitestgehend aus den USA oder Großbritannien.

London Art College

Die Kursangebote des London Art College (LAC) sind klassische Fernlehrgänge, bei denen das Lernmaterial in gedruckter bzw. PDF-Form angeboten wird. Die Aufgaben kann man den Tutoren digital senden, die Zeichnungen können zwar auch per herkömmlicher Post zum LAC geschickt werden, doch davon wird immer weniger Gebrauch gemacht. Fotografieren oder Einscannen und als JPEG versenden ist wesentlich einfacher uns sicherer (es ist ärgerlich wenn eine Originalzeichnung, für dessen Fertigstellung Stunden notwendig waren, auf dem Postweg verschwindet oder beschädigt wird).

Botanical Art

Mein Wissen und meine Fähigkeiten im Bereich der Botanical Art waren vor diesem Kurs eher dürftig. Zum Start der Ausbildung am LAC begann ich sogleich mit dem Glossary of terms for Botanical Art & Illustration, Nature Sketching, Nature Journaling in English & German, sodass ich langsam in das Thema hinein kam.

Aber jede neue Aufgabe stellte für mich erstmal eine Hürde dar. Beginnend mit den Bleistiftzeichnungen von Blättern und anderen Pflanzenstrukturen bis hin zu komplizierten Blumen oder Früchten mit Ink und Buntstiften.

Blätter mit Bleistift
Bananen mit Bleistift
Rose mit Bleistift und Buntstift
Ilex mit Ink, Bleistift und Buntstift.
Ananas mit Ink.
Ananas in Ink und Buntstift
Wirsing
Zweig mit Äpfeln
Kleinköpfigen Pippau (Crepis capillaris)

Onlinekurs: „Paleontology: Theropod Dinosaurs and the Origin of Birds“ („Theropoda und der Ursprung der Vögel“)

Dieser Onlinekurs wird auf der Plattform von Coursera.org durch die kanadische Universität in Alberta angeboten. Durch die Videos führt der Paläontologe Dr Scott Persons (scottpersons.org). Es gibt Beiträge von Dr Philip J Currie, Inhaber des kanadischen Forschungslehrstuhles für Dinosaurier-Paläobiologie an der Universtity of Alberta.

Logos der University of Alberta und der Lernplattform Coursera.

Ven den verschiedenen Dinosaurier war keine Gruppe mannigfaltiger und erfolgreicher als die der Theropoda. Die Nachkommen dieser Dinosaurier leben immer noch auf der Erde. Sie waren nie ausgestorben. Es sind die Vögel.

Die Diskussion, dass Vögel die Nachfahren der Dinosaurier sind begann schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Veröffentlichung von Charles Darwins Buch ‚On the Origin of Species“ (1859, dt. „Über die Entstehung der Arten“). Seine Naturforscherkollegen konnten damals keine Entwicklung der Arten erkennen. Für sie war klar: Fische waren Fische, Amphibien waren Amphibien,  Säugetiere waren Säugetiere und Vögel waren Vögel. Wo sollte da eine Entwicklung zu erkennen sein? Es gab keine Tier die halb Fisch und halb Säugetier waren.

Um Darwins Therorie zu beweisen war ein Fossil einer Übergangsform zwischen einem ausgestorbenen Tier und einem modernen Tier notwendig. Darwins Freund und Kollege, der Naturwissenschaftler Thomas Henry Huxley, bemühte sich um ein solches Übergangsfossil. Er fand es mit dem 1861 in Süddeutschland gefundenen Fossil eines Archaeopteryx („Londoner Exemplar“, gefunden in der Langenaltheimer Haardt in der Nähe von Solnhofen/Bayern. Kauf durch das Londoner Natural History Museum noch im selben Jahr). Dieses Fossil zeigte eindeutig ein ein kleines, fleischfressendes Reptil, mit Flügeln und Federn. Also eine Übergangsform zwischen Reptil und Vogel.

Skizze es Archaeopteryx (Buntstift, Sahler 12/2021)

Man hätte Archaeopteryx aufgrund der im Fossil klar zu erkennenden Federn auch einfach als Vogel einordnen können, wenn da nicht ein paar typische Merkmale der Dinosaurier am Schnabel mit kleinen Zähnen und die Klauen an den Flügeln sowie am Knochenbau wären. Archaeopteryx hat ein Gemisch aus Reptilien- und Vogelanatomie.

Huxley erkannte Gemeinsamkeiten des Archaeopteryx mit dem 1859 ebenfalls in Süddeutschland (Solnhofener Plattenkalken, Bayern) gefundenen kleinen Dinosaurier Compsognathus. Ohne Federn sah Archaeopteryx wie ein Compsognathus aus.

Bird Anatomy

Um den Weg vom Dinosaurier zum Vogel verstehen zu können, muss man sich mit der Anatomie von Vögeln auskennen. In einer Lektion des Kurses wird eingehend auf die Vogelanatomie eingegangen. Interessant fand ich hier, dass die Vogelknochen innen hohl und damit leicht sind und damit sie trotzdem stabil sind mit Verstrebungen versehen sind.

Skizze des Vogelskeletts mit Federn (Buntstift, Sahler 12/2021)

Die Flügel der Vögel sind aus den gleichen Knochen gebaut, die auch bei anderer Wirbeltiere vorkommen. Der Oberarmknochen ist der Humerus, der über ein Gelenk mit dem Schultergürtel verbunden ist. Der Unterarm besteht aus zwei Knochen,  Speiche (Radius) und Elle (Ulna). Vögel nur drei Finger, das erste Fingerglied (Daumen, (Digitus alulae) ist stark reduziert. Der zweite und dritte Finger sind länger.

Skizze des Vogelskelettss mit Federn (Buntstift, Sahler 12/2021)

 

Skizze des Vogelskeletts mit Federn (Buntstift, Sahler 12/2021)

Wenn man einen Vogel sieht, meint man, das Knie des Vogel würde nach hinten zeigen. Da das Knie aber durch die Federn verdeckt ist, ist dies ein Irrtum. Man sieht das darunter liegende Knie, oberhalb des Fußes. Das nach hinten zeigende Gelenk ist vielmehr das Knöchelgelenk.

Skizze des Vogelskeletts mit Federn (Buntstift, Sahler 12/2021)
Skizze eines Beingelenke beim Vogel. Unten: In Rot markiert ist das Vogelbein.

Der obere Hüftknochen heißt Ilium oder Darmbein. Dieser ist mit dem Kreuzbeinwirbel verbunden, wodurch Stabilität gewährleistet wird.  Unter dem Darmbein befindet sich das Ischium oder Sitzbein und schließlich ist da noch das Schambein (Pubis), welches bei den Vögeln ebenfalls nach hinten ausgerichtet ist.

Skizze des Vogelskeletts mit Federn (Buntstift, Sahler 12/2021)

Die Dino sind unter uns – eine Renaissance

Sir Richard Owen erkannt 1842, dass fossile Arten der riesigen Wirbeltieren des Erdmittelalters eine natürlichen Gruppe bilden. Er gab dieser Gruppen den Namen „Dinosauria“. Dies bedeutet: „schreckliche oder wundersam große Echsen“. Hieraus entwickelte sich die Vorstellung der Dinosaurier, die sich sehr lange hielt. Es waren übergroße, schreckliche Echsen.

Bei einer Expedition des Yale Peabody Museums unter der Leitung von John Ostrom wurden 1964 Skelette einer neuen Gattung von Theropoden gefunden. Ostrom nannte die neue Art Deinonychus. Robert Bakker, gehörte zum Team von John Ostrom die den Deinonychus entdeckten.Ostrom und Bakker nahmen die alten Ideen von Huxley wieder auf, dass die heutigen Vögel von Dinosauriern abstammen. Dazu reichte allerdings das gefundene Fossilienmaterial noch nicht. Erst mit der Entdeckung von Microraptor (2003 in China), Dromaeosauride und Anchiornis (2009), ein Troodontide kam wieder Schwung in diese Forschung. 

Onlinekurs: „Design and Make Infographics“

Der Onlinekurs: „Design and Make Infographics“ wird von der Michigan State University auf coursera.org angeboten. Dozent ist Karl Gude, Michigan State University, früher war er Director of Information Graphics beim Newsweek Magazin und bei The Associated Press (vgl. gudethinking.com/about, gudethinking.com/karl-s-infographics).

Logos der Michigan State University und der Lernplattform Coursera.

Dieser Kurs ist in vier Tage aufgeteilt. Hier ein Überblick (Auszüge):

  1. Tag:
    – Was ist eine Infografik?
    – Typen von Infografiken
    – Was macht eine Infografik gut?
    – Planung für eine Infografik
  2. Tag:
    – Verschiedene Diagramm-Typen
    – Dieselben Daten mit verschiedenen Diagrammen visualisieren
    – Wie man in Adobe Illustrator ein PIE-Diagramm erstellt
  3. Tag:
    – Karten in Infografiken
    – Kartentypen
    – Eine Karte mit Adobe Illustrator erstellen
  4. Tag:
    – Farben in Infografiken
    – Wie man in Adobe Illustrator eine einfache Zeichnung erstellt

Am ersten Tag erklärt Karl Gude den Sinn und Zweck von Infografiken, stellt verschiedene Typen von Infografiken vor und berichtet aus seiner Praxis als Infografiker bei der Newsweek.

Wir beobachten unsere Welt. Wir sammeln Daten und Informationen, die wir dann beispielsweise in Infografiken visualisieren. Als einfaches Beispiel beginnt Gude mit einer Tabelle, auf der das Öffnen und Schließen der Blüten verschiedener Blumen aufgelistet ist. Optisch macht diese Tabelle wenig her. Nimmt man diese Daten aber und zeigt den Sonnenstand und die jeweile Blüte dazu, dann wird daraus eine informative Infografik.

Diese Idee nutzte ich für eine erste Infografik-Übung in Adobe Illustrator.

Meine Übung „Blumenuhr“

Daten für eine Blumenuhr (Quelle: mein-schoener-garten.de/gartengestaltung/gartenideen/die-blumenuhr-jede-bluete-zu-ihrer-zeit-12986)
Meine Infografik „Blumenuhr“ nach der Idee aus dem Kurs und mit den Daten von „mein-schoener-garten.de“. Sie dazu auch de.wikipedia.org/wiki/Blumenuhr.

Der zweite Tag beschäftigt sich mit den Diagrammen. Karl Gude ist es wichtig, dass man einen Diagrammtyp verwendet, der zu den Daten passt, die man visualisieren möchte. Will man beispielsweise ein Tortendiagramm benutzen, dann sollte man nicht zuviele Tortenstücke mit annäherd derselben Größe haben haben – sie lassen sich einfach schwer vergleichen. Eine perpektiv gezeichnete Torte sieht zwar schick aus, aber diese Art von Darstellung kann die Größen der Tortenstücke verzerren. Und, wenn man nicht mehr als zwei Stück hat, lohnt sich der Vergleich nicht. Bei Balkendiagrammen soll man auf die 3D-Darstellung verzischten, sie sehen gut aus, sie sind dekorativ, aber sind schwer lesbar. Sinnlos sind auch Balkendiagramme, bei denen die Balken fast gleich hoch sind.

Anhand einer Infografik von Otto Neurath („Home and factory Weaving in England“, zu Neurath: de.wikipedia.org/wiki/Otto_Neurath) wird gezeigt, wie man dieselben Daten auch mit anderen Diagrammtypen darstellen könnte. Zu den Lektionen gehört immer ein oder zwei Lektionen, die zeigen wie man Diagramme und Infografiken mit Adobe Illustrator umsetzten kann (z.B. bei Diagrammen die Lektion „How to make a PIE chart in Adobe Illustrator“).

Der komplette dritte Tag gehört den Landkarten. Vorgestellt werden Kartentypen, Elemente auf Karten (Punkte, Linien, Farben, Beschriftung etc.) und wie Karten in Infografiken eingesetzt werden können. Den Abschluß bildet wieder ein Workshop in Adobe Illustrator, bei dem eine Karte vom US-Bundesstaat Oregon mit den wichitgen Städten und Highways gezeichnet wird.

Am vierten Tag geht es um Farbe in Infografiken und um guten Layout sowie Design in den eigenen Arbeiten. Zum Schluß wird in einem Workshop gezeigt, wie man in Illustrator eine einfache Zeichnung erstellt.

▥ ArtenSkript – Eine Einführung

Ein ▥ ArtenSkript ist eine selbst erstellte Sammlung von Artenportraits. Es beinhaltet den gesamten Prozess von der Naturbeobachtung, Fotografieren, Skizzieren und Zeichnen in der Natur, Recherche, Bildbearbeitung und Zeichnen & Malen im Atelier bis hin zum Schreiben und der Medienherstellung.

Das „Skript“ in ▥ ArtenSkript wird von Manuskript hergeleitet. Ein Manuskript ist ein Dokument, das von einem Autoren zur Buchherstellung bei einem Verlag eingereicht wird. Wie ein Manuskript wird ein ▥ ArtenSkript von einer Person (oder Personengruppe) erstellt und ist im Ergebnis schon weit fortgeschritten, manchmal auch schon fertig, und jeder kann es erstellen.

Ein ArtenSkript kann vollständig per Hand erstellt werden: z.B. mit Zeichnungen, handschriftlich verfasst und mit eingeklebten Fotos.

Ein ▥ ArtenSkript kann aber auch am Computer erstellt werden: z.B. mit eingescannten Zeichnungen, Digitalfotos und typografischer Textgestaltung sowie Ausdruck auf einem Drucker (evtl. sogar Druck und Bindung bei einer Onlinedruckerei) oder in rein digitaler Form für das Web. Auch Seiten- und Mediengestaltung sind beim Erstellen eines ▥ ArtenSkripts fester Bestandteil.

Der Prozess:

  • Artensichtung
  • Artenbestimmung
  • Artendatenblatt
  • Artenportraits
  • Eine Sammlung von Artenportraits bildet ein ▥ ArtenSkript

Methoden:

  • Naturerkundung
  • Naturbeobachtung
  • Naturfotografie
  • Natur zeichnen – drinnen und draußen
  • Nature Journaling
  • Recherche
  • Schreiben
  • Zeichnen und Illustrieren
  • Infografiken
  • Mediengestaltung

Das folgende Schaubild zeigt die vier Schwerpunkte von ▥ ArtenSkript. Diese vier Bereiche findet ihr immer wieder auf meiner Seite, beispielsweise wenn es um passende Weiterbildungen oder Bücher geht.

Fotografieren bei einer Naturerkundung
Skizzieren bei einer Naturerkundung
In Kontakt treten 🙂
Zeichnung für das Artenportrait „Rotbeinige Baumwanze“.
Skizze: Ein Haussperling am Futterplatz
Nature Journal
Landschaftsbild mit Enten (Bleistift)
Landschaftsbild mit Enten (Gouache)
Ilex (Stechpalme) mit Blei- und Buntstift
Ilex (Stechpalme) mit Fineliner und Buntstift
Entwurf einer Doppelseite für ein ▥ ArtenSkript über Giraffen.
Gestaltung eines ▥ ArtenSkripts am Computer (hier: Artenportrait einer Wanze)
Infografik zur Evolution der Elefanten
Digitale Karte (hier Sünger Berge und Vogelsberg in der Gemeinde Lindlar)