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Schnellfotografie Café Kronprinz, Altona (1914)
Objekt der Woche (17.02. – 23.02.2020)
zum Kriminalroman „Die Balance des Kranichs“.

Die Fotografen kamen in die Cafés. Machten Fotos von den Gästen und brachten wenig später die Fotoabzüge vorbei. Die meisten dieser Fotografen gab es vor dem Ersten Weltkrieg in Hamburg und Altona sowie im Burghof in Köln.

„In den letzten Jahren haben sich Geschäfte etabliert, wo in wenigen Minuten eine Porträtaufnahme, auf Bromsilberkarte kopiert, ausgeführt wird, und zwar für den minimalen Preis von 50 Pfg. Es ist klar, dass in dieser kurzen Zeit die einzelnen Manipulationen etwas weniger penibel gehandhabt werden. Die Aufnahme der Person geschieht in der üblichen Weise auf Bromsilberplatte. Das Negativ, nachdem es kurz abgespült und die Schichtseite mit einem dünnen Celluloidblatt überlegt worden ist, wird mit der Bromsilberkarte im Kopierrahmen (eventuell mit Vorschaltung von Vignetten oder Masken) exponiert; dann wird das Positiv „rapid“ entwickelt, fixiert, gewässert und getrocknet.“ (Paul Hanneke: Die Herstellung von photographischen Postkartenbildern, 1905)

Kleiner Reiseführer durch Köln
Objekt der Woche (03.02. – 09.02.2020)
zum Kriminalroman „Die Balance des Kranichs“.

Der Reiseführer aus den 1920er Jahren hilft mir ein wenig im alten Köln.

„Das Haus in der Weißbüttengasse mit der Hausnummer 41 hatte im Erdgeschoss ein Zimmer zur Straße und ein weiteres Zimmer zum Hof, eine Küche und einen darunterliegenden Gewölbekeller. Eine Treppe hoch war wieder ein Zimmer zur Straße und eines zum Hof, dort eine Bettnische im Grundriss. Eine weitere Treppe hoch war dieselbe Anordnung, ein Zimmer zur Straße und eins zum Hof. Darüber zwei Speicher, einer über dem anderen. Hinter dem Hof stand ein baufälliger Schuppen mit einem darüber liegenden Speicher. Dahinter ein Gemüsegarten. Die Polizeiserganten Urban und Schwarz warteten auf dem ersten Speicher über Schusters Wohnung.“

Grußkarten Carnevalsgeister
Objekt der Woche (27.01. – 02.02.2020)
zum Kriminalroman „Die Balance des Kranichs“.

Zwei Grußkarten vom Karneval. Die erste wurde aus Mannheim am 11. Februar 1898 versendet. Die zweite aus Köln am 14. Februar 1899. Das Kölner Motiv ist das ursprüngliche. Für die Mannheimer-Version wurde „Kölner“ wegretuschiert. Unter den Karnevallisten steht „Carnevalsgeister“.

„Die Wagen sind durch Lampions und Kugeln erleuchtet und einzelne Geister so ausgereckt, daß sie bis zum zweiten Stockwerke der Häuser reichen.“ (aus einem Zeitungsbericht von 1883)

Zum „Geisterzug“ schrieb Wilhelm Walter in seinem Buch „Der Carneval in Köln von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1873“ (1873):
„Bevor ich über den diesjährigen Festzug das zu wissen Nöthige mitteile, will ich der sogenannten Geisterzüge gedenken, die an den Samstagen vor Fastnacht während der ‚dunkeln Stunden‘ erscheinen und ‚viel Volk‘ mobil machen. Auf mit Fackeln und bunten Lampions reich versehenen Wagen sieht man Gestalten in den seltsamsten Costumes und, in so fern sie hervorragende Geister repräsentieren, in weißen, antik geformten Verhüllungen. Um jedes mögliche Entsetzten zu verhüten, spielen mitfahrende Musikcorps heitere Weisen und hiermit abwechselnd singen einige der renommirtesten Geister Lieder in Kölner Mundart, welche sie mit verschiedenen equilibristischen Kunststücken zu begleiten pflegen.“