Zur Entstehung der Sünger Berge

Das Variszische Gebirge

„An der Grenze Unter-/Oberkarbon begann vor etwa 325 Mill. Jahren eine neue Geschichte, die etwa 20 Ma währte. Damals wurde der Rheinische Trog auf etwa 50 – 60 % seiner ehemaligen Breite eingeengt. Das führte zur Faltung der vorher horizontal abgelagerten Schichten. Als Ursache gilt eine Kontinent/Kontinent-Kollision weiter im Süden. Der dortige Kontinent Gondwana näherte sich Laurussia, und beide wurden bis zum Perm zu dem Riesenkontinent Pangaea verschweißt.“ (v. Koenigswald/Simon (Hg.): GeoRallye – Spurensuche zur Erdgeschichte, 2007, S. 80)

„Während der Faltung und im Anschluss daran hob sich der neu geschaffene Gebirgskörper über den Meeresspiegel. Doch hat dieses Gebirge wohl nie alpine Ausmaße erreicht.“ (v. Koenigswald/Simon (Hg.): GeoRallye – Spurensuche zur Erdgeschichte, 2007,S. 81)

Gestein am Sünger Berg.

Waldboden

„Das zentrale Ereignis auch für die Bodenentstehung in unserem Raum war die Eiszeit …“

(Burschel, P.: Der Wald in seiner Umwelt, In: Stern, H. (Hg.): Rettet den Wald, S.108)

Wurzel einer umgestürzten Fichte auf dem Sünger Berg.
Wurzel einer umgestürzten Fichte auf dem Sünger Berg.

(Burschel, P.: Der Wald in seiner Umwelt, In: Stern, H. (Hg.): Rettet den Wald, S.112): „Auf Kalkgesteinen entstehen Rendzina-Böden. … Übergangslos schließt sich darunter das Kalkgestein an …“

vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Rendzina: „aufgrund ihrer Flachgründigkeit für die landwirtschaftliche Nutzung nur bedingt geeignet. Einerseits wird die mechanische Bodenbearbeitung behindert. Andererseits fehlt ein ausreichendes Bodenvolumen für die Wasserspeicherung oder Nährstoffversorgung, so dass die Standorte eher karg sind“

Sünger Höhle

Im Sommer 2002 waren Höhlenforscher um Stefan Voigt vom Arbeitskreis Kluterthöhle aus Ennepetal in Süng.

„Kapellensüng, Löhsüng, Bonnersüng – alleine die Ortsnamen weisen schon darauf hin, dass hier seit alten Zeiten das Wasser im Boden versinkt“, erklärt der Höhlenforscher Stefan Voigt aus Ennepetal. Er erläutert an einer Bachschwinde auf einer nicht mehr landwirtschaftlich genutzten Ausgleichsfläche bei Bonnersüng die interessanten Details der unterirdischen Beschaffenheit der Gegend um Hartegasse.“ (Quelle: https://www.rundschau-online.de/erst-30-meter-des-hoehlensystems-erforscht-11437686)

Möglicherweise kannte Voigt diese Aussage von 1958: „Unter Berücksichtigung dieser naturgegebenen und die genannten Ortschaften genau kennzeichnenden Umweltverhältnisse gehen wir wohl kaum in der Annahme fehl, wenn wir den im Hochdeutschen und in der Umgangssprache gleichlautenden Namen Süng (1413 Sune , 1487 Suyne , 1625 Seun und 1834 Sünge) von „ Senke “ — sächsisch „ Sänk “ ( vgl . Hei süppt as en Sänk “ ) – ableiten , so daß wir in Kapellensüng die Kapellensenke , in Löhsüng die Löhsenke und in Bonnersüng die Bonnersenke vor uns hätten.“ (Zeitschrift Bergischer Geschichtsverein, vgl. auch hier). Die Sünger Bäche verschwinden in drei Senken. Das Wasser taucht erst am Sülz Bach wieder auf, fließt also unter Süng und Hartegasse unter der Erde.

Weiter im Zeitungsbereicht von 2003:

„Vor gut einem Jahr, im Sommer 2002, hatten die Höhlenforscher von der Interessengemeinschaft Kluterthöhle aus Ennepetal entdeckt, dass die Bachschwinde bei Hartegasse die Eintrittspforte zur größten und längsten bekannten Höhle auf Lindlarer Gemeindegebiet ist.
Denn der Bach, der auf der Wiese in einem sehr tiefen, felsigen Loch im Boden verschwindet, fließt unterirdisch weiter, hat sich im Laufe von Jahrzehnten und Jahrhunderten seinen Weg unter Kapellensüng, seiner Kirche St. Agatha und unter Hartegasse gesucht und tritt etwa einen Kilometer weiter wieder ans Tageslicht, kurz bevor der Bach in die Lindlarer Sülz mündet. „Wenn es stark geregnet hat, schießt das Wasser hier richtig aus den Boden“, sagte Voigt. Welche Kraft das stark kohlensäurehaltige Wasser hat, dass sich seinen Weg „grub“, zeigt Voigt anhand der Reste eines zerfressenen, ehemals dicken Kalksteins, den er am Austrittsort des Baches fand.
Die Höhlenforscher vom „Arbeitskreis Kluterthöhle“ aus Ennepetal haben bisher im Auftrag der Gemeinde die ersten 30 Meter der Höhle an der Bachschwinde erforschen können. Ausgestattet mit robusten Overalls, mit Lampen, die am Helm befestigt werden, krochen sie mühsam in die enge Höhle und arbeiteten sich langsam in der feuchten Dunkelheit, in der der Bach durch den Kalkstein fließt, vor. Nach den ersten 30 Metern gebe es in dem so genannten Ponor eine Verengung, die es Menschen mit normalem schlanken Körperbau vorerst unmöglich mache, auf dem Bauch liegend weiterzukriechen, so Voigt. „Doch hinter der Verengung weitet sich die Höhle wieder“, ist sich der Forscher sicher. Platzangst darf man bei solchen Aktionen natürlich nicht haben.
Nun warten die Höhlenforscher geduldig, bis die Kraft des Wassers den Zugang zum nächsten Teilabschnitt der Höhle freigibt. Die Höhlenforscher haben zur Absicherung der Höhle einen acht Meter tiefen Sickerschacht aus Betonröhren gebaut, den man erst einmal hinabsteigen muss, bevor man in die enge Höhle hineinkriechen kann.
Ursprünglich war die Bachschwinde bei Bonnersüng an einer anderen Stelle. Doch während der Flurbereinigung habe man vor Jahren das tiefe Loch einfach mit großen Felsbrocken zugeschüttet, erklärte Voigt.
Aber Zuschütten hilft nichts, das Wasser suchte sich einfach einen neuen Weg, sagte Voigt. Nachdrücklich warnte der erfahrene Höhlenforscher Voigt, der seit 1979 in unbekannte Höhlen hinabsteigt, vor der Erkundung der Höhle auf eigene Faust. Denn die Höhle bei Hartegasse ist nicht gesichert, das Geröll kann sich jederzeit verschieben.“ (Quelle: https://www.rundschau-online.de/erst-30-meter-des-hoehlensystems-erforscht-11437686)

Auf dieser Seite werden die vom Arbeitskreis Kluterthöhle betreuten Höhlen angezeigt (bitte dort auf Lupe klicken um das Bild zu vergrößern). Die Sünger/Hartegasser-Höhle hat die Nummer 4910016.

Weitere Texte zum Thema:

HEIKAUS, Walter: Höhlen, Dolinen und Schwinden im Bergischen Land, in: Berg. Kal. 16 (1952), S. 23 – 27, 4 Abb. [Orte: Kapellensüng, Zwergenloch bei der Ruine Neuenberg]

WEGERHOFF, Cornelia: Und plötzlich gibt die Erde nach – Sinklöcker sind ein heißes Thema im Raum Hartegasse – Bürger und Behörden suchen nach Lösungen, in: Bergische Landeszeitung (16.08.1986) [Thema: Sinklöcher, Dolinen]

Sünger Wege

Weg am Stelberg zur Ortschaft Stelberg. Stelberg (li.), im Hintergrund der Vogelsberg im Breuntal (2021).
Straße von Oberbüschem nach Unterbüschen, Süng und Hartegasse. Blick auf Unterbüschem, dahinter, von links: Stelberg, Sünger Berg, Löhberg und Hammen (2021).
Steiler Weg hinab vom Stelberg ins Breuntal. Im Hintergrund sieht man den Vogelsberg (2021).
Weg nach Stelberg am Stelberg. Im Hintergrund die Hügel im Sülztal Richtung Lindlar. Man sieht ganz klein den Kirchturm in Kapellensüng (2021).

Alter Weg: Auf der alten Straße von Siegburg nach Wipperfürth

Die alte Straße ging über Lohmar und erreichte das heutige Gemeindegebiet bei Hohkeppel. Von dort ging es weiter hinab nach Vellingen und wieder hinauf nach Waldbruch und weiter über Kemmerich nach Lindlar. Dort ging es hoch zum Brungerst und weiter nach Hönighausen. Von dort steil hinab nach Hartegasse, wo die Sülz überquert wurde, und weiter über Bonnersüng, Stelberg, Roderwiese nach Buchholz. Nicke schreibt, dass im Teilstück zwischen Hönighausen und Hartegasse die Hohlwege noch deutlich zu sehen seien.

NICKE, H.: Vergessene Wege, 2001

Sünger Bäche

Löhsüngbach oder Süngerbach (Süngersiefen) kurz vor Löhsüng (2021).

Im einem Artikel in der Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, der 1958 erschien wird über drei Bäche in Süng geschrieben. Da mir der Anfang des Artikels noch fehlt, fängt die Beschreibung erst beim zweiten Bach an, den der Autor „Süngersiefen“ nennt. Der dritte Bach nennt er den „Büschemersiefen“.

„[Seite 154] zweite Gewässer , das bei Löhsüng vorbei seinen Abfluß in die Erde findet, stellt den Süngersiefen dar, und der dritte Gebirgsbach, welcher in der Senke hinter Bonnersüng verschwindet wird der Büschemersiefen genannt. Unter Berücksichtigung dieser naturgegebenen und die genannten Ortschaften genau kennzeichnenden Umweltverhältnisse gehen wir wohl kaum in der Annahme fehl, wenn wir den im Hochdeutschen und in der Umgangssprache gleichlautenden Namen Süng (1413 Sune , 1487 Suyne , 1625 Seun und 1834 Sünge) von „Senke “ — sächsisch „ Sänk “ ( vgl . Hei süppt as en Sänk “ ) – ableiten , so daß wir in Kapellensüng die Kapellensenke, in Löhsüng die Löhsenke und in Bonnersüng die Bonnersenke vor uns hätten.“ (Quelle: Zeitschrift des Bergischen Geschichtvereins, Band 75 – 77 (1958 – 60), Seiten 153 – 155)

Der Bach nach Kapellensüng verschwindet in der „Kapellensenke“.
Der „Süngersiefen“ verschwindet in der „Löhsenke“.
Der „Büschemersiefen“ verschwindet in der „Bonnersenke“.

Büschemer Bach (Büschemersiefen) am Fuß des Sünger Bergs, Richtung Bonnersüng (2021).

Im Weiteren berichtet der Autor über die Wasserverhältnisse durch diese drei Bäche in Hartegasse. Bei langem Regen können die Senken das Wasser nicht mehr schlucken, sodass sich das Wasser oberirdisch Wege Richtung Sülzbach suchte.

„Dieser soeben bei den Sünger Höfen beschriebene Übergang von drei Gebirgsbächen aus dem oberirdischen in den unterirdischen Verlauf zieht nun zur Flutzeit eine weitere charakteristische Erscheinung nach sich, von der aller Wahrscheinlichkeit nach die hier im Tale gelegene Ortschaft Hartegasse ihren Namen erhalten hat. Bei längeren Regenperioden können nämlich die genannten drei Senkgruben oder Senken die ihnen zugeführten mächtig angeschwollenen Wassermengen nicht vollständig fassen, werden abgedrosselt und führen auf diese Weise zu einer mehr oder minder beträchtlichen Überschwemmung des abwärts gelegenen Geländes. Die Folge hiervon ist, daß sich nach Vereinigung des von den drei überfließenden Senken abgegebenen Wassers schon weiter oberhalb von Hartegasse seit Urzeiten ein tiefer und breiter Flutgraben, umgspr. Gosse genannt, bilden konnte, welcher die zuströmende Flüssigkeit samt ihren mitgerissenen Bestandteilen an Schutt , Unrat und Gerümpel auffängt und quer durch den Ort und das Tal hindurch der Sülze zuleitet. Diese in gewöhnlichen Zeiten trockene und nicht besonders auffallende, jedoch bei Hochwasser nicht selten einen bedrohlichen Eindruck erweckende Gosse oder Gasse, welche den Verkehr durch das Tal offenbar früher zeitweise stark behinderte, heute jedoch infolge mehrfacher Kanalisation meist keine Störung mehr verursacht, stellt zweifellos das Charakteristikum dar, nach dem Hartegasse merkwürdigerweise benannt ist. Die Erklärung hierfür gibt der Volksmund, welcher in dem Namen „Horgasse“ seine ursprüngliche Bedeutung getreu festgehalten hat, eine Bezeichnung, die sich von hor = Dreck, Schmutz, Schlamm herleitet. Wir dürfen wohl annehmen, das in diesem Falle ein misverstandener Ausdruck der Umgangssprache gerade in sein Gegenteil, nämlich in die von unkundiger Hand völlig verballhornte Schriftform „Hartegasse“, welche den tatsächlichen Verhältnissen in keiner Weise Rechnung trägt, ja ihnen sogar widerspricht …“ (Quelle: Zeitschrift des Bergischen Geschichtvereins, Band 75 – 77 (1958 – 60), Seiten 153 – 155)

Wie schwierig es mit der Herleitung von alten Orts- oder Gewässernamen ist, zeigen allerdings die Ausschnitte aus einem Zeitungsartikel von 2003. Hier kommt Süng nicht von Senke, sondern von „Sängen“ (=verbrennen):

„Die Zeiten, da in Süng Wohnraum durch Brandrodungen geschaffen wurden, sind längst vorbei. Doch noch heute erinnert der Name des Lindlarer Kirchdorfes an die Entstehung des Dorfes. Denn: „´Süng´ kommt von ´Sängen´, was so viel wie ´Verbrennen´ bedeutet“, erklärt Heimatforscher Günter Jacobi, der von der ersten Erwähnung des Ortes als „Sune“ in einem Kämmereiregister von 1413 weiß.“ (Wagner, Guido in Kölnische Rundschau/Bergische Landeszeitung, 10.01.2003)

Im selben Artikel heißt es:

„Im Örtchen Berg bei Kapellensüng im Sülztal wohnte im 17. Jahrhundert ein Johann Schlüssel, nach dem das Dorf „dem Schlüssel sein Berg“ und später Schlüsselberg genannt wurde.“ (Wagner, Guido in Kölnische Rundschau/Bergische Landeszeitung, 10.01.2003). Gleiches dürfte auch bei Bonnersüng gelten, da hier die Familie Bonner meines Wissens wohnte.

Zu Hartegasse:

„Schmutzig muss es dagegen in Hartegasse gewesen sein. Jedenfalls heiße „Horgasse“ so viel wie „Schmutzgasse“, sagt Günter Jacobi.“ (Wagner, Guido in Kölnische Rundschau/Bergische Landeszeitung, 10.01.2003). Dazu kann man in der Wikipedia lesen, die sich hier auf Klaus Pampus ‚ „Urkundliche Erstnennungen oberbergischer Orte“ bezieht: „1413 wurde Hartegasse das erste Mal als hadergassen erwähnt. In anderer Lesart besteht die Ortsbezeichnung aus den Wörtern „hoar“ (= Matsch) und „gasse“ (= Weg), was auf einen tief ausgefahrenen, nassen und damit schwer passierbaren Weg hindeutet. Im Bergischen Platt wird Hartegasse noch heute „Hoarjass“ ausgesprochen.“

Der Autor Gerd Müller, der 1976 das Buch „Lindlar – Eine Bergische Gemeinde erzählt …“ veröffentlichte, sah Schlüsselberg in Zusammenhang mit Löwenzahn, da „Schlüssel“ = Löwenzahn. Der Ort Hartegasse, der früher auch Hadergassen geschrieben wurde, hatte bei Müller etwas mit Haselnüssen zu tun, denn „hader“ oder „Hadenuß“ = Haselnuß.

Der Sülz Bach bei Ohl (Dezember 2005). Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Lindlarer_S%C3%BClz
Der Sülz Bach bei Ohl (Hochwasser Ende März 2006, Tauwetter im oberen Bereich der Sülz und teilweise starker Regen).
Der Sülz Bach bei Ohl (April 2006).

Im selben Artikel wird auch ein Fischvorkommen in den Bächen erwähnt:

„Übrigens ist es zoologisch nicht ohne Interesse , daß diese Gewässer in ihrem oberirdischen Verlaufe Forellen und andere Fische enthalten.“ (Quelle: Zeitschrift des Bergischen Geschichtvereins, Band 75 – 77 (1958 – 60), Seiten 153 – 155)

Karte der Sünger Berge mit den Bächen. Der Bach bei Hammen/Schlüsselberg wird „Ohler Siefen“ genannt. Noch nicht eingezeichnet ist der linke Teil des Ohler Siefen, der von Schlüsselberg kommt.
Karte der Sünger Berge mit den Bächen (Ausschnitt)

Bilder Bach nach Kapellensüng

Name ? (bei elwasweb.nrw.de als N.N.)

Hier am Weg vom Pefferköver Holz nach Kapellensüng wird der Bach sichtbar. Er bleibt immer dicht am Weg bzw. der Weg beim Bach und verschwindet in Kapellensüng in der „Kapellensenke“ (2021)

Bilder Löhsüngbach oder Süngerbach (Süngersiefen)

Löhsüngbach (Süngersiefen) im Wald, vor dem Zusammenfluß mit dem Marsiefen (2021)

Bilder Büschemer Bach (Büschemersiefen)

Sumpfiges Gelände beim Büschener Bach (mi.). Im Hintergrund der Fuß des Stelberg. (2021)
Sumpfiges Gelände beim Büschener Bach (mi.). Im Hintergrund der Fuß des Stelberg. (2021)
Sumpfiges Gelände beim Büschener Bach (mi.). Im Hintergrund der Fuß des Stelberg (li.), Wiesen bei Bonnersüng (re.). (2021)
Büschener Bach kurz vor der „Bonnersenke“ (2021)
Büschener Bach kurz vor der „Bonnersenke“ (2021)
Büschener Bach kurz vor der „Bonnersenke“. Rechts die Wiesen bei Bonnersüng am Fuß des Sünger Bergs (2021)

Weitere Bäche:

  • der Marsiefen (bei elwasweb.nrw.de als N.N.) bei Unterbüschem, mündet in den Löhsüngbach (Süngersiefen).
  • der Ohler Siefen bei Schlüsselberg, mündet in die Sülz.
  • der Heibach, mündet in die Sülz. Der Heibach nimmt die von Steinbach kommenden Bäche Bolschbach und Steinbach auf (vgl. elwasweb.nrw.de)
  • Breunbach, fließt bei Steinenbrücke in die Sülz.
Breunbach an der Landstraße L284 (2006). Im Hintergrund sieht man den Stelberg (mi.), und den Berg bei Roderwiese (re. über der Wiese).

Sünger Berge

Karte des Bergischen Landes. Die Sünger Berge sind in etwa dort wo das rote Rechteck eingezeichnit ist.
Karte der Sünger Berge mit Bächen (blau), Straßen (gelb), kleinen Straßen und Wegen (grau).
Karte (Ausschnitt) der Sünger Berge mit Bächen (blau), Straßen (gelb), kleinen Straßen und Wegen (grau).
Karte der Sünger Berge mit den Bächen. Die Bäche teilen die Berge.
Karte der Sünger Berge mit den Bächen.
Erster Versuch die Höhenunterschiede am Löhberg zu zeichnen.
Löhberg mit Kirche St. Agatha in Kapellensüng (2021).
Kirche St. Agatha in Kapellensüng (2021).
Löhberg im Hintergrund, vorne Kapellensüng (2009).
Sünger Berge im Hintergrund. Linker Hügel Löhberg, davor Kapellensüng. Daneben Sünger Berg und Stelberg (2009).
Sünger Berge im Hintergrund. Linker Hügel Löhberg, davor Kapellensüng. Daneben Sünger Berg (2009).
Sünger Berge mit Ohl (vorne) und Kapellensüng: Löhberg, Sünger Berg und Stelberg (2009).
Kapellensüng mit Sünger Berg und Stelberg (2009).
Bonnersüng mit Sünger Berg (2006).
Auf dem Weg von Unterbüschen nach Löhsüng, verm. alter Steinbruch. Rechts neben den Rind sieht man den Marsiefen, der wenig später in den Löhsüngbach (Süngersiefen) mündet. Rechts Löhberg, (2006).
Sünger Berge von Oberbüschen aus gesehen. Rechts Unterbüschem (2021).
Sünger Berge von Oberbüschen aus gesehen. Links: Hügel bei Roderwiese. Rechts: Hügel hinter Stelberg. Im Hintergrund der Vogelsberg (2021).
Blick auf den unbewaldeten Kremberg (239 Meter). Links im Hintergrund: Vogelsberg. Rechts im Hintergrund: Kerberg (288 Meter) bei Brochhagen (2021).
Weg nach Stelberg von Oberbüschem kommend. Die Wiesen bei Stelberg. Im Hintergrund der Vogelsberg (2021).
Weg nach Stelberg nach Oberbüschem. Blick auf Hartegasse (links)/Kapellensüng (mit Kirchturm). Im Hintergrund die andere Sülztalseite (2021).
Weg nach Stelberg nach Oberbüschem. Blick Richtung Hartegasse. Im Hintergrund die andere Sülztalseite (etwas links von der Bildmitte liegt Hönighausen (2021).
Im alten Steinbruch bei Bonnersüng (2021).
Gestein am Sünger Berg bei Löhsüng (2021).
Gestein am Sünger Berg bei Löhsüng (2021).
Gestein am Sünger Berg bei Löhsüng (2021).
Gestein am Sünger Berg bei Löhsüng (2021).
Gestein am Sünger Berg bei Löhsüng (2021).
Gestein am SüngerBerg bei Löhsüng (2021).
Gestein am Sünger Berg bei Löhsüng (2021).
Gestein am Weg auf den Sünger Berg (2021).
Gestein am Weg auf den Sünger Berg (2021).
Löhberg gesehen vom Fuß des Sünger Bergs. In Bild Straße von Hartegasse nach Unterbüschem (2021).
Weg auf den Sünger Berg (2021).
Blick vom Sünger Berg auf Unterbüschen und Oberbüschen (hinten rechts). Im Hintergrund Pefferköver Holz (2021).
Löhberg (Blick vom Pefferköver Holz), hinter dem Hügel liegt Kapellensüng (2021).
Links: Sünger Berg. Rechts: Löhberg. Dazwischen sieht man im Hintergrund den Vogelsberg (2021).
Löhberg. Rechts im Hintergrund die Hügel bei Lindlar (Brungerst) (2021)
Links: Sünger Berg. Rechts: Löhberg. Dazwischen sieht man im Hintergrund den Vogelsberg (2021).
In der Bildmitte: der Löhberg. Weg hinab vom Pefferköver Holz nach Süng (2021).
In der Bildmitte: der Löhberg. Weg hinab vom Pefferköver Holz nach Süng (2021).
Blick vom Weg rund um den Löhberg (re.) in Richtung Unter- und Oberbüschem (li.) (2021).
Blick vom Weg rund um den Löhberg (re.) in Richtung Unter- und Oberbüschem (li.) (2021).
Sülztal-Panorama: Von Schlüsselberg über Hammen bis nach Süng. Im Hintergrund Pefferköver Holz (2020).
Sülztal-Panorama: Schlüsselberg (2020).
Sülztal-Panorama: Hammen (2020).
Sülztal-Panorama: Kapellensüng mit Löhberg, Sünger Berg bis nach Stelberg (von links). Oben sieht man Oberbüschen (2020).
Sülztal-Panorama: Kapellensüng mit Löhberg und Sünger Berg (dort wo die Kirchturmspitze ist). Dahinter die Wiesen zwischen Sünger Bergen und Peffeköfer Holz (2020).
Sülztal-Panorama: Links Bonnersüng vor Sünger Berg. Weiter oben Oberbüschem mit Campingplatz. Im rechten Bildteil die Wiesen bei Stelberg (2020).
Sülztal-Panorama: Kapellensüng mit Löhberg, Sünger Berg und Hügel bei Stelberg. Oben im Bild Oberbüschem (2020).
Kapellensüng mit Löhberg (re.) (2020).
Kapellensüng vor dem Löhberg (2020).
Kapellensüng mit Sünger Bergen. Ganz rechts der Löhberg (2012).
Kapellensüng vom Löhberg aus gesehen (2021).
Sünger Berge, fotografiert auf den Wiesen zwischen Stelberg und Hartegasse (2021).
Wiesen bei Stelberg (li. Süng, re. Stelberg) (2021).
Wiesen bei Unterbüschem mit Blick auf Hügel bei Stelberg (re.) und Sünger Berg (re.) (2021)
Auf der Straße von Ober- nach Unterbüschem. In der Mitte Sünger Berg, rechts daneben Löhberg. Ganz links der Hügel bei Stelberg (2021).
Wald auf dem Hügel bei Stelberg, fotografiert von der Straße von Ober- nach Unterbüschem (2021).
Blick vom Stelberg auf den Ort Stelberg sowie den Vogelsberg im Hintergrund auf der anderen Seite des Breuntals (2021).
Blick vom Stelberg auf Roderwiese und Buchholz im Hintergrund (2021).
Blick vom Stelberg auf Oberbüschem (2021).
Blick vom Fuß des Stelberg auf Breun (li.) und Oberfeld (re.) im Brteuntal. Im Hintergrund der Vogelsberg (2021).
Blick auf Sünger Berg (li.), Kirche in Kapellensüng (mi.) und Löhberg. Im Hintergrund der Brungerst auf der anderen Sülztalseite; aufgenommen oberhalb von Unterbüschen (2021).
Aus dem Sülztal kommend: Blick auf Schlüsselberg bis Hammen (re.), bewaldete Sünger Berge (2021).
Oberhalb von Hammen (li.). In der Mitte Kapellensüng und weit im Hintergrund Frielingsdorf (2021).
Oberhalb von Schlüsselberg. Rechts der Berg über Schlüsselberg (2021).
Blick vom Weg zwischen Hammen und Pefferköver Holz: Sünger Berg (ganz li.), Löhberg (mi.) und Berg bei Hammen (re.) (2021)
Blick vom Weg zwischen Hammen und Pefferköver Holz: Berge bei Hammen (li.) und Schlüsselberg (re.) (2021)
Blick vom Weg zwischen Hammen und Pefferköver Holz: Löhberg in Bildmitte. Lins daneben Sünger Berg (2021)
Der Berg bei Hammen. Links sieht man unten Kapellensüng und oben Frielingsdorf. (2021)
Löhberg. Davor Weg aus dem Pefferköver Holz nach Kapellensüng. Rechts am Bildrand: Unten Kapellensüng, oben Frielingsdorf (2021)
Löhberg (li.) und Berg bei Hammen (re.). In der Mitte: Unten Kapellensüng, oben Frielingsdorf (2021)
Löhberg (li), Kapellensüng mit Kirche (mi.), Berg bei Hammen (2021)
Löhberg (li), Kapellensüng mit Kirche (mi.), Berg bei Hammen. Im Hintergrund: Andere Sülztalseite Richtung Brochhagen (li.) und Hönighausen (re.). Links neben Kirchturm: Fichten-Kahlschlagfläche 2020/21 wegen Borkenkäfer (2021)
Wurzel einer umgekippten Fichte im felsigem Untergrund oben auf dem Sünger Berg (Hang zum Büschemer Bach) (2021)
Wurzel einer umgekippten Fichte im felsigem Untergrund oben auf dem Sünger Berg (Hang zum Büschemer Bach) (2021)

Ruine Neuenberg Lindlar

Der neue Blick von Ruine Neuenberg nach Eibach. Alle Fichten fielen der Dürre und dem Borkenkäfer zum Opfer.

Blick von Ruine Neuenberg nach Eibach (man kann sogar die Ruine Eibach sehen)
Blick von Ruine Neuenberg
Mauereste der Ruine Neuenberg

Trailer Nr. 1, Nr. 2, Nr. 3: Die Parabeln von Elysion



„Das Elysion (altgriechisch Ἠλύσιον [Πεδίον] Elysion [Pedion] „das Selige [Feld]“, lateinisch das Elysium oder campus Elysius, Plural campi Elysii) ist in der griechischen Mythologie jene „Insel der Seligen“ (μακάρων νῆσος makaron nesos) im äußersten Westen des Erdkreises, die vom Okeanos umflossen wird. Auf diese „Elysischen Gefilde“ werden jene Helden entrückt, die von den Göttern geliebt wurden oder denen sie Unsterblichkeit schenkten.“ (wikipedia)

Wolfram Fleischhauers Roman „Das Buch in dem die Welt verschwand“

Cover von Wolfram Fleichhauers Bestseller „Das Buch in dem die Welt verschwand“ (2003).

Dieses Buch ließ mich mit einem >Wow!< zurück. Zum Großteil ist es ein spannender Thriller. Zum Ende hin wird es philosophisch, was bei mir keinen Abbruch tat. Bei mir hatte das Buch das Interesse geweckt mich noch etwas näher mit der Geschichte und den Hintergründen zu beschäftigen.

Den Klappentext den der Verlag Knaur gewählt hatte beschreibt wie so oft den Inhalt des Buches nur spärlich. Aber der Titel des Buches und die Beschreibung haben mich auf das Buch neugierig gemacht und bei mir eine Vorfreude erzeugt.

„Man schreibt das Jahr 1780
Der junge Nürnberger Arzt Nicolai Röschlaub soll einer Reihe merkwürdiger Todesfälle nachgehen. Begleitet von einer rätselhaften jungen Frau, beginnt für Nicolai eine Suche, die ihn an die äußersten Grenzen des Landes und ins Innerste seiner Seele führt. Die Zeit drängt, denn das Geheimnis ist aus dem Stoff, der eine Welt zerstören kann.“ (Klappentext, November 2004)

Wolfram Fleischhauer beteiligte sich an Leserunden im Internet, wo er Fragen zu seinem Roman beantwortete. Einleitend zu einem längeren Text, in dem er detailliert einige Dinge seines Buchs näher erläuterte, schrieb er auf literaturschock.de:

„Ich weiß zwar nicht, ob es eine gute Idee ist, wenn ein Autor sein eigenes Buch erklärt, denn das bedeutet ja offensichtlich, daß das Buch nicht gelungen ist. Aber vielleicht ist das hier ein Grenzfall ?“
(Wolfram Fleischhauer, 2005, literaturschock.de)

Gelungen finde ich das Buch auf jedem Fall. Wenn man nun ins Detail gehen würde, dann könnte man sagen, dass nicht alle mysteriös angelegten Seltsamkeiten ausreichend erklärt wurden. Historische Stoffe benötigen oft mehr Erklärung, zumal es hier im Roman um Dinge geht, die aus der heutigen Sicht nur noch schwer nachvollziehbar sind. Es wird wirklich versucht eine längst untergegangene Welt zu schildern.

„Es ist kein Krimi, bzw. der >Täter< ist etwas relativ Abstraktes, etwas, das uns heute sehr fremd ist.“ (Wolfram Fleischhauer, 2005, literaturschock.de)

Das Buch ist kein Krimi im eigentlich Sinn, aber als historischen Thriller würde das Buch durchgehen. Vergleichbar mit „1793“ von Niklas Natt och Dag.

Interessant ist was Wolfram Fleischhauer ursprünglich zum Inhalt des Romans kam:
„>Das Buch in dem die Welt verschwand< habe ich ausgelöst durch den Anschlag vom 11. September (2001) geschrieben, Stichwort Kampf der Kulturen, radikale Aufklärung versus religiöser Fundamentalismus. Auch hier wieder die gleiche Situation: nur die Bühne ist manchmal historisch, nie das Thema.“ (Wolfram Fleischhauer, 2011, leserunden.de)

Gemeint sind radikale christliche Sekten, die auf die Aufklärung prallten. Dazu finden sich im Internet jede Menge Texte. Ich habe z.B. etwas über die >Gichtelianer< gelesen, einer Sekte die aus dem Freundeskreis von Johann Georg Gichtel (1638 — 1710) hervorgegangen ist, die den Beinamen die „Gemütlichen“ hatten. Diese protestantische Sekte übte Enthaltsamkeit selbst in der Ehe (sexuelle Askese), man ging keinerArbeit nach und lebte von Spenden. Ende des 19. Jahrhunderts spalteten sich die Gichtelianer in „alte“ und „neue Gemütlichkeit“. Frauen sah man als Versuchung, man beführwortete die >geistliche Ehe mit der himmlichen Jungfrau Sophia<. Diese kurze Beschreibung der Gichtelianer greift natürlich viel zu kurz, wenn man sich aber näher mit ihnen beschäftigt, wird deutlich, dass diese Welt uns (bzw. vielen von uns) heute fremd ist und erklärt werden muss.

Wolfram Fleischhauer gibt auch Einblicke wie er über Recherche seinen Inhalt erstellt:
„Während der Recherchen für Das Buch in dem die Welt verschwand stieß ich in der Eutiner Landesbibliothek zufällig auf die Verhörprotokolle einer merkwürdigen Sekte, die im achtzehnten Jahrhundert in Deutschland einiges Aufsehen erregt hatte und scharf verfolgt wurde: die sogenannte >Buttlarsche Rotte<. Manche überlieferten Äußerungen dieser radikalpietistischen Gruppe um Eva von Buttlar …“ (Wolfram Fleischhauer auf seiner Webseite)

Wie die >Gichtelianer< war mir auch die >Buttlarsche Rotte< vollkommen unbekannt. Ich komme auf Eva von Buttlar bei den Romanfiguren zurück.

Über den Justizrat Giancarlo Di Tassi, der angeblich vom Reichskammergericht in Wetzlar kommt, kommen seltsame Briefe und Geheimcodes ins Buch. Dazu sagte Wolfram Fleischhauer:

„Der Geheimcode stammt aus einem Buch über Geheimgesellschaften aus dem 18. Jahrhundert. Die ganze Geschichte der Briefspionage, also Di Tassi und seine Leute, ist in einer sechsbändigen Dissertation über die Wiener Ziffernkanzlei dargestellt. Dort arbeiteten damals die besten Codierer und De-Codierer Europas.“ (Wolfram Fleischhauer, 2005, buechereule.de, zum Geheimcode auf Seite 364-365)
„Der Verfasser der Dissertation heisst Hubatschke. Das Werk gibt es, glaube ich, nur in Wien und ich habe es mir über Fernleihe bestellt.“ (Wolfram Fleischhauer, 2005, buechereule.de)
Zu dieser Dissertation von Harald Hubatsche findet man im Internet ein paar Hinweise:
Harald Hubatschke, Die amtliche Organisation der geheimen Briefüberwachung und des diplomatischen Chiffrendienstes in Österreich. (Von den Anfängen bis etwa 1870), in: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 83 (1975), S. 352–413.
Harald Hubatschke, Die Wiener Geheime Ziffernkanzlei (1716-1848). In: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Band 83, Heft 3 (1975) 389
„Auch Hubatschkes Dissertation war immer wieder Thema: Unglaubliche 1.600 Seiten verfasste der gebürtige Groß Sieghartser über Geheimdienste.“ (meinbezirk.at, 2014)
Harald Hubatschke, Ferdinand Prantner (Pseudonym Leo Wolfram) 1817 — 1871. Die Anfänge des politischen Romans sowie die Geschichte der Briefspionage und des geheimen Chiffredienstes in Österreich. Buch 5 (ungedruckte philosophische Dissertation, Wien 1975) 1289.

Es wurde bereits erwähnt, dass Wolfram Fleischhauer u.a. in Eutin in der Landesbibliothek recherchiert hat. Er sagte etwas zu seinen Beschreibungen der Reise, den die Protagonisten von Franken aus unternehmen:
„Ich habe die Gegend, wo der Roman spielt, nur in alten Reisebeschreibungen bereist, denn natürlich findet man heute kaum noch Spuren von dieser verschwundenen Welt. Es gibt in Eutin eine wundervolle Bibliothek, wo die Reiseliteratur des 18. Jahrhunderts gesammelt ist, 80.000 Monographien, Karten, Tagebuecher etc. Ich habe mehrere Tage dort verbracht und die Leute aus der Bibliothek haben mir ganz toll geholfen.“ (Wolfram Fleischhauer, 2005, buechereule.de)
Die Landesbibliothek schreibt:
„1992 wurde an der Eutiner Landesbibliothek die Forschungsstelle zur historischen Reisekultur gegründet. Aufgabe dieser in Deutschland einmaligen Einrichtung ist die Sammlung, Verzeichnung und Auswertung historischer Reiseberichte. Die Eutiner Landesbibliothek besitzt eine umfangreiche Sammlung von Reiseliteratur. Dazu gehören Reiseberichte, Topographien, Reiseromane und verwandte Literatur aus fünf Jahrhunderten, in mehr als zehn Sprachen und ohne regionale Begrenzung. Die Bibliothek besitzt rund 6.000 Originalausgaben aus dem 16.-20. Jahrhundert, 1.200 historische Reiseführer, 1.300 Ausgaben in Kopie, 1.700 Neuausgaben und Reprints, 450 Titel in Mikroformen, mehrere handschriftliche Reisetagebücher, eine umfangreiche Sammlung von modernen Reiseführern und Ortsprospekten. Dazu kommen über 2.300 Titel Sekundärliteratur, Spezialbibliographien und Nachschlagewerke.“ (Eutiner Landesbibliothek, gesehen 25.08.2020)
Zum Beispiel findet man im Verzeichnis der Eutiner Landesbibliothek:
Heger, Franz Joseph: Post-Tabellen oder Verzeichnuß deren Post-Strassen in dem Kayserlichen Römischen Reich und zum Theil auch in denen angräntzenden Landen. – 1764

Zu weiteren Punkten des Buches habe ich mich ein wenig im Internet umgesehen.

Leopold Auenbrugger (1722 – 1809), der Erfinder der Percussion des Brustkorbes

Leopold Auenbrugger (1722 – 1809), der Erfinder der Percussion des Brustkorbes. Bild aus dem Buch von Conrad Clar .

Der Arzt Nicolai Röschlaub untersuchte in Anwesenheit von Apotheker Zinnlechner die Leiche von Graf Alldorf. Da er die Leiche nicht öffnen konnte, verwendete er die Methode von Leopold Auenberger:
„Nicolai erklärte: >Der Brustkorb ist ein Hohlkörper, worin Organe liegen. Die unterschiedliche Größe und Lage der Organe führt dazu, dass das Klangvolumen der Brust völlig uneinheitlich ist. Wenn ich hier klopfe, ist der Ton hell. Tue ich es dort, wo Ihr Herz sitzt, so ist die Resonanz dunkler. Hören Sie das?<
Zinnlechner nickte unsicher.
>Das Prinzip ist einfach<, fuhr er fort. >Auenbrugger hat die Methode schon vor sechzehn Jahren an Leichen und Patienten entwickelt. Anhand des verschiedenen Widerhalls der Töne kann man sich ein Urteil über den inneren Zustand dieses Hohlraums bilden.“ (Wolfram Fleischhauer: Das Buch in dem die Welt verschwand, S. 95)

In seinem Buch von 1761 schrieb Leopold Auenbrugger:
„Ich lege dir, günstiger Leser, ein neues von mir erfundenes Zeichen vor zur Entdeckung der Brustkrankheiten. Es besteht im Anschlagen an den menschlichen Brustkorb, aus dessen verschiedenem Widerhall der Töne sich ein Urteil über den inneren Zustand dieser Höhle gewinnen läßt.“ (Leopold Auenbruggers Neue Erfindung: mittelst des Anschlagens an den Brustkorb, als eines Zeichens, verborgene Brustkrankheiten zu Entdecken (1761), Reprint 1912, S. 8; übersetzt von Viktor Fossel)

Titelblatt: Leopold Auenbrugger „Inventum novum ex percussione thoracis humani ut signo abstrusos interni pectoris morbos detegendi“ (= Neue Erfindung: mittelst des Anschlagens an den Brustkorb, als eines Zeichens, verborgene Brustkrankheiten zu Entdecken (1761)

Mit Hilfe der Percussion des Brustkorbs entdeckt der Arzt eine Vomika. Dazu sagte Fleischhauer:
„Der Begriff [ Vomika] taucht in der zeitgenössischen medizinischen Literatur im Zusammenhang mit der Heimwehkrankheit auf. Im Grunde ist es ein damals nicht erklärbares Geschwür. Heut würde es man wohl als Rippenfellentzündung, TBC oder Krebs bezeichnen. Der Roman benutzt die Krankheit natürlich sinnbildlich, d.h. v.a. im psychososmatischen Sinne. Merkwürdigerweise verschwindet die Krankheit fast gleichzeitg mit dem Erscheinen des Buches, um das es geht. Daher erschien mir diese Krankheit als ideal für die Grundfrage des Romans: kann man an Gedanken sterben bzw. erkranken.“ (Wolfram Fleischhauer, 2005, buechereule.de)

In seinem Buch über Auenberger schrieb Conrad Clar:
„Die eitrige Vomika kann aber sowohl in der Lunge, als auch in den übrigen Theilen des Thorax ihren Sitz haben. Beide Arten von Vomiken sind entweder geschlossen, oder öffnen sich in der Luftröhre. Auenberger verstand die Vomiken gut zu diagnosticiren. Er macht die Bemerkung, dass die Stelle, wo die Vomika liege, vor ihrer Entleerung den Schenkelton gebe, nach derselben aber einen nur etwas gedämpften Schall hören lasse. … wenn man dort, wo die Vomika mittelst der Percussion entdeckt worden sei, die Hand hinlege, man, während der Kranke hustet, das Geräusch des Eiters im Innern der Brust deutlich fühlen könne.“ (Conrad Clar: Leopold Auenbrugger, der Erfinder der Percussion des Brustkorbes, geb. zu Graz 1722, gest. zu Wien 1809, und sein Inventum novum (1867) (vgl. Wikipedia: Leopold_von_Auenbrugger; Perkussion_(Medizin))

Post-Tabellen oder Verzeichnuß deren Post-Strassen in dem Kayserlichen Römischen Reich und zum Theil auch in denen angräntzenden Landen (1764)

„Di Tassi ! Mein Gott, vor ihm stand eindirekter Angehöriger der berüchtigten lombardischen Familie, der es über die Jahrhunderte gelungen war, das Postmonopol der habsburgischen Kaiser,das Taxis’sche Postsystem, aufzubauen.“ (Fleischhauer, S. 164)
Wikipedia: Thurn_und_Taxis

In den Post-Tabellen-Bücher wurden die Postrouten aufgelistet.

Post-Tabellen oder Verzeichnuß deren Post-Strassen in dem Kayserlichen Römischen Reich und zum Theil auch in denen angräntzenden Landen
Nürnberger Umkreis. Von Frankfurt nach Nürnberg.
Post-Tabellen oder Verzeichnuß Seite 121
Reise von Leipzig nach Nürnberg: „Ist in drey Tagen gethan“.
aus: Die vornehmsten Europäischen Reisen, wie solche durch Deutschland, Franckreich, Italien, Holl- und Engeland, Dännemarck und Schweden … anzustellen … (mit) Post- und Boten-Charten (Kißner, 1736)

Immanuel Kant: Critik der reinen Vernunft

Titelblatt „Critik der reinen Vernunft“ (1781).
Titelblatt „Critik der reinen Vernunft“ (1787).
Titelblatt „Kritische Briefe an Herrn Immanuel Kant …“ (1790).
Bildnis Immanuel Kant

Personen im Roman

Nicolai Röschlaub, Lizenziat, die Hauptperson, der Held

Theresa, die Enkelin von Nicolai Röschlaub im Prolog

Magdalena Lahner (die blonde Frau, S. 75, 85), die im Klappentext genannte „rätselhafte junge Frau“. Sie ist eine Nachfahrin von Eva von Buttlar.

Philipp Lahner (S. 297), Bruder von Magdalena Lahner. „Der wiederum hatte Maximilian Alldorf erschlagen. Aber warum? Was hatte Selling damals gesagt? Studentenhändel. Eine Schlägerei zwischen Burschenschaften. Und Lahner wurde dafür hingerichtet“

Graf Alldorf (Alldorfer Linie des Hauses Lohenstein, S. 79, 87)

Maximilian von Alldorf (+ 1780 mit 21 Jahren, geb. 1759)

Agnes von Alldorf (1733 – 1780, S. 103)

Marie Sophie von Alldorf (+ mit 19 Jahren, geb. 1761)

Stadtphysikus Müller, Röschlaubs Chef in Nürnberg

Kammerherr Selling, Angestellter von Graf Alldorf

Apotheker Zinnlechner, ebenfalls in Alldorf

Gutsverwalter Kalkbrenner, auch in Alldorf

Boskenner, einer der Diebe, die Postkutschen überfallen und abbrennen.

Mailänder, auch ein Dieb

Giancarlo Di Tassi, Justizrat, vom Reichkammergericht in Wetzlar

Feustking, einer von Di Tassis Leuten

Markgraf Alexander von Ansbach-Bayreuth, reale Person (1736 – 1806) Wikipedia: Alexander_(Brandenburg-Ansbach-Bayreuth)

Lady Eliza Craven, reale Person (Wikipedia: Elizabeth_Craven)

Immanuel Kant, reale Person (1724 – 1804, geboren und gestorben in Königsberg, seit 1724 die Königliche Haupt- und Residenzstadt in Preußen) ; Albertus-Universität_Königsberg

Falk (S. 297), Student in Leipzig, mit Philipp Lahner bekannt

Eva von Buttlar, ist eine reale Person (1670 – 1721), Begründerin der Gesellschaft Evas, zuvor Hofdame am Hof in Eisenach (S. 339)

„Im Jahr 1702 entstand in der Grafschaft Witgenstein die sogenannte Buttlarische Rotte. Sie übten unter dem Scheine der Frömmigkeit und Heiligkeit die schändliche Laster aus. Eva Margareta von Buttlar, Justus Gottfr. Winter von Eschwegen, Joh. Ge. Appenzeller von Schleusingen und Anna Sidonia,Fräul. von Callenberg, waren die Hauptpersonen. Winter, Appenzeller und Buttlar nenneten sich die Dreyfaltigkeit. Die Rotte ward schon 1705 zerstöret …“ (aus: Kirchengeschichte des neuen Testaments, 1777)
Darunter werden aufgelistet:
– Christoph Schütz, ein Radikalpietist aus Umstadt (Pfalz), Autor von >Güldene Rose / oder ein Zeugnüs der Warheit von der uns nun so nahe bevorstehenden Güldenen Zeit des tausendjährigen und ewigen Reichs Jesu Christi< (1727)
– Elias Eller aus Ronsdorf (Herzogtum Berg = Bergisches Land), Gründer einer radikal-pietistischen christlichen Sekte sowie Gründer der Stadt Ronsdorf.
Sie alle werden hier als „Fanatiker“ und „Schwärmer“ bezeichnet.

Buch: Willi Temme: „Krise der Leibhaftigkeit – die Sozietät der Mutter Eva (Buttlarsche Rotte) und der radikale Pietismus um 1700 (siehe Goolge-Books)
Siehe Wikipedia: Eva_von_Buttlar; Buttlar_(Adelsgeschlecht); Saßmannshausen
Link: www.siwiarchiv.de/vortrag-die-gesellschaft-der-eva-von-buttlar-und-ihr-gefolge/

Die Schwarze Kunst – Buch- & Druckarchäologie

Eine Handsetzerei im frühen 20. Jahrhundert.
Die Setzermannschaft.
Ein Setzregal (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Setzregal, https://de.wikipedia.org/wiki/Setzkasten, https://de.wikipedia.org/wiki/Schriftsetzer).
Handsetzerei in den 1930er Jahren (vorne links und rechts sieht man Andruckmaschinen)..
Handsetzerei in den 1930er Jahren (Ausschnitt).
Handsetzerei in den 1930er Jahren (Ausschnitt).
Ein Original Heidelberger Tiegel im Technikmuseum, Berlin.

Links

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